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  1. #1

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    Noch eine Anfängerin

    Hallo,

    auch ich bin eine Anfängerin und wollte mal fragen wie ihr das mit dem Geld an meiner Stelle so handhaben würdet.

    Also: Ich verdiene momentan so 1100€ (Ausbildung ist 2013 fertig). Nicht super, aber ich komme damit klar und kann im Monat fest 250€ zurücklegen, manchmal auch mehr. Die 250€ gehen auf ein Tagesgeldkonto, mit dem ich 20.000 vollsparen will. Was noch am Monatsende übrig ist kommt auch ein anderes Tagesgeldkonto für Urlaub oder andere schöne Sachen. Kontoführung kostet mich nichts.

    Ich habe vor einiger Zeit Geld geerbt. Einiges sogar. Ich bin mir aber nicht sicher was ich damit machen soll.
    Einen erheblichen Teil davon habe ich für ein Jahr als Festgeld angelegt, das kommenden Sommer frei wird, kurz bevor meine Ausbildung fertig ist. Zusätzlich liegen ca 17.000 liegen auf einem Tagesgeldkonto (das ich gerade auf 20.000€ hochspare).

    Mein Problem: Ich muss bis 2013 noch 2mal umziehen und werde evtl ein Auto brauchen. 2013 rechne ich erstmal damit arbeitslos zu sein, weil die Stellensituation ziemlich bitter aussieht. Also kann ich das Geld nicht längerfristig anlegen. Auch weil ich in Betracht ziehe auszuwandern, falls ich hier keine Arbeit finde.

    Was sollte ich also am Schlauesten machen? Ich will möglichst wenig Risiko eingehen, renditetechnisch möchte ich zumindest die Inflation ausgleichen, wenn möglich.

    Soll ich alles erstmal so lassen bis ich 2013 mehr weiß? Angenommen ich kriege dann einen Job, was mache ich dann mit dem Geld?

    Sorry, ich bin einfach total verwirrt und traue ehrlich gesagt den Bankberatern nicht. Letztes Mal wollten die mir Anteile an einem Bürogebäude in AUSTRALIEN verkaufen...

    Vielen Dank schonmal für Tipps&Tricks!

  2. #2
    Avatar von Antje3
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Hallo

    ich denke, mit dem Tagesgeld fürs "Monatliche Sparen" und dem befristet angelegten Festgeld bist du in Deiner derzeitigen Situation nicht schlecht dran.

    Da unklar ist, welcher Bedarf nach Ende Deiner Ausbildung konkret besteht und sogar unklar ist, in welchen Land Du Fuß fassen wirst, ist das schon der richtige Anlagehorizont.

    Für den Zeitraum bis 2013 ist auch (meiner persönlichen Meinung nach) keine spekulative Anlage möglich, daß der Zeitraum zu kurz ist um eventuelle Schwankungen auszugleichen.

    Ich würde nichts ändern.

    Den Bankberatern nicht zu trauen ist sicher der richtige Weg - denn - so leid es mir tut das zu sagen - da werden am Wochenanfang Zielvorgaben gemacht, die die einzelnen Berater für Anlagen einzuhalten haben. Und wenn man da noch "Bedarf" hat, werden einfach die Kunden durchtelefoniert und eine Umschichtung der Anlagen empfohlen - ob das sinnvoll ist oder nicht - es ist auf jeden Fall für die Bank sinnvoll.

    Daß eine Bank DEIN Interesse im Auge hat - davon mußt Du Dich verabschieden - sie haben Umsatz und Gebühren für die Bank im Auge.

    Sie lassen dich allerdings ein Beratungsprotokoll unterschreiben, in dem mittels Suggestiv-Fragen angekreuzt wird, daß Du einer risikoreichen Anlage nicht abgeneigt bist.

    Und selbst wenn Du einen "sicheren Anlagehorizont" angibst - Du glaubst gar nicht, was für spekulative Sachen eine Bank noch als sicher ansieht.

    Wegen dieser Praxis hat eine Freundin ihren sicheren gutdotierten Bankjob gekündigt...

