Ich hab sogar einen Ratgeber zu diesem Thema gelesen, der in solchen Fällen riet, bewusst etwas ganz Mieses zu produzieren. Sich Mühe zu geben, etwas ganz Miserables zu machen...
Naja, ich HATTE ja schon darum gebeten... und äh, ja, weil die ANGST im Vordergrund steht, wäre ich hier richtig. Ich fänd immer noch "Persönlichkeit" am besten.Leider ist dein Beitrag in diesem Forum grundfalsch platziert. Der Titel war wohl für die Moderation irreführend. Hoffentlich stößt doch noch die eine oder der andere drauf.
Aber nun ja.
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06.09.2010, 01:29
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams
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06.09.2010, 01:31
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Danke!!

Ach... möglicherweise handelt es sich um eine Strangverschiebungsphobie. Deshalb lass ich ihn jetzt hier.Lass den Strang doch einfach wieder verschieben, PN an einen Mod/VIP sollte genügen. Dass es sch nicht um eine Phobie handelt, sollte beim Lesen doch klar werden.Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams
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06.09.2010, 01:34
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Absolut. Emm... die Ironie war auf meiner Seite.
Hin und wieder arbeite ich für einen Freund und mach mehr oder weniger Hilfsarbeiten (werd aber fair bezahlt). Das empfinde ich dann als regelrecht entlastend. Ich mach einfach, was mir gesagt wurde, denk mir nicht viel und krieg am Ende mein Geld. Und komm mal raus...
Ja... das kann ich verstehen.Danke. Aber ich verrate dir was: Ich bin nur so diszipliniert, weil ich eigentlich ganz undiszipliniert bin.
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams
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06.09.2010, 08:25Inaktiver User
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Das ist nicht gefährlich, sondern absolut notwendig. Schließlich will man in einem Haifischbecken überleben - wer anfällig für narzisstische Kränkungen ist, hält das nicht lange aus.
Natürlich ist es einfacher, in der Ecke zu sitzen und zu sagen: ich wäre ja so toll, wenn man mich nur ließe - statt mühsam und täglich beweisen zu müssen, dass man wirklich so toll ist.
Aber das gilt für alle Berufe. Nur sind die künstlerischen besonders beliebte Projektionsflächen für die eigenen Größenphantasien
Die in den Griff zu bekommen, ist eine Grundvoraussetzung.
Die Dellen helfen, die eigene Nische zu finden.
Alle Profis. Oder denkst du, die könnten sich dauerhaft solche unproduktiven Zweifelphasen leisten?
PS: wenn dich die Hilfsarbeit entlastet und du bei anderen Tätigkeiten diese Blockade nicht hast, könnte das auf eine übertrieben hohe Selbsterwartung hindeuten. Dieser Perfektionismus ist sehr einengend.
Hast du denn schon mal was veröffentlicht? Wenn ja - wie ging es dir dabei?
Wenn nicht, würde ich mir selbst einen Termin setzen, bis wann der Einstieg in die Arbeit gelungen sein muss - je länger die Blockade dauert, desto mehr steigt bei dir der Druck im Kessel.
Wenn du nach diesem Termin immer noch blockierst, würde ich mich fragen, ob der Job überhaupt der richtige ist.Geändert von Inaktiver User (06.09.2010 um 11:51 Uhr)
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11.09.2010, 21:35
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Jaaaa... ich hab einen Witz gemacht.

Weißt du, ich habe die Eigenart mich über mich selbst lustig zu machen. Ich weiß das...Natürlich ist es einfacher, in der Ecke zu sitzen und zu sagen: ich wäre ja so toll, wenn man mich nur ließe - statt mühsam und täglich beweisen zu müssen, dass man wirklich so toll ist.
Hmm... braucht man die Dellen, damit man reinpasst in die Nische? Muss man sich erst zurechtklopfen lassen, damit man die richtige Passform hat...?Die Dellen helfen, die eigene Nische zu finden.
Ganz ehrlich: ja. Ja, ich glaube, die meisten Künstler leisten sich diese Phasen, weil sie einfach DA sind.Alle Profis. Oder denkst du, die könnten sich dauerhaft solche unproduktiven Zweifelphasen leisten?
Ja, das stimmt. Macht mich fertig.PS: wenn dich die Hilfsarbeit entlastet und du bei anderen Tätigkeiten diese Blockade nicht hast, könnte das auf eine übertrieben hohe Selbsterwartung hindeuten. Dieser Perfektionismus ist sehr einengend.
Nunja. Ja und nein. Was ich jetzt konkret vorhabe, hab ich SO konkret noch nie gemacht. Ansonsten... ja... damit ging es mir GUT. Aber ich war da nicht so auf mich allein gestellt.Hast du denn schon mal was veröffentlicht? Wenn ja - wie ging es dir dabei?
Das habe ich mir auch schon überlegt.Wenn nicht, würde ich mir selbst einen Termin setzen, bis wann der Einstieg in die Arbeit gelungen sein muss - je länger die Blockade dauert, desto mehr steigt bei dir der Druck im Kessel.
Aber ich habe jetzt gerade eine interessante Erfahrung gemacht. Hatte mir von meinen zwei Übungstagen viel versprochen, leider ging die Sache total nach hinten los, und ich war total frustriert. Geradezu zerstört (kurzfristig).
Aber dann wurde mir klar, dass ich dadurch genau gesehen habe, was ich nicht will und mir wird immer klarer, wie genau ich meine Sache anpacken will.
Ich muss eben wirklich das machen, was ICH für richtig halte. Dazu gehört soviel Mut! Ich muss sagen, wenn ich mal nicht im Tal der großen Ängste bin, dann macht mich das auch total glücklich. Diese Aussicht auf Selbstverwirklichung.
Wenn du nach diesem Termin immer noch blockierst, würde ich mich fragen, ob der Job überhaupt der richtige ist.

