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  1. #1

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    Umfrage Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Hallo Ihr Lieben,

    war gerade mit einer Kollegin in der Stadt, und wir fragen grade, ob es dafür einen Knigge gibt.

    Bei meiner Stamm-Apotheke gibt es ab und an Probieraktionen, bei meiner Stamm-Parfümerie eine Schmink-Aktion, auf dem Markt mal 'nen Apfelschnitz oder Käsestück probieren ...

    eigentlich schau ich dann drauf, dass ich dann auf jeden Fall, bei Gefallen natürlich, immer ein Pfund nehme, oder, da ich bei Kosmetik immer gerne warte, wie ich es vertrage, was Kleines, und eventuell die Creme oder Foundation nachkaufe.

    Ich bin auch jemand, der sich explizit für eine gute Beratung bedankt, und sowas auch mal an die Inhaberin/den Inhaber weiterleitet. Gerade in solchen Zeiten sollte man gute Beratung wertschätzen.
    Ich bin auch jemand, der eigentlich gerne ins selbe Geschäft geht (habe also meine Stammapotheke und meinen Kosmetikladen) ...

    Wie macht ihr das? Ich war vor einiger Zeit auf der "Grünen Woche", und was sich da teilweise abgespielt hat - jenseits von Gut und Böse.

    Manche Anbieter wollten gar keine Proben rausgeben, für einen Mini-Schluck Wein oder ein Stück Wurst waren 2 Euro fällig, und manche wollten einen gleich ein Weinabo mit 36 Flaschen verkaufen - hmm, finde ich so aber auch komisch - ich dachte, solche Messen seien dazu da, sich zu präsentieren?

    Gibt es für Probieren also ein "Must" was mitzunehmen? Und was ist dann schnorren?

  2. #2
    VIP Avatar von xanidae
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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    ich weiß nicht, ob es dafür einen Knigge gibt.

    Wenn ich gerade keinen Käse kaufen möchte, dann verweigere ich auch das angebotene Probierstück. Will ich Käse kaufen und probiere und er schmeckt mir nicht, kaufe ich nicht. Schmeckt er, kaufe ich. So halte ich das auch bei anderen Produkten.

    Natürlich kann man sich so durchschnorren. Da gibt es auch Tipps im Internet. Manche gehen gezielt in die Elektronikmärkte und lassen sich Kaffeemaschinen vorführen und testen den Kaffee. So was finde ich unverschämt und da bezahle ich lieber 2,50€ für meinen Kaffee und trinke den gemütlich ohne einen Menschen anlügen zu müssen.

    Meinen Kindern wird regelmäßig auf dem Markt von verschiedenen Standleuten Äpfel- und Birnenschnitze angeboten. Das ist nett, aber ich habe meinen Stammstand (bei dem fahre ich auch auf dem Hof vorbei), und kaufe eher nicht bei anderen.

    In meiner Stammapotheke erhalte ich regelmäßig Proben, dort kaufe ich auch mal was davon ein, wenn es mir zusagt. Ebenso gibt es in der Bäckerei und bei unserem Stammchinesen mal was extra. Aber ich glaube, das bekommen wir, weil wir dort oft sind.

    Meine Tätigkeit im medizinischen Bereich erfordern diverse Tagesfortbildungen, die mittlerweile alle von diversen Pharmafirmen gesponsert werden. Dort erhält man ungefragt Taschen voll mit Kulis, Blöcken, Klebeblöcken, Videos, Infobroschüren. Da wird man schräg angeschaut, wenn man keine nehmen will.

    Freunde von mir wurden in einem Möbelgeschäft zur Verköstigung von Wein eingeladen. Sie wären auch bereit gewesen, den Wein zu kaufen. Doch den konnte man dort nicht kaufen. Man bekam einen Flyer mit Wegbeschreibung zum Weingut. Nun ja. Das Weingut liegt 2 Stunden mit dem Auto entfernt - so gut war der Wein dann auch wieder nicht.

