+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 86
  1. #1
    wunderbaum
    gelöscht

    Ausruf Die Pferdesteuer

    Bad Sooden-Allendorf führt die Pferdesteuer ein. Nicht etwa, um die Bürger zu befriedigen, die gegen Pferdelärm und/oder -dreck wettern, sondern um andere Kosten und Schulden zu decken.
    Was kommt als nächstes? Ich fände eine jährliche Steuer auf Tennisschläger, oder besser noch: auf Fußbälle nicht verkehrt. Davon gibt es doch in Deutschland jede Menge! (Achtung, Ironie)

    Eine Pferdesteuer von (momentan noch) 200 Euro (dabei wird es bestimmt nicht bleiben) auf einen ohnehin schon teueren Sport (der schon lange nicht mehr nur von einer reichen Elite ausgeübt wird).
    Was bedeutet das für die Reitschulen?
    Was für die Kinder, und vor allem für deren zahlende Eltern?
    Was bedeutet das für den Reitsport ganz allgemein in Deutschland?
    Was bedeutet das zb für Therapieangebote?
    Was für den Stand der Berufsreiter, Trainer, Züchter, Hufschmiede, ...?

    Reiten ist nicht nur ein Sport; es geht um emotionale Bande, Vertrauen in sich und zum Tier; Reiten ist eine Leidenschaft, eine ganz besondre Freizeitbeschäftigung (aber auch ein ganz besonderer Beruf), nicht mit einem Sportgegenstand, sondern mit einem Lebewesen, einem Partner. (Vielleicht sollten künftig ja auch Tanzpartner besteuert werden?)

    In einer Pferdesteuer sehe ich persönlich den Anfang vom Ende. Momentan werden entweder (besonders im sozialen Bereich) Gelder gekürzt, oder abstruse Einnahmemöglichkeiten geschaffen. Dies ist nur ein Beispiel.

    Ich bin gespannt auf weitere Meinungen!

  2. #2
    gesperrt
    Registriert seit
    11.03.2006
    Beiträge
    9.196

    AW: Die Pferdesteuer

    Ein Pferd zu besitzen und zu halten fällt für mich unter "Luxus".

    Die Besteuerung von "Luxus" finde ich icht verkehrt ... da trifft es weniger arme Leute als anderswo.

    Ein Pferd zu halten kostete schon immer ... Hufschmied, Tierarzt, Boxenmiete.. irgendetwas ist immer fällig.
    jetzt eben auch Steuer in Bad Sooden-Allendorf.
    Viele Pferdehalter werden das auch gut bezahlen können.

    Hundesteuer kennen wir schon lange ... zahlen die Hundehalter schon seit Jahrzehnten.
    und über die Jagdabgabe für Jäger hat sich Deutschland ja auch noch nie aufgeregt ...


    In Zeiten von leeren Kassen und Milliarden Transfairs zur Eurorettung sehe ich noch weitere Steuern und Abgaben auf uns alle zukommen.

    Bei dieser müssen sich nur die Pferdehalter auf Mehrkosten einstellen ..
    die Mehrheit der Bevölkerung trifft diese Steuer schonmal nicht, da wird es keine Lobby geben ...
    Mich triggert sie auch nicht auf, ich habe auch kein Pferd und wohne woanders.


    finde aber, jeder der eines hat, sollte finanziell so abgesichert sein, daß er sich über 200 Euro hin oder her keinen Kopf machen muß und muß immer damit rechnen, daß da noch ganz andere Beträge fällig sein könnten für sein Tier.
    Auf den Monat umgerechnet wären das keine 20 Euro!


    Reiten kann jedes Kind auch auf den Schulpferd der Reitschule... das geht dann jeden Monat eine bis zwei Reitstunde für diese Steuerschuld mehr im Kreis... eine weitere Konsequenz sehe ich da nicht.


