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Thema: Phonophobie??

  1. Inaktiver User

    AW: Phonophobie??

    Hi alle ähnlich Fühlenden,

    viele hier schreiben von Erlebnissen, die weiter in der Vergangenheit zurückliegen. Ich möchte den Thread gerne um eine Erfahrung ergänzen, die ich im Augenblick durchmache.

    Auch ich habe panische Angst vor Nachbarschaftslärm. Vergangenes Jahr bin ich wegen einer rücksichtslosen Mieterin über mir aus meiner geliebten, alten Wohnung ausgezogen und habe bei der Wohnungssuche nur Wohnungen in den obersten Geschossen in Betracht gezogen. Nun sitze ich seit vier Monaten hier oben und höre mir diverse Fernseher, Bohrer und Hämmergeräusche, lautstarke Unterhaltungen etc. aus den Stockwerken unter mir an.

    Soweit unter all den Kommentaren nichts Besonderes. Ich kann diejenigen so gut verstehen, die glauben, "verrückt" zu werden, gerade wenn man mit einer Ohr an den Wänden hängt, Geräusche ortet, ohne laufendes Radio (das davon ablenken soll) nicht mehr arbeiten kann, wenn man ständig bei Nachbarn klingeln und um Ruhe bitten muss (ich hab's versucht (inkl. Polizei etc.): es führt i.d.R. zu nichts, außer dass ihr euch kauptt macht).

    Anfangs war ich von der "Schuld" und Rücksichtslosigkeit der Leute im Haus überzeugt, seit meinem Umzug glaube ich zunehmend, ich habe mich in etwas hineingesteigert, aus dem ich momentan nicht mehr herauskomme. Allerdings fühle ich mich mittlerweile wieder besser. Folgendes hat mir immer wieder geholfen:

    - Ohrstöpsel, ganz klar, am besten solche aus Wachs. Aber Achtung: ich denke, man sollte sie nicht ständig in der Wohnung tragen, sonst wird man immer noch empfindlicher. Ich mache sie jeden Abend um 20 Uhr in die Ohren und trage sie danach und über Nacht. Morgens zwinge ich mich direkt nach dem Aufstehen, sie zu entfernen.
    Für solche, denen es ähnlich geht: als ich dieses Vorhaben das erste Mal umsetzte, bewegte ich mich unter Herzrasen und Zittern in der Wohnung, aber ich habe bis 20 Uhr durchgehalten.

    - Ich habe mir über längere Zeit eine Art Erste Hilfe-Liste angefertigt, auf der ich Maßnahmen festhalte, die mir bei einem Zuviel an Ängsten helfen. Wenn es dann akut ist und der Kopf blockiert ist, kann ich mir davon etwas aussuchen. Einige Tipps: einen Tee kochen, ohne Nachdenken sofort nach draußen und eine Runde um den Block gehen (egal wie spät), duschen/baden, kurze Selbstmassage, den Wecker für den nächsten Tag stellen, eine nette SMS versenden, den MP3Player spielen lassen, eine Besorgung im Supermarkt machen, die Mails abfragen, eine Zigarette rauchen (vermutl. immer noch gesünder als das Gedankenkarussell), die Tasche für den Folgetag packen etc.

    Mittlerweile vertraue ich vor allem auf diese Selbsthilfemaßnahmen. Wegen dieses Gefühls des Verrücktwerdens habe ich schon zwei Ärzte aufgesucht und fühlte mich nicht ernst genommen. Wahrscheinlich muss man da viel Glück haben. Von meinen Bekannten hat mich auch niemand verstehen können. Vielleicht ist es besser, das in manchen Fällen (bei Fam./Freunden) gar nicht zu erwähnen.

    Alles Gute und viel Erfolg!
    Irgendwann wird es schon wieder werden...

    Übrigens: Fällt euch auch auf, dass es vor Prüfungssituationen o.Ä. besonders schwer wird?


  2. Registriert seit
    28.02.2009
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    570

    AW: Phonophobie??

    naja, wenn ich in einer eigentumswohnung wäre, würde ich mal alles super isolieren, da gibt es gute materialien. und dann müsste es in einer eigenen wohnung schon gehen.
    ärzte können das gewöhnlicherweise auch nicht verstehen. wie auch, ihre ausbildung geht nicht in diese richtung. psychotherapeuten dagegen schon.
    Angst vor Lärm hat aber oft nicht mit dem Lärm selbst zu tun, sondern tiefer liegende Ursachen.
    Natürlich, manche Menschen haben sensiblere Sinnesorgane als andere.
    Und ja, in Stresssituationen wird es intensiver, bei mir auch, aber bei mir z.B. nur in gewissen Umgebungen.


  3. Registriert seit
    05.10.2010
    Beiträge
    17

    AW: Phonophobie??

    Wegen meiner Geräuschüberempfindlichkeit war ich schon bei mehreren Ärzten, u.a. hab ich sogar eine Psychotherapie gemacht. Doch genutzt hat es gar nichts. Es heißt immer ich soll die Menschen mit ihren Geräuschen akzeptieren und einfach nicht hinhören. Das versuch ich doch, aber es klappt nicht. Leider kann ich auch auf kein Verständnis bei meinen Familienangehörigen hoffen. Keiner versteht mein Problem (ich verstehs ja selber nicht). Auf Grund der Angst durch die Geräusche hab ich schon Medikamente erhalten, doch sowohl diese wie auch das ständige Tragen von Ohrstöpseln sind für mich keine Dauerlösung. Ein Umzug ist unmöglich. Die Phonophobie besteht bei mir immer und ist unabhängig von z.B. Stresssituationen. Ich wünschte ich wäre gleichgültiger. Hinzu kommt, dass sich ein fürchterlicher Hass gegen die Menschen richtet, die wiederholt die gleichen Geräusche von sich geben. Letztendlich dreht sich nur noch alles um diese Leute, und alles was sie tun nervt mich. Auch das Wissen, dass sie es nicht wert sind, ändert nichts an der Situation.

