Das wäre dann für mich aber allenfalls so ein Nebenbeigeschenk. Schließlich hab ich das Buch ursprünglich für mich gekauft und dann festgestellt, dass es X auch (oder sogar besser) gefallen könnte und ich es nicht unbedingt im Regal stehen haben muss. Ansonsten kaufe ich das gleiche Buch noch mal als Geschenk. Und ein Buch, das ich ausdrücklich als Geschenk kaufe, würde ich vorher auch nicht lesen. Es schmälert gefühlt schon empfindlich den materiellen Wert, weil der Schenker in gleicher Weise von dem Geschenk profitiert wie der Beschenkte. Und das ist dann eben doch so, als hätte man die Pralinenschachtel schon halb geleert, damit beide was davon haben.
Und das gemeinsame Interesse kann man ja auch zum Ausdruck bringen, indem man ein Exemplar liest und behält und ein weiteres verschenkt. Das habe ich auch schon öfter gemacht. Dafür muss ich das Buch nicht physisch teilen.
Gruß,
Malina
Herr, du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle" (Psalm 4)
wow. was für eine interessante Debatte! Erinnert fast an die Rubrik in der Süddeutschen "Die Gewissensfrage".
Gefühlt ja, rational nicht, da der materielle Wert eines gelesenen Buches der gleiche ist wie eines ungelesenen (ohne Kekskrümel in den Seiten etc natürlich). Ich weiß, was gemeint ist, aber eine Pralinenschachtel halb leer zu futtern würde den materiellen Wert halbieren, einen Lippenstift vorher ausprobieren wäre eklig.
spannende Frage, denn mal ehrlich- rational betrachtet macht es keinen Unterschied, wenn das Buch sorgfältigst behandelt worden ist und man es nicht sieht, daß es gelesen worden ist.
Dennoch- auch für mein Gefühl würde ich ein als Geschenk gekauftes Buch nicht lesen.
Kurioserweise- wäre es ein Bildband und man kann ihn grob durchblättern....das für mich nun wiederum schon machbar!
Und den Einwand mit ner CD als Buch, was man vorher anhört....wirkt dann auch wieder möglicher.....
schon komisch, wie man empfindet und einsortiert!
kenzia
Naja, in gewisser Weise schon. Aber wenn Du ein gebrauchtes Buch verkaufst, dann kann es noch so neuwertig und ungelesen sein, Du wirst, außer es ist vergriffen, nicht mehr den Neupreis dafür bekommen. Man würde ja auch ein Kleidungsstück nicht mal probetragen, bevor man es verschenkt. Das Benutzen macht schon was mit dem Gegenstand, selbst wenn es keine sichtbaren Spuren hinterlässt. Und selbst wenn die Veränderung nur ideeller Natur ist und nicht materieller, scheint ja doch weitgehend Konsens darüber zu herrschen.
Gute Frage allerdings, ob es bei einer CD, die man vorm Verschenken selbst hört, anders wäre? Gefühl spontan ja. Würde mich als Beschenkte auch nicht so stören wie ein gelesenes Buch. Aber warum nicht? Darüber müsste ich noch mal nachdenken.
Gruß,
Malina
Herr, du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle" (Psalm 4)
Du bringst es auf den Punkt, kenzia! Gefühl vs Verstand, Anstand und Sitte, ...
Offenbar verbucht man die Geldausgabe mental so: für 16,95 EUR ein Buch gekauft und gelesen, dann verschenkt, also hat das Geschnek null EUR gekostet. Und nicht: für 16,95 EUR ein Buch als Geschenk gekauft und vorher die AUgen auf alle Seiten gerichtet
Darf man eine 2 Wochen vor dem Verschenktermin gekaufte und in Klarsichtfolie gehüllte Vase zuhause auf die Anrichte stellen und anschauen?
Und wie ist das bei eBooks??
Hm, ich glaube, so langsam wird mir klar, worin der Unterschied zwischen Buch und CD liegt. Ein Buch liest man in den meisten Fällen nur einmal. Ist es gelesen, verliert es für mich in dem Moment an Wert und wird letztlich zu irdischem Ballast, der irgendwo verstaut werden muss (das gilt auch für E-Books, auch wenn der Platzbedarf da natürlich anderer Natur ist), was eben auch dem Beschenkten, wenn er es mitbekommt, klar ist. Eine CD hingegen hört man, sofern man sie mag, öfter als einnmal. Daher verliert sie nach einnmaligem Hören auch nicht an Wert. Bei einer Vase, um Dein Beispiel zu nehmen, ist es ja ähnlich. Ihr Sinn und Zweck ist, dass sie benutzt wird und zwar mehr als einmal. Also kann ich sie wochenlang auf der Anrichte stehen haben, ohne dass sie an Wert verliert.
Gruß,
Malina
Herr, du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle" (Psalm 4)
Das empfinde ich als nicht analog: Die Pralinen sind weg, die Wörter sind noch da. Jemand anders kann genau die selben Wörter lesen aber nicht genau die selbe Praline essen.![]()
Und ich betrachte es generell als ein gute Sachen, wenn von einer Aktion viele Leute profitieren. Ich freue mich über jedes nicht-Nullsummenspiel, daß ich spielen kann, und habe keine große Angst, zu kurz zu kommen.
Natürlich sehen das nicht alle so (wie auch nicht alle versuchen, nicht mehr als etwa 1000 Bücher zu haben) -- deswegen ist es beim Verschenken gelesener Bücher (genau wie beim Schenken generell) wichtig, Geschmack, Vorlieben und Marotten des Beschenkten zu kennen.
** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
** ansonsten niemand besonderes **
Ja, so könnte man es sehen. Oder auch anders. Ich finde, man sollte das nicht zu eng sehen. In den meisten Fällen würde ich ein Buch auch nicht vorher lesen, bei meiner Mutter und bei meiner Tochter habe ich das allerdings schon gemacht. In anderen Fällen habe ich Bücher verschenkt, die ich bereits im Regal hatte.
Es geht doch auch um die GESTE. Als Beschenkter ist man doch kein Käufer mit Regressansprüchen.
Ich finde, das muss man von Fall zu Fall entscheiden.
Und auch, wenn es nicht um Bücher geht, habe ich schon gebrauchte Geschenke bekommen und gemacht. Das KANN peinlich sein. Und es KANN auch genau das Richtige sein.
Mit meinem Verhältnis zur Realität ist alles in bester Ordnung. Ich lasse es alle vierzehn Tage vorschriftsmäßig warten.
(Zaphod Beeblebrox)