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  1. Moderation Avatar von Promethea71
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    "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Ich hatte gerade im Urlaub eine Situation für die ich für die Zukunft eine Strategie suche.
    Es geht um Asthma-/Panikanfälle in Verbindung mit Wut und Verzweiflung.


    Ich war in einer schneereichen Gegend, wir wollten eine abendliche Schneeschuhwanderung machen. Ausgeschrieben war die für zwei Stunden, in der Mitte sollte es eine Rast am Lagerfeuer mit Imbiss und Getränk geben. Es klang nach einer entspannten Feierabendtour.

    Ich hatte den Guide darauf hingewiesen, dass ich das noch nie gemacht hatte und eher unsportlich bin und sonst nur am Schreibtisch sitze. Er hat sich aber wohl mehr auf meine beiden Begleiter, zwei sehr sportliche Männer konzentriert. Wir waren nur eine Gruppe von drei Leuten - und der Guide hatte (nach späteren Erkenntnissen wohl noch nicht viel Erfahrungen mit solchen Touren). Er wollte mit uns eine individuelle Tour machen.

    Wir sind dann mit einem Schneemobil die Piste hoch, dort ging es erst über einen befestigten Weg und dann in den Tiefschnee (ca 1-1,5 Meter), später noch durch eine kleine Schonung durchs Unterholz. Ich bin regelmäßig bis zum Knie, teilweise auch bis zur Hüfte eingesunken und brauche mehrfach Hilfe um mich wieder aufzustellen. Mein Fehler war, dass ich nicht beim ersten oder zweiten Einsinken gefragt habe, wie lange es noch durch den Tiefschnee geht und die Konsequenz gezogen habe, zurück zugehen. Ich war denn nach ca. einer Stunde am Ende meiner Kräfte und gleichzeitig unglaublich wütend auf mich selbst und auf den Guide (der uns dann auch mitteilte bis zur Pausenstation hätten wir noch etwa 45 Minuten Weg) und habe dann eine Art Erstickungsanfall bekommen. Also in meinem Hals wurde es immer enger, ich bekam kaum Luft, habe entsprechend geröchelt und gejapst und konnte auch nicht sprechen. Ich habe dann nach ca. 5 Minuten meine Panik und meinen Atem wieder in den Griff bekommen und wir sind dann zurück gegangen statt zum ursprünglichen Ziel.


    So ähnliche Anfälle hatte ich zuletzt vor 25 bzw. 15 Jahren bei ähnlicher Konstellation, Überanstrengung, "ausweglose" Situation bei gleichzeitiger Wut auf mich oder den anderen Verursacher . Bei frühere Gelegenheiten hat meine Pollenallergie und mein schwach ausgeprägtes Asthma eine gewisse Rolle gespielt. (Bsp.: Radtour durch Rapsfelder - auf den ich allergisch bin - und mein Freund ist mit dem Rucksack mit meinem Asthmaspray einfach vorgefahren, weil ich ihm zu langsam war)


    Die langen Zeitabstände zeigen, ich habe es in der Regel im Griff mein Leben so zu gestalten, dass ich nicht in derartige Situationen komme, weil ich normalerweise meine Grenzen kenne und wahre und zB bei Radtouren mein Asthmaspray selbst dabei habe (das ich nicht brauche, aber dass es da ist, gibt mir die Sicherheit).


    Kennt jemand derartige Anfälle, die ja hauptsächlich den psychischen Auslöser haben und habt ihr Tipps, wie ich - wenn ich merke der Anfall kommt - mit Atem- oder Konzentrationsübungen dagegen angehen kann, ehe ich um Luft ringe, wenn ich es nicht geschafft habe, die Situation zu vermeiden.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
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  2. Avatar von jofi2
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    War es wirklich Asthma oder hast Du hyperventiliert?
    Letzteres wäre in dieser Situation ja durchaus vorstellbar gewesen.
    Ich red halt auch oft nur so dahin und hoffe, dass ein Gedankengang Schritt hält. Und wenn nicht, hat er halt Pech gehabt, der Gedanke.

