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  1. #31
    Avatar von Wolkentier
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das nicht, eine Brille egal welche Dioktrin kann man verordnet bekommen
    Ja, aber mit Privatrezept.
    Bezahlen musst man sie.
    Ich jedenfalls bekomme seit Jahren KEINE Brille auf KK-Kosten verordnet - mein Sohn, seit er volljährig ist, auch nicht.

    Das man Zusatzleistungen extra bezahlen muss, das war schon immer so.
    Aber früher bekam man wenigstens ein Kassenrezept, so dass man den Anteil, den eine "einfach-Brille" gekostet hätte, von der Kasse dazu bekam.
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    Vergesst Chuck Norris.... Spongebob grillt unter Wasser...!

  2. #32
    Avatar von Tirami-Sue
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    Leider bin ich auch mit sehr schlechten Augen geschlagen. Als die Zuzahlung der Kassen zu Brillen/Kontaktlinsen gestrichen wurde, habe ich mich im Gespräch mit einer Freundin darüber aufgeregt, denn tatsächlich ist es ja so, dass - jedenfalls ab einer gewissen Sehschwäche - eine Brille sicher notwendiger ist als vieles andere, was von den Kassen zu bezahlen ist. Wo ist außerdem z.B. der Unterschied zwischen einer Brille und einem Hörgerät, das selbstverständlich erstattet werden muss? Meine Freundin, Juristin im Bereich der Ersatzkassen und selbst stark kurzsichtig, antwortete nur ganz trocken: "Wenn so viele Leute ein Hörgerät trügen wie Menschen eine Brille brauchen, würden auch Hörgeräte nicht mehr erstattet." Hintergrund für die Herausnahme der Sehhilfen aus den Kassenleistungen war also einfach das enorme Einsparpotential, das sich hier ergab.

    Ich bin mittlerweile (als Beamtin) teilweise privat versichert. Allerdings übernimmt meine Versicherung die Teilleistung für die Kontaktlinsen nur, wenn diese von einem Arzt verordnet wurden. Das Ausmessen durch den Optiker genügt nicht, obwohl ich seit Jahren dieselbe Stärke benötige und letztlich immer nur Ersatz bestelle. Hier sehe ich tatsächlich eine gewisse Ungerechtigkeit, wobei es natürlich der Versicherung frei steht, eine solche Regelung in ihren Vertrag aufzunehmen.

    Und noch ein Wort zum Internet: Mir wurde schon von mehreren Augenärzten bestätigt, dass meine Hornhaut trotz meiner langen Tragedauer der Linsen (täglich sicher ca. 15 h) und der Tatsache, dass ich mittlerweile seit 24 Jahren Kontaktlinsenträgerin bin, sehr gut aussieht. Dies sei bei denjenigen, die die billigeren Linsen übers Internet bestellten, häufig ganz anders.
    Kinderlärm ist Zukunftsmusik.

  3. #33

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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    @veranoazul
    Also das mit dem Kleiderschrank stimmt auffällig!
    Ich habe mich tatsächlich schon oft gewundert, dass Kundschaft, die erkennbar modisch orientiert ist, bei der Brille, die mitten im Gesicht sitzt, nicht auch so anspruchsvoll ist wie mit Taschen oder Schuhe.
    Auch mit der Minimalversorgung hast Du größtenteils recht. "Brauchen" tut man Entspiegelungen, Hartschichten, leichte oder dünne Gläser nicht. Von einer Solidargemeinschaft einfordern kann man das sowieso nicht. Nur - wer ein Mindestmaß an Sehkomfort haben möchte und/oder ästhetische Ansprüche stellt, dürfte kaum drumherum kommen, selbst aufzubezahlen. Aber die Prioritäten muss sich jeder selbst setzen.
    Übrigens werden auch die privaten Kassen da immer knausriger. Achtung: Geht nicht davon aus, dass Eure PKV noch so kulant alles regelt, wie sie es vielleicht noch bei der letzten Brille getan hat. Die Zeiten haben sich drastisch geändert! Heutzutage rennen die Kassen Beiträgen hinterher, sie erhalten keine rabattierten Medikamente und die Versicherten brauchen immer mehr Geld aus dem Topf.

    Zum "verordnet bekommen": Hier irrst Du gewaltig. Eine echte und rechtsgültige "Verordnung" ist heutzutage die Ausnahme und muss bei manchen Ärzten sogar als IGeL bezahlt werden.
    Ansonsten gibt es meist nur rechtlich unverbindliche und oft schlampig ermittelte Werte auf einem "Refraktionsprotokoll" oder ähnlich betitelten Fresszetteln.
    Sind diese Werte unverträglich, haftet der Arzt nicht! Denn es ist ja keine rechtsgültige Verordnung!

