Hallo, brauche dringend mal etwas Rat. Vielleicht hat jemand schon mal ähnliches erlebt.
Leide seit ca. drei Wochen darunter, dass ich panische Angst habe krank zu werden. Ich kann das nicht so genau erklären, ich habe einfach die totale Panik. hatte das vor ein paar Jahren schon einmal, es hat sich dann irgendwann von selbst wieder gelegt, daher ist mir dieser Zustand nicht gänzlich unbekannt, was Ihn nicht minder schlimm macht. Wieder angefangen hat das ganze als ein guter Bekannter mit 36 plötzlich verstorben ist. Kurz davor ist ebenfalls eine Bekannte an Krebs erkrankt. Habe so dass Gefühl, dass der Schock darüber, dass ganze wieder ausgelöst haben könnte.
Das ist so en Schlimmer Zustand, dass kann man sich garnicht vorstellen. Alles was am und im Körper passiert scheint plötzlich etwas ganz bedrohliches zu sein. Und wenn ich nicht jetzt krank werde, dann bestimmt später. So ist mein ganzes Denken im Moment. Das raubt mir im Moment echt jegliche Lebensfreude. Für Außenstehende ist das recht schwer zu verstehen, auch wenn meine Freunde und Familie schon Verständniss für mich haben, so richtig nachvollziehen können Sie es nicht.
Hat vielleicht schon jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Antworten
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Thema: Angst vor Krankheit
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15.10.2006, 14:33
Angst vor Krankheit
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15.10.2006, 19:22
AW: Angst vor Krankheit
Hallo Irie,
ich kenne Ihre Situation nicht genau. Wie es scheint, bekommen Sie aber ihre Gedanken krank zu werden/ zu sein nicht aus dem Kopf, wissen aber gleichzeitig, dass diese Gedanken nicht normal sind in dieser Intensität? Dann könnte es sich um Zwangsgedanken halten. Hier finden Sie weitere Infos und Hilfe:
www.zwaenge.de
Alles Gute
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16.10.2006, 00:26
AW: Angst vor Krankheit
Meiner Meinung nach fällt das nicht unter Zwangserkrankungen, sondern unter Angststörungen...
Zur Sache selbst:
Fakt ist ja, jedes Leben endet tödlich. Auch klar, die meisten von uns wollen nicht sterben, wär ja auch komisch, wenns so wär...
Natürlich kann man krank werden, mit viel Pech sogar lebensbedrohlich. Nur, solange dies nicht so ist oder man es nicht weiß, ist das völlig egal.
Vielleicht hilft es dir, wenn du dir bewusst machst, daß dein momentanes real existentes Problem nicht eventuelle Krankheiten sind, sondern die Angst davor. Geh mal rein gedanklich vom Schlimmsten aus, daß du in einer Minute tot umfällst.
So, wie hättest du dann die Minute davor am liebsten verbracht. Vermutlich fällt dir da etliches ein, aber ganz bestimmt würdest du die letzte Minute nicht mit Angst verbringen wollen.
Kombinier das mal. Du weißt, du kannst nichts dagegen tun, irgendwann einmal zu sterben. Du kannst es ebenso wenig vorraussehen, wann das sein wird. Was du aber entscheiden und beeinflussen kannst ist, wie du mit dieser Situation/Realität umgehst. Und um auf die "letzte Minute" zurückzukommen, diese Minute kann Jahrzehnte dauern, sie findet gerade jetzt statt und geht vermutlich noch Jahre lang!
Das dich der Gedanke um Krankheit und Tod bedrückt und er dir Angst macht, ist völlig normal. Irritieren muss dich das nicht, im Gegenteil, Grund zur Sorge bestünde dann, wenn es nicht so wäre.
Du musst also nicht diese Angst bekämpfen, denn Aufgrund ihrer Normalität gehört sie zum Leben dazu. Mach Dinge, die dich die Befürchtungen vergessen lassen, egal, was das ist.
Und wenn der Gedanke an die Angst kommt, dann nicht versuchen, nicht daran zu denken. Denn durch den Versuch an etwas nicht zu denken, denkt man automatisch dran, denn man muss ja schließlich parat haben, woran man nicht denken will. Bsp: Wenn du grad fernsiehst und denkst plötzlich an Krankheit, dann guck weiter fern und lass dich nicht ablenken-lenk die Aufmerksamkeit auf das, was wesentlich ist. Mit etwas Übung geht das recht einfach, man muss es lediglich tun.