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  3. #3

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    AW: Noch eine Anfängerin

    Ok, dann bin ich mal beruhigt, dass ich mich ned schon komplett falsch entschieden habe. DANKE! Es gibt da auch noch irgendwelche Fonds (die noch von meinen Eltern abgeschlossen wurden), wo ich WEIß, dass ich Verluste gemacht habe und eben hoffe, dass das mit der Zeit wieder wird. Aber das Fass mache ich erst 2013 auf.

    Falls ich 2013 wider Erwartens eine feste Anstellung kriege (bei meinem Job glaub ich ca 2300/Monat), wie sollte ich mich da verhalten? Sollte ich halbwegs zeitnah versuchen in Wohneigentum zu investieren? Ich werde auf jeden Fall eine private Altersvorsorge machen, aber auch da hab ich noch keine Ahnung wie ich das anstellen soll.

    GIbt es eventuell ein Buch in dem verschiedene Arten der Anlage und der Altersvorsorge verständlich, aber nicht sinnverändernd vereinfacht dargestellt werden? Oder soll ich mich früher oder später in die Hände eines privaten Vermögensberaters begeben?

    LG MIKA

  4. #4
    Avatar von Opelius
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Oder soll ich mich früher oder später in die Hände eines privaten Vermögensberaters begeben?
    Ja, wenn Du ihm mehr vertraust als einem Dieb. Wobei man einen Dieb leichter erkennen kann.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  5. #5

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    AW: Noch eine Anfängerin

    Also komme ich absolut nicht drumrum mich selbst einzulesen. Das sind klare Aussagen ;-)


    Irgendwelche Büchertipps?

  6. #6
    Avatar von Antje3
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Wenn Du von vielen als lukrativ und sicher dargestellten Anlagen die Kosten für Ausgabeaufschlag, Verwaltung, Depotgebühren etc. abziehst, stellst Du oft mit Schrecken fest, daß die Rendite negativ ist oder auf jeden Fall geringer als ein banales Festgeldkonto.

    Wenn Du dann noch den im Prospekt grafisch dargestellten Zeitraum (mit dem ja die tolle Performance demonstriert wird) gegen einen anderen Zeitraum austauscht, treten Dir gerne die Tränen in die Augen. Denn bei den bunten Grafiken wird natürlich ein Zeitraum genommen, in dem die Entwicklung positiv war.

    Beispiel (ganz einfach)
    Ausgabekurs 100
    Verlust in der Krise 50 %
    Ist Kurs 50
    Anstieg 50 %
    Ist Kurs 75

    Dargestellt wird dann nur der 50 % Anstieg - und das sähe dann ja toll aus. Daß Du immer noch 25 % unterm Ausgabekurs liegst (UND GEBÜHREN BEZAHLT HAST) wird unter den Tisch fallen lassen.

    Gerne werden innerhalb eines Prospektes für unterschiedliche Produkte unterschiedliche Zeiträume genommen - aber die Grafik ist immer gleich groß....

    Und nie ziehen sie bei der Performance die anfallenden Kosten ab....

    Ich will damit nicht sagen, daß es nicht Anlagen gibt, die Festgeld etc. schlagen - aber wenn Du Deine Anlagen aus der Hand gibst und jemanden für die Verwaltung derselben bezahlst, kannst Du davon ausgehen, daß selbst ein Sparkonto bei der Hausbank besser läuft....

    Vermögensverwalter sehen sich ihrem Arbeitgeber (also der Bank) verpflichtet - der Kunde gibt nur das Spielgeld.

    Wenn Du irgendwann spekulieren willst, werde Dir klar, welchen Verlust Du verschmerzen kannst oder willst - und mit dieser Summe übe.

    Es GIBT lukrative Anlagen - aber je lukrativer - desto risikobehafteter. Und man sollte sich über ALLE Kosten und Risiken klar sein, bevor man in dem Tümpel mittauchen will.

    Wenn Du das nicht willst - bleib beim Festgeld.

    Und kümmere Dich um Deine Geldanlagen grundsätzlich selbst - nachdem Du gelernt hast, was alles genau bedeutet und das Kleingedruckte genauestens gelesen und VERSTANDEN hast.

    Unterschreib nie nie nie nie nie etwas, von dem Dir jemand anderes sagt, daß es gut für Dich ist. Niemand macht den Job für Dich - jeder will Dein Bestes - nämlich Dein Geld.

