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    Mein Ängste und ich

    Hallo,

    ich leide seit langer, langer Zeit an Ängsten. Schon als Kind hatte ich ständig vor irgendetwas Angst, besonders vor Krankheiten. Mittlerweile bin ich 34 Jahre alt. Zu den Ängsten kamen Zwänge (Waschzwang), Panikattacken und Depressionen. Ich habe vor zwei Jahren eine 4-wöchige stationäre Reha gemacht, die leider gar nichts gebracht hat. Inzwischen ist es soweit, dass ich vor einigen Wochen "ausgemustert" wurde und nun in Frührente bin. Ich habe an gar nichts mehr Freude, bin antriebslos und habe das Gefühl es wird immer schlimmer. Besonders Verlustängste kristallisieren sich jetzt ganz stark heraus, besonders auf meinen Partner gerichtet. Jetzt fährt er auch noch (wie jedes Jahr) alleine in den Skiurlaub. Sonst habe ich das eigentlich immer ganz gut weggesteckt, aber diesmal ist die Angst, dass etwas passiert so übermächtig, dass ich schon jetzt nur weine. Nun habe ich es endlich mal geschafft, bei ein paar Psychotherapeuten anzurufen, bis dato bin ich nämlich noch nicht in ambulanter Behandlung. Aber das erscheint mir momentan auch so kompliziert. Ich wohne in ländlicher Umgebung, müsste auf Praxen zurückgreifen die ca. 40 Kilometer entfernt sind und bis jetzt hab ich nur Therapeuten gefunden, die privat arbeiten. Zudem ist mein bisheriger Hausarzt, der mich immer gut unterstützt hat und mir auch bei der Beantragung der Reha behilflich war, in Rente gegangen.
    Ich kann mich auch zu nichts aufraffen. Bin in einem Fitness-Studio angemeldet und schaffe es einfach nicht hinzugehen. Nun habe ich mich bei fünf unterschiedlichen VHS-Kursen angemeldet, weil ich einfach raus will aus meiner Isolation, aber ich kann mir schon vorstellen, wie das endet.
    Andere Menschen würden übrigens wahrscheinlich nie merken, was mit mir los ist. "Draußen" bin ich lustig, aufgeweckt und gut drauf, kann auch mein Verhalten gut reflektieren, aber trotzdem frisst es mich von innen auf.
    So, ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, was ich jetzt erwarte, warum ich diesen Text hier eingestellt habe...aber vielleicht hat ja doch jemand einen Denkanstoß

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    AW: Mein Ängste und ich

    Ich würde sagen, unbedingt weitersuchen nach einem Therapeuten. Die 40 km musst du dann halt fahren, so ist das eben wenn man nicht zentral wohnt. Du kannst ja nicht deshalb im augenblicklichen Zustand verharren, weil dir die Fahrt zu weit ist. Die perfekte, bequeme und billige Lösung wird es nicht geben. Die gibt es für niemanden. Wenn man etwas ändern will, muss man sich dafür anstrengen. Nützt alles nix! Muss! Wie wichtig ist es dir, dass dein Zustand sich verändert?

    Es gibt ja auch ambulante Beratungsstellen, vermutlich in der nächsten größeren Stadt, da könntest du doch mal schauen, ob du für den Übergang Termine bekommst? Caritas, Diakonie usw. bieten sowas an.

    Ein Tipp aus der Verhaltenstherapie: Gehe jeden Tag raus. Kaufe einen Liter Milch. Oder sonstwas. Ganz egal. Aber geh raus.
    The original Karla
    est. 2006


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    AW: Mein Ängste und ich

    Hallo liebe Gartenstuhl,

    zuerst einmal würde ich mich an deiner Stelle (d)einem (neuen?) Hausarzt anvertrauen. Auch wenn du noch kein Vertrauensverhältnis aufbauen konntest, du musst dch da gar nicht schämen und kein Hausarzt der Welt würde von dir insgeheim denken, dass du 'einen an der Klatsche' hast. Das Problem bei dir sehe ich (ohne dich in irgendeiner Weise demotivieren zu wollen ) bezüglich einer ambulanten Verhaltenstherpapie darin, dass deine Angststörung (plus Begleitstörungen, die nach einiger Zeit oftmals hinzukommen, bei dir die Depression) schon so extrem lange unbehandelt
    bist. Hier ist halt einfach die Frage, ob eventuell ein Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik nicht eine Option wäre. Oder für die Überbrückungszeit- bis eine ambulante VT begonnen werden kann- die Verschreibung eines Antidepressivums/SSRI angezeigt wäre. Einfach dass du da nicht noch monatelang diesem Leidensdruck ausgesetzt sein musst. Da möchte ich mich als Studentin jedoch nicht zu weit aus dem Fenster hängen, sondern das solltest du mit deinem Hausarzt einfach mal abklären, was geht und was Sinn (in deinem Fall) ergibt.
    Die Prognosen bei Angststörungen liegen bezüglich einer ambulanten Verhaltenstherapie ziemlich gut (einer relativ neuen Studie zufolge berichten etwa 78% der Patienten mit Krankheitsangst von einer deutlchen Besserung- erst vergangene Woche recherchiert. Die Zahlen für andere Angststörungen sehen ähnlich aus). Nichtsdestotrotz ist es ein langer Weg bis dahin, besonders wenn Begleitstörungen vorliegen, wird meist eine Langzeittherapie veranlasst und du kannst nicht davon ausgehen, dass du nach 4 Wochen fast gesund bist. Aber ich denke dem bist du dir auch bewusst. Und wichtig ist es ja, dass du auf lange Sicht wieder ein 'normales' Leben führen kannst.
    Bezüglich des Sports kann ich dich nur ermuntern zu versuchen, dich aufzuraffen. Ich weiß, das ist so leicht dahergesagt, aber sportliche Betätigung wirkt sich unglaublich positiv auf das Wohlbefinden auf und könnte deinen derzeitigen Zustand zumindest etwas positiv beeinflussen. Und wenn du eine VT beginnen möchstest, solltest du dir auch imKlaren darüber sein, dass du dich sehr sehr oft wirst zwingen müssen, dich aufzuraffen!
    Lange Rede kurzer Sinn: rede mit deinem Arzt, lass dich beraten und kümmere dich auf jeden Fall darum, dass du in absehbarer Zeit therapeutische Hilfe bekommst.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe, dir ein paar hilfreiche Infos gegeben zu haben!
    Geändert von MonaLisa22 (01.02.2014 um 16:06 Uhr)

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    AW: Mein Ängste und ich

    Hey gartenstuhl!
    Es tut mir Leid zu hören, dass du mit solchen DIngen zu kämpfen hast. Wie bereits erwähnt, würde ich mich in erster Linie auch um einen Therapeuten bzw. um einen Hausarzt kümmern. Der kann der gerade in deiner jetzigen Situation sicher weiterhelfen und somit findest du vielleicht dann auch an anderen Aktivitäten, wie zb. Fitnessstudio etc. wieder Freude. Nicht den Mut verlieren!

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    AW: Mein Ängste und ich

    Hallo,

    vielen vielen Dank für eure lieben und aufmunternden Worte und Ratschläge.
    Momentan ist es wieder richtig schlimm. Habe mich gerade vor ein paar Minuten von meinem Freund verabschiedet, der jetzt zu seinem zweiwöchigen Ski-Urlaub aufbricht. Sie fahren heute Nacht gegen 0 Uhr los, also werde ich wohl die ganze Nacht kein Auge zu tun vor Sorge.
    Ich habe mir nun von meiner Krankenkasse eine Liste mit Psychotherapeuten zuschicken lassen, am Dienstag habe ich schon mal einen Probetermin. Bin gespannt.
    Einen Termin bei einem "neuen" Hausarzt habe ich in zwei Wochen, dann werde ich mal mit ihm darüber sprechen. So wirkt er eigentlich ganz nett und ruhig, ist auch schon älter (schätze ihn schon fast auf Ende sechzig; wahrscheinlich schließt er auch bald seine Praxis...).
    Was mir jetzt am wichtigsten ist, ist, dass ich die kommenden Tage ruhig überstehe.

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    AW: Mein Ängste und ich

    Hallo Gartenstuhl,

    super dass du am Dienstag bereits einen Termin hast.
    Bezüglich der nächsten Tage und auch heute Nacht:
    Wenn du jetzt schon denkst, dass du heute Nacht nicht schlafen kannst, dann ist die Chance dass es wirklich nicht klappt, ziemlich hoch. Überleg dir doch mal was, was du so richtig gerne tun würdest (ich weiß, dass du zur Zeit eher auf nichts Lust hast und dir gerade alles, was dir Spaß machen könnte, Überwindung kostet. Trotzdem- versuche dich mal etwas zu machen, auf das du unter normalen Umständen Lust hättest. Du musst nicht gerade in nen Club gehen und abfeiern, aber beispielsweise so Dinge wie 'ein gutes Buch lesen', 'mir Reiseberichte in ferne Länder im
    Net anschauen und drüber nachdenken, mal wieder eine richtig tolle Reise zu machen, sobald es dir besser geht (Vorfreude -> Motivation), 'ein Glas guten Rotwein genießen' .. oder ein Entspannungsbad nehmen.. Laute Musik aufdrehn und das Haus auf Vordermann bringen.. du willst was für die Figur tun? Mach Situps, schau ob du Liegestütze hinbekommst.. dasselbe gilt für die kommenden Tage. Auch wenns Überwindung kostet.. draussen scheint die Sonne? Dann geh ne Runde draussen Spazieren.. schau was draussen vor sich geht, treff dich mit ner Freundin auf nen Kaffee.. versuche einfach, dich nicht allzu sehr gehen zu lassen. Versuche, deinen Selbstwert mit irgendwas zu steigern. Konntest du gestern 2 Liegestütze, setz dir zum Ziel in 7 Tagen 4 zu können. Kauf dir ein Buch in ner Fremdsprache oder fang ne neue an. Für welche Themen interessierst du dich? Dann lese Artikel darüber, engagier dich in irgedwas. Setz dir ganz banale Ziele egal welcher Art, um Erfolgserlebnisse einzufahren.

  7. gesperrt

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    AW: Mein Ängste und ich

    hallo ich käpfe auch mit ängste grad was kh und op betrifft ich geh nicht hin sage ab oder sonst was passiert mit mein körper mein arzt sagt das ist nicht so schlimm aber ich habe ne richtige blocgarte im körper was mach da nun

  8. gesperrt

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    AW: Mein Ängste und ich

    Hallo Gartenstuhl und Lucy35,

    erstmal möchte ich euch sagen, dass es mir wirklich leid tut was ihr durchmachen müsst.
    Ängste sind wirklich schlimm und können einen so einschränken im Leben.
    Aber lasst euch davon nicht unterkriegen, versucht es mit Spezialisten zu klären, euch helfen zu lassen.
    Ich finde Gartenstuhl, du machst es schon genau richtig, die erstmal deinem neuen Arzt anzuvertrauen.
    Und ich glaube, hier einfach mal alles niederzuschreiben und Unterstützung von den lieben Mädels aus dem Forum zu erfahren, hilft der Seele auch etwas

  9. gesperrt

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    Stirnrunzeln AW: Mein Ängste und ich

    hallo weiss eienr wie man ohne angst ins kh gehen tut ich verschiebe es immer wieder weil angst vor untersuchung und ops habe dann die ganzen ärzte drumrum ich möchte im bodenversinken

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    AW: Mein Ängste und ich

    Du könntest jemanden mitnehmen zur "Verstärkung". Sowas tut sehr gut! Das hilft!
    Derjenige muss nicht viel tun, einfach "da sein". Das gibt richtig Kraft und Mut.

    Überlege dir, wer es sein könnte. Mama? Papa? Schwester? Freundin?

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


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