Hallo,
seit einigen Jahren fahre ich nicht mehr gern weg, vor allem, wenn ich weiß, dass bei uns zuhause niemand ist.
Wir haben mehrere Tiere, einen relativ großes altes Haus mit Garten, alles will versorgt werden. D.h. wir sind abhängig von Angehörigen, Nachbarn oder Freunden, die uns während unseres Urlaubes das Haus einhüten.
Ich kann dann im Urlaub nicht abschalten, habe Angst, dass jemand einbricht, dass das Haus brennt oder das gar den Tieren etwas zustößt. Somit hat meine Schwiegermutter netterweise das Haussitting übernommen.
Trotzdem geht es mir während der Urlaubzeit schlecht. Ich kann nicht abschalten, bin mit den Gedanken oft zuhause und grübel, ob alles in Ordnung ist.
Jetzt fällt meine Schwiegermutter krankheitsbedingt aus und mein Haussittung- Gerüst fällt zusammen und ich stehe zwischen der Entscheidung, meine Familie allein fahren zu lassen und zu Hause zu bleiben und einer Lösung, die mir noch nicht richtig eingefallen ist...
Ich würde mich über ein Feedback von ähnlich Betroffenen freuen...
Ich find es so schlimm :( und schäme mich, dass ich etwas nicht genießen kann, was andere sich wünschen würden...Auf so viel Verständnis stoße ich natürlich auch nicht :(
Dankepollila
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03.09.2016, 21:30
Angst, das Zuhause zu verlassen...
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03.09.2016, 21:55Inaktiver User
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Hallo,
möchtest du denn gerne in Urlaub fahren?
Wenn nicht, dann bleibe doch einfach zu Hause. Egal, was andere Menschen sagen.
Ich kann das durchaus verstehen.
Viele Grüße
Tianka
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03.09.2016, 22:06
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Danke
für das Feedback
Ich weiß es nicht, eigentlich nicht.
Aber ich möchte auch nicht die Familie "im Stich lassen" .
Es ist der Jahres- und Familienurlaub.
Und eigentlich eine schöne Sache, ein tolles Ziel, wir sind mit den Großeltern (mit meinem Vater und seiner Partnerin) unterwegs.
Alle freuen sich das ganze Jahr darauf.
Ich fühle mich wie ein Spielverderber.
Kann mich nicht richtig freuen, habe Angst, dass da ein Depression im Anmarsch ist. Bliebe ich zuhause würde ich natürlich die Lieben vermissen, fahre ich mit, mache ich mir Sorgen. Ich kann mich über keine Option recht freuen.
Es ist so schlimm, sich nicht recht freuen zu können...
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04.09.2016, 03:52Inaktiver User
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Also hast Du es noch nie gemocht?
Klingt, als müsstest Du dich um alles kümmern?
Wer hat Tiere, Haus und Garten denn gewollt?
Für wen ist das wichtig- Haus, Garten, Tiere?
Schämen bedeutet, Du findest DICH schlecht (im Gegensatz zu "sich schuldig fühlen", wo es oft darum geht, dass man was gemacht hat, was schlecht ist-- ein großer Unterschied!).
Wie kommst Du auf Depression??
Deinen Grundgedanken finde ich gar nicht so abwegig- es beschreibt doch eine tiefe Verbundenheit mit Heim und Garten sowie auch einem großen Verantwortungsgefühl für das alles samt Tiere.
Ich habe ebenso schon Menschen getroffen, die nie wegfahren, weil sie sich dann ganz unwohl fühlen und nach eigenen Aussagen "ganz schlimmes Heimweh haben".
Das hört sich bei Dir nun anders an- könnte aber ebenso mit hinein spielen.
Für mich klingt Dein Tun sehr mit dem Außen abgleichend-- was andere wollen oder sagen- ist wichtig und womöglich wichtiger als Du?
Wenn wir von einer möglichen Unsicherheit sprechen, die Dein Leben begleitet- macht ein eventuell stärkerer Sicherheitsgedanke durchaus viel Sinn.
Dort sein, wo Du dich sicher fühlst- alles in Deinen Händen liegt- wo Du alles kennst und Du auch immer schützen kannst, was für Dich so wichtig ist.
Mir scheint auch, dass Du den anderen ein Bild von Dir geben möchtest, was der Norm oder denen entspricht- und Du würdest gerne anders sein.
Man kann von hier nicht wirklich einschätzen, ob Dein Verhalten nun einem tiefen Bedürfnis Deiner Persönlichkeit entspringt oder ob dahinter mehr Ängste stehen als nötig.
Es steckt immer mehr dahinter als man sieht und denkt- um was es tatsächlich geht, maskiert sich sehr oft.
Hattest Du schon Angsterkrankungen? Erlebnisse, Erfahrungen, die Deine Ängste rechtfertigen?
Was wäre, wenn das Schlimmste eintreffen würde?
lg kitty
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04.09.2016, 08:58
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Moin, es sollte der Ursprung der Angst ergründet werden. Ich empfehle therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es geht ja schon länger so und alles hat eine Ursache. Wünsche dir das alles irgendwann gut wird, und du entspannt Urlaub machen kannst.
Nimm die Dinge wie sie kommen und Sorge dafür, dass sie so kommen, wie du sie haben möchtest.
