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  1. #41
    Avatar von _Farmelli
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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von tilbage Beitrag anzeigen
    Das ist, mit Verlaub, Unsinn.

    Die Schulen, an denen du sonst so warst, haben sicher nicht ohne Regeln funktioniert. Sie waren vielleicht nur anders oder wurden anders vermittelt und/oder durchgesetzt - aber kein Gemeinwesen funktioniert ohne Regeln.
    Mein ich auch gar nicht.
    Gemeinwesen regeln sich eigentlich von selbst. Wenn man sie lässt.

    Allerdings von Schulen zu reden als sei der wertvollste Inhalt: Frust, Regeln, Langeweile und Über-/Unterforderung...ne du, da steig ich aus. Was ist denn das für ein Inhalt?
    Hail to the strohmann. Bitte wenigstens einen interessanteren Strohmann einsetzen als "Verbot, Strafrecht oder Gesetz". Hier gehts um Meinungen.

    * * The most common way people give up their power is by thinking they don't have any * * Alice Walker

  2. #42
    tilbage
    gelöscht

    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Mein ich auch gar nicht.
    Gemeinwesen regeln sich eigentlich von selbst. Wenn man sie lässt.
    Aha.
    Zum Beispiel?

  3. #43

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Sie sind 10 Jahre alt und ich habe Schulerfahrung aus zwei anderen Ländern. Das was sich Deutschland da lange lange Zeit an Schulsystem geleistet hat war und ist Schrott: denn meine Lehrer mit ihren alten Vorstellungen unterrichten immer noch. Natürlich sind da auch gute dabei. Ganz tolle sogar. Keiner von denen war Regelkonform. Der eine war Politker (Quereinsteiger und der andere Pfarrer, Quereinsteiger und die dritte Wissenschaftler, Quereinsteiger) Noch schlimmer: aus meinem Abi-Jahrgang haben ca. 7-10 Leute auf Lehramt gewechselt: alle weil sie eine fette Rente wollten und sich nicht der freien Wirtschaft aussetzen wollten. Pädagogisch begeistert ist eine von denen. Die hätte ich selbst gern als Lehrer.

    Das kritiklose Beamtensystem halte ich für ein Hauptproblem. Einmal drin und derjenige kann machen was er will.
    Aber wie du schon sagt: es ändert sich ja gott sei dank, es gibt mehr Angestellten.


    Meine Erfahrung der letzten 10 Jahre beinhalten alle Schulen, die Projektarbeit integriert haben oder Montessori-schulen. Meine Tätigkeit als Jahrelange Nachhilfe integriert Haupt, Real- und Gymnasium.

    Und ja, tut mir leid Hans: wenn die Mehrheit der Menschen von Schule redet und immer noch von "Regeln" schwärmt. Dann macht die Schule was falsch. Und zwar grundlegend.

    Mein Senf.
    Danke für Deine Zeilen, jetzt verstehe ich Dein Unbehagen besser.

    Neben der Beamten-Unantastbarkeit finde ich das Altersproblem am gravierendsten. Wer nach 30 Jahren Schuldienst noch Enthusiast ist, ist ein echter Paradiesvogel. Daher ist der heutige Altersschnitt der Lehrer (den es so früher nicht gab) eine Ursache für viel "Dienst nach Vorschrift. Aber auch das ändert sich.

    Was ich aber nicht verstehe: die Regeln zur Berechnung des Flächeninhalts eines Dreiecks oder die Regeln, nach denen ein Komma gesetzt wird oder nicht - ich halte sie für nützlich, nicht für problematisch. Oder was meinst Du für Regeln? Und warum sind sie von gestern?

    Hans
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    "Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.

  4. #44

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Als ich vor nunmehr fast 30 Jahren für 3 Wochen auf Schüleraustausch in Kalifornien war, sprachen mich meine Gasteltern auf mein großes Sprachtalent an, fragten, wie ich sonst in der Schule sei und ob ich besonders gefördert würde. Ich hatte keine Ahnung, was sie meinten.
    Sie sagten dann, in USA würden die Kinder in regelmäßigen Abständen flächendeckend getestet, damit besonders begabte Kinder auffallen und entsprechend gefördert werden könnten.

