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  1. Registriert seit
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Wildwusel, falls ich dich richtig verstanden habe und was auch in meinem Hinterkopf war beim Schreiben: Was GENAU kann dem Publikum auffallen?
    Bei mir ist es im aller schlimmsten Fall dann wirklich ein Heulkrampf den ich nicht stoppen kann.
    Das lässt sich dann auch nicht mehr überspielen und ist der Moment wo ich einfach abhaue, falls auch ein kurzer Rückzug aufs Klo oder nach draußen nicht hilft.
    Vermutlich wäre es gut meinem Freund (oder Jemand anders Vertrautem) Bescheid zu geben wenn ich das kommen sehe. Ab dem Punkt komme ich dann nicht mehr alleine auf der Party klar.

    Vorher gibt es fürs Publikum tatsächlich nicht viel zu merken. Zurückhaltung fällt denke ich nicht wirklich auf und das man das Wort lieber an Einzelpersonen richtet als lautstark am Gruppengespräch teilzunehmen, vermutlich auch nicht.
    Geändert von labele (15.04.2018 um 12:17 Uhr)

  2. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Ein Heulkrampf...oh je...da weiß ich jetzt auch nicht weiter..
    Ich hab mein Problem mit dem Zittern seinerzeit mit einer Psychologin besprochen. Angemerkt, dass mir 1 kleiner Drink hilft, ruhiger zu werden. Hatte erwartet, dass das von der Fachfrau abgelehnt wird. Sie fand einen einzigen Drink in Ordnung. Also 1 guter Schluck Bier, halbes Glas Wein...nicht mehr.

    Umsonst wird in sozialen Situationen nicht soviel Alkohol konsumiert. Auch von Nicht-Phobikern.

    Aber bei einem Heulkrampf wüsste ich jetzt nicht....macht Alkohol in therapeutischen (falls es das Wort gibt) evtl. nur alles schlimmer?

  3. Moderation
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Wildwusel, falls ich dich richtig verstanden habe und was auch in meinem Hinterkopf war beim Schreiben: Was GENAU kann dem Publikum auffallen?
    Der Satz, "Das Publikum merkt nie was" kommt von der Bühne. So lange alle komplett überzeugt von sich wirken, kann man Szenen improvisieren, weil die Souffleuse eingeschafen ist, ein wichtiges Requisit, daß jemand vergessen hat, bereitzulegen, phantomimisch darstellen, der Tenor kann versehentlich die Sopranpartie singen und die Solisten ihren Text vergessen und "baduba, baduba" singen.... Die eigene Unsicherheit, das "gah, ich kann meinen Text nicht, ich kann meine Stimme nicht, ich könnte den Einsatz verpassen" kann man auf die Art mit Erfahrung ignorieren: Das mag alles passieren, aber keiner merkt es.

    In eher sozialen Situationen,: Die Leute merken all die kleinen Fehler und großen Unsicherheiten nicht, die dich plagen. Die sehen viel weniger detailliert als du selber, was du tust, und wissen nicht, was du denkst. Was für mich blöd ist, denn oft denke ich "hey, ich hab was wichtiges zu sagen! Es brennt!" (naja, nicht ganz) und ich bin außerstande, einen Ton hervorzubringen, oder zumindest, einen kohärenten Satz zu formen.

    Da brauch ich immerhin keine Grundsatzaussage mehr zu machen, ein "sorry, bin gerade überfordert" in dem Moment reicht, wenn ich erst mal die Aufmerksamkeit habe.

    @labene, ein Heulkrampf fällt natürlich auf. Ich hab auch schon Leute Rotz und Wasser heulen sehen und ganz ruhig sagen, "Alles OK, das sind nur die Nerven", oder "Ignoriert das bitte, ich bin nur sehr müde", aber das trägt nicht so sehr zur Beruhigung bei. Da ist gehen und jemand anders einen enschuldigen lassen wirklich am besten.

    Merkst du, wie die Anspannung "hochläuft", ehe sie sich unübersehbar entlädt, so daß du vielleicht früher geeignete Maßnahmen treffen kannst, oder bist du völlig überrascht, wenn es ganz plötzlich ausbricht? Manchmal helfen, rechtzeitig angewendet, mentale Übungen. Alles was im Raum gelb ist, bennenen. Die Quadratzahlen rückwärts aufsagen. Im Kopf Musik abspielen.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (15.04.2018 um 20:41 Uhr) Grund: Satz umgebaut.

  4. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Find ich jetzt total interessant, dass sich diese Phobie bei jedem anders äußerst.
    Wäre ich jünger würde ich mir eine Selbsthilfegruppe suchen um diese Erfahrungen auszutauschen. Hab tatsächlich lange Jahre gelitten.. Und erst mit der Zeit gemerkt, was hilft, welche Menschen dabei helfen können, war aber immer alleine mit dem Problem.

    Dachte auch immer, ich sei die einzige

    Was mir zum Weinkrampf einfiel: Bei Günther Jauch war vor kurzem eine Kandidatin, die sehr nah am Wasser gebaut hatte. Dies auch zugegeben und ihr kamen tatsächlich die Tränen.

    Ist sicher etwas anderes als ein Heulkrampf, aber sie hat sich nicht geschämt.

