Aus der Jugendarbeit ist mir bekannt, dass sich tatsächlich viele Russlanddeutsche als die "besseren" Deutschen - im Vergleich etwa zu Türken mit deutscher Staatsbürgerschaft - fühlen. Das ist in gewisser Weise auch eine Art emotionaler Selbstschutz. In ihrer Herkuntsregion wurden sie benachteiligt und verfolgt. Nun kommen sie nach Deutschland - und erleben sich hier wiederum als Benachteiligte, die z.B. wegen mangelnder Sprachkenntnisse Probleme haben, einen Job zu finden, und die sich mit vielen Vorurteilen ("die Russen...") auseinandersetzen müssen. Sie sehen sich zum einen auf einer Stufe mit anderen Benachteiligten, sehen aber auch, dass z.B. türkische junge Leute der dritten Einwanderer-Generation viel besser schaffen, sich zu integrieren. Und dann wird eben gesucht, was die eigene Rolle aufwertet...
Nachvollziehbar ist eine solche Haltung schon. Aber für mich nicht tolerierbar. Natürlich ist die Frage, ob du jetzt ein Fass aufmachen sollst - wenn letztlich deine Tochter das womöglich ausbaden muss. Aber offensichtlich handelt es sich ja um eine "Multikulti-Schulklasse". Hier würde ich ansetzen. Such das Gespräch mit dem Lehrer oder der Lehrerin - es gibt sicher Möglichkeiten, das mal im Unterricht zu thematisieren, so dass die Kinder auch gewappnet sind, wenn blöde Sprüche kommen.
Ansonsten kannst du der Mutter nur, ohne allzusehr ins Detail zu gehen, deutlich machen, dass du entscheidest, wer Gast in deinem Haus ist, und dass du es nicht hinnehmen wirst, dass einer deiner Gäste verunglimpft wird.













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