    Mein Fazit:
    Ich probiere, wenn ich probieren mag und es mir angeboten wird. Gleichzeitig versuche ich mich nicht verpflichtet zu fühlen, was kaufen zu müssen. Das würde mich stressen.
    Meine Stammläden sind die, bei denen ich mich nicht gedrängt fühle, die nicht eingeschnappt sind, wenn ich mal die Empfehlung nicht kaufe (an der Tankstelle!) und die mich gut beraten. Deshalb komme ich wieder.
    Vergreife dich nie am Kaffee eines Marines

    Aus den Regeln des Gibbs

  3. #3

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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Wenn ich z.B. in eine Bäckerei gehe, um etwas zu kaufen und dann etwas zum Probieren bekomme nehme ich das gerne an, fühle mich aber keinesfalls verpflichtet, dann etwas davon zu kaufen, selbst wenn es schmeckt. Wenn es wirklich lecker ist, dann kaufe ich möglicherweise beim nächsten Mal etwas davon, aber dann ganz sicher nicht aus Pflichtgefühl. Der Sinn liegt doch auch darin, den Kunden das Sortiment näherzubringen, so dass sie bei Sachen auf den Geschmack kommen, die sie von selbst nie probiert hätten. Dass daran die Erwartung gekoppelt ist, dass das Probierte dann auch SOFORT gekauft wird, glaube ich nicht.
    Bei Proben aus der Apotheke lehne ich sie manchmal ab, wenn ich sehe, dass es sich um Produkte handelt, an denen ich absolut kein Interesse habe. Ansonsten nehme ich sie, auch wenn ich eigentlich meine Stammprodukte bereits gefunden habe. Denn wer weiß, vielleicht werde ich ja überrascht. Und das ist ja wohl auch das Konzept bei Proben.

    Die Situation auf dem Markt, wo einem schon im Vorbeigehen Sachen angeboten werden, mag da vielleicht anders sein. Aber generell bin ich der Meinung: Wer etwas zum Probieren anbietet, muss auch damit klarkommen, dass nichts gekauft wird.

  4. #4
    Moderation Avatar von Lukulla
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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Das klingt ja so, als ob diese Probieraktionen nur dafür gemacht sind, dass die Propiererin danach auch das Produkt kauft?

    Ich sehe das nicht so und fühle mich nicht dazu verpflichtet. Aber trotzdem habe ich ein komisches Gefühl, wenn ich es nicht tue, und sage dann irgendwas Erklärendes oder Freundliches. Nicht mein Geschmack oder danke, schmeckt gut.

    Probieren tue ich nur, wenn mir das Produkt per se zusagen würde.

    Pröbchen in der normalen Drogerie/Parümerie nehme ich nie, weil es zu 100% nicht mein Geschmack ist. (verwende nur zertifizierte Bioware) Wäre es das, würde ich zugreifen.

    Aber leider gibt es Mitnehmhansel, die sich bereichern wollen. Neulich hatte unser Kaufhaus eine Aktion mit Badeöl und Gel, für jeden Einkauf eine Probe. Man konnte sich das selbst aus dem voll bestückten Korb nehmen. Ein Kunde langte 5 Mal rein mit voller Hand. Das würde ich als Nicht Knigge gerecht einstufen.

    Wenn in der Grünen Woche die Aussteller keine Proben zur Verfügung stellen, ist das wohl eine Reaktion auf die Raffgierige Mitnahmementalität. Trotzdem ist das kontraproduktiv. Dann muss man eben im Budget xx€ einplanen, die alleine für Proben drauf gehen. Da zu geizen, ist geradezu widersinnig.