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04.09.2016, 09:56
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Diese übergroße Angst, es könne etwas während meiner Abwesenheit passieren, kenne ich all zu gut. Ich muss dir deshalb ehrlich sagen, dass das Extrem nicht normal ist und die Ursache(n) dafür in der Vergangenheit begründet liegt/liegen. Deswegen meine Frage an dich: Woher kommt diese Angst und welches Erlebnis in deiner Vergangenheit hat diese Angst verstärkt? Ich kann mir vorstellen, dass das sehr anstrengend für dich sein muss wenn du nie wirklich richtig "abschalten" kannst- ausser wenn du Zuhause bist? Wie geht es deiner Familie damit?
Vielleicht solltest du zumindest erst einmal das Gespräch mit deinem Hausarzt aufsuchen und ihm deine Ängste schildern.
Wenn deine Schwiegermutter ausfällt, kann dann nicht dein Schwiegervater einspringen? Ihr habt ja sicher auch noch andere Verwandte, Freunde, Nachbarn... die sich während eurer Abwesenheit um Haus und Tiere kümmern könnten? Oder hast du zu diesen Menschen, ausser deiner Schwiegermutter, kein so großes Vertrauen? Wenn ja, warum?
Es wäre unheimlich schade, wenn deine Familie ohne dich in den Urlaub starten müsste...Wer immer nur tut was er schon kann,
bleibt schlussendlich das, was er schon ist.
Henry Ford
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04.09.2016, 10:17
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Hi, ich finde dein Verantwortungsgefühl den Tieren gegenüber sehr gut.
Offen gesagt habe ich aber, da du das in dieser Rubrik hier geschrieben hast, den Eindruck, dass es dich insgeheim erleichtert, einen Grund angeben zu können, warum du zuhause bleiben musst..
Kannst du den Urlaub verkürzen und früher zurück oder so?
Finde doch auch heraus, ob es für die anderen wirklich schlimm ist, wenn du nicht mitkommen würdest. Klingt blöd, so meine ich es gar nicht. Aber es würde dir vielleicht helfen, wenn du merkst, sie verstehen deinen Grund, machen dir keine Vorwürfe und kommen zurecht.
Sind es denn Tiere, für die man unkompliziert eine Betreuung finden kann?
Wenn es jetzt zu knapp ist, kannst du vielleicht versuchen, bis zum nächsten Urlaub ein stabiles Netz an potentiellen Betreuern für die Tiere aufzubauen und dich dann im Vertrauen üben?
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04.09.2016, 10:49
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Mir geht es exakt genauso.
Ich verreise nicht mehr, weil ich keine Betreuungsmöglichkeit für meine Hunde habe.
Und ganz ehrlich: es geht mir auch nicht ab.
Früher bin ich viel gereist, auch lang und/oder mehrmals im Jahr. Als mein Mann noch lebte, hatten wir später immer den (damals immer einer) Hund dabei, weil meine Mutter dann schon zu krank war, um sich um ihn zu kümmern.
Ab und zu noch bin ich auch noch verreist, als ich schon allein war. Meine letzten Hunde gingen gern in eine bestimmte Hundepension, das war unproblematisch.
Jetzt habe ein zwei andere Hunde, von denen die eine eine echte Traumapatientin ist, die Angst vor anderen Menschen und vor ganz vielen Situationen hat. Also bleibe ich hier. Wenn ich nur mal einen Tag wegmuss, dann lässt die Nachbarn sie kurz in den Garten. Mehr geht nicht.
Aber schon da bin ich sehr angespannt.Thank you for observing all safety precautions.
(aus Dark Star von John Carpenter)
Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
sonst normale Userin
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04.09.2016, 11:20Inaktiver User
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Über seine Tiere trägt man Verantwortung, über Familienmitglieder unter normalen Umständen nicht. Als meine Katze - krank und tablettenabhängig - noch lebte, bin ich ganz bewußt nicht verreist. Ich blieb ohne es auch nur einen Tag zu bereuen zuhause; über 5 Jahre lang. Kein Hawaii-Strand, keine weltberühmte Sehenswürdigkeit hätte mir die nötige Entspannung geben können. Jules Sicherheit war für mich das Wichtigste und Normalste auf der Welt.
Mit meinem Hund verreise ich, ihn kann ich fast überall mitnehmen. Auf Flugreisen werde ich aber auch in Zukunft verzichten, weil ich Maxx in keinen Container sperren werde.
Meine Familie kann gerne zu mir kommen, wir müssen nicht zusammen verreisen, um uns unsere Liebe zueinander zu beweisen.
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05.09.2016, 18:58
AW: Angst, das Zuhause zu verlassen...
Hallo Ihr Lieben,
ich konnte erst heute ganz genau und ausführlich zu Ende lesen. Vielen Dank für Euer aller Feedback.
Leider geht es meiner Schwiegermutter sehr schlecht, so dass ich noch keine Zeit finde, auf Eure
Kommentare und Posts näher einzugehen und die ein oder andere Frage noch zu beantworten...
Ich habe aber bereits einige Gedankenanstöße mitnehmen können und werde Euch zeitnah antworten bzw. mir auch selbst einige Antworten geben.
Lieben Dank
polilla


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