Liebe Karla, pardon. Ich hatte Ihre Frage als Ergänzung zu der Frage "Wie komme ich zu Wort, wenn andere laut und dauernd reden?" verstanden. Die hatte ich so beantwortet:
Gleichzeitig die Hand heben und laut "Ja" plus den Namen des Laut-Sprechenden sagen. Das zieht seine Aufmerksamkeit auf Sie. Er erwartet nun Zustimmung. Drum: Auf keinen Fall mit "aber" fortfahren. Sondern sachlich und klar und deutlich und ruhig auch leise, doch auf positive Weise sagen, was Sie loswerden wollen: "Dem möchte ich hinzufügen." "Lassen Sie mich bitte gleich an dieser Stelle ergänzen ..." usw-
Es geht Ihnen aber ja darum, z.B. eine Freundin dazu zu bringen, leiser zu sprechen und zu lachen. Ich fürchte, das wird in der Tag schwierig. Denn die Sprechweise - incl. Lautstärke - eines Menschen ist Teil seiner Persönlichkeit. Und andere in ihrer Grundstruktur verändern zu wollen ist 1. zwecklos und 2. anmaßend. Das wollen Sie ja auch nicht.
Frage: Stört die Lautstärke ausschließlich Sie? Bei Ihrer Freundin, bei anderen? Dann könnte es Ihr Ziel sein, Ihre eigene Frustrationstoleranz zu stärken. Alternative: Sie sagen Ihrer Freundin in einer Ich-Botschaft, was los ist: "Du, es tut mir in den Ohren weh, wenn du so laut sprichst und lachst. Würdest du mir den Gefallen tun, die Phonstärke zu reduzieren?
Oder fühlen sich auch andere von der Lautstärke der jeweiligen Person gestört? Dann wäre es eine schöne Pflicht für Sie als Freundin/Kollegin usw., der Bekannten zu helfen, künftig besser rüberzukommen. Da sind dann die Feedbackregeln gefragt: nicht werten, nur beschreiben; nicht verallgemeinern, nur auf konkrete Situationen beziehen; nicht andere zitieren, nur seine eigene Wahrnehmung geben; nicht in der Öffentlichkeit; nicht destruktiv. Dabei bietet sich die Sandwichtechnik an:
"Du bist mir wichtig, ich mag dich sehr. Deshalb würde ich dir gern etwas über dein Verhalten sagen.
Darf ich dir das tun?
Es ist folgendes ....
Danke, dass ich dir das sagen durfte."
Keine Rechtfertigung!
Die Freundin wird in dem Moment nicht glücklich über Ihre Rückmeldung sein. Aber sie wird auf Dauer verstehen, dass Sie ihr einen Gefallen tun wollten und getan haben.
Klare wertschätzende Worte dürften ihr Ziel nicht verfehlen.
Ich hoffe, so habe ich den Punkt Ihrer Frage getroffen.
Herzlich Elisabeth Bonneau














