Guten Morgen zusammen,
ich glaube ich drehe langsam durch.
Seit Jahren sind Ratten für mich das Schlimmste was ich mir vorstellen kann.
Noch nie hatte ich irgendeine Begegnung mit ihnen. Trotzdem. Allein wenn ich
eine im Fernsehen sehe muss ich vor Ekel wegschauen.
Nun zu meinem Albtraum:
ich wohne allein in meinem Haus, bin dort auch sehr glücklich und zufrieden.
Vor 2 Wochen war ich im Keller, habe gewaschen, gebügelt. Halt das was jeder
so in seiner Waschküche macht.
Beim Hochgehen hörte ich scharrende Geräusche im Schrank, der dort neben der
Treppe steht. Voller Panik bin ich hoch und habe seitdem den Keller nicht mehr betreten.
Ein Freund, der mir nachmittags noch eine kleine Reparatur machen wollte, musste in
den Keller gehen und fand im Schrank auch Rattenkot.
3 Tage später kam ein "Rattenfänger" von einer Profi-Firma. Mit Hausmittelchen hätte
ich mich nicht zufrieden geben können.
Er fand auch sofort das "Schlupfloch". Sie kam aus dem Kanal. Mein Nachbar, der vom Garten
aus alles mitbekam, kam sofort und hatte das, von ihr durchgefressene, Rohr verschlossen.
Der Profi legte Köder aus und kam vor 3 Tagen wieder. Er fand auch eine tote Ratte, hatte den kompletten
Keller durchsucht. Es war nur diese eine.
Dann wurde von ihm alles gereinigt und desinfiziert. Es hatte mich 250 Euro gekostet. Ich hätte eine Million
dafür gezahlt.
Die Nachbarn waren so hilfsbereit und haben auf meinen Wunsch hin alles aus dem Schrank und noch viel
mehr entfernt. Es kann nichts und niemand mehr unten sein.
Mein Problem ist jetzt:
ich habe hier Berge von Wäsche, müsste dringend in den Keller.
Aber ich schaffe es nicht. Sage mir, dass nichts mehr da ist.
Bei dem Gedanken, dass ich da runter muss stehen mir die Haare zu Berge.
Langsam habe ich das Gefühl ich werde verrückt.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 35
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19.07.2015, 08:15
Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
geliebter Billie..........................
geb. 10. März 1997 gestorben 29. April 2010
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19.07.2015, 08:39
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Rattenfamilien schicken im Normalfall junge männliche Ratten vor, um eine neue Unterkunft für die Familie zu finden. Kehren sie nicht zurück, ist die neue Behausung nicht geeignet.
Das wird Dir aber kaum helfen, da Du eine Phobie entwickelt hast.Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
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19.07.2015, 09:24
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Dagegen hilft evtl. eine Konfrontationstherapie. Entweder auf eigene Faust oder mit professioneller Hilfe. Phobien sind durchaus ernstzunehmende Störungen, die das Leben erheblich einschänken können. Es ist auch nervig, wenn man permanent Angst vor einer (real gar nicht existierenden) Bedrohung hat.
Als Kulturfolger sind Ratten überall. Ich sehe hier gelegentlich mal eine über den Weg huschen oder abends durch die Gegend trippeln auf der Suche nach Futter. Sie sind nicht gefährlich aber auch nicht sonderlich sympathisch. Es wäre von Vorteil, wenn man ihnen zumindest halbwegs gelassen gegenüber steht.
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19.07.2015, 12:28
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Du kannst erst mal sehen, ob du jemanden mitnehmen kannst, der dir den Rückzug deckt, wenn wieder eine Ratte da ist. Und dann hoffen, daß die Panik langsam "versandet". Du kannst den Keller gut ausleuchten, damit sich nichts an dich anschleichen kann. Hund oder Katze sagen den Ratten, daß das Leben hier gefährlich ist. (Wobei ein Hund zuverlässiger mit dir in den Keller geht.)
Bei einer echten Phobie, und bei dir klingt das so, kannst du aber in die Grenzen von dem laufen, was mit deinem normalen Leben noch verträglich ist.
Wenn eine echte Phobie dich in deinem Leben unzumutbar einschränkt, bemühe dich um Therapie. Bereite dich gut darauf vor, kläre mit dem Therapeuten deine Ängste -- ich habe wie du die Erfahrung gemacht, daß jede Konfrontation mit dem Objekt der Phobie, egal in welcher Intensität (fern, klein, Bild, Zeichnung, Gespräch) die phobische Reaktion und ihre Folgen verstärkt bzw. meine Fähigkeit, das Objekt erneut zu konfrontieren, für Tage oder Wochen reduziert. Wenn ich mich je so eingeschränkt fühlen würde, daß ich eine Therapie machen wollte, um mein Leben zurückzukriegen, würde ich das nur bei einem Therapeuthen machen, der meine Bedenken und Erfahrungen ernst nimmt und eine fundierte Vorstellung hat, wie er damit umgeht.** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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19.07.2015, 18:09
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Ich kann Dich absolut verstehen. Ratten finde ich auch richtig eklig. Ich wohne im 2. Obergeschoss und hatte hier noch keine direkte Begegnung mit diesen Viechern.
Meine Mutter aber besitzt ein großes, altes Landhaus mit Garten. Und im Keller ist eine Metallklappe am Fußboden eingebaut.
Nach einem starken Regen hebt meine Mutter die Klappe an, um zu schauen, wie der Wasserpegel ist. Und da sitzt plötzlich eine dicke Ratte.
Meine Mutter hat vor Schreck die Klappe wieder zu fallen lassen und war kreidebleich. Die Klappe ist mit einem Rohr verbunden welches in den Garten führt, das Rohr war damals am oberen Ende offen.
Haben danach ein Froschgitter rübergemacht.
Die Ratte mit Rattengift gefüttert. Ein Nachbar ( meine Mutter hatte nicht die Nerven dazu, hat die tote Ratte dann unter der Klappe rausgeholt).
Ich weiß nicht, ob das Problem hier mit einer Therapie angegangen werden sollte. Bei einer Spinnenphobie findet man sicher noch leichter einen Therapeuten, aber welcher Therapeut hat eine Therapieratte im Käfig zum Üben?
Die Bricomler, die hier zur Therapie raten in allen Ehren, aber wie realistisch ist das für diesen Fall und wer soll die Kosten dafür übernehmen?
Ich bezweifle sehr, dass die Krankenkasse das bezahlt. Weil einmal eine Ratte im Keller war und die TE Angst hat in den Keller zu gehen.
Wobei die Angst ja nachvollziehbar ist.
An die TE, wenn Du ein Haus hast, ist doch sicher oben genügend Platz in Küche oder Bad, um dort eine Waschmaschine aufzustellen. Notfalls würde ich in Bad oder Küche etwas umstellen.
Beim Umzug der Waschmaschine nach oben findest Du sicher einen tatkräftigen männlichen Helfer oder auch zwei Männer, die anpacken.
Und trocknen kannst Du die Wäsche auf einem Wäscheständer notfalls auch im Schlaf oder Wohnzimmer.
Bei gutem Wetter auf der Terrasse.
Dann musst Du zukünftig nicht mehr so oft in den Keller. Mit dem Abstand zu dem Ereignis legt sich evtl. auch Deine Angst. Zwei Wochen ist noch keine Zeit.
Ich würde zunächst eine praktische Lösung suchen.Geändert von Elixia (19.07.2015 um 18:18 Uhr)
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19.07.2015, 18:14Inaktiver User
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Immer viel Lärm machen, wenn Du in den Kelle gehst. Sollte eine da sein, wird sie sich zumindest nicht blicken lassen. Wobei ich aber vermute, dass praktische Tipps bei einer echten Phobie nix nutzen.
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19.07.2015, 18:40Inaktiver User
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Wenn es eine Phobie ist (und danach sieht es ja aus), dann bezahlt eine Therapie auch die Krankenkasse. Die kümmern sich nicht um die genauen Ängste, sondern ein Therapeut stellt fest, dass es eine Phobie ist und dann wird der Antrag auf Kostenübernahme von ihm gestellt. Es geht nicht so sehr darum, wovor genau eine Klientin Angst hat, sondern dass diese stark lebenseinschränkend ist und das ist sie in diesem Fall!
Zudem hat die Verhaltenstherapie gute Erfolge bei Phobien und ist ohnehin gar nicht auf Langzeit angelegt.
um nun dem Angstobjekt zu begegnen, muß der Therapeut auch nicht ein solches im Therapieraum vorrätig haben. Da gibt es Mittel und Wege, wie man das hinbekommt. Notfalls wird eben ein Objekt irgendwo "gemietet" (das klingt jetzt wie ein Scherz, ist es aber nicht. Es hat ja zB auch nicht jeder Therapeut einen Hund oder eine Vogelspinne).
Ich bin auch ein Fan von praktischen und pragmatischen Lösungen. Hier jedoch fällt ja ein ganzer Wohn- bzw Arbeitsbereich weg und schnell kann sich dann die Angst noch verbreitern - dann kann die TE bald nicht mal mehr in einen fremden Keller gehen, kann in keine Kneipe mehr gehen, die zB im Untergeschoß angesiedelt ist oder hat generell Angst vor Schränken in denen etwas hocken KÖNNTE - die Angst als solche ist sehr kreativ.
Insofern würde ich beides machen: erstm,al die Waschmaschine in die Wohnung.
Und parallel dazu einen Therapeuten suchen, der auf Angst-Desensibilisierung spezialisiert ist. Notfalls damit in eine psychiatrische Tagesklinik. Und dann ran an den "Feind".
Je schneller man desensibilisiert, desto besser.
Viel Glück,
C.
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19.07.2015, 18:52
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Geändert von Lukulla (20.07.2015 um 14:33 Uhr)
Körperlich Distanz
Sozial zusammen
You'd have to be here
I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
It's northerly facing and close to an open fjord
The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
Calling so slowly from summer's before
Kari Bremnes
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19.07.2015, 18:59
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
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19.07.2015, 19:02
AW: Hilfe, hatte Ratte im Keller...............
Nun gehört Dein Keller wieder Dir. Du solltest ihn wieder in Besitz nehmen.
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du zusätzlich eine Putzfrau beauftragst, wirklich jeden Winkel in dem Keller zu putzen und alle Möbel von der Wand zu rücken und überall zu wischen. Dann ist die "Ratte" wirklich nicht mehr da.
Danach kannst Du entweder mit ihr oder mit einem gutem Freund zusammen in den Keller gehen. Einfach nur reingehen und gucken.Körperlich Distanz
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