Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 26
  1. Inaktiver User

    Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Hallo ihr Lieben,

    ich hab gerade den MRT Fred gelesen und würde mich gerne mal mit euch über meine Panikattacken unterhalten.

    Das Problem ist nämlich, dass diese völlig zusammenhanglos und willkürlich auftreten. Manchmal bekomme ich schreckliche Platzangst bei Veranstaltungen mit vielen Menschen, ich hab Flugangst, Angst vor ärztlichen Untersuchungen. Fühle mich ganz schrecklich in öffentlichen Verkehrsmitteln - die soweit gehen, dass ich sofort auf´s Klo muss.

    Manchmal hab ich im Vorfeld vor einer Alltagssituation so schlimme Angst, dass ich extreme Schweißausbrüche bekomme, mir übel wird und ich umgehend auf´s Klo muss. Zum Teil bekomme ich während einer Autofahrt Angst Bewusstlos zu werden, passiert ist es noch nie.

    Das merkwürdige ist aber, dass die identischen Situationen meistens absolut unproblematisch sind. Manchmal bekomme ich auf dem Nichts daheim Herzrasen und Schmerzen im Brustraum, Schwindel und Übelkeit.

    Ich glaub ich bin nicht ganz dicht. Für mich ist das ganz ungreifbar.

    Demnächst fahre ich auf eine 3Wöchige Gruppenreise mit fremden Menschen durch ein asiatisches Land. Weitab von Krankenhäusern und Menschen, die meine Sprache sprechen und das macht mir schon wieder Angst, dass was passieren könnte. Vielleicht passiert aber auch nichts. Das ist wirklich komplett unberechenbar.

    Manchmal denke ich, dass das vielleicht auch einfach eine körperliche Störung ist, z.B. Schilddrüse oder Brustwirbelproblematik.

    Die normalen Blutuntersuchungen beim Hausarzt sagen aber: Gesund, nichts auffälliges.

  2. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    ulla, hast du dich denn schon mal psychologisch untersuchen lassen?

    panikattacken haben im prinzip schon einen auslöser, auch wenn der nicht so offensichtlich auf der hand liegt.

    wenn du sagst: aus dem nichts, ganz unterschiedliche situationen, in denen die attacken auftauchen: gibt es vielleicht doch irgendeine gemeinsamkeit?

    könnte es eine art loslass-panik sein, nach einer phase (kann auch eine ganz kurze sein), in der du sehr angespannt warst? sowas hatte ich neulich: zug verpasst, übles wetter, meine abholer erwarteten mich an einem anderen bahnhof, ich sah kurzfristig keine möglichkeit, sie zu erreichen und war über 6 stunden unterwegs gewesen: panik/erschöpfung --> heulattacke.


  3. Inaktiver User

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Mir fällt noch ein: evt. den HormonStatus überprüfen.

    Du wirst es vielleicht furchtbar banal finden aber autogenes Training kann helfen.
    Ruhige Atmung trainieren.

    Helferlein wie Rescue-Tropfen in der Tasche verschaffen ein Gefühl von Sicherheit.
    Bergamotte-DuftÖl hat übrigens einen ähnlich positiven Effekt.
    Unter die Nase halten und tief durchatmen.
    Ich hatte vor Jahren mal eine kurze Zeit (6 Monate) damit zu tun weil meine Schilddrüsenwerte plötzlich anders waren obwohl ich bisher nie Probleme mit ihr hatte und die Werte bei jeder BlutUntersuchung Top.

  4. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    stimmt, tiefes atmen hilft, allerdings wissen viele (leider) gar nicht mehr, wie das geht (also, die tiefe bauchatmung)

    bewusst atmen ist eine großartige möglichkeit, spannungen zu lösen, einfach, weil es so ...hm, ja, ruhig ist.

    zur frage bewältigen oder vermeiden, ulla: im moment sieht es ja eher so aus, als ob vermeiden noch nicht so recht geht, weil du nicht weißt, was die attacken auslöst.

    bewältigen: ja, das ist das ziel, oder? der erste schritt ist: akut in der attacke: aushalten. atmen. weiterleben. weiterleben ist die folge vom weiteratmen, das klingt total banal, aber so funktioniert es grundsätzlich.


  5. Inaktiver User

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Ich will mal versuchen die Situation zukünftig zu analysieren.

    Am Wochenende hab ich mich mit Freunden bei der Messe getroffen. Schon in der Schlange an der Kasse wurde mir komisch, das Sichtfeld flimmerte, der Geruch der Dame hinter mir stieg mir in die Nase und ich hab den typischen Tunnelblick bekommen. Irgendwie hab ich dann zu mir selbst gesagt: Nee, jetzt nicht, ich hab da gerade keine Lust drauf. Das hat ganz gut geholfen und ich bin tapfer in die Messehalle gegangen, wo ich auf meine Freunde getroffen bin.