    Würde ich vor Ort wohnen und hätte ein "Therapiepferd" würde ich Anfragen, ob diese Tiere nicht von der Steuer ausgenommen sind bzw. werden können ...

    Blinden- und Rettungshunde sind generell ja z.B. auch von der Steuer befreit, soweit ich informiert bin.


    Gruß, B.
    Geändert von Blondine (24.11.2012 um 17:34 Uhr)

  3. #3
    wunderbaum
    gelöscht

    AW: Die Pferdesteuer

    ...ich befürchte, dass die Steuer auf Dauer für viele Hobby-Reiter nicht bezahlbar sein wird. Denn das ist genau die Gruppe, die sich nur gerade so ein Pferd finanzieren kann, und da tuen 200 euro dann schon weh. (wie gesagt, ich denke nicht, dass es dabei bleiben wird. Eine Erhöhung ist vorprogrammiert, wenn die Urheber feststellen, dass die Einnahmen zur Schuldendeckung nicht reichen).

    Der Unterschied zur Hundesteuer ist, dass (soweit ich weiß) diese zur Reinigung der Straßen und Gehwege genutzt werden soll (ob das wirklich der Fall ist, kann ich nicht sagen). Die Pferdesteuer wird aber ganz explizit dazu genuzt, um irgendwelche Schulden zu decken, mit denen der Pferdehalter nichts zu tun hat.

    Bezüglich der Frage nach den Eltern und Kindern meinte ich, dass die Reitschulen, um sich finanzieren zu müssen, die Steuer ja auf die Reitstundenpreise aufschlagen müssen, und nicht alle Eltern können und/oder wollen das ihren Kindern finanzieren. Das wiederum wird sich früher oder später auf den Reitsport auswirken, da der Nachwuchs fehlt.
    Und verantwortungsvolle Reitlehrer lassen die Schulpferde nicht mehr Stunden gehen, um die Ausgaben zu decken. Da würde sich auch der Tierschutz ganz schnell melden.


    Ich kann dir aber leider nur zustimmen: die Steuer betrifft zu wenige, als dass etwas geändert werden könnte.

    Aber vielleicht interessiert sich ja hier noch jemand für das Thema?
    Geändert von wunderbaum (24.11.2012 um 16:37 Uhr)

  4. #4
    gesperrt
    Registriert seit
    11.03.2006
    Beiträge
    9.196

    AW: Die Pferdesteuer

    Geändert kann immer was werden.

    Wenn Du das Thema so wichtig findest und so abolut gegen diese Steuer bist, dann tu etwas.

    Dann organisiere einen Protest...
    Dann sammelst du eben Unterschriften und organisierst den Reiterkorso mit allen Reitschulkindern und ihr geht öffentlichkeitswirksam zur Demo mit Reitstiefeln und Reithelmen.
    Sperrt mit Pferdeanhänger die Straße vor dem Rathaus und bietet Ponyreiten für alle, der Erlös geht in einen Steuertopf.

    Gerade Kinder können viel erreichen ... Pferdemädels wären bestimmt zu solchen Aktionen schon zu motivieren ...


    und wenn nicht, bedeutet das wohl, diese Pferdesteuer von monatlich 20 Euro ist nicht wirklich so der Aufreger, wie du denkst?
    Die nehmen Pferdebesitzer hin und es hat gar nicht wirklich diese Konsequenzen, die Du befürchtest?


    Nein, wegen 1, 2 Reitstunden mehr im Monat tritt meist kein Tierschutzverein auf den Plan...
    wegen einiger Cents pro Nase mehr für die einzelne Reitstunde geben vermutlich auch wenige Kinder die Reitstunden ganz wieder auf.
    Diese Summe von 20 Euro pro Monat teilt sich ja dann auch auf eine Gruppe von Kindern auf, die dieses eine Reitschulpferd reiten.

    kostet die 10er Karte Reitstunden dann eben etwas mehr mehr ...

