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  1. Registriert seit
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    Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Hallo,

    seit einiger Zeit habe ich eine neue Freundin, mit der ich öfters was unternehme.
    Leider leidet sie unter Panikattacken, so dass es vermutlich nur eine Frage der Zeit ist, bis eine solche auch in meiner Gegenwart auftritt.

    Mein Problem: Was mache ich dann?
    Sie in Ruhe lassen, versuchen zu beruhigen, in den Arm nehmen...?

    Was hilft euch? Oder was würdet ihr euch von anderen Leuten in der Situation wünschen?

    Mir ist schon klar, dass ich das am Besten mit ihr selbst klären sollte. Da sie aber momentan sehr instabil ist, fürchte ich mit entsprechenden Fragen eine Attacke auszulösen, und das kann ja auch nicht Sinn der Sache sein. Deshalb wollte ich hier ein wenig vorfühlen, es schadet nie, vorbereitet in ein Gespräch zu gehen.

    Danke für die Hilfe
    Zarozinia

  2. Avatar von Beachnoodle
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Zarozinia,
    Panikattacken...ist ein weites Feld.
    Ist dass eine fachärztlich diagnostizierte psychische Krankheit bei deiner Freundin?
    Woher hast Du diese Info denn?
    Dann gibt es doch sicher was zu googeln darüber?

    So eine Attacke äussert sich unterschiedlich, kommt auch mit Begleiterscheinungen einher wie Atemnot, Ohnmacht, oder Schreien/Weinkrämpfe, da musst du schon sehr ruhig und klar bleiben. Ggf. Im Notfall erste Hilfe leisten. Könntest Du dass?

    Man kann dass nicht pauschal sagen, Ich denke es ist sehr individuell was der Betroffene dann braucht.
    Ich würde es wirklich ansprechen und einfach sagen, Du möchtest dann richtig reagieren können. Ihr seid schliesslich Freundinnen, wenn auch nicht so lange.
    Kennst du denn schon jemand aus ihrer Familie, andere Freundinnen? Dass wöre dann die Alternative.
    Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zuwenig Glitzer


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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Ich schließ mich an

    DIE Panikattacke gibt es nicht. Und auch nicht DIE passende Reaktion darauf. Du wirst mit ihr darüber sprechen müssen
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm


  4. Registriert seit
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Hallo!
    Vor Jahren hatte ich selbst Panikattacken.

    Kann mich an zwei Stück am deutlichsten erinnern. Bei der ersten war ich im Discounter einkaufen und merkte dass es mir schlecht geht. Also nix wie raus aus dem Laden. Am Parkplatz habe ich eine sehr gute Freundin getroffen. Wir wussten beide nicht, dass es in dem Moment eine Panikattacke war. Sie fragte mich, ob es mir nicht gut geht. Ich sagte ihr, ja, ich glaube ich brauche Bewegung, dann wird das wieder. So war es dann auch. Ich habe mich an der frischen Luft bewegt und die Panikattake ging weg. In dem Moment hat mir meine Freundin nicht groß helfen können.

    Meine zweite starke Panikattacke hatte ich als ich mit dem Auto eine weite Strecke unterwegs war und zwei Kleinkinder im Fahrzeug hatte. Plötzlich wußte ich, ich muss anhalten, kann nicht mehr weiterfahren, es geht nichts mehr.
    Ich habe meinen Mann angerufen und gewartet bis er kam. Er musste weiterfahren und sich um die Kinder kümmern. Er hat mich dann auch ins Krankenhaus gebracht, wo jedoch nichts gefunden wurde. Danach bin ich zu meiner Ärztin und habe eine Therapie angefangen, die mir sehr geholfen hat.
    Habe dann auch Yoga für mich entdeckt.

    Das ist meine Geschichte. Jeder Fall ist sicher anders. Ich kann Dir auch nur empfehlen, mit Deiner Freundin zu reden.
    Ansonsten wird es sich aus der Situation ergeben, was sie braucht bzw. wird es Dir sagen.

  5. Inaktiver User

    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Falls noch nicht geschehen, ermutige Deine Freundin körperliche Ursachen abklären zu lassen. Es muss nicht immer alles psychologisiert werden. Ich kenne viele Schilddrüsenkranke, die mit Hormonsubstitution davon befreit wurden.


  6. Registriert seit
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Rede mit deiner Freundin und frage sie.

    Es gibt letztlich nichts, was in dem Moment hilft- genau DESHALB ist es ja so schlimm

    Und doch kann man die Situation etwas entspannen oder noch verschärfen.......aber das kann dir dann auch nur derjenige sagen, der sich damit gut genug kennt, es wurde ja schon geschrieben.