    Da kommen mir Ideen für neue Jobs: der Probieraktionsüberwacher. Jeder Kunde nur ein Stück, sonst gibt es oder eine Rechnung.
    You'd have to be here
    I'm seeing a garden, a place I keep longing to show to you
    It's northerly facing and close to an open fjord
    The wind that was moving the rhubarb moved through my childhood, too
    Calling so slowly from summer's before

    Kari Bremnes

  5. #5
    Avatar von Malina70
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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Hallo zusammen,

    ich halte es wie eigentlich alle hier und probiere nur, wenn ich grundsätzlich interessiert bin und das Produkt auch kaufen würde, vielleicht nicht sofort, aber irgendwann. Im Supermarkt lehne ich bei solchen Verkostungsaktionen meistens ab, schon weil es mich nervt, da stehenzubleiben. In der Parfümerie nehme ich Pröbchen gerne. Wenn mir der Geruch gefällt, kommen sie in den Kulturbeutel für die Reise. Ansonsten werden sie halt entsorgt.

    Ich habe auch immer ein leicht schlechtes Gewissen, wenn ich nicht sofort kaufe, denke aber andererseits auch, dass das gar nicht unbedingt erwartet wird. Oder der Anbieter würde sehr kurzfristig denken.

    Mitnahmementalität ist mir auch extrem zuwider. In Prag gab es immer ein Literaturcafe veranstaltet vom österreichischen Kulturinstitut. Da las dann ein mehr oder minder prominenter Dichter aus seinem Werk, und hinterher gab es Kaffee und Kuchen gratis. Die Veranstaltung war immer rappelvoll mit alten Leuten, die bei der Lesung selig vor sich hinschlummerten (ich hab ohne Witz mal einen schnarchen gehört). Aber sobald das Zauberwort Kuchen fiel, waren alle hellwach und stürmten ins Foyer. Earl of Sandwich haben wir immer zu denen gesagt und diesen Begriff dann irgendwann für jede Art von Mitnahmementalität verwendet.

    Gruß,

    Malina
    Frühling läßt sein blaues Band
    Wieder flattern durch die Lüfte
    Süße, wohlbekannte Düfte
    Streifen ahnungsvoll das Land

    (Eduard Mörike)

  6. #6

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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Pröbchen in der Drogerie oder Apotheke verweigere ich. Was Hautpflege angeht, habe ich meine bewährten Produkte - was Neues mag ich gar nicht. Anders verhält es sich bei Käse oder Gemüse. Wenn ich z.B. in dem Bioladen, in dem ich immer meinen Käse kaufe, sehr unschlüssig bin und sehr gründlich nachfrage "wie schmeckt dies, wie jenes..." dann wird mir schon mal ein Stückchen zum Probieren angeboten - und ich nehm das gerne. Ich sage dann auch ganz ehrlich, wenn es mir nicht schmeckt - und wenn es schmeckt, kaufe ich ein Stück. War ja vorher unschlüssig, was ich nehmen soll.. Ähnich auf dem Wochenmarkt. Da gibt's mal eine neue Salatsorte, irgendwas neues exotisches oder irgendein Produkt auf Gemüsebasis (mein Händler verkauft selbst gemachte Suppen im Glas, Tomatensoße, Chutneys... Da packt mir schon mal jemand z.B. einen kleinen Kopf von dem neuen Salat oder ein Gläschen Kräutermischung mit in den Korb und sagt: Probieren Sie mal... Am nächsten Markttag gibt es dann auch eine Rückmeldung: Gut oder nicht gut.
    Mir hat noch nie jemand übel genommen, wenn ich nicht so begeistert war.
    Ich bin dort allerdings auch eine gute Kundin und ich denke, auf die ehrliche Meinung von Stammkunden legt man da auch wert.

  7. #7
    Moderation
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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Ich denke nicht, daß es einen Knigge gibt. Ich würde sagen, "Denk dran, daß du mit Menschen zu tun hast."

    Ich versuche immer aus Prinzipien heraus zu handeln, daß ein Anbieter, der keine Proben herausgibt, einen Nachteil davon hat. Das geht nur, wenn der, der Proben gibt, einen Vorteil davon hat. Und das heißt, wenn ich eine Probe nehme, bin ich bereit, mich überzeugen zu lassen, etwas zu kaufen, und wenn ich nach einer Probe *frage*, habe ich mich schon entschieden, etwas zu kaufen, nur noch nicht, was und wo genau.

    Bei meinem Lieblingsapfelstand auf dem Markt probier ich durchaus mal fünf Apfelschnitze, bevor ich zehn Äpfel kaufe. Und auf der Consumenta habe ich mir einen gepflegten Kaffeerausch angetrunken, weil ich eine Anschaffung plane.

    "Schnorren" wäre für mich "Ohne Kaufabsicht fragen, ob man was umsonst bekommen kann, weil man etwas umsonst haben will". Das habe ich auch schon gemacht (meist auf der "Spiel" in Essen), wenn ich etwas wirklich, wirklich haben wollte, und es anders nicht zu kriegen war, aber ich mache da keine Gewohnheit draus. So viel gibt es nicht, daß ich so dringend haben will.

  8. #8

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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    ich nehme pröbchen mal mit und mal nicht - je nachdem was es ist. zum kauf verpflichtet fühle ich mich nicht. meist bekommt man eh nur eine "zugabe", wenn man etwas gekauft hat - also hab ich meine "schuld" schon getan.

    auf dem markt im vorbeigehen ein apfelschnitz... ja, und ohne jegliche verpflichtung.
    an der käsetheke probieren? wenn da was aufgeschnitten liegt: eher nicht. wenn ich kaufwillig bin, frage ich oft, ob ich einen unbekannten käse versuchen darf. die beschreibungen sind doch oft sehr subjektiv. ob ich genau den dann kaufe, kommt drauf an wie er schmeckt, aber irgendeinen kaufe ich dann sicher.

    was andere ist es - für mich - wenn mir eine dienstleistung angeboten wird, zB beratung und dann lippenstift auftragen lassen von der fachverkäuferin oä. da hab ich manchmal schon ein schlechtes gewissen, wenn ich nicht unmittelbar kaufe. andererseits: das ist teil des geschäfts.

    bei messen oä ist das herausgeben der nicht umsonst so heissenden give-aways normal (wenn auch deutlich weniger geworden als noch vor einigen jahren!!) und da denke ich mir gar nix bei.

    die sammler und jäger, die ohne jegliche regung tonnen solcher dinge einsammeln (gern mit tütchen bewaffnet zur messen gehend *grusel* gab's immer schon - seltsame menschen halt.

  9. #9
    Avatar von Laura1981
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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Zitat Zitat von Lukulla Beitrag anzeigen
    Da kommen mir Ideen für neue Jobs: der Probieraktionsüberwacher. Jeder Kunde nur ein Stück, sonst gibt es oder eine Rechnung.
    gibt es in manchen Läden... bei einer Pralinen-Aktion vor einiger Zeit bei Ka***la***d: auf dem Probierteller zehn unterschiedliche Sorten und als ich eine zweite Praline nehmen wollte (nur um an zwei Stichproben zu testen, ob die verschiedenen Sorten gut sind, und dann eine Schachtel zu kaufen, meine Güte!) gab es das verbale ... es hatte nur noch gefehlt, dass mir die Frau ernsthaft auf die Finger haut also, Kundenfreundlichkeit ist was anderes *find*

  10. #10

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    AW: Probier-/Testaktionen - Knigge?

    Ich probiere sehr gerne, wenn etwas im Supermarkt angeboten wird und neu ist. Zum Kauf fühle ich mich dadurch überhaupt nicht verpflichtet. Das ist ja zum Testen.
    Wenn ich Bergkäse kaufe, bietet mir die Verkäuferin immer von sich aus an, zu probieren (sie hobelt dann ein kleines Scheibchen davon ab), der Geschmack variiert bei jedem Laib und der Käse ist nicht billig. Wenn die Probe schmeckt, kaufe ich ein größeres Stück, wenn der Käse nicht nach meinem Geschmack ist, kaufe ich natürlich nicht.

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