    Bis bald!

  4. Avatar von pinao
    Registriert seit
    09.07.2001
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    240

    AW: Phonophobie??

    Auch ich habe panische Angst vor Nachbarschaftslärm. Vergangenes Jahr bin ich wegen einer rücksichtslosen Mieterin über mir aus meiner geliebten, alten Wohnung ausgezogen und habe bei der Wohnungssuche nur Wohnungen in den obersten Geschossen in Betracht gezogen.
    ähnlich geht es mir mittlwerweile auch. will auch umziehen, um von den rücksichtslosen nachbarn weg zu kommen und bin fixiert auf zuoberst gelegene whgen.
    eines ist (hoffentlich!) schon mal sicher dabei: bei einem neubau (dämmung!) werde ich hoffentlich nicht mehr so viel von den nachbarn mitkriegen wie jetzt, wo man (ungelogen!) hören kann, wenn sie ins klo pinkeln, von besoffenem gegröle ganz zu schweigen.

    was ich auch bei mir fest gestellt habe: ich entwickele einen regelrechten hass - gepaart mit angst - vor leuten wie meinen nachbarn, die sich so rücksichtslos durchs leben manövrieren. die tangiert auch keine abmahnung vom vermieter und keine anzeige bei der polizei.
    lieber gruß von
    pinao

  5. Avatar von pinao
    Registriert seit
    09.07.2001
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    240

    AW: Phonophobie??

    es ist tatsächlich ein ungutes gefühl, wenn man dann nicht zurück gehen mag in das haus, in dem man wohnt. man fühlt sich irgendwie dann nirgendwo zu Hause, wenn man sich nicht wohl fühlt, dort wo man wohnt. Das ist wirklich kein gutes gefühl.
    das ist ganz schlimm!
    lieber gruß von
    pinao

  6. Avatar von pinao
    Registriert seit
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    240

    AW: Phonophobie??

    kennt ihr das eigentlich auch, dass man selbst immer leiser (und innerlich "kleiner") wird bei den unliebsamen geräuschen und dem lärm?
    ich hab mich schon gefragt, ob das so ist, weil ich mir selbst nichts vorwerfen lassen möchte in punkto lärm und rücksichtslosigkeit und dabei übertreibe...
    lieber gruß von
    pinao


  7. Registriert seit
    05.10.2010
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    AW: Phonophobie??

    Der Sommer steht nun leider wieder vor der Tür mit all seinen Geräuschen. Habe mich weiter nach Lösungen für mich erkundigt, weil ich so mit dieser Verzweiflung nicht länger leben kann und will. Dabei bin ich auf Hypnose gestoßen. Ängste und Phobien sind im Unterbewußtsein verankert. Durch die Hypnose soll versucht werden, diese zu lösen und umzuwandeln. Da ich nicht weiter weiß, greife ich nach diesem Strohhalm. Hab Termin am 04.04.11 und werde Euch über das Ergebnis berichten. Angesetzt sind 6 - 8 Behandlungen im Abstand von ca. 2 Wochen. Muss ich leider privat bezahlen. Ich hoffe, dass es das wert ist. Denn auch ich will dieses Gefühl nicht mehr haben, ausgeliefert und "klein" zu sein.

  8. Avatar von pinao
    Registriert seit
    09.07.2001
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    240

    AW: Phonophobie??

    ich hab mich nun zum umzug entschieden.
    vorher kriege ich es aber noch mal heftig:
    für freitag war party angekündigt worden von nachbarn -also ich auswärtig übernachtet.
    aber hatte nicht geahnt, dass die party sich auch am samstag fortsetzen würde...
    kurz und heftig: ich habe es bis 23 uhr durchgehalten, dann landete ich mit herzjagen, atemnot und hyperventilieren in der notaufnahme.
    ihr könnt euch vorstellen, dass ich mich am ende fühle....?
    lieber gruß von
    pinao

  9. Avatar von Carolly
    Registriert seit
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    13.237

    AW: Phonophobie??

    Oh ja, sowas kenne ich auch zu gut. Meine Hassobjekte sind Kanarienvoegel und schreiende Babies. Die Voegel vor allem weil meine Eltern solange ich denken kann Kanarienvoegel in der Kueche, neben dem Esstisch stehen hatten und diese Viecher (sorry) einen Hoellenlaerm machten. Meine Eltern fanden es eher lustig wenn ich mir als Kind die Ohren zuhielt. Als Teeny haben ich groesstenteils nur noch auf meinem Zimmer gegessen und habe die Kueche so weit wie moeglich gemieden. Auf das Baby meiner Nachbarin hatte ich auch einen ziemlichen Hass entwickelt auch wenn ich das Kleine nur relativ leise gehoert habe. puh, furchtbar. Zum Glueck sind wir kurze Zeit spaeter umgezogen.


  10. Registriert seit
    05.10.2010
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    17

    AW: Phonophobie??

    Hallo pinao,
    verstehe Dich nur allzu gut. Achte aber bei der Wohnungssuche darauf, dass das Haus nur wenig Mieter hat, die Wohnung ganz oben und eine Außenwohnung ist. Ich denke da hast Du die meisten Chancen auf Ruhe. Ach so, und das keine Gaststätte oder ähnliches in der Nähe ist.
    Viel Glück!

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