    Mit Preisen eines Internet-Optikers KANN man nicht mithalten. Die Gegebenheiten sind völlig andere.
    Unsere Tätigkeit besteht aus einem sehr großen Anteil DIENSTLEISTUNG, die beim Inet-Optiker völlig entfällt. Er braucht tatsächlich nur die Ware selbst kalkulieren (btw.: und die Kalkulation hat sich teilweise sogar "gewaschen"! Die schlagen mitunter richtig zu, auch wenn es unterm Strich für den Besteller trotzdem günstiger ist als im stationären Handel).
    All das, was heutzutage im Einzelhandel "kostenlos" zu sein scheint, ist ebenfalls berechnet. Es arbeitet ja auch keiner für umme. Folglich muss der Kollege vor Ort auch seine Arbeit für die Beratung, die Anpassung, das Wechseln von Schrauben und Nasenauflagen, das Reinigen der Brille, die Kosten für bargeldlose Zahlungsweisen, das Mitgabeetui, die Tragtüte, die doppelte Rechnung usw.usf. mit einkalkulieren.
    Diese Kosten fließen in den Preis der Ware, denn sonst müssten wir mit Stoppuhr beraten, jedes Pad berechnen. Leider wird es für manche zur "Selbstverständlichkeit", dass diese Dinge "kostenlos" zu sein haben und so führt meine Ablehnung, fremde Brillen zu richten (da ich für evtl. Bruch haften muss) schon mal zu Unverständnis. Auch wenn man bei mir für eine Internetbestellung Glaswerte ermitteln lassen möchte, erlaube ich mir, den Preis für die Messung zu verlangen (24-60 Euro).
    Aber selbst das erscheint manchen unverschämt. Es ist bedauerlicherweise bei all den Kombi- und Komplettpreisen, bei Flatrates und all inklusive, das Gespür dafür verloren gegangen, das NICHTS umsonst ist, auch nicht, wenn es so dargestellt wird.

  4. #34
    Moderation
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    Der Empfehlung für lokale, unabhängige Optiker kann ich mich nur anschließen! Ich habe da exzellente Erfahrungen gemacht, von wesentlich besserer Ausmessung der Augen als bei Augenarzt bis zu supergünstigen und sofortigen Reparaturen, die die Lebensdauer eines Gestells um Jahre verlängert haben.

    Zitat Zitat von Wolkentier Beitrag anzeigen
    Die hab ich gefressen... ich halte die "wir sind so günstig, alles fast geschenkt"-Schiene dieser Kette für reine Verarsche *pardon*.
    Irgendwo muß das Geld für die Billigangebote ja wieder reinkommen, und wenn man nicht als Linkshänder am Dienstag mit einem braunen und einem grünen Auge für das Billigangebot qualifiziert, tja, Pech gehabt. [/QUOTE]

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Ich verstehe das nicht, eine Brille egal welche Dioktrin kann man verordnet bekommen,
    Ja, und dann zahlst du sie immer noch selber.

    Und ich hab auch lange nicht mehr die günstigen, vermutlich in Großserie produzierten und deswegen mit einem leidlich guten Preis/Leistungsverhältnis versehenen Kassengestelle gesehen, die es früher noch gab. Ich habe den Verdacht, seit da nicht mehr die Kassen den Deckel draufhalten, lohnt es sich nicht mehr, die herzustellen.

    Mit den relativen Preisen ist das so eine Sache. Ich denke, die Annahme, das billige Brillen von Leuten nachgefragt werden, denen eine modische oder elegante Erscheinung wichtig ist und die Willens und in der Lage sind, dafür signifikante Summen auf den Tisch zu legen, steht auf ziemlich dünnen Beinen.
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **

  5. #35

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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    @tirami-sue
    Offiziell ist die Brille (und Kontaktlinse) deshalb aus dem Leistungsumfang der gesetzlichen Kasse gestrichen worden, weil man sie im Normalfall weder für Therapie noch Prävention einsetzen kann.
    Ausnahmen: Kinder bis 18 Jahre, Erwachsene mit einer Sehleistung von weniger als 30% mit Brille und ein paar weitere und höchst seltene Fälle.

    Ich gönne meiner Schwiegermutter die Perücke, die die GKV nach einer Chemo bezahlt. Sogar eine Ersatzperücke gibt es. Die Brille dagegen wird selbst bei 20 Dioptrien noch nicht bezahlt! Für mich besteht da keine Verhältnismäßigkeit mehr, vor allem, wenn aufgrund bornierter Sachbearbeiter, die durchaus einen gewissen Entscheidungsspielraum hätten, Leute ins gesellschaftliche Abseits geraten.

    Der Passus in den Richtlinien, "mit Brille" weniger als 30% Sehleistung erreichen zu dürfen, damit man einen Zuschuss (!) zur Brille bekommt, ist eine besondere Unverschämtheit, denn OHNE Brille erreichen diese Leute oft nur Sehleistungen von 3-4% und sind somit effektiv blind. Wenn sich nun diese Leute keine Brille leisten können, sind sie quasi lebendig begraben, denn mit einer solchen Sehleistung kann ich noch nicht einmal eine Illustrierte lesen, geschweige denn Fernsehen, mich im Verkehr bewegen usw.

    Das ist wie Isolationshaft.

    Wenn Deine Bekannte Anwältin und sogar selbst betroffen ist, kann sie vielleicht die Chancen einer Klage vor dem Sozialgericht einschätzen. Wie schon erwähnt, verstößt m.E. die derzeitige Regelung gegen die Heil- und Hilfsmittelrichtlinien.
    Es wäre sehr freundlich, wenn ich ihre Einschätzung erfahren dürfte. Ich habe mich um eine Kandidatur zur BTW 2013 beworben und möchte hier unbedingt eine menschenwürdige Änderung anstreben, wenn ich tatsächlich ein Mandat erhalten sollte.

  6. #36
    Avatar von Tirami-Sue
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    @Blairwitch
    Wie Du ja richtig sagst, ist dies die "offizielle" Begründung. Wie Du ja richtig ausführst, müsste dann an sich noch einiges mehr aus dem Leistungsumfang der GKV gestrichen werden - was hoffentlich nicht passieren wird.
    Kinderlärm ist Zukunftsmusik.

  7. #37
    Avatar von Wolkentier
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    Zitat Zitat von Tirami-Sue Beitrag anzeigen
    @Blairwitch
    Wie Du ja richtig sagst, ist dies die "offizielle" Begründung. Wie Du ja richtig ausführst, müsste dann an sich noch einiges mehr aus dem Leistungsumfang der GKV gestrichen werden - was hoffentlich nicht passieren wird.
    Das bleibt wahrscheinlich ein frommer Wunsch... ich denke, dass die Leistungen mit Sicherheit noch weiter runtergeschraubt werden.
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    Vergesst Chuck Norris.... Spongebob grillt unter Wasser...!

  8. #38

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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    @blairwitch: Vielen Dank für die professionnellen Infos!
    Stimmt, das ist ein Gebiet, auf dem wahrscheinlich viele Laien sich etwas andrehen lassen, weil sie ja nicht Bescheid wissen können!
    Ich bin jetzt momentan wieder gut mit Sehhilfen eingedeckt. Wenigstens stimmt die Qualität.
    Bei meiner Stärke ist es sowieso nicht einfach, damit auch noch gut auszusehen.

  9. #39
    Avatar von Sugarnova
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    Wenn die Sehstärke sich ändert, stimmt - das ist schlimm.

    Allerdings, liebe Leute, geht zu einem guten Optiker, und gönnt euch eine gute, als 5 beim Billigheimer. Ich war sogar bei einem im Stadtzentrum als Studentin, die Brille hatte NIE was (also nicht mal eine Schraube locker), das Gestell sogar Designer (allerdings unbeabsichtigt - es stimmt, gute und preiswerte Gestelle gibt es kaum noch).

    Ein einziges Mal war ich bei F. Lustlos beraten, furchtbares Ding bekommen - nie wieder. Und dabei war das sogar noch zu Kassenzuzahlungszeiten.

    Übrigens - selbst noch ZU Zuzahlungszeiten war die Summe eher gering - ich erinnere mich an maximal 25 Prozent.

    Ich vergleiche es immer mit Ferrari und Smartfahren.

  10. #40
    Avatar von Sugarnova
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    AW: Ungerechtigkeiten beim Optiker

    PS - gibt es beim Optiker nicht auch Ratenzahlungen?

    Interessant aber schon, wie sich alle daran "gewöhnt" haben, dass Brillen keine Leistungen mehr sind.

    Der Aufschrei war damals zumindest gering.

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