Hallo Ihr Lieben,
ich habe ein Problem, das mich schon so lange "begleitet" und weiss langsam nicht mehr, was ich dagegen tun soll
Ich vermute, die Ursache liegt in einem zu geringen Selbstbewusstsein...
Ich bin sehr zurückhaltend und ruhig, habe große Probleme auf fremde Menschen (oder auch bekannte) zuzugehen, rede sehr leise und eher in Halbsätzen.
In Gesprächssituationen bin ich körperlich angespannt, in meinem Kopf rattert es unentwegt, was ich zu einem Thema sagen könnte und wenn mir was einfällt, prüfe ich erst, ob es interessant oder witzig genug ist.
Dadurch sind Treffen mit anderen für mich oft sehr anstrengend und teilweise sitze ich dann da und sage fast nichts, fühle mich nur angespannt und gestresst.
Wenn ich etwas vor mehreren Leuten erzähle (oder vor mir nicht total gut bekannten Leuten), bekomme ich Herzrasen, einen Tunnelblick, Adrenalin wird ausgestoßen...
Früher war ich auch sehr eifersüchtig, das habe ich aber zum Glück alleine ganz gut in den Griff bekommen.
Seitdem ich einen neuen Job mit Erfolgserlebnissen habe und mich mit dem Thema auseinandergesetzt habe, ist es etwas besser geworden, aber noch längst nicht gut.
Ich habe natürlich viel nachgedacht, wo die Probleme herrühren könnten und bin mir sicher, das es zu einenm großen Teil an meinen Eltern liegt.
Ich weiss, man soll nicht immer einfach alles auf die Kindheit schieben, aber es fallen mir so wahnsinnig viele Situationen ein...Sprüche die mir immer wieder an den Kopf geknallt wurden, Beleidigungen und niedermachende Worte...ich könnte ganz ganz viele Beispiele aufzählen.
Das Problem bedroht auch akut meine Beziehung.
Mit meinem Freund ist alles so super, bis auf den Bereich was Freunde und soziale Kontakte angeht.
Für ihn ist es super wichtig, gemeinsame Freunde zu haben und auch mal neue Leute kennenzulernen, was zusammen zu unternehmen...mit mir ist das kaum möglich.
Ich würde so gern einfach entspannt Leute treffen und ein bisschen locker reden können.
Auch wenn ich mir immer wieder sage: es ist nicht schlimm, auch mal was falsches zu sagen oder anderer Meinung zu sein etc., bringt es nichts...
Was kann man da noch tun?
Würde eine Therapie vll. helfen können?
Vielen Dank im Voraus für Eure Hilfe![]()
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 14
-
24.05.2012, 11:10Inaktiver User
Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
-
24.05.2012, 14:25
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Liebe Schokolottie,
dein Problem hört sich tatsächlich so gravierend an, dass es schwierig sein könnte, das allein zu lösen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass eine Therapie dir helfen könnte, herauszufinden, woher diese Ängste kommen und was man dagegen tun kann.
Es ist ein langer Weg, sich selbst davon zu überzeugen, dass man eigentlich ganz in Ordnung ist. Du musst letztlich verinnerlichen, dass einen die Menschen auch mögen, wenn nicht alles, was man so sagt, interessant oder witzig ist. Die meisten Menschen reden ziemlich viel belangloses Zeug, das stört keinen. Auch wenn man mal anderer Meinung ist, macht das einen eher interessant. Wenn es dir nicht gelingt, dich selber davon so zu überzeugen, dass du mit anderen unbefangen reden kannst, solltest du Hilfe suchen. Es wäre doch schade, wenn mit deinem Problem auch noch deine Beziehung gefährdest.
-
24.05.2012, 14:42
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Hallo!

Ich melde mich nur kurz, weil ich nicht viel Zeit habe.
Du musst kein schlechtes Gewissen haben, wenn du denkst dass deine Probleme mit deinen Eltern zu tun haben, denn in sehr vielen Fällen belasten uns Erfahrungen aus der Kindheit, gern (leider) bis ins hohe Alter.
Ich selbst konnte feststellen, dass mir eine tiefenpsychologisch fundierte Gesprächtherapie sehr geholfen hat, Strukturen, Mechanismen und Verhaltensweisen meiner Eltern bzw. Kinderjahre aufzuarbeiten. Wie in einem anderen Strang bereits beschrieben habe ich so z.B. mein Stottern nach über 3 Jahrzehnten fast vollständig ablegen können. Auch dieses hatte mit einem durch meine Eltern nicht genug ausgeprägten Selbstbewusstsein zu tun.
Aber auch Anderes konnte ich überhaupt erst erkennen und damit verändern.
Zugegebenermaßen bin ich aber auch eine Vertreterin der Ansicht "Eine Therapie würde fast jedem Menschen gut tun".
D.h. ich bin sehr optimistisch, dass dir eine Therapie bei dem richtigen Therapeuten (die Auswahl ist ganz wichtig, denn du musst dich auch wirklich öffnen können und verstanden fühlen bzw. die notwendigen Impulse erhalten) neue Wege aufzeigen und dir wirklich weiterhelfen kann.
Ganz liebe Grüße
jeannie
-
24.05.2012, 14:49Inaktiver User
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Danke für Eure lieben Antworten

Ja, ich versuche mir auch zu sagen, dass es kein Weltuntergang ist al was falsches zu sagen, anderer Meinung zu sein oder so.
Bei anderen Menschen denke ich dann ja schließlich auch nicht: "Man, ist die/der dämlich" oder so, aber irgendwie genügt das nicht, dass ich entspannt in Gesprächssituationen sein kann.
@ Lisa: das wäre wirklich schlimm, wenn meine Beziehung daran zerbrechen würde.
Es stimmt sonst einfach alles bei uns und er leidet auch darunter, weil ihn das einerseits auch so immens stört, er mich aber andererseits nicht verlieren will...
@jeannie: das finde ich ganz toll, dass du dein problem in den Griff bekommen hast.
Ich glaube, in einer Therapie würde ich bestimmt oft in Tränen ausbrechen, wenn bestimmte verletzende Erlebnisse wieder hoch kommen
-
24.05.2012, 15:10
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
hallo schokolottie,
warum schreibst du das, was verbindest du damit? findest du das gut oder schlecht? oder hast du da angst vor?Ich glaube, in einer Therapie würde ich bestimmt oft in Tränen ausbrechen, wenn bestimmte verletzende Erlebnisse wieder hoch kommen
ich habe in meinen therapieerstgesprächen meinen potenziellen therapeutinnen schon jeweils einen vorgeweint. (klingt doof, aber mir ging's halt einfach richtig besch...) die sind das gewöhnt, die sind dazu da, und helfen einem, zu ergründen, warum man da so stark empfindet. wenn die nicht mit gefühlsstürmen anderer umgehen können, wer dann?
lg von
der ratteich bin schrecklich inkonsequent - aber nicht immer
tippfehler gibts von mobile devices gratis. wer sie findet, darf sie behalten.
-
24.05.2012, 15:13
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Ja, das kann passieren, aber das wäre alles andere als schlimm. Eher im Gegenteil, denn diese alten, oft unterdrückten Gefühle wollen und müssen gefühlt werden. Oft ist erst dann eine Heilung möglich.
Ich habe jahrzehntelang fast gar nicht geweint, was alles andere als gesund war. Nun ist es zum Glück ganz anders.
Eine Therapie ist nicht immer leicht, sie kann anstrengend sein. Aber bei dem/der richtigen Therapeuten/Therapeutin kann sie unendlich heilsam wirken.
Geändert von jeannie_bottle (24.05.2012 um 15:18 Uhr)
-
24.05.2012, 18:04
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Hallo,
ich kann mir gut vorstellen, wie sehr dich deine Probleme belasten. Umso besser, dass du sie jetzt angehen willst. Wie vor mir bereits erwähnt wurde gibt es einerseits die Möglichkeit einer tiefenpsychologischen Therapie. Dort wird es eher um Muster, angelernte Bewertungen etc gehen. Die andere Therapieform wäre eine Verhaltenstherapie. Die geht eher die Symptome an und hilft dir, die entsprechenden Situationen zu meistern. Natürlich wird aber auch hier nach Ursachen gefragt und daran gearbeitet. Mach dich doch einfach mal ein bisschen schlau, welche Form dir mehr zusagt. Wenn du einer Therapie nicht abgeneigt bist, spricht doch eigentlich nichts dagegen, es einfach mal zu versuchen. Du hast ja nichts zu verlieren und wenn du einen guten Therapeuten findest wirst du so oder so davon profitieren.
Viel Glück!!
-
26.05.2012, 09:47
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
liebe schokolottie,
hier im unterforum "persönlichkeit" dümpelt dein thema ein wenig ... ich verschiebe es mal in's unterforum, "ängste, panik, phobien".
-
28.05.2012, 21:00Inaktiver User
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
@Lizzie: vielen Dank für´s Verschieben, ich hatte auch schon überlegt, ob es hier besser reinpasst

@Clara: Danke für die kleine Übersicht. Ich habe schon eine Therapeutin im Inet gefunden, die mir von Ihrer Arbeitsweise her usw. zusagt. Weil ich tagsüber im Büro nicht so gut telefonieren kann, habe ich ihr eine Mail geschrieben mit der Bitte um einen ersten Termin, aber bisher hat sie leider nicht geantwortet...
Wisst ihr, was ich an der Sache komisch finde?
Anscheinend ist mir das nicht angeboren, denn zur Grundschulzeit war ich noch ganz anders, in meinen Zeugniossen stand immer, dass ich in Gruppen den Ton angebe und sehr offen auf andere Kinder zugehe usw...
Als Kind war ich also noch nicht schüchtern und verunsichert...
Und obwohl ich zu wissen meine, was mich so hat werden lassen (dauernde Abwertung, eingebläut bekommen sich bloß nicht als was Besseres zu fühlen, vorgeführt werden, Beleidigungen usw.) kann ich es anscheinend trotzdem nicht allein in den Griff bekommen.
Naja, ich hoffe nur, dass ich nicht erst in 6-12 Monaten einen Arzttermin bekommen werden
Bin zur Zeit etwas deprimiert, dass mir das so viel im Leben verbaut...
-
28.05.2012, 21:22Inaktiver User
AW: Geringes Selbstbewusstsein/soziale Phobie
Ein weiterer Punkt, der mir gerade einfällt ist wohl, dass meine Mutter schon immer sehr schadenfroh und missgünstig allen anderen Menschen gegenüber war.
Über alles und jeden wird hergezogen und alle anderen haben einen Knall und nerven eigentlich nur.
Sie redet einfach über jeden schlecht und freut sich total über jede Kleinigkeit, die jemandem schief geht oder auch über schlimmere Sachen, die Leuten passieren.
Ich glaube, ich gehe in meinem Unterbewusstsein davon aus, dass alle anderen auch so sind und nur darauf lauern, dass ich einen kleinen Fehler mache um über mich herzuziehen, wie dämlich ich bin...ja, sich tierisch freuen, wenn mir etwas schief geht


Zitieren