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18.10.2006, 19:12Inaktiver User
AW: Angst vor Krankheit
Hallo Irie,
ich habe Dir eine PN geschickt. Ich hoffe Du kannst den Link öffnen, ansonsten schicke mir einfach eine kurze Nachricht.
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21.10.2006, 13:39Inaktiver User
AW: Angst vor Krankheit
Hallo Irie,
ich kenn' das Gefühl so gut!!!!
Ich hab mich eigentlich schon damit abgefunden, dass ich zur Gattung der Hypchonder gehöre. (Nicht, dass ich Dich für einen halte! Aber ich hab mich als einen erkannt, und das hat mir sehr weitergeholfen....) Bis vor zwei Jahren oder so löste (fast) jede kleine, etwas ungewöhnliche Körperwahrnehmung bei mir das Gefühl aus: So, das ist es jetzt also, was mich umbringt, musste ja so kommen,.... Hab dann im Internet recherchiert und auch meist die passende, meist tödlich verlaufende Diagnose gefunden. Und wie oft bin ich zum Arzt gerannt! War natürlich - oder besser: zum Glück! - nie was.....
Mittlerweile ist mir klar, dass das verstärkt in Phasen passiert, in denen ich mich irgendwie schwach fühle, ohne Kontrolle über mein Leben, also z.B. als eine Beziehung schief ging, ein Arbeitsvertrag auslief und noch nichts Neues in Sicht war, etc. Auch bei kleineren Sachen, wenn ich einfach schlecht drauf bin, müde, gestresst, kommt das verstärkt vor.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich a) unter Migräne leide und daher ein bisschen aufpassen muss, was ich mir zumute, und meinen Körper von daher schon immer recht genau beobachte, meine Eigenwahrnehmung dadurch wohl geschärft ist, so dass mir jedes kleine Ziehen auch auffällt. Und b), dass es in meiner Familie eine Geschichte von Schlaganfällen gibt, mein Bruder hatte z.B. einen, als er 21 war. Zu der Zeit war natürlich jeder Kopfschmerz für mich das Signal: So, jetzt bist Du dran. Bin in den Monaten danach auch zweimal panisch in die Notaufnahme gerannt.....
Wie gesagt, mittlerweile hab ich gelernt, damit ein bisschen besser umzugehen. Noch immer denke ich z.B. bei komischem Ziehen in den Beinen sofort: Thrombose! Das ist wie ein Reflex. Ich kann jetzt dazu aber erstmal auf Distanz gehen und es nüchterner, praktisch von außen betrachten, mich fragen, wie wahrscheinlich ist es, ganz rational. Und da ich mich inzwischen ganz gut kenne und weiß, wie ich ticke, frage ich mich dann, was fehlt mir grade wirklich? Brauche ich eine Pause, nervt mich der Job oder bin ich gelangweilt, kann ich mir irgendwas Gutes tun? Was ist es wirklich, das mir Angst macht, weil ich es nicht kontrollieren kann? Und ich denke, das ist bei mir der Kern der ganzen Sache: Akzeptieren, dass ich halt nicht alles im Leben kontrollieren kann.
Wie MaxPower ja auch geschrieben hat, das Leben endet auf jeden Fall tödlich. Und es macht wenig Sinn, sich über Dinge, die halt nicht zu ändern sind, Sorgen zu machen. Kann ja sein, dass ich mal schwer krank werde, einen Schlaganfall habe, etc. Aber wenn ich, solange ich gesund und fit bin, ständig nur ans Krankwerden denke, anstatt das Gesundsein zu genießen, bringt mich das einer Krankheit sicherlich näher.
Klingt alles sehr abgeklärt, gell, soll aber nicht heißen, dass die Angst ganz weg ist. Sie ist nach wie vor da, kommt teilweise in heftigen Anfällen, aber ich hab' für den Moment meine Strategie gefunden: Nicht "krank", sondern erstmal "gesund" denken. Und generell gut auf mich aufpassen, gut essen, Bewegung, und das Leben genießen wo's geht. Und brav zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen. Zumindest soweit geht ja meine Kontrolle, und die kann ich ja durchaus nutzen.
Manchmal kommt dann natürlich trotzdem der Gedanke: Ragna, was, wenn Du vor lauter positiven Gesundgedanken jetzt was wirklich Ernstes ignorierst? Darauf hab' ich noch keine Antwort gefunden. Ich hoffe darauf, dass mein Körper mir ganz eindeutige Signale gibt, sollte es mal hart auf hart kommen, und nicht irgendein diffuses Da-ist-was-komisch-Gefühl. Bisher hat das schließlich gut funktioniert.....
Wenn Du in Google 'Hypochonder' oder 'Hypochondrie' eingibst, findest Du einiges. Mir hat das sehr geholfen, weil ich mich in den Beschreibungen so gut wiedererkannt habe.
Liebe Irie, allein bist Du mit diesen Ängsten auf keinen Fall!
Viel Glück!
Ragna
Wird's besser? Wird's schlechter?
Das fragt man alljährlich.
Doch seien wir ehrlich:
Das Leben ist immer lebensgefährlich!
(Erich Kästner)
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28.02.2007, 16:27
AW: Angst vor Krankheit
Hallo!
Ich kenne das Problem auch total gut. Um ehrlich zu sein, ich habe gerade nach jemandem mit ähnlichem Problem gesucht, damit ich nicht einen doppelten Beitrag schreiben muß :)
Die Sache mit der Kontrolle über das Leben kann ich für mich auch bestätigen. Bei mir läuft so ziemlich alles aus dem Ruder im Moment und ich habe dauerangst krank zu sein und fühle mich permanent am Rande einer Erkältung. Bei mir kommen die Gedanken auch im Reflex. Ich huste und denke "INFLUENZA" und seh mich schon mit 40 Fieber im Bett liegen. Was ich dagegen tue.. naja im Moment ist es sehr schlimm und ich versuche "einfach" an etwas anderes zu denken. Auch ausmisten von Schubladen hilft ganz gut, odergenerell putzen. Lesen oder TV gucken weniger.
Ich wünsch dir alles liebe und ich hoffe wir können unsere restlichen, hoffentlich vielen JAhre bald wieder geniessen.
Ladyfish
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28.02.2007, 16:35
AW: Angst vor Krankheit
Hallöle!
Ich habe das gleiche Problem seit ca. November 2006! Habe mir schon etliche "Krankheiten" eingebildet und kämpfe jeden Tag dagegen an, mir nicht wieder irgendeine andere "Krankheit" einzureden.
Im Moment habe ich auch oft Halskratzen und einen Frosch bzw. einen Kloß im Hals und denke sofort an das schlimmste.
Oder weil ich gerade was von der Ozbourne-HIV-Geschichte gelesen habe, habe ich jetzt wieder Panik, daß mein Ex mich betrogen hat und mich angesteckt hat
Echt ätzend diese ständigen Angstgefühle.
Ich denke aber auch, daß es sehr viel damit zu tun hat, daß ich mit meinem Single-Dasein nicht klar komme.
Ich hoffe für Euch und auch für mich, daß diese Situation sehr bald besser wird und hoffentlich auch nicht noch mal wieder kommt.
VG
SarahMichelle
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01.03.2007, 09:33
AW: Angst vor Krankheit
Hallo!
Ja das wünsche ich mir auch, aber ich bin nicht sicher, ob das jedenfalls bei mir mit wünschen getan ist :( diese blöde Spirale dreht und dreht sich und die Gedanken verselbständigen sich und da muß man irgendwie eingreifen...
Frosch im Hals haben momentan aber viele :) ich jedenfalls auch!
Die HIV Angst kann ich auch nachvollziehen (das "hatte" ich auch schon).
Ich wünsche dir und allen einen guten Tag :)
Ladyfish
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01.03.2007, 11:13
AW: Angst vor Krankheit
Ein Freund von mir hat das auch. Es war vor einem Jahr so schlimm, dass er wirklich wegen jedem Pickelchen und Hüsterchen zum Arzt (natürlich zu einen Spezialisten für Haut/Lungenkrebs!) ging. Er hatte "Glück". Man hat sein Blut (oder wo auch immer man Hormone messen kann) untersucht und festgestellt, dass er zu wenig von dem "Scheiß-egal"-Hormon produziert. Ich kenne den Namen nicht, aber dieses Hormon ist eben dazu da, dass wir uns nicht alles zu sehr zu Herzen nehmen.
Er bekommt nun Tabletten und sein Leben verläuft schon viel entspannter. Ganz "normal" ist er allerdings noch immer nicht...
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01.03.2007, 11:20Inaktiver User
AW: Angst vor Krankheit
Ist wahrscheinlich Serotonin? Oder? Das Glückshormon!
Leni


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