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Thema: Phonophobie??

  1. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Phonophobie??

    Wenn es außerhalb der entsprechenden Zeiten objektiv zu laut ist - dann ruf die Polizei.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  2. Avatar von Gitta777
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    AW: Phonophobie??

    @glada27, das mit der Desensibilisierung finde ich echt interessant. Habe auch nicht die ruhigsten Nachbarn, wobei mich normale Wohngeräusche nicht stören. Was ich aber nicht abkann, ist, wenn ich den Musik oder deren Fernseher - wenn auch nur leise - höre.

    Auf der anderen Seite, ich arbeite in einem Lager. Und das automatische Hochregallager verursacht einen Dauerlärm, der weit über dem Fernsehlärm des Nachbarn liegt. Dennoch stört mich dieser Lärm, selbst wenn ich mich mal am PC konzentrieren muss, so wenig, dass ich glatt sagen würde, da gibt es gar kein Geräusch. Daran sieht man, dass da schon zum Teil die Psyche eine Rolle spielt.

    Deswegen muss man sich doch - zumindest in Maßen - umkonditionieren können. Mir gelingt es nicht so richtig, aber ich arbeite gerade dran. Was auch ein Stück weit hilft, ist es, wenn man weiß, man ist nicht auf Gedeih Verderb darauf angewiesen, in dieser Wohnung zu bleiben, das nimmt ein Stück von dem Gefühl des Ausgeliefertseins weg.

    Ganz davon abgesehen, habe ich für rücksichtsloses Verhalten, wie es einige hier schildern, und wie ich es auch kenne, auch wenig Verständnis.
    Früher oder später stößt jedem alles zu. Das Leben achtet auf Vollständigkeit.
    (George Bernard Shaw)


  3. Registriert seit
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    AW: Phonophobie??

    Das mit der Desensibilisierung klingt interessant... weiß jemand, ob und wo es entsprechende Geräte zu kaufen gibt?

    Ich wohne zur Miete in einer Altbauwohnung. Meine Nachbarn sind zwar nicht prinzipiell laut, aber allein die Alltagsgeräusche (Fernsehen, Musik, Gespräche) bekomme ich so deutlich mit, dass ich manchmal denke, die stehen direkt neben mir. Das zerrt sehr an den Nerven.


  4. Registriert seit
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    AW: Phonophobie??

    Huhu, ich habe vor Jahren diesen Thread entdeckt und dachte, ich schreibe mal ein Update über meine Situation.

    Also, ich mache seit über 3 Jahren eine psychoanalytische, tiefenpsychologische Therapie und nehme seit über 4 Jahren Antidepressiva wegen Schlaf-/Angst- und Panikstörung.

    Dadurch habe ich in ganz vielen Bereichen gute bis sensationelle Fortschritte erzielt. Was die Phonophobie/Misophonie betrifft: Die sind fast unberührt von den ganzen Maßnahmen. 😖

    Die Rücksichtslosigkeit, der Kontrollverlust und die Störung meiner Ruhe innerhalb meiner vier Wände machen mir extrem zu schaffen.

    Ich schlafe seit Jahren mit Ohropax und weißem Rauschen, da mich nachts jedes kleine Geräusch wecken kann, bzw. am Einschlafen hindern kann. Tagsüber komme ich meist ohne Gehörschutz klar, außer, der Nachbar unter mir hat Besuch (grauenhaft für mich).
    Auch im Büro komme ich ganz gut klar. Kann mich zwar nicht immer konzentrieren, da ich einfach auch (laut HNO) ein perfektes Gehör habe und eben alles höre, aber komischerweise gelingt es mir auf der Arbeit, mich nicht in die Geräusche reinzusteigern. Vermutlich ist meiner Psyche klar, dass das sonst für immer die Arbeitsunfähigkeit bedeuten würde. 🤪
    Leider fühle ich mich besonders durch mein Setup in der Nacht so gaga, dass ich keinen Partner mehr an mich ranlassen kann.
    Und was die Wohnsituation betrifft: Hier bin ich total unentschlossen. Soll ich es mit einem freistehenden Eigenheim versuchen (was erst in 10 Jahren realistisch ist) oder eher mit einer angemieteten Wohnung (aus der man zur Not flüchten kann)? Ich weiß es einfach nicht.
    Na ja und was andere Therapien betrifft: Es soll ja so eine abgewandelte Tinnitustherapie für Hyperakusis/Phonophobie geben, die bieten aber gefühlt nur drei Ärzte in Deutschland an. Hat damit oder mit einer Verhaltenstherapie (Stichwort Flooding & Co.) hier schon jemand Erfahrung gemacht?