    Und wenn das für Dich weniger wird, stört das den Berater wenig - solange die Gebühren anfallen. Das nennt man im übrigen "Anlagen drehen" - wird gerne mit naiven Kunden gemacht und nutzt vor allem der Bank - so gut wie nie dem Kunden.

    Mach nichts, was Du nicht in kompletter Konsequenz verstehst. Niemals sofort irgendwo was unterschreiben. Nie in "netter Atmosphäre" ja sagen.

    Immer Unterlagen mitnehmen - durchforsten. Es gibt so gut wie nie Anlagen, die du nur jetzt sofort und dann nie wieder bekommst. Wenn eine Anlage echt ne knappe Zeichnungsfrist hast - glaub mir - wenn die beendet ist, wird die nächsten angeboten.

    Ich klinge vielleicht sehr warnend - aber ich weiß, wovon ich spreche....

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  7. #7
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Bei soviel Ungewißheit in so kurzem Zeitrahmen: Tagesgeld und Festgeld.

    Nach dem Umzügen und dem Auto und mit einem Job kannst du dann immer noch ein Jahr beobachten, wie dein Leben und dein Cash Flow sich entwickelen, und damit einen Haushaltsplan machen, und dann abhängig von deiner Lebenssituation und -planung über andere Anlageformen nachdenken.

    Und dem Bankberater kannst du sagen, er soll dahin gehen, wo der Pfeffer wächst. Das ist ganz nah an Australien.

    Wenn du jetzt kurzfristig anlegst, brauchst du keine Entscheidung zu treffen, wie du nächstes Jahr anlegen wirst, sondern kannst nächstes Jahr das tun, was dann am besten ist.

    Die Fonds würde ich mal daraufhin angucken, was gibt's da an Rendite/Dividende, was kostet's an Gebühren, und dann entscheiden, was ich damit tue. Wenn man sich denkt, "den könnte ich vielleicht verkaufen" lohnt sich ein stetiges Beobachten und sich ein Limit setzten, bei dem man verkaufen wird.

    Um einen generellen Überblick über Finanzthemen zu kriegen, empfehle ich finanztest (am besten jeden Monat in der Bücherei lesen), oder auch die von test herausgegebenen Bücher. Die haben zwar auch Ansichten, aber verkaufen dir keine Finanzprodukte.

    Die wichtigsten Regeln bei der Geldanlage: Auf Dauer kommt man zu Geld, indem man mehr einnimmt als ausgibt. Man sollte nichts kaufen, was man nicht versteht. Man unterschreibt nie im Laden, sondern nimmt die Unterlagen immer mit nach Hause, liest gründlich und recherchiert. Und wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es nicht wahr.

    Etwas weiter ausholend: Das Problem bei einer Immobilie ist, daß du dein ganzes Geld auf ein Pferd setzt. Deswegen ist es besser, eine Immobilie nicht als Investition, sondern als Objekt zu betrachten: Etwas, daß du kaufst weil du es benutzen willst. Ich würde immer empfehlen in unterschiedlichen Risikoklassen (Tagesgeld, Festgeld, Rentenpapiere, Aktien, Spielkram) und mit unterschiedlichen Zeithorizonten anzulegen.
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. #8

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    AW: Noch eine Anfängerin

    Ja, dieses Misstrauen gegen Berater etc hat mir mein Exfreund auch eingeimpft. Niemals am Telefon was machen und immer den Vertrag ganz lesen...

    Was mir Magengrimmen macht, ist dass meine aktuellen Anlagen teilweise nichtmal die Inflation ausgleichen, wenn ich das richtig verstehe. Ich will ja nichtmal SO dringend Gewinn machen, ich will nur einfach kein Geld verlieren... Große Kohle ist immer mit Risiko verbunden und DAS will ich nicht eingehen.

    Diese Fonds schaue ich mir kommendes Jahr an wenn ich insgesamt Licht ins Dunkel bringe. Ich weiß allerdings, dass meine Schwester ihr Fonds dieses Jahr mit Verlust verkauft hat, einfach damit sie nicht noch mehr Verlust macht. Der Berater meiner Mutter hat ihr geraten die FOnds zu behalten - sie braucht das Geld nicht in absehbarer Zeit und kann im Prinzip die Krise aussitzen. Das würde ich gerne auch machen, frage mich aber ob die Fonds jemals wieder das wert sein werden was sie mal waren. WEnn nicht, dann kann ich auch gleich Kahlschlag machen.

    Finanztest ist ein guter Tipp, da werde ich mal in die Bücherei pilgern und hoffen, dass ich es verstehe.

    Und zum Thema "mehr einnehmen als ausgeben" - seit ich selbst Geld verdiene, klappt das ganz gut. Ok, ich bin gerade krank gewesen und musste als Privatversicherte sämtliche Rechnungen vorstrecken - das hätte ich ohne Reserven NICHT gekonnt. Aber sonst komm ich mit dem Geld gut klar.

  9. #9
    Avatar von Antje3
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Jetzt laß Dich mal nicht kirre machen - das "Inflations-Totschlag-Argument" bringen Berater immer gerne, wenn sie Dir was andrehen wollen.

    Ich würd mal sagen, bis Du weißt, wo Du landest und Du Zeit hast, Dich mit der Materie auseinanderzusetzen, ist es vermutlich nicht die Inflation, die Dein Guthaben auffrißt.

    Beende erstmal Deine Ausbildung, suche einen passenden Job und den dazu passenden Wohnort. Komme dort an. Und fange dann an, Dich mit zweitrangigen Problemen zu beschäftigen.

    Und das sind erstmal zweitrangige Probleme - da läuft Dir wirklich momentan nichts davon.

    Und dann - Du machst einfach nur Dinge, die Du verstehst. Du mußt nicht jedes Produkt auf dem Investment-Markt verstehen. Du solltest es dann nur auch nicht kaufen (resp. darin Dein Geld anlegen).

    Und sagen wir mal so - wenn auch die Beziehung mit Deinem Ex nicht mehr besteht - der Rat, den er Dir gegeben hat war gut. Dafür würde ich ihn an Deiner Stelle regelmäßig in Dein Nachtgebet einschließen!

    ;-)

    Eine solide Anlage ist noch nie während der Bedenkzeit weggelaufen. Die bekommst Du auch morgen und übermorgen. Das ist nämlich ein Anzeichen für eine solide Anlage....

    Antje
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  10. #10
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    AW: Noch eine Anfängerin

    Zitat Zitat von MikaMojito Beitrag anzeigen
    Was mir Magengrimmen macht, ist dass meine aktuellen Anlagen teilweise nichtmal die Inflation ausgleichen, wenn ich das richtig verstehe.
    Du kannst nach einem besseren Tagesgeldangebot gucken, oder auch, dank des kurzen Anlagehorizontes, nach einem Tagesgeld-"Lockangebot" (mehr Zinsen für 6 Monate für neues Geld) oder so.

    Achtung, wenn es um signifikante Summen geht, ist die Höhe der Einlagensicherung für dich interessant. Das ist das, was du 100% wiederbekommst, auch wenn die Bank pleite geht. (Banken sind da sozusagen versichert.)

    Aber wenn du das Geld nächstes Jahr brauchst, solltest du die deprimierende Zinslage (die Inflation ist nicht hoch -- nur die Zinsen sind unter aller Kanone) erst mal ignorieren und dich auf "sicher und zugänglich" konzentrieren.

    Zitat Zitat von MikaMojito Beitrag anzeigen
    Der Berater meiner Mutter hat ihr geraten die FOnds zu behalten - sie braucht das Geld nicht in absehbarer Zeit und kann im Prinzip die Krise aussitzen.
    Da würde ich im Prinzip dem Berater zustimmen. Kursverluste werden erst Verluste, wenn du sie realisierst, also verkaufst. Verkaufen würde ich nur wenn a) die Gebühren sehr hoch sind und das Kapital auffressen, b) der Fonds spürbar schlechter läuft als der Index. Dann würde ich verkaufen und sofort in einen Indexfonds werfen -- dann verkaufst du zu einem niedrigen Preis und kaufst zu einem niedrigen Preis etwas besseres. Und Indexfonds kosten keine Gebühren (aber überprüf das im Einzelfall).

    Zitat Zitat von MikaMojito Beitrag anzeigen
    Finanztest ist ein guter Tipp, da werde ich mal in die Bücherei pilgern und hoffen, dass ich es verstehe.
    Auch wenn du nicht alles versteht, erst mal lesen, das Verstehen sammelt sich dann an.
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    ** ansonsten niemand besonderes **

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