    P.S. Als Kandidatin bei Günther Jauch käme mir mit Sicherheit ebenfalls jeder kohärente Satz abhanden. NIEMALS!!! ;)

  5. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Oder das Gefühl von Anfang an übertreiben.
    Motto: Ich muss muss muss jetzt (!!!) heulen..UNBEDINGT...auf Kommando gelingt mir das nämlich nicht...


  6. Registriert seit
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Oder das Gefühl von Anfang an übertreiben.
    Motto: Ich muss muss muss jetzt (!!!) heulen..UNBEDINGT...auf Kommando gelingt mir das nämlich nicht...
    😄 ich bin nicht sicher ob das bei mir klappt.
    Naja ich merk das immer schon ne Weile vorher kommen. Klingt zwar etwas erbärmlich, aber ich glaube das nächste Mal würde ich vorher zu meinem Freund gehen und ihn bitten mich erstmal nicht alleine zu lassen, bis das Gefühl des Ausgeschlossenseins wieder verfliegt.

  7. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    @labele: Nein, nicht erbärmlich. Wie würdest du das Gefühl noch benennen? Wie man selber mit sich spricht ist Großteil des Problems . Ich hab mir immer eingeredet, dass mich alle für TOTAL unfähig halten wenn sie mein Gezitter bemerken.

    Nach dem Motto: "Die ist sooo doof, die kann nicht mal eine Kaffeetasse anständig halten. " Das war natürlich ausgemachter Blödsinn!

    Aber mir selber auf die Schliche kommen was da abgeht im Unterbewusstsein hat leider sehr lange gedauert. Und hilft nicht immer und zuverlässig. Hatte nie eine Therapie deshalb. Nur das Therapeutengespräch am Rande. Es spielt für mich heute nur keine Rolle mehr.

    Ich würd's ausprobieren. Heulen auf Kommando. Am besten schon vor der Tür. Das ist nicht erbärmlich.

  8. Moderation
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Zitat Zitat von labele Beitrag anzeigen
    Naja ich merk das immer schon ne Weile vorher kommen.
    Das ist gut. Selbst komplett überrascht zu sein ist nicht nur lästig und furchterregend, sondern bedeutet auch, daß man mehr die Zähne zusammenbeißt als einem guttut...

    Zitat Zitat von labele Beitrag anzeigen
    Klingt zwar etwas erbärmlich, aber ich glaube das nächste Mal würde ich vorher zu meinem Freund gehen und ihn bitten mich erstmal nicht alleine zu lassen, bis das Gefühl des Ausgeschlossenseins wieder verfliegt.
    Völlig sinnvoll.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Avatar von Hair
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Hm, ich habe auch eine leichte Sozialphobie. Die ist so beschaffen, dass ich am schlimmsten finde, auf Feiern ganz alleine stundenlang rumzustehen und ignoriert zu werden.
    Ist mir auch schon öfter passiert.
    Vor allem bei Familienfeiern der angeheirateten Verwandtschaft. Mit deren Freunde.
    Ich stelle mich irgendwo dazu und alle gehen weg.

    So stand ich tatsächlich mit meinen beiden kleinen Kindern mal stundenlang alleine rum. Mein Mann hat sich anderswo unterhalten.
    Da kam für mich also einiges zusammen, Enttäuschung über den Partner, Klarsicht über das Wesen der Verwandtschaft, meiner Parnerschaft und meiner Mutterschaft. Das war schmerzhaft.

    Und Klarheit über meine Probleme in einer ziemlich fremden, nicht wohlwollenden Gruppe.
    Das hat mich eine Zeitlang niedergestreckt.
    Das war aber die schlimmste Situation, weil es nicht nur um mich ging, ich nicht in der Lage war irgendwie Anschluss zu finden.

    Für mich alleine finde ich schon eine Lösung, geheult habe ich auch schon mal bei meiner Verwandtschaft auf einer Feier, da die aber alle mehr oder weniger selber Probleme haben, war das nicht schlimm.

    Dienstliche oder private Feiern gehen inzwischen auch gut, da immer wenigstens eine freundliche Person da ist, mit der ich Smalltalk machen kann.
    Ein Schluck Alkohol entspannt mich wirklich beträchtlich, da muss ich aufpassen, nicht ins schwadronieren zu kommen.
    Wenn getanzt wird ist eh alles gut, da kann ich den mentalen Stress abreagieren.

    Ist doch wirklich schön liebe TE, dass Dein Partner so großes Verständnis für Dich hat.
    Das hätte ich mir auch gewünscht.

    Allerdings lernte ich so, dass ich mich nur auf mich selbst verlassen kann.

    Die Tipps hier finde ich auch für mich ganz toll.

    Edit: ich glaube sagen zu können, dass meine Kinder da anders geartet sind als ich, sie haben beide langjährige Freunde, der eine ist sehr lockerin dieser Hinsicht, der andere studiert und hat sich problemlos engefügt und neue Freunde gefunden.
    Das macht mich sehr glücklich.

  10. Avatar von Novemberwind
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    AW: Angst vor Gruppensituationen

    Liebe labele, ich habe eben dieses Thema hier entdeckt und bin ganz baff, denn wir scheinen Zwillinge im Geiste zu sein. Alles was du beschreibst, kenne ich ganz genau so! Ich muss nichts ergänzen oder verändern.
    Ich weiß keine Lösung und mache mir fast täglich Gedanken, wie die Beziehung mit meinem Freund gelingen soll.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.
    La esperanza muere al final.

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