    (Gerhard Polt)

  3. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Könnte es auch Anstrengungsasthma sein?

    Ich verstehe, dass die Situation sehr unangenehm war, aber du hast dich dann ja relativ schnell wieder reguliert bekommen.
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  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Da ich nicht weiß, wie ich das eine vom anderen unterscheide, habe ich den Begriff in Anführungszeichen gesetzt.


    Ich bin Allergikerin - und damals im Rapsfeld habe ich es für einen Asthmaanfall gehalten - zusätzlich getriggert durch die Wut bzw. Angst.


    Jetzt im Schnee schließe ich eine allergische Reaktion eigentlich aus (kenne mich mit Pollen im winterlichen Norwegen aber nicht aus).
    Da war es wohl eine Hyperventilation. Vielleicht damals im Rapsfeld auch .... fühlte sich jedenfalls genauso an.

    Engegefühl im Hals, zu wenig Luft und lautes "Luftschnappen".
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  5. Moderation Avatar von maryquitecontrary
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Bei Asthma hast du Schwierigkeiten mit dem Ausatmen.


    Man kann auch eine Art Krampf im Kehlkopf haben mit Erstickungsgefühl beim Einatmen.

    Hyperventilation ist ja ein zu tiefes Atmen, wobei zu viel CO2 abgeatmet wird, da kann es auch u.a. zu Atemnot kommen. Aber ob du beim anstrengenden Gehen noch hyperventiliert hast? - da wird die Atmung doch eher flacher.
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  6. Avatar von Lukulla
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Promethea, was war für Dich am schlimmsten?

    Dass Du hilflos und panisch vor anderen Menschen da standest oder dass Du Erstickungsangst hattest?
    Je nachdem müsste man eine Strategie entwickeln.

    Wurde bei Dir allergisches Asthma diagnostiziert? Falls ja, wurde bestimmt ein Test gemacht, auf welche Stoffe/Pollen Du reagierst und Dir wurde ein entsprechender Kalender mitgegeben. Die Pollen sind auch im Januar nicht zu unterschätzen, im Februar und März fliegt das Zeug natürlich schon viel kräftiger.
    Im Dez - Mai: Hasel, Erle, Feb - Mai: Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Brike, Ulme, Buche. Pollenflugkalender 2019 | allergiecheck.de

    Oder hast Du früher immer mal Asthma Anfälle gehabt und daher ein entsprechendes Spray dabei?
    You'd have to be here
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  7. VIP Avatar von katelbach
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Beim Asthma kommt es zur Luftnot durch Air trapping, da die Luft durch die Obstruktion zwar eingeatmet, aber nicht gut ausgeatmet werden kann. Man atmet dann immer dringender ein und kriegt trotzdem wenig Luft.

    Anstrengung und auch kalte, trockene Luft können eine akute Obstruktion auslösen.

    Hast du ein Notfallspray? Ganz banales Salbutamol?
    Und bitte geh zum Lungenfunktionstest.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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  8. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Meine Allergien wurden vor ca. 30 Jahren diagnostiziert .... danach habe ich sie weitgehend ignoriert, gelegentlich nehme ich Cetirizin, das bei mir gut hilft. Ich bin allergisch gegen Gräser (fast ganzjährig), Hausstaubmilbe, Raps und Lebensmittel mit Bromelain. Symptome sind verstopfe Nase und Halsschmerzen - keine Probleme mit der Atmung.
    Ich habe damals mal ein Asthmaspray bekomme .... das habe ich lange mit mir rumgetragen aber so gut wie nie benutzt.


    Krampf im Kehlkopf trifft es ziemlich gut.
    Es war die Mischung aus Wut auf mich selbst und Wut auf den unfähigen Guide, der mit einer unsportlichen Anfängerin nie diesen Weg hätte nehmen dürfen (meiner Meinung nach). Es hat mir sprichwörtlich die Kehle zugeschnürt und als ich dann was sagen wollte, kam nur noch das krampfhafte Luftholen.


    Das mich andere dabei gesehen haben war mir völlig egal, es war das "der Situation ausgeliefert sein und nichts tun zu können, dass es sofort aufhört" - weil wir waren in the middle of nothing und hatten eben mindestens eine halbe Stunde bis zu irgendeinem Weg, wo man mich hätte abholen können. Und dazu die körperliche Erschöpfung und ziemlich starke Schmerzen im Rücken ... andere Baustelle, aber dieses ruckartige Einsinken mochte meine vorgeschädigte LWS so gar nicht.




    Hyperventiliert habe ich vor vielen Jahren mal, als ich einen Tauchausflug gemacht habe.
    Wir waren damals zwei Anfänger und zwei Tauchlehrer auf Mallorca. Wir haben eine kurze Einweisung bekomme, die Anzüge und Tauchmasken mit Atemgerät und sind dann, weil in der Bucht gerade jede Menge Feuerquallen waren direkt auf zwei oder drei Meter Tiefe (vielleicht auch mehr, ist 15 Jahre her) gegangen. Über mir dutzende Feuerquallen, unter mir Algengestrüpp, neben mir graue Fische und an jeder Hand ein Tauchlehrer. Objektiv keine gefährliche Situation und wohl auch keine Pollen, aber ich habe derart hyperventiliert, dass meine Flasche nach einer halben Stunde leer war. Da hatte ich hauptsächlich Angst.
    Das die ganze Situation auch unprofessionell war und man normalerweise erst mal in einem Pool oder sonst flachen Gewässer übt, wusste ich nicht, was eine kurzfristige Idee im Urlaub eben zwei Tauchlehrer auf zwei Teilnehmer.



    Also eine durchaus ähnliches Situation - nur mehr Angst als Wut.
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    @Promethea: was ich meine, heisst vocal cord dysfunction. Kann auch durch physische wie psychische Anstrengung ausgelöst werden. Würde ich mit Arzt/Ärztin besprechen. So online kann man nix Genaues ...



    ps. sag doch mal Bescheid, wenn du in Norwegen bist
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  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: "Asthmaanfall" - Wut - Panik

    Es war anstrengend, aber weniger so wie ein Dauerlauf, bei dem ich außer Atem bin, sondern mehr wie Krafttraining, wodurch die Muskulatur erschöpft wird.


    An den anderen Tagen bin ich zwischen 8 und 20 km langgelaufen - da hatte ich nicht den Ansatz eines Problems.


    Daher bin ich nicht der Meinung, dass es eine körperliche Ursache hat - es braucht den psychischen Trigger.
    Und daher hoffe ich - wenn ich ausnahmsweise in eine solche Situation gerade bzw. mich selbst darein bringe - wie ich dem begegnen kann, sobald ich merke, es schnürt mir die Luft ab.

    Hätte das klassische in eine Tüte atmen helfen können?
    Ich habe es mit der "Atemübung" jeweils vier Sekunden einatmen - halten - ausatmen probiert .... hat irgendwie funktioniert.


    Ein bisschen hat dieser Anfall natürlich auch dazu geführt dem Guide sehr plastisch vor Augen zu führen, das das keine gute Aktion war .... nein ich habe den Anfall nicht provoziert - ich war wirklich fertig. Aber er hat es nachdrücklich illustriert.



    Ähnlich habe ich auch mal reagiert, als ich Silvester mit Freunden in eher abgeschiedener Umgebung unterwegs war (ich habe Panik vor Feuerwerk, sobald ich zu nahe dran bin und hatte das auch kommuniziert) und einer der Bekannten fand es dann irre lustig, mir Feuerwegskörper vor die Füße zu werfen. Da habe ich es als Panikattacke "diagnostiziert".
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