  7. Avatar von Spadina
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Ich würde mit ruhigen Worten versuchen, dass sie auf Achtsamkeit setzt. Sich auf irgendwas in der Nähe konzentriert. Auf die Atmung dabei achtet. Bei Hyperventilation wäre eine Tüte natürlich sinnvoll.

    Ruhe in einem hypnotischen Ton immer wieder leise sagen, dazu übergehen, der Körper reguliert sich gleich selbst, alles normalisiert sich. Ist gleich vorbei .

    Genau so kenne ich das aus dem Klinikum.

    Da wurde den Patienten aber auch immer wieder der Ablauf einer Attacke erklärt, sehr humorvoll aber auch erklärt, wie man sie selbst weiter nähren und hochpeitschen kann...

    Wobei das Wissen über die Peaküberschreitung und damit die Selbstregulation des Körpers erst mal als Wissen vorhanden sein muss. Dass ausser dem Scheissgefühl dabei mit seinem Empfindungen eben nichts passiert.

    Dieses Wissen kann helfen. Man muss es aber haben. Und als Helfer ruhig dran erinnern.
    Mein Himmel bleibt magisch, wie meine Träume, meine Bilder, mein Leben....
    Ich bin die, die ich bin.


  8. Registriert seit
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Erstmal "Danke" für die Antworten.

    Zu den aufgekommenen Fragen:
    Sie war die letzten zwei Jahre in mehr als acht Klinikaufenthalten, die Diagnose ist gesichert (ist nicht die einzige Diagnose, aber darum soll es hier jetzt nicht gehen). Wir reden untereinander halt auch über nicht so schöne Dinge, also das sind nicht bloß Hirngespinste von mir.
    Am Anfang war ich ein bißchen irritiert, wegen des "ist das wirklich so-Ansatzes" der hier im Thread kam, aber dann ist mir eingefallen, mich kennt hier ja keiner, also woher sollt ihr wissen, dass ich sowas nicht einfach so in den Raum werfe. Wieder was über Kommunikation gelernt

    Ich werde es in einem passenden Moment mal ansprechen, was ihr dazu einfällt.
    Aber falls hier noch jemand was dazu schreiben will, ich les natürlich weiter mit.


  9. Registriert seit
    30.07.2018
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    AW: Verhalten bei Panikattacken einer Freundin

    Liebe Zarozinia,

    ich kenne Panikattacken ganz gut von früher und kann als Erstes mal sagen, dass Deine Freundin echt Glück hat, Dich zu haben

    Bei Panikattacken hat der Mensch das Gefühl, von einer fürchterlichen Gefahr bedroht zu sein, gleich sterben zu müssen, einen Herzinfarkt zu bekommen, erbrechen zu müssen, umzukippen, in Tränen auszubrechen, was ja alles furchtar peinlich wäre etc...es gibt whs. noch viel mehr Inhalte, aber das sind so typische. Oft hat man auch "einfach so" Angst, ohne konkreten Angstinhalt.

    Wie Spadina schon gesagt hat, kann es Sinn machen, während einer Panikattacke den Menschen daran zu erinnern, dass sein Symptom die Angst ist. Und dass nichts ausser dieser Angst gerade passiert, also er weder einen Herzinfarkt bekommt noch gleich sterben muss.

    Sondern dass alles nur in seinem Hirn stattfindet.

    Und dass er diese Angst positiv beeinflussen kann. Dass sie selbst die Oberhand über die Angst gewinnen kann.
    Und sich nicht von ihr terrorisieren lassen muss.
    Z.B. mit Atmen. Dass sie langsam und tief versuchen soll, zu atmen. Ganz bewusst Ausatmen. Kurze einfache Sätze, die man öfters wiederholen kann. Gespräche mit komplizierterem Inhalt versteht ein Angstpatient nämlich dann eher nicht...

    Weinen hat mir geholfen. (Das muss man aber erstmal können)
    Dann ist mit der Zeit diese extreme Anspannung einer Erschöpfung gewichen, was wesentlich angenehmer ist als Panik...
    Für Deine Freundin könnte es gut sein, wenn sie weiss, dass sie Weinen darf. Dass Du das quasi aushalten kannst und vielleicht ganz normal findest.
    Es könnte auch gut sein, darüber zu sprechen, ob sie in einer solchen Situation umarmt werden möchte oder ihr das eher noch mehr Angst macht (Angst, dass die Luft abgeschnürt wird oder so...)

    Alles Beste und dass sie nie mehr Angst haben muss!
    Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nämlich nicht!

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