    Als Eltern rechnet man durchaus alle paar Jahre damit, daß das Kinderhobby wieder um einige Euronen teuerer wird... aus welchem Grund auch immer.

    Wäre mir egal, ob das ist, weil das Schulpferd vom Rotz befallen war oder ob in 10 Jahren eine neue Reithalle gebaut werden soll oder das Dach der alten den Schneemassen im Februar nicht gewachsen war und dringend repariert werden mußte ... oder eben eine neue Jahressteuer fällig wird ...

    Irgendwas ist immer mal. Günstiger wird eigentlich nie irgendetwas... meiner Erfahrung nach nicht.

    Gruß, B.
    Geändert von Blondine (24.11.2012 um 17:36 Uhr)

  5. #5
    Avatar von Wolkentier
    Registriert seit
    08.02.2010
    Beiträge
    10.137

    AW: Die Pferdesteuer

    Zitat Zitat von wunderbaum Beitrag anzeigen
    ...ich befürchte, dass die Steuer auf Dauer für viele Hobby-Reiter nicht bezahlbar sein wird. Denn das ist genau die Gruppe, die sich nur gerade so ein Pferd finanzieren kann, und da tuen 200 euro dann schon weh.
    Jemand, der "gerade so" ein Pferd finanzieren kann und für den 200 Euro jährlich (!) bereits den finanziellen Hippo-Kollaps bedeuten - was macht der denn, wenn das Pferd mal einen Tierarzt benötigt? Da kommen schnell mal unvorhergesehen mehr als 200 Euro auf.

    Zitat Zitat von wunderbaum Beitrag anzeigen
    Der Unterschied zur Hundesteuer ist, dass (soweit ich weiß) diese zur Reinigung der Straßen und Gehwege genutzt werden soll (ob das wirklich der Fall ist, kann ich nicht sagen). Die Pferdesteuer wird aber ganz explizit dazu genuzt, um irgendwelche Schulden zu decken, mit denen der Pferdehalter nichts zu tun hat.
    Das ist falsch.
    Die Hundesteuer ist eine reine Luxussteuer, die NICHT zweckgebunden für "hundliche" Belange ausgegeben wird, sondern ganz allgemein ins Stadtsäckel fließt.
    Eben ganz genauso, wie es jetzt mit der Pferdesteuer geplant ist.

    Um die Reinigung der Straßen und Gehwege, sofern diese verunreinigt werden, muss sich jeder Hundehalter selber kümmern, sprich, den Kot in die Tüte sammeln und wegschmeißen. Tut er es nicht, kann ein Bußgeld fällig werden (ganz unbenommen davon, dass Hundesteuer gezahlt wird... ich zahle schließlich auch Steuern und darf trotzdem nicht auf den Gehweg sch** )

    Übrigens hab ich zwar schon viele Hundehalter mit Tüte gesehen, aber noch NIE (und ich wohne in einer vielberittenen Gegend....) einen Reiter, der absteigt, um die Äpfel seines Pferdes zu entsorgen.... da ist beim Spaziergang hier schon gelegentlich Slalom angesagt.
    .
    .

    Kopf hoch - sieht einfach besser aus!

  6. #6
    Avatar von kleiner.TIGER
    Registriert seit
    26.03.2008
    Beiträge
    28.693

    AW: Die Pferdesteuer

    Wer mal in Pferdeäppel und in Hundekacke reingetreten ist, wird sich ab sofort für erstere entscheiden.
    Rein geruchstechnisch.
    Ausserdem hinterlassen Pferde normalerweise nichts auf Gehwegen ... schon weil sie nur auf der Strasse bzw. in Wald und Flur unterwegs sind.

    Auch wenn's ärgerlich ist (und alle anderen ca. 60 an der Pferdesteuer interessierten Gemeinden/Städte genau diese Pferdesteuer NICHT einsetzen, weil die Verwaltungskosten dafür zu hoch sind) ... es ist schon richtig: wer als Pferdehalter so knapp kalkuliert, dass er die 200 € nicht aufbringen kann, der kann auch z.B. die Tierarztkosten im Bedarfsfall nicht mehr wuppen!

