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  1. Avatar von Gedankenkarussell
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    Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Liebe alle,

    ich habe eine generalisierte Angststörung mit Panikattacken seit ich ein Kind bin. (Jetzt bin ich 34.) Ich nehme jetzt allerdings schon seit mehr als 8 Jahren Citalopram und bin damit eigentlich sehr stabil. Nur ganz vereinzelt Angstepisoden und Panikattacken, mir geht es meistens sehr gut.

    Jetzt habe ich seit Samstag- seit heute morgen richtig schlimm - Angst und immer wieder falle ich in eine Panikattacke, dann ist es kurz besser, dann wieder schlimm. Mir ist heiß, ich zittere, mein Herz rast und ich habe Angst durchzudrehen. Ich hatte das lang nicht so schlimm.

    Immer wenn es mir normal und gut geht, denke ich: Kein Problem, wenn du das das nachste Mal hast, hältst du einfach aus und lenkst dich ab, es geht wieder vorbei. Aber wenn ich so drin stecke wie jetzt, denke ich: Oh Gott, wie komme ich da raus? Was mache ich, wenn es nie wieder besser wird? Und vor allem habe ich diese Angst: Was ist, wenn das Citalopram vielleicht jetzt einfach nicht mehr wirkt? Es hat ja jetzt jahrelang gut gewirkt, aber die Angst hab ich trotzdem.

    Kennt ihr diese Gedanken? Habt ihr vielleicht etwas Aufbauendes für mich?

    "Slow down, you're doing fine,
    You can't be everything you want to be before your time."

  2. Avatar von Avocado_Diaboli
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    AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Lass dich von einem Fachmann beraten.

    Wenn du seit der Kindheit eine generalisierte Angststörung hast, dann warst du doch sicher schon einmal bei einem Therapeuten, oder? Hat dir da niemand "Handwerkszeug" mitgegeben, z.B. in einer Verhaltenstherapie? Nur Tabletten und "dann mach mal" ist in meinen Augen ein bißchen wenig.
    Wer nichts Nettes zu sagen hat, kann sich ruhig zu mir setzen.


  3. Registriert seit
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    AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Ich nehme auch Citalopram und hatte begleitende Therapie, in der ich so einige "Krücken" bekommen habe.

    Meine beste Krücke ist:

    Wenn bei mir eine Angstattacke hochkommt, dann zähle ich von 100-7 zurück.
    Das tue ich seit vielen Jahren, und es überrascht mich immer wieder, wie sehr mich das von der Panikattacke ablenkt.
    Das kann ich überall machen, es braucht keinen besonderen Ort dazu, und ich kann es jederzeit tun.

    Anfangs hab ich gedacht: was soll das?
    Das ist ja blöd irgendwie ..wie soll das helfen?
    Die Erfahrung hats gezeigt:
    mir hilft es ungemein!
    Versuch macht kluch....
    Es ist immer JETZT
    Geändert von Lyanna (04.03.2019 um 13:57 Uhr)

  4. Avatar von Gedankenkarussell
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    AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Danke euch!

    Ich hatte auch zwei Therapien und hab gelernt zu akzeptieren, dass diese Angst zu mir gehört und mich nicht festzubeißen darin, die Gründe zu suchen. Aber so richtig ein Handwerk, wie ich vorgehe, wenn Panik kommt, das hab ich nicht.

    Das mit dem Runterzählen hab ich heute mal probiert, Lyanna! Danke! Ich brauche vielleicht auch noch mal eine Therapie für richtige Krücken.
    "Slow down, you're doing fine,
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  5. gesperrt
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    Erleuchtung AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    servus Gedankenkarussell

    solche generalisierte angst- und panikstörungen wie du sie beschreibst, sind mir bestens bekannt und vertraut.
    nicht von mir persönlich, sondern von meiner lebensgefährtin (hatte sie ebenfalls seit kindheit), die davon betroffen ist.
    mit ihr habe ich das echt super hinbekommen, weil ich natürlich die ganze zeit um sie herum war und bin und dadurch genau beobachten konnte, wann sich wie was und weshalb, ereignete. seit ein paar jahren sind diese störungen bei nur noch von verschwindend geringer substanz, so sie die meiste zeit ohne medi's hierfür, auskommt.

    zu dir nun:
    du beschreibst zwar, was sich ereignet, was per se nicht unwichtig ist, jedoch aber leider nicht, in welchen situationen oder bei/vor was genau. um dir hierbei wirklich nützliches handwerkszeug in die hände geben zu können, ist es eminent wichtig, erfahren zu dürfen, wann und bei was dich eine solche angst-/panik-attacke erwischt und wie sie sich auswirkt. ist es bspw. vor irgendwelchen erledigungen im hause, oder vor einem termin und wenn welcher art etc. pp. .
    kurzum, je präziser deine beobachtungen an dir selber und die schilderungen dazu sind, umso besser kann dir geholfen werden.

    zum citalopram:
    -- dieses ist mir aufgrund meiner umfangreichen pharmakologischen kenntnisse, gut bekannt.
    ich möchte dich hierbrei fragen, seit wievielen jahren du das citalopram schon hast. meine frage kommt keineswegs von ungefähr.
    auf die schnelle kann ich dir folgenden effizienten tipp geben: melde dich bitte bei deinem hausarzt oder ggfs. bei jenem, von welchem du das medi hast, der soll ein blutbild erstellen und genau DIE werte ermitteln, welche das citalopram in deinem blut ausmachen. aufgrund dessen kann der arzt genau feststellen, ob der wirkstoff in deinem blut noch ausreichend ankommt oder eben nicht (mehr). kommt er ausreichend an, nimm es weiterhin, kommt es nicht mehr ausreichend an, wäre sinnvollerweise ein wechsel angezeigt. du brauchst vor diesem kurzen termin/untersuch auch wirklich weder angst noch panik zu haben, denn der arzt will dir nix böses, sondern er kann dir helfen, herauszufinden, was mit dem wirkstoff ist oder nicht (mehr) ist. du kannst also wirklich ganz entspannt hingehen.

    -- meine persönliche einschätzung zum citalopram (leider etwas fachlich, geht nicht anders): der wirkstoff stellt ein vertikal-stereoisomer dar und geht somit unter die etwas "komplizierteren" wirkstoffe. das gegenteil davon wäre bspw. das aspirin (acetysalicylsäure), welches ein einfacher, unkompolizierter wirkstoff darstellt.
    einfache wirkstoffe können in der regel eher dazu führen, dass sie als langzeittherapeutikum nicht so viel taugen, weil der körper/organismus, irgendwann den trick raus hat, wie er den wirkstoff isolieren kann. somit entsteht eine tolleranz, der wirkstoff kommt unten so raus wie er oben rein geht, ohne eine wirkung zu erzielen.
    bei den komplexeren wirkstoffen (bspw. citalopram) tut sich der körper/organismus oft schwer(er), den trick zum isolieren zu finden, weshalb solche wirkstoffe besser als langzeittherapeutikum geeignet sind.
    kurzum, wenn sich dein organismus anständig benimmt, kann vermutet werden, dürfte das citalopram seine wirkung noch erreichen. aber bitte klär das bei deinem arzt mittels blutbild noch ab, um endgültige sicherheit zu haben.

    meine überlegung für dich:
    wenn du möchtest und interessiert bist, können wir gemeinsam deinem thema/problem, näher auf den grund gehen und miteinander überlegen, wie weiter. es würde mich für dich sehr freuen, für dich entspannung, entstressung hin zu bekommen, damit du vortan nicht mehr so oft angst- und panik-attacken schiebst und daher dein leben und die schönen stunden dessen, besser geniessen kannst.

    auf jeden fall:
    lass deinen kopf bitte nicht hängen, es gibt menschen die dir helfen können und wollen, und die auch für dich da sind, dann wenn du's brauchst. melde dich ungeniert und ohne hemmungen.


    herzlichste grüsse von mir!


  6. Registriert seit
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    AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Hallo Gedankenkarussell

    Machst du bereits täglich "Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson" z.b. am Morgen vor dem Aufstehen? Es gibt ein gutes Video im Youtube, 23 Minuten. Versuch es! Es wird dir helfen. Schlimm an den Panikattacken ist ja, dass der Körper einfach alles selber macht, von einer Sekunde auf die andere. Jedoch gehen immer Gedanken voraus, danach reagiert der Körper. Dann kann ich dir wärmsten ein Fitnesszentrum empfehlen, 2 mal die Woche, das hilft. Dein Körper muss lernen, diese Impulse nicht mehr zu senden, er muss lernen, sich langsam runterzufahren. Das braucht Zeit und da helfen Fitness und tägliches Entspannungsübungen. Hast du Angst, dass du hyperventilierst und dann nicht mehr atmen kannst? Man muss wieder Vertrauen in die Situationen gewinnen, daran glauben, dass es geht und keine Attacke kommt. Man muss positive Erfahrungen machen und wichtig, man darf sich zu nichts zwingen, nur das tun was man fähig ist zu tun.

    Ich drücke dir die Daumen, dass es dir bald wieder besser geht.

  7. Avatar von Gedankenkarussell
    Registriert seit
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    AW: Angst, dass es nicht mehr weggeht

    Ich möchte mich noch für diese beiden Antworten bedanken! Damals vor drei Monaten kam dann alles Schlag auf Schlag und meine greifbare Angst wurde direkt am nächsten Tag von der Angst vor etwas wirklich Greifbaren abgelöst und dann war ich total aus dem Gleichgewicht und hatte gar nicht mehr den Kopf, um hier reinzugucken.

    Mir geht es im Moment wieder soweit gut, ich habe aber Therapeuten recherchiert (schon lange eigentlich, aber das Anrufen immer noch aufgeschoben). Das ist immer das Problem, wenns mir wieder besser geht, verschiebe ich das Lernen von Maßnahmen wieder auf später... Aber ich nehme mir fest vor, am Montag spätestens die Anrufe zu machen. (Ich werde sowieso lang auf einen Platz warten müssen.)

    Muskelrelaxation nach Jacobson hab ich mal ne Weile gemacht, ja! Aber auch zu nachlässig - nicht regelmäßig genug, um da schnell mit gegen Angst reagieren zu können.

    So, bestimmt lest ihr das gar nicht mehr, aber ich wollte mich noch bedanken für eure Antworten!
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