    Fragen über Fragen... 🥴


  5. Registriert seit
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    2

    AW: Phonophobie??

    Habe gerade den thread von Alleswirdgut23 gelesen. Mir geht es genauso. Seit 2013 leide ich darunter. Alles begann als eine Familie mit einem Adoptivkind ins Nachbarhaus einzog, was behindert und schwerhörig ist. Am Anfang hat es mich nur genervt. Kommunikation mit dieser Familie war zwecklos. Da der Mann scheinbar zeugungsunfahig ist, musste er das Schrei - Kind immer draußen präsentieren. Ihm hat es richtig gefallen, das alle das stört. Die Frau hat es nicht interessiert. Das Kind wurde im freien gelassen, Hauptsache die hat ihre Ruhe. Im Nachbarhaus und auch bei mir im Haus (leider mein Eigentum) sind schon mehrere ausgezogen. Nur welche die auch Kinder haben und wahrscheinlich starke Nerven, gesellen sich dazu. Die Alten lassen dann die Kinder direkt an unseren Zaun absichtlich schreien. In den letzten 6 Jahren habe ich so ziemlich alles versucht. Musik, Rasenmäher, Ohrenstöpsel... Nichts half. Die Schreie waren so schlimm, daß ich mir die Arme aufgeschnitten habe, damit der Schmerz erstmal den Lärm übersteigt. Bei einer Psychologin war ich auch mal. Sinnlos...... Ich solle mit dem Hund spazieren gehen und alles aufschreiben. Ich bin nie wieder hingegangen. Ämter und Behörden helfen nicht. Kinderlärm muss hingenommen werden. Entspannungstherapien und Meditation hat auch nicht geholfen. Zur Zeit lebe ich an ganz schlimmen Tagen mit selbst bestellten Antidepressiva (sauteuer). Nehme dann eine Tablette und heule mich in den Schlaf. Es gibt trotz Isolierfenstern keinen Platz im Haus wo ich die widerlichen Schreie der Kinder nicht höre. Und wenn ich woanders bin heule ich auch, weil man mir mein Zuhause so genommen hat. Mittlerweile hasse ich Kinder! Früher waren Kinder mir egal. Ich wüsste auch keinen weiteren Auslöser warum das so ist. Das war erstmal meine Geschichte in Kurzfassung. Vielleicht berichtet jemand ähnliches oder hat Ideen???


  6. Registriert seit
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    13.922

    AW: Phonophobie??

    Abgesehen davon, dass ich deine Ausdrucksweise genauso widerlich finde wie Du die Schreie der Kinder frage ich, woher du (ohne Rezept) die "sauteuren" Antidepressiva herbekommen hast...mein Tipp : Eigentum verkaufen und wegziehen.


  7. Registriert seit
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    11.032

    AW: Phonophobie??

    Zitat Zitat von Jeanny2912 Beitrag anzeigen
    . Die Schreie waren so schlimm, daß ich mir die Arme aufgeschnitten habe, damit der Schmerz erstmal den Lärm übersteigt.
    hattest du schon früher Phasen wo du dich geritzt hast oder andere Formen von Selbstverletzung? Essstörungen?


  8. Registriert seit
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    261

    AW: Phonophobie??