    Ich bin allerdings nach wie vor der Meinung, dass die sog. öffentliche Hand ihre Haushalte konsolidieren sollte OHNE dauernd neue Einnahmequellen erfinden zu müssen.
    Ich liebe nur meine Tigerente ... ... jemand hat behauptet, ich wäre ein gestreifter Rotzlöffel im blauen Sweatshirt ...
    Und dass ein Tiger nicht ohne Gummibärchen kann, ist ein Naturgesetz - sagt der Vogel!

  7. #7
    Avatar von 1Cheriemignonne
    Registriert seit
    07.12.2008
    Beiträge
    1.141

    AW: Die Pferdesteuer

    Zitat Wolkentier: Übrigens hab ich zwar schon viele Hundehalter mit Tüte gesehen, aber noch NIE (und ich wohne in einer vielberittenen Gegend....) einen Reiter, der absteigt, um die Äpfel seines Pferdes zu entsorgen.... da ist beim Spaziergang hier schon gelegentlich Slalom angesagt.
    Lieber Himmel Wolkentier: Du magst zwar in einer Gegend leben, wo offenbar Pferdehalter die öffentlichen Straßen benutzen.

    Aber glaube mir, wir wohnen ländlich und haben über 30 Jahre lang Pferde gehabt, 2 Pferde, wovon der eine genau 30 und die Stute 33 Jahre alt wurden. Aber Du kannst mir glauben, mit unseren Pferden sind wir nie und nimmer über die Landstraßen geritten, schon allein um zu vermeiden, dass die Beine auf dem harten Pflaster zu Schaden kommen. Wir kennen auch keinen privaten Pferdehalter aus den verschiedensten Vereinen, der das macht. Es gibt jetzt etliche Pferdehalter, die auf Kutschenfahrten umgesattelt haben mit speziell dafür ausgebildeten Pferden. Aber auch diejenigen, die diesem Hobby privat nachgehen, werden normalerweise auf alle Fälle gepflasterte Straßen meiden, sondern ihre Pferde auf natürlichem Boden zu bewegen.

    PS: Pferdeäppel sind geruchsweise auf gar keinem Fall mit Hunde- oder Katzenkot zu vergleichen, das muss mal gesagt werden.
    Strenge Dich nicht so an,
    denn die besten Dinge passieren,
    wenn Du sie am wenigsten erwartest.
    Geändert von 1Cheriemignonne (24.11.2012 um 17:35 Uhr)

  8. #8
    Nemesis59
    gelöscht

    AW: Die Pferdesteuer

    Warum sollten allein die Hundehalter Steuer für den Hund zahlen ? Ich finde die Pferdesteuer richtig.

  9. #9
    Avatar von 1Cheriemignonne
    Registriert seit
    07.12.2008
    Beiträge
    1.141

    AW: Die Pferdesteuer

    Zitat Zitat von Nemesis59 Beitrag anzeigen
    Warum sollten allein die Hundehalter Steuer für den Hund zahlen ? Ich finde die Pferdesteuer richtig.
    Weil Du nicht zu den Pferdehaltern gehörst und Pferdemist oft zum Düngen gebraucht wird.
    Strenge Dich nicht so an,
    denn die besten Dinge passieren,
    wenn Du sie am wenigsten erwartest.

  10. #10
    wunderbaum
    gelöscht

    AW: Die Pferdesteuer

    Zitat Zitat von Nemesis59 Beitrag anzeigen
    Warum sollten allein die Hundehalter Steuer für den Hund zahlen ? Ich finde die Pferdesteuer richtig.
    Weil dadurch genau genommen ein Sport besteuert wird.

+ Antworten
Seite 1 von 9 123 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •