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  1. #31
    Avatar von Sevi65
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    AW: Deutschland- verkehrte Welt!

    Zitat Zitat von chironex_fleckeri Beitrag anzeigen
    "Deine" Steuergelder werden u.a. durch Arbeitgeber verschwendet, die sich weigern, angemessene Gehälter zu zahlen. "Deine" Steuergelder werden durch die allgegenwärtige "Hauptsache billig" - Mentalität verschwendet. Ich wage die Behauptung, dass die Mehrzahl der Menschen keine Prämie braucht und will - aber Respekt, vernünftige Arbeitsbedingungen, und das Gefühl, von der eigenen Arbeit leben zu können. Und genau das ist über diese ganzen Minijobs und Schleichwege des Lohndumpings für viele, die im Niedriglohnsektor arbeiten, in unerreichbare Sphären gerückt. DAS ist demotivierend und entwürdigend.
    JA!
    Manche Leute, die arbeiten gehen, sehen auf Arbeitslose herab und meinen, die würden auf Staats- oder Steuerzahlerkosten leben und vergessen dabei völlig, dass DIESE arbeitslosen Menschen eben auch Arbeitslosenvorsorge eingezahlt haben. Leider ist kein Job mehr wirklich sicher und jeder kann in die Situation geraten. Ein Anreiz, dass man sich beispielsweise zu Arbeitsbeginn etwas Neues zum Anziehen kaufen kann, um nicht wie Schlumpi da aufzulaufen ... ist doch super. Immer noch besser, als Leuten den Zucker in den Arsch zu blasen, die dauerhaft überhaupt nichts machen, weil sie nicht wollen.

  2. #32
    Avatar von Sevi65
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    AW: Deutschland- verkehrte Welt!

    Zitat Zitat von Lakritze Beitrag anzeigen
    Das Problem ist halt, in Ö gibt es etwa 10 mal so viele Arbeitslose wie offene Stellen. Irgendjemand wird also immer arbeitslos sein.

    LG
    Lakritze
    Hallo Lakritze,
    ich wohne seit 11 Monaten in Ö. und bin entsetzt ob der Arbeitssituation hier. Es gibt ja wirklich kaum Stellen, auf die frau sich bewerben kann, dann wollen sie auf keinen Fall jemanden über 40, weil das zu alt ist und dann sind die Jobs auch noch total unterbezahlt. Das ist ja ein Jammertal, hatte ich gar nicht vermutet. Mir erzählte sogar eine Bekannte, dass eine Sekretärin, die an der Uni arbeitet, LEBENSMITTELGUTSCHEINE bekommt, weil sie so wenig verdient, dass sie davon nicht leben kann.

  3. #33
    Avatar von Lakritze
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    AW: Deutschland- verkehrte Welt!

    Zitat Zitat von Sevi65 Beitrag anzeigen
    Hallo Lakritze,
    ich wohne seit 11 Monaten in Ö. und bin entsetzt ob der Arbeitssituation hier. Es gibt ja wirklich kaum Stellen, auf die frau sich bewerben kann, dann wollen sie auf keinen Fall jemanden über 40, weil das zu alt ist und dann sind die Jobs auch noch total unterbezahlt. Das ist ja ein Jammertal, hatte ich gar nicht vermutet. Mir erzählte sogar eine Bekannte, dass eine Sekretärin, die an der Uni arbeitet, LEBENSMITTELGUTSCHEINE bekommt, weil sie so wenig verdient, dass sie davon nicht leben kann.
    Was man dazusagen muss: die Gehälter werden mitunter monatsweise angegeben, aber es sind 14 Gehälter üblich. Aber stimmt, die Tendenz geht nach unten.
    Ich war bei meiner letzten Anstellung nicht der Meinung, außergewöhnlich verdient zu haben - aber im Vergleich zu den Gehältern jetzt konnte ich mir alle 10 Finger abschlecken. Und dazu noch mit bezahlten Überstunden! (das scheint immer mehr aus der Mode zu kommen, heute ist jeder qualifizierte Job all in, worunter der AG versteht: solange Arbeit da ist, wird gearbeitet)
    Ist es in D wirklich besser? Langsam denke ich wirklich darüber nach, hier wegzuziehen. Obwohl es mir eigentlich gefällt.
    LG
    Lakritze

  4. #34
    wrong_life
    gelöscht

    AW: Deutschland- verkehrte Welt!

    Zitat Zitat von Blondine Beitrag anzeigen
    Fairerweise muß man aber schon auch sagen, daß Leute ohne Schulabschluß und Ausbildung eben auch nicht wirklich mit Gehältern rechnen können, von denen sich Tagesmütter und Wohnung bezahlen lassen ...
    nicht jeder kann realistischerweise Mutter werden und sich und sein Kind finanzieren.


    Irgendwann hat sich ein Teil Gesellschaft mal von dem Gedanken verabschiedet, daß sich nicht jede junge Frau immer ein Kind leisten kann und man sich vorher Gedanken machen muß, wie man sich und es mal ernähren möchte ...
    Ja es ist halt so, Kinder zu bekommen, eine Familie zu gründen ist ein elementares Menschenrecht. Selbst Familien in bangladesh dürfen das.
    Wenn du nicht deinen gut verdienenden Ehemann hättest, könntest du deine Kinder dann ernähren? Könntest du deinen Job ausfüllen, der mit Schichtarbeit und Wochenenddiensten behaftet ist und noch deine Kinder entsprechend fördern?

    Was den entfernten Link angeht, das ist doch der, der immer gezeigt wird, wenn man wieder mal nachweisen muss, dass Hartz IV Mütter grottenschlecht und faul und dämlich sind und ihre Kinder nicht betreuen können. Die junge Frau bringt ihren Sohn dreimal in der Woche zur Tagesmutter, weil sie es lernen soll, ihren Lebensunterhalt ausserhalb des Hauses zu verdienen. was ist schlecht daran? Sie arbeitet in der Tafel, was ist schlecht daran? Muss denn zwangsläufig jede Hartz IV Mutter zu hause rumsitzen oder als Putzfrau arbeiten?
    Was mich gerade aufregt, man muss natürlich wieder bei Spiegel TV einen Beitrag über alleinerziehende Mütter zeigen. Und natürlich ist es wieder das hartz IV Kind aus Hellersdorf, das den ganzen Tag sich selbst überlassen ist, in der Arche zu Mittag ist und abends mit seiner Mutter bei Fertigfrass Fussball schaut. Und natürlich ist die Mutter so dämlich, dass sie die Hausaufgaben des Neunjährigen nicht begreift. Das muss einfach so sein, So sind die Mütter in Hellersdorf. Alle blöd, strunzdoof, vernachlässigen ihre Kinder und gehen nicht arbeiten

    ALLE. OHNE AUSNAHME.

    Und auf der anderen Seite die Künstlerin in Kreuzberg, die abends ein Vollwertmenüe kocht, wo es keinen Fernseher gibt und dafür abends Bilder gemalt werden und selbst geschriebene Bücher vorgelesen.

    Und ja, auch ich habe schon Gelder des Arbeitsamtes in Anspruch genommen. 75 Euro für ein Vorstellungsgespräch 700 km weit weg. Und für ein halbes Jahr jeden Monat 115 Euro Fahrtkostenzuschuss und Eingliederungsbeihilfe. Sonst hätte ich mir die zweite Haushaltsführung nicht leisten können.
    Und mir gings noch Gold, mein mann hat noch einen Job und wir hatten auch noch Ersparnisse.
    nach vier, fünf sechs Jahren hartz IV ist da nichts mehr. Eventuelle Ersparnisse sind weg, Klamotten sind verschlissen, das Auto ist verkauft. Ich kenne genug Leute, wo eine Arbeitsaufnahme oder eine Umschulung daran gescheitert ist, weil sie Umzugkosten und Kaution nicht stemmen oder sich schlicht nur die Busfahrkarte zum Job oder den Friseurtermin vor dem Vorstellungsgespräch nicht leisten konnten.

    Wenn man zum Beispiel aus ALG 1 heraus eine auswärtige Umschulung macht zahlt das Arbeitsamt max. 340 Euro für Unterbringung, 134 Euro Verpflegungszuschuss, tägliche Fahrten zum Umschulungsort und alle vier Wochen eine Heimfahrt. Entweder in Form von Fahrkarten oder 20 Cent pro gefahrenen Kilometer. Zusätzlich zum Arbeitslosengeld. ALG II Empfänger bekommen das nicht, die müssen das alles aus ihren 374 Euro Regelsatz stemmen.

  5. #35
    Avatar von Nubia
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    AW: Deutschland- verkehrte Welt!

    Ich gehe mit dir d'accord, wrong_life, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass ALGII-Bezieher durchaus Geld für die Fahrten zum Ausbildungsort oder zum Betrieb bekommen, wenn sie eine Umschulung machen. Alles andere wäre völlig unrealistisch.

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