    Zitat Zitat von Jeanny2912 Beitrag anzeigen
    (leider mein Eigentum)
    So schnell wie möglich verkaufen, jetzt sind die Preise doch hoch.

    Warum tust Du Dir den ganzen Lärmstress an?

    Selbst wenn Du mit Verlust verkaufen würdest,

    wäre das immer noch Lichtjahre besser, als so weiterzumachen.


  9. Registriert seit
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    AW: Phonophobie??

    Erstmal danke für die Beiträge. Antidepressiva kann man im Netz kaufen. Nur halt sehr teuer.
    Vorher hatte ich noch nie irgendwelche Probleme oder Esstörungen. Erst als die Schreie wieder so laut waren und ich reingerannt bin habe ich mir den Arm am Putz aufgerissen. Da habe ich gemerkt wie der Schmerz diese Ohnmacht gelindert hat. Ich kann nicht verstehen, dass mir andere durch ihr Verhalten mein Leben kaputt machen. Ich habe niemanden etwas getan und werde so gestraft.
    Verkaufen würde ich nur zu gern aber meine Eltern wohnen auch in dem Haus. Da schon 3 Wohnungen leergezogen sind leide ich auch unter dem Mietausfall. Einen Kredit bekomme ich nicht und ich müsste auch ein neues Haus finden. Wenn das so einfach wäre. Vor allem wie bekomme ich diese Panik vor schreienden Kindern wieder weg? Gi t Es irgendjemand der davon geheilt wurde?


  10. Registriert seit
    15.06.2007
    Beiträge
    7.612

    AW: Phonophobie??

    Hallo Jeanny,

    puh........da hast du ja eine schwierige Aufgabe in dein Leben bekommen! Das klingt wirklich schlimm.
    Hier bist du ja gefühlt auf dem Gipfel von Hilflosigkeit, denn du hast keinerlei Handhabe "dagegen".

    Ich würde an deiner Stelle:
    1. mir eine andere Wohnung suchen und sei es nur ein Zimmer-Appartement, wo du ausweichen kannst.
    Geld hin oder her- wenn das irgendwie möglich wäre, würde ich das machen- Ruhe ist unbezahlbar.

    2. wie gehen deine Eltern mit dieser Lautstärke um? Vielleicht wäre ein Umzug auch von ihnen sinnvoll, vielleicht in ein betreutes Wohnen, wo sie auch im Alter sehr gut leben können? Wenn das Haus leer ist, würdest du leichter einen Käufer finden.

    3. wie sehen deine Eltern deine Belastung? können sie diese verstehen?
    Schätze, es ist schon ein Unterschied, ob du nur alleine dieses Belastung spürst oder auch die anderen.
    Redest du mit ihnen darüber?

    4. Such dir einen Therapeuten und arbeite an diesem Thema.
    Du bist konditioniert und das kann man tatsächlich ändern- es ist deine Wertung, die das Geräusch auslöst.
    Ich sage nicht, dass das leicht ist- aber es ist möglich und ganz ehrlich- wenn du das schaffst, dürfte dich in diesem Leben nichts mehr aus der Ruhe bringen
    Dazu gehört übrigens auch Raum für diesen riesigen Frust zu geben, der in dir ist.

    5. unter all den Umständen, könntest du doch mit mehr als gutem Gewissen auch ab und zu mal richtig laut Musik hören. Tust du das? Es geht darum, dass sowas auch mal sehr gut tun kann.

    6. gibt es andere Nachbarn, die dasselbe Thema haben? Sich austauschen kann wirklich gut tun, selbst wenn man an der Grundsituation nichts ändern kann.

    7. wie konkret haben denn deine Gesprächsversuche mit den Nachbarn ausgesehen? Was hast du wann wie zu ihnen gesagt? Wie oft hast du Kontakt dazu aufgenommen?

    Das ist schon eine Herausforderung- ganz klar.
    Ich wünsche dir Wege, die dir gut tun.

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