    Hier ist es so, dass irgendwer den Verdacht aussprechen muss (was natürlich oft nur getan wird, wenn es Probleme mit dem Kind gibt) und die Eltern sich dann selbst um das Testen kümmern müssen.
    Damit haftet dem Begriff auch gleich der Ruch an, dass die Eltern was Besonderes aus dem Kind machen wollen, eine Entschuldigung für sein Verhalten finden wollen etc.

    In meinem näheren Umfeld kenne ich kein Kind, das offiziell den Stempel "Hochbegabung" trägt oder wo Eltern damit hausieren gehen. Das einzige "Kind", das ich da kenne, ist der inzwischen 23-jährige Sohn einer Kollegin.
    (Der damit übrigens erst ins reine kam, als er 1 Jahr auf Schüleraustausch in Kanada verbrachte, wo Leistung keine Schande war.)
    Ich frage mich immer, in welchen Kreisen denn diese Inflation von Hochbegabung stattfindet. In meinem Umfeld nicht.
    Tigerente,

    das Finden von Begabungen ist wirklich ein Problem in D. Es wird den Eltern überlassen. Die einen Eltern finden dann zuviele, die anderen finden gar keine (interssieren sich nicht dafür). Das ist in meinen Augen der Hauptgrund für die Schieflage des deutschen Schulsystems bei m Punkt sozialer Gerechtigkeit. Förderung gibt es recht viel in D, aber die nimmt nur in Anspruch, wer gefunden wurde. Ich verstehe aber auch die Vorbehalte gegen flächendeckende Tests zur Begabtensuche - letztlich ist es eine Einmischung in das Privatleben der Familien. Nicht einfach.

    Hans

    P.S. Das durch PISA so gerühmte finnische Schulsystem verweigert sich der Förderung von Begabungen fast vollständig und fokussiert sich überwiegend auf die Förderung von leistungsschwachen Schülern. Deshalb ist es auch sehr "sozial gerecht", für viel finnische Eltern aber ein Grund, ihre Kinder auf ausländische Schulen zu schicken.
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  5. #45

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Du hast den Frust vergessen. Integraler Bestandteil unseres Lebens, darauf sollte man ausgiebigst ab dem 5 Schuljahr vorbereitet werden. Und: Regeln...von denen keiner den Sinn erklären kann außer: auch Sinnlosigkeit & Frust bereitet aufs Leben vor.

    Und der Chef ist der Lehrer

    Das deutsche Schulsystem hat ein Megaproblem. Ist hier aber glaube ich gar nicht das Thema. Aber vielleicht einer der Gründe, warum in Deutschland Hochbegabte so "rausfallen".
    Meine Kinder haben recht wenig Schulfrust. Und autoritäre Lehrer sind recht selten, eher sind sie überfordert oder unmotiviert. Manche aber auch exzellent. Auch das war schon früher so.

    Und auch das Pauken von sinnlosem oder scheinbar alltags-unrelevantem Stoff kann seinen Sinn haben. Heute wird wesentlich mehr Projektarbeit gemacht, der Frontalunterricht nimmt ab. Der Stoff besteht neben Fakten aus viel Methodenkompetenz, und auch soft skills kommen nicht mehr so kurz wie früher.

    Nein, ich teile Deinen Eindruck nicht. Ich spreche aber auch nur für die Schulen meiner Kinder, andere kenne ich nicht gut genug.

    Hans
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    Geändert von HansDampf (27.11.2012 um 12:36 Uhr)

  6. #46

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von _Farmelli Beitrag anzeigen
    Mein ich auch gar nicht.
    Gemeinwesen regeln sich eigentlich von selbst. Wenn man sie lässt.

