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  1. #1
    Avatar von Schokolottie
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    Unser Gesundheitssystem

    Hi Ihr Lieben,

    ich denke mir, dieses Thema wird es schon mal hier gegeben haben, aber es ist einfach eine Sache, die mich immer und immer wieder wirklich fassungslos macht

    Ich finde es unglaublich, dass es diese 2-Klassen Medizin gibt (eigentlich ja schon 3 Klassen). Das immer offener und selbstverständlicher Privatpatienten bevorzugt werden.
    Das es möglich ist, wenn man nur genug verdient, sich aus diesem Sozialsystem zu verabschieden und privat vorzusorgen. Das geht doch bei den anderen Sozialversicherungen, wie z.B. der Rente auch nicht, warum denn hier? So ein System lebt doch davon, dass diejenigen die es können mehr tragen als die Schwächeren.
    Es kann doch auch keiner einfach sagen: so, ich verdiene jetzt gut, jetzt möchte ich bitte nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen, sondern sorge komplett privat vor.

    Ich war vezweifelt auf der Suche nach einem Orthopäden und einem Hautarzt hier (Großstadt), habe ganz viele Inet-Seiten abgesurft- sehr viele Ärzte nahmen sowieso NUR Privatpatienten, bei den anderen die gnädigerweise auch Kassenpatienten behandeln gab es immer eine Sonderinfo für die Privatpatienten zu lesen: diese werden bevorzugt behandelt, können auch ohne Termin jederzeit gern erscheinen, auf einen Termin müssten sie höchstens 2 Tage warten und die Wartezeit wird garantiert nie länger als 20 Min. betragen, da sie vorgezogen werden. GENAU SO stand es dort geschrieben!

    Ich kann ja nachvollziehen, dass Ärzte dies tun, weil Privatpatienten einfach mehr Geld einbringen, aber wird es dann nicht Zeit, dass da von Seiten der Politik mal ein Riegel vorgeschoben wird?
    Ich frage mich soweiso, wie es zu solch einem System kommen konnte- Lobbyarbeit? Spendengelder?

    Was haltet ihr von dem ganzen?

    Viele Grüße
    Schokolottie
    Geändert von Schokolottie (09.02.2012 um 09:59 Uhr)

  2. #2

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    AW: Unser Gesundheitssystem

    ..bei den anderen die gnädigerweise auch Kassenpatienten behandeln gab es immer eine Sonderinfo für die Privatpatienten zu lesen: diese werden bevorzugt behandelt, können auch ohne Termin jederzeit gern erscheinen, auf einen Termin müssten sie höchstens 2 Tage warten und die Wartezeit wird garantiert nie länger als 20 Min. betragen, da sie vorgezogen werden. GENAU SO stand es dort geschrieben!
    Sofort bei der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkasse beschweren!!
    Diese Vorgehensweise ist weder rechtlich zulässig noch mit der Berufