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    Ängste um die Familie

    Vorweg, bitte versteht, dass ich hier nicht allzu viele Details schreiben will, da ich die BriCom meiner Familie gegenüber schon mal erwähnt habe und keinesfalls gefunden/geoutet werden möchte.

    Meine Kinder sind groß und bis auf das Jüngste aus dem Haus. Soweit ist alles in Ordnung. Leider aber eben nicht. Ein Kind (sorry wenn ich hier "Kind" schreibe, bitte reitet nicht darauf herum, ich versuche lediglich, geschlechtsneutral zu schreiben, und "die erwachsenen jungen Menschen, die ich geboren habe" ist etwas zu lang für einen flüssigen Text ;-)) hat gesundheitliche Probleme, beim zweiten läuft es im Studium nicht so gut. Zum Einen ist dieses spezielle Studium sowieso eine ziemliche Einbahnstrasse und zum Anderen sind die Leistungen in einem Fach so, dass man immer Angst vor den Klausurergebnissen haben muss (ich entschuldige mich erneut für diese Formulierung, bitte nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, ich weiß, "Angst haben müssen" ist nicht gut ausgedrückt).

    Man könnte wohl sagen, ich habe große Zukunftsängste für meine Kinder. Nach dem Auszug habe ich versucht, mein Leben neu zu gestalten - ich habe mich richtig auf meine neue Freiheit gefreut. Leider habe ich aber nun das Gefühl, dass ich nie wieder unbeschwert glücklich sein oder das Leben genießen kann, weil ich mir immer Sorgen mache. Ja ich weiss, eine Therapie wäre gut, leider finde ich keinen Therapeuten hier in der Gegend. Ich habe neulich sogar der Telefonseelsorge gemailt, weil ich mir nicht mehr zu helfen wußte. Ich stelle mir ständig Horrorszenarien vor - was wenn das studierende Kind das Studium nicht schafft, oder danach arbeitslos wird? Beides durchaus im Bereich des nur-zu-Möglichen. Daran ändert auch "positives Denken" nichts.

    Diese Ängste fressen mich auf und zerstören meine Lebensfreude....

  2. Inaktiver User

    AW: Ängste um die Familie

    Zitat Zitat von Francesca67 Beitrag anzeigen
    ..."die erwachsenen jungen Menschen, die ich geboren habe" ist etwas zu lang für einen flüssigen Text ;-))
    Das gefällt mir, erinnert an "Dr. Murkes gesammeltes Schweigen".

    Zitat Zitat von Francesca67 Beitrag anzeigen
    Ich stelle mir ständig Horrorszenarien vor - was wenn das studierende Kind das Studium nicht schafft, oder danach arbeitslos wird? Beides durchaus im Bereich des nur-zu-Möglichen. Daran ändert auch "positives Denken" nichts.
    Mal ganz sachlich: das sind nur Horrorszenarien, weil Du welche daraus machst. Wenn das Kind das Studium nicht schafft, ist das natürlich erstmal blöd, aber nicht das Ende der Welt. Dann macht es eben was anderes. Arbeitslos kann heute jeder werden, und direkt nach dem Studium ist das sowieso nicht unnormal. Ein Horrorszenario wäre für mich z.B. wenn jemand Nahestehendes in einen schweren Unfall verwickelt wird oder Opfer eines Verbrechens wird.

    Vielleicht solltest Du Dich da ein bisschen rausnehmen. Du musst nicht über jede Note Bescheid wissen, meine Eltern wussten eigentlich nie genau, wie mein Studium so läuft.

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    AW: Ängste um die Familie

    Danke für deine Antwort. Du hast recht, diese Dinge an sich sind wohl keine Katastrophen. Es ist ja auch nicht die potentielle Arbeitslosigkeit bzw. eventuelles Studienversagen per se, was mir Angst macht, sondern der Gedanke, was das für mein Kind bedeuten könnte/würde. Psychisch, emotional, mental. Zu realisieren - und das mit 27 oder 28, also in dem Alter, wo man eigentlich durchstarten möchte, dass man seinen Traumberuf, auf den man viele Jahre hingearbeitet hat, niemals wird ausüben können - dass man praktisch NICHTS in der Tasche hat (eventuell ja nicht mal einen Abschluss, wenn's ganz blöd läuft....).

    Also es sind die Folgen, die mich ängstigen.

    Ich bin nah dran, weil mein Kind mir alles erzählt, und ich will es auch nicht davon abbringen. Mein anderes Kind erzählt mir eben NICHT alles (über die Gesundheits-Probleme) und das ist genauso schlimm. :(

    Ich hätte vermutlich keine Kinder kriegen sollen. Aber weiss man als junger Mensch, dass man später mit den Sorgen, Ängsten und der Verantwortung überfordert sein wird? Alles was bisher war, einschließlich der Pubertät, war Pipifax verglichen mit der momentanen Situation.

    Ich würde mich so gern einfach nur an meinen Kindern freuen, so wie andere, aber es geht nicht.

  4. User Info Menu

    AW: Ängste um die Familie

    Hallo Francesca,

    dein Posting hat mich irgendwie berührt, weil es mir derzeit ähnlich geht. Ich hab zwar keine Kinder, aber ständig Sorgen um andere Familienmitglieder und wenn ich Kinder hätte, ginge es mir wahrscheinlich wie dir

    Was mir auffällt: Du machst dir stellvertretend Sorgen um die Emotionen deiner Kinder. Hat dein eines Kind schon mal gesagt, dass ihn/sie ein Studienabbruch/Arbeitslosigkeit in tiefe Verzweiflung stürzen würde? Womöglich käme dein Kind damit gut zurecht. Erfahrungsgemäß öffnet sich für jede verschlossene Tür irgendwo wieder eine neue und als junger Mensch steckt man noch so einiges weg. Einen nicht stringenten Lebenslauf hat heute doch jeder Zweite. Ich glaube, du projezierst deine eigenen Ängste auf die möglichen Gefühle deines Kindes, oder?

    Dass du dich um die Gesundheit deines anderen Kindes sorgst, halte ich für recht normal. Aber könnte es sein, dass dieses Kind dir nichts erzählt, weil es um deine Ängste weiß und dich nicht belasten will?

    Du schreibst von deinem Auszug, heißt das, du hast dich getrennt? Könnte es sein, dass du selbst ein wenig Zukunftsangst hast (um dich ganz persönlich) und diese Gefühle sich irgendwie auf die Kinder übertragen/überlagern?

    Gruselig, soviel Küchenpsychologie, ich weiß

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    AW: Ängste um die Familie

    Hallo,

    ich glaube diese Ängste hat jede Mutter. Ich habe einen Beruf ergriffen (mit Beamtenstatus wie die Leute so schön sagen) und meine Mutter hat immer noch tagtäglich Panik, dass mein Leben den Bach runter geht. Ich habe jetzt selbst zwei Kinder und denke mir auch schon "ohje, zwei Wirbelwinde.. die wollen sicher nicht lange die Schulbank drücken" und da geht's dann schon los.

    Dir würde es sicher helfen mit jemandem über die Ängste zu reden - einer guten Freundin oder gar deinen Kindern selbst. Vielleicht können sie dir die Angst etwas nehmen. Der Studierende hat das Fach ja aus Interesse gewählt, also wird er/sie sich auch anstrengen :)
    Ich habe mich nie belastet gefühlt wenn meine Mutter mir von ihren Ängsten meines Lebens bezüglich geredet hat. Ich fand es schön, dass sie mir so vertraut hat.

  6. Inaktiver User

    AW: Ängste um die Familie

    wo bleibt das vertrauen in deine kinder?

    das sie gross sind, erwachsen sind, dass sie sich selbst zu helfen wissen.

    brauchst du jemanden der von dir in einer gewissen weise abhängig ist, um dich selbst zu spüren?

    brauchst du das gefühl gebraucht zu werden?

    auch wie in einem andern strang: gib deinen kindern wurzel und flügel.

    es ist zeit, dass du sie fliegen lässt.

    dass du ihnen ihre freiheit gibst. und vertrauen in das hast was du über jahre an erziehungsarbeit und vorleben "abgeliefert" hast.

    nichts ist so demotivierend wie wenn die eigenen eltern einem nichts zutrauen.


    wie hast du deine eigene zeit als junge erwachsene erlebt? mit zweifeln? in dir oder von aussen?

  7. User Info Menu

    AW: Ängste um die Familie

    Liebe francesca,
    zum Teil kann ich gut nachfühlenwie du dich fühlst, wie du denkst
    Ich bin auch so eine "Sorgen-Amme",was meine Kinder angeht,die im Alter teilweise
    sehr weit auseinander liegen.Wir sind etwa gleich alt,ich bin JHG. '66.Aber am "Alter"
    wird es wohl nicht liegen,denn ich glaube das jede Mutter (und auch Väter) sich
    Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen-alles andere stelle ich mir auch "ungewöhnlich"
    vor.Bloss wenn diese Sorgen einen so beeinträchtigen,dass man kaum noch "atmen" kann
    und sogar an der Kompetenz als Mutter zweifelt....sowas beeinträchtigt alles, wirklich
    alles negativ.Es gibt keine Garantie das alles immer glatt läuft! Das ist auch nicht"das Leben",
    wenn es nie Herausforderungen und Brüche gibt.Daran wächst man,so ging uns das doch auch?!

    Ich habe sehr gehadert mit der Berufswahl meines älteren Sohnes.Er schlug (gegen meinen
    Willen-aber mach was dagegen)die Offizierslaufbahn ein und hat sich viele Jahren an "den Bund"
    gebunden.Anfangs habe ich wirklich gelitten-auch aus Angst vor Auslandseinsätzen zB.
    Mittlerweile bin ich da viel gelassener,denn dieser Beruf hat auch Vorteile und: es ist SEINE
    Entscheidung,er muss damit leben und seine Familie.Ich kann nur aus Distanz mal helfend
    eingreifen, zB. wenn demnächst das 2.Kind zur Welt kommt.Alles andere ist sein,bzw. ihre
    Baustelle....
    Alles in allem haben unsere Kinder recht gute Aussichten!Selbst bei Arbeitslosigkeit oder
    Studienabbruch fallen sie in kein "Loch"- es gibt genug Alternativen,mehr als woanders.
    Ich selbst habe mein FH- Studium damals auch abbrechen müssen,war schwanger und es
    reichte finanziell vorn und hinten nicht mehr.Dennoch fand ich später den richtigen Beruf,
    einen der mir gar nicht "im Kopf" spukte.Vieles kommt von ganz allein...

    Hast du denn sonst auch Probleme mit Ängsten, kompensierst du ggf. etwas damit ?
    Hinterfrage doch mal, woher es eigentlich kommt das du diese Ängste hast und wie viel
    das mit dir zu tun hat, mit deinem jetzigen Leben.
    Schönen 2.Advent!
    Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
    kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
    wir waren

    Aharon Appelfeld

  8. User Info Menu

    AW: Ängste um die Familie

    So ähnlich möchte ich auch mutmaßen.
    Vielleicht steckt hinter deinen Ängsten eine ganz andere Angst. Eine, die du nicht konkret anschauen magst.

    Sich negatives auszumalen, hat depressive Züge.

    Kein Kind möchte, dass die Mutter sich fürchterliche Sorgen macht.

    Kannst du vielleicht mal mit deinem Arzt darüber sprechen, wie es dir geht?
    Du brauchst ja Hilfe. Für dich. Nicht für deine Kinder.
    Du bist sehr stark auf die Kinder focussiert. Das kommt mir ungewöhnlich vor.

    LG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  9. User Info Menu

    AW: Ängste um die Familie

    Danke für eure Antworten.

    Ich habe mit meinem Arzt drüber gesprochen, der meinte, das wäre bei Eltern normal. Ich kann leider bei mir in der Nähe keinen Termin bei einem Psychologen bekommen, nichtmal für die Warteliste. Neulich habe ich sogar der Telefonseelsorge gemailt, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe. Das scheint so meine einzige Möglichkeit zu sein.

    Tja, mein Kind hat sich das Studium natürlich ausgesucht, weil das Interesse dafür da war, aber das eine Fach ist nicht das "Wunschfach". Und nun sind auch die Leistungen im Lieblingsfach abgesackt, da das zweite Fach so lern-intensiv ist.

    Mittlerweile hasse ich die Universität und das ganze Studium. Für mich ist das ein 6-Jahre langer Alptraum. :-(

  10. Inaktiver User

    AW: Ängste um die Familie

    Hallo Francesca, das Thema ist zwar schon etwas her, aber ich verstehe dich gut, ich hänge gerade auch wieder in einer Angstphase, was den Nachwuchs betrifft und kann da auch nicht so einfach raus.

    Ich weiß, dass ich damit aufhören muss, mir solche Gedanken zu machen, aber es ist leichter gesagt, als getan...

    Ärzte helfen mir auch nicht weiter, Therapeuten haben ellenlange Wartelisten, wenn man berufstätig bis Abends ist, kann man es sowieso vergessen. Ich bin auf mich allein gestellt, Freundinnen wollen es auch irgendwann nicht mehr hören und sagen eigentlich auch nur, dass ich los lassen muss - das weiß ich, aber wie oben schon geschrieben - so einfach aus der Haut raus...

    Drück dir die Daumen, dass es besser wird...

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