    Allerdings von Schulen zu reden als sei der wertvollste Inhalt: Frust, Regeln, Langeweile und Über-/Unterforderung...ne du, da steig ich aus. Was ist denn das für ein Inhalt?
    Frust, Regeln, Langeweile, Unter/Überforderung sind doch keine Schulinhalte, sondern normale Begleiterscheinungen eines jeden Schulsystems. Und auch eines jeden Jobs. Vielleicht ist das deutsche Schulsystem überreglementiert (da wäre ich bei Dir), aber das Ergebnis ist nicht schlecht. Deutschland bringt immer noch die besten Facharbeiter und Ingenieure, und auch viele sehr gute (vor allem für ihr Allgemeinwissen bewunderte) Wissenschaftler hervor.

    Selbstorganisierende Schulen halte ich für grenzwertig. Zumindest meine Erfahrung mit einer selbstverwalteten Waldorfschule, die sich dadurch selbst zerstört hat. Und gerade Grundschulen (bei uns in Bayern) haben einen großen Gestaltugsspielraum (solange es nichts kostet).

    Hans
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  7. #47
    Avatar von VanDyck
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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von HansDampf Beitrag anzeigen
    Das durch PISA so gerühmte finnische Schulsystem verweigert sich der Förderung von Begabungen fast vollständig und fokussiert sich überwiegend auf die Förderung von leistungsschwachen Schülern. Deshalb ist es auch sehr "sozial gerecht", für viel finnische Eltern aber ein Grund, ihre Kinder auf ausländische Schulen zu schicken.
    Hast du da mal ne Quelle für diesen von dir erwähnten (fettmarkierten) Umstand?

    Übrigens - hier mal ein sehr informativer und lesenswerter langer Artikel über das Schulsystem in Finnland:

    Ist im Norden alles besser? (II): Wo die Lehrer sitzen bleiben | Politik | ZEIT ONLINE

    VanDyck
    Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
    dann durchfluten sie mich wie Regen ...
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    Ich habe das Maus zurück geholt ...
    The Green Mile

  8. #48

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    Zitat Zitat von VanDyck Beitrag anzeigen
    Hast du da mal ne Quelle für diesen von dir erwähnten (fettmarkierten) Umstand?

    Übrigens - hier mal ein sehr informativer und lesenswerter langer Artikel über das Schulsystem in Finnland:

    Ist im Norden alles besser? (II): Wo die Lehrer sitzen bleiben | Politik | ZEIT ONLINE

    VanDyck
    hier ein Artikel allgemein dazu:
    Finnland & PISA-Studie

    Hans

    P.S. Danke für dieses ausgezeichneten informativen Artikel.
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    Geändert von HansDampf (27.11.2012 um 13:27 Uhr)

  9. #49
    gesperrt
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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    In Deutschland sieht der normale und übliche Lehrerwerdegang aber auch so aus, daß man zuerst jahrelang studiert und dann ein Referendariat anschließt ... und um eine Chance in
    den Staatsdienst übernommen zu werden, muß man das schon auch mit 1er Schnitt hinbekommen.

    An Prüfungen und der Möglichkeit, sich gegen zig Mitbewerber durchsetzen zu müssen , die alle nach der Ausbildung um die wenigen freien Plätze konkurrieren, fehlt es in Deutschland nicht.

    ich pers. hatte nie den Eindruck, daß diejenigen die besondere Fähigkeit und Begabung mitbringen, auf Schüler besonders gut einzugehen und besonders gut zu erklären und besonders einfühlsam zu agieren, auch diejenigen sind, die von jeher immer nur als besonders selbstbewußt udn 1er Kandidat durchs Leben gingen, nie um die passende schnelle Antwort verlegen ...


    Gruß, B.
    Geändert von Blondine (27.11.2012 um 13:51 Uhr)

  10. #50

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    AW: Sind das wirklich alles hochbegabte Kinder?

    für Farmelli

    und alle, die glauben, die Zeit für Regeln sei abgelaufen

    Der Postillon: Rebellische Jugendliche verstoßen immer häufiger gegen Gesetz der Schwerkraft

    Hans
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