Als erstes setze ich mir vielleicht einen Termin, an dem ich anfange mir über einen Termin Gedanken zu machen...
Ach nein, du hast natürlich Recht. Irgendwann muss es mal losgehen.Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams
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19.09.2010, 18:04Inaktiver User
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20.09.2010, 17:05
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
NOCH bekomme ich eine Förderung. Die ja auch dazu da ist, oder zumindest von mir so genutzt wird, dass ich auch mal etwas ausprobieren kann, das nicht funktioniert und so weiter. Aber die Förderung krieg ich ja nicht ewig.
Inzwischen habe ich mich aber entschieden mich vordergründig um die Bereiche zu kümmern, die Geld bringen. Ich kann sonst einfach nichts Kreatives produzieren, weil mir dieser Druck immer im Nacken hängt, auch wenn ich theoretisch während des Förderungszeitraumes nicht davon abhängig bin, mich zu finanzieren. Ehrlich gesagt, hab ich mich da auch falsch beraten lassen (in dem Sinne, dass mir geraten wurde, mich in erster Linie oder sogar NUR um die hohe Kunst zu kümmern).
Und da ich ja noch gar nicht so viele Aufträge habe, dass ich voll ausgebucht wäre (davon bin ich WEIT entfernt), bleibt für meine künstlerischen Ambitionen auch so noch Zeit. Die ich dann viel besser nutzen kann, weil ich weiß, ich hab heute schon drei langweilige Texte geschrieben oder was auch immer.
Wenn ich davon jetzt leben müsste, könnte ich das einfach vergessen. Aber da will ich hinkommen, ganz klar.Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams
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21.09.2010, 09:10Inaktiver User
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Das klingt sehr vernünftig, Nubia, das ist der sinnvollste Weg.
So kommst du in einen regelmäßigen Arbeitsrhythmus rein - sich einfach jeden Tag an die Arbeit zu setzen (egal ob "hohe Kunst" oder Auftragsarbeit) ist die beste Möglichkeit, die Prokrastination zu vermeiden.
Der Unterschied zwischen Profis und Amateuren besteht darin, dass Profis dank ihrer Routine auch an Tagen, an denen sie schlecht drauf sind, eine brauchbare Leistung erreichen, während Amateure dann blockieren und gar nichts zustande bringen. Als EPU (Ein-Personen-Unternehmen) gibt es ja auch eine Menge Routinearbeiten, die man erledigen kann, wenn die Muse mal wieder schläft
Fast alle Künstler haben gleichzeitig einen Brotberuf, und im Gegensatz zu den populären romantischen Vorstellungen ist das eher die Regel als die Ausnahme. Die damit verbundene Bodenhaftung ist von Vorteil, denn ein reiner Selbstverwirklichungstrip ist keine gute Grundlage zum Erwerb des Lebensunterhalts.
Natürlich wollen alle Künstler dahin kommen, dass sie ganz von ihrer freien Arbeit leben können - nur: der Stress wird dann nicht weniger. Du wirst auch dann Abgabetermine bei Verlagen haben, die einzuhalten sind - und solltest du einen Bestseller gelandet haben, nimmt der Druck nach der ersten Euphorie noch mehr zu: alle warten gespannt auf das nächste Buch, das mindestens so gut werden muss wie das erste - wenn nicht, wirst du gnadenlos in der Luft zerrissen, und zwar öffentlich.
Den Zustand, von dem viele träumen, nämlich: ein bisschen sich selbst verwirklichen, nur so viel arbeiten, wie man gerade Lust hat - und dann schreien alle Bravo: den gibt es nur für Hobbykünstler ohne jegliche Verpflichtung
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22.09.2010, 00:15
AW: Was ist das: Erfolgsangst? Versagensangst? Angstangst?
Unter Selbstverwirklichung verstehe ich übrigens auch die weniger künstlerischen Dinge, die ich vorhabe. Denn freiberuflich tätig zu sein, das ist für mich etwas ganz Neues. Das mir eben auch ein bisschen Angst macht. Aber im Grunde ist das das einzig Richtige für mich.
Übrigens schreibe ich gar kein Buch oder so... hab ich das gesagt? Eigentlich habe ich ja geflissentlich verschwiegen, was genau ich eigentlich vorhabe. Autorin wollte ich früher auch immer werden. Möglicherweise gelingt mir das ja auch irgendwann... momentan fehlt mir da die Ausdauer. Ganz klar.
Nee, mich drängts eigentlich auf die Bühne.
Im weitesten Sinne. Mehr sag ich da jetzt nicht zu.
Danke für die Antworten!
Und das obwohl mein Thread HIER gelandet ist.
Vielleicht schreib ich bei der nächsten Krise mal einen Thread im Selbständigen-Forum.
Geändert von Nubia (22.09.2010 um 00:24 Uhr)
Der Mensch, mit seiner nahezu einzigartigen Fähigkeit, aus den Fehlern anderer zu lernen, ist ebenso einzigartig in seiner festen Weigerung, genau das zu tun.
Douglas Adams



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