    Leider funktioniert das nicht immer. Ich glaube das es vermehrt Situationen sind, die ich nicht kontrollieren kann. Die Autopanik bekomme ich, wenn sich der Verkehr staut, verstärkt wenn sich der Verkehr in einem Tunnel staut.

    Ich kann z.B. auch nicht ohne Wasser aus dem Haus gehen. Wenn ich keine Wasserflasche bei mir habe, wird mir schon schwindelig. Genauso muss ich immer wissen, wo das nächste Klo ist, bzw. wann ich dort wieder hin kann.

    Gerade die Wasser-Toiletten-Problematik macht mir etwas Angst in Bezug auf meine Asienreise. Es gibt Tage, an denen wir dort 400Km mit dem Bus unterwegs sein werden.

    Ich würde das so gerne kontrollieren können. Aber ich denke fast, dass die Angst vor dem Kontrollverlust diesen erst auslöst :(

    Marina, ich hab Dein Posting jetzt erst gesehen: welchen Hormonstatus denn genau? Speziell Schilddrüse oder welchen? Ich bin jetzt Mitte 30. Die Wechseljahre sollten da noch keine Rolle spielen.

    Bergamotte werde ich mir zulegen und ausprobieren. Bachblüten kann ich nicht benutzen, weil ich einfach nicht an Homöopathie glaube.

    Kann ich mir autogenes Trainig autodidaktisch beibringen?

  6. Inaktiver User

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Ich hab gerade nochmal meinen letzten Beitrag gelesen und muss sagen, dass es so klingt als sei ich gar nicht lebensfähig.

    Das spielt sich ja hauptsächlich in meinem Kopf ab, bis auf das Herzrasen und die Schweißausbrüche - also ich bin durchaus lebensfähig und kein verrücktes hysterisches Huhn...

  7. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    hall ulla, nein, bitte kein autodidaktisches ausprobieren von AT! das braucht unbedingt eine anleitung und jemand kundigen, der/die dich anfangs beobachten kann.

    möglicherweise ist auch progressive muskelentspannung nach jacobsen was für dich! das wird auch von krankenkassen angeboten, soviel ich weiß. da reicht evtl. auch wirklich eine CD mit den anweisungen zur en- und entspannung.


  8. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    stimmt, tiefes atmen hilft, allerdings wissen viele (leider) gar nicht mehr, wie das geht (also, die tiefe bauchatmung)
    Vorsicht! Langes (zu) tiefes Einatmen kann dieselben körperlichen Symptome hervorrufen, die bei einer Panikattacke entstehen - Herzrasen, Schwindel. Ein- zweimal tief einatmen, und danach ruhige Bauchatmung, aufs gute Ausatmen achten.
    Mach doch ruhig mal eine Angstbewältigungstherapie. Vermeiden verstärkt die Angst meistens und knapst auch zuviel Lebensqualität ab. Oft ist Angst auch ein Zeichen für eine erhöhte Grundanspannung, hierbei werden häufig aus Stresssymptomen Angstsymptome. Belastungen verringern, Zeitpläne entzerren, weniger "ich muss", mehr "ich möchte mir was Gutes tun" hilft häufig.
    Drink in your summer, gather your corn
    M. Jagger

  9. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    oh! danke für die info, hummelchen!

    ich kann im prinzip erst mal nur für mich sprechen - mir hilft das atmen, allerdings hatte ich auch sprechtraining und gesangsunterricht, hab' also atmen quasi "gelernt".

    meinst du dieses ganz extrem tiefe einatmen? da wird mir auch plümerant.

    kannst du die erhöhte grundanspannung näher erklären? da klingelt was bei mir.


  10. User Info Menu

    AW: Panikattacken bewältigen oder vermeiden

    Bedeutet einfach, dass Menschen, die über längere Zeit sehr gehetzt und gestresst leben, ein sehr angeregtes vegetatives Nervensystem haben, worauf sich dann in Stresssituationen, bzw. angstbesetzten Situationen leichter eine Panikattacke setzt. Dies durfte ich letztens im Praxistest selber erfahren: bin völlig abgehetzt ins MRT und habe es - für mich eher untypisch, kann mich gut entspannen - nicht ausgehalten.

    Bei vielen Menschen hilft deshalb neben der berühmten Konfrontation sehr gut, zu überdenken, was sie an Belastungsfaktoren über Bord werfen können. Sind ja sehr häufig Leute, die hohe Ansprüche an sich haben, die zu Panik neigen. dies meine ich jetzt weniger pauschalisiert, als es klingt.
    Drink in your summer, gather your corn
    M. Jagger

Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •