* * history is incomplete with half of the story untold * *
Danke für Deine Zeilen, jetzt verstehe ich Dein Unbehagen besser.
Neben der Beamten-Unantastbarkeit finde ich das Altersproblem am gravierendsten. Wer nach 30 Jahren Schuldienst noch Enthusiast ist, ist ein echter Paradiesvogel. Daher ist der heutige Altersschnitt der Lehrer (den es so früher nicht gab) eine Ursache für viel "Dienst nach Vorschrift. Aber auch das ändert sich.
Was ich aber nicht verstehe: die Regeln zur Berechnung des Flächeninhalts eines Dreiecks oder die Regeln, nach denen ein Komma gesetzt wird oder nicht - ich halte sie für nützlich, nicht für problematisch. Oder was meinst Du für Regeln? Und warum sind sie von gestern?
Hans
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
Tigerente,
das Finden von Begabungen ist wirklich ein Problem in D. Es wird den Eltern überlassen. Die einen Eltern finden dann zuviele, die anderen finden gar keine (interssieren sich nicht dafür). Das ist in meinen Augen der Hauptgrund für die Schieflage des deutschen Schulsystems bei m Punkt sozialer Gerechtigkeit. Förderung gibt es recht viel in D, aber die nimmt nur in Anspruch, wer gefunden wurde. Ich verstehe aber auch die Vorbehalte gegen flächendeckende Tests zur Begabtensuche - letztlich ist es eine Einmischung in das Privatleben der Familien. Nicht einfach.
Hans
P.S. Das durch PISA so gerühmte finnische Schulsystem verweigert sich der Förderung von Begabungen fast vollständig und fokussiert sich überwiegend auf die Förderung von leistungsschwachen Schülern. Deshalb ist es auch sehr "sozial gerecht", für viel finnische Eltern aber ein Grund, ihre Kinder auf ausländische Schulen zu schicken.
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
Meine Kinder haben recht wenig Schulfrust. Und autoritäre Lehrer sind recht selten, eher sind sie überfordert oder unmotiviert. Manche aber auch exzellent. Auch das war schon früher so.
Und auch das Pauken von sinnlosem oder scheinbar alltags-unrelevantem Stoff kann seinen Sinn haben. Heute wird wesentlich mehr Projektarbeit gemacht, der Frontalunterricht nimmt ab. Der Stoff besteht neben Fakten aus viel Methodenkompetenz, und auch soft skills kommen nicht mehr so kurz wie früher.
Nein, ich teile Deinen Eindruck nicht. Ich spreche aber auch nur für die Schulen meiner Kinder, andere kenne ich nicht gut genug.
Hans
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
Geändert von HansDampf (27.11.2012 um 12:36 Uhr)
Frust, Regeln, Langeweile, Unter/Überforderung sind doch keine Schulinhalte, sondern normale Begleiterscheinungen eines jeden Schulsystems. Und auch eines jeden Jobs. Vielleicht ist das deutsche Schulsystem überreglementiert (da wäre ich bei Dir), aber das Ergebnis ist nicht schlecht. Deutschland bringt immer noch die besten Facharbeiter und Ingenieure, und auch viele sehr gute (vor allem für ihr Allgemeinwissen bewunderte) Wissenschaftler hervor.
Selbstorganisierende Schulen halte ich für grenzwertig. Zumindest meine Erfahrung mit einer selbstverwalteten Waldorfschule, die sich dadurch selbst zerstört hat. Und gerade Grundschulen (bei uns in Bayern) haben einen großen Gestaltugsspielraum (solange es nichts kostet).
Hans
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
Hast du da mal ne Quelle für diesen von dir erwähnten (fettmarkierten) Umstand?
Übrigens - hier mal ein sehr informativer und lesenswerter langer Artikel über das Schulsystem in Finnland:
Ist im Norden alles besser? (II): Wo die Lehrer sitzen bleiben | Politik | ZEIT ONLINE
VanDyck
Es gibt so viele schöne Momente im Leben; ich sollte mich entspannen,
dann durchfluten sie mich wie Regen ...
American Beauty
Ich habe das Maus zurück geholt ...
The Green Mile
hier ein Artikel allgemein dazu:
Finnland & PISA-Studie
Hans
P.S. Danke für dieses ausgezeichneten informativen Artikel.
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"Hören wir einfach auf, uns selbst und unser Land permanent unerträglich zu finden - denn das kam, gemessen an den Realitäten, schon immer einer Undankbarkeit von unappetitlichen Ausmaßen gleich." Juli Zeh.
Geändert von HansDampf (27.11.2012 um 13:27 Uhr)
In Deutschland sieht der normale und übliche Lehrerwerdegang aber auch so aus, daß man zuerst jahrelang studiert und dann ein Referendariat anschließt ... und um eine Chance in
den Staatsdienst übernommen zu werden, muß man das schon auch mit 1er Schnitt hinbekommen.
An Prüfungen und der Möglichkeit, sich gegen zig Mitbewerber durchsetzen zu müssen , die alle nach der Ausbildung um die wenigen freien Plätze konkurrieren, fehlt es in Deutschland nicht.
ich pers. hatte nie den Eindruck, daß diejenigen die besondere Fähigkeit und Begabung mitbringen, auf Schüler besonders gut einzugehen und besonders gut zu erklären und besonders einfühlsam zu agieren, auch diejenigen sind, die von jeher immer nur als besonders selbstbewußt udn 1er Kandidat durchs Leben gingen, nie um die passende schnelle Antwort verlegen ...
Gruß, B.
Geändert von Blondine (27.11.2012 um 13:51 Uhr)
für Farmelli
und alle, die glauben, die Zeit für Regeln sei abgelaufen
Der Postillon: Rebellische Jugendliche verstoßen immer häufiger gegen Gesetz der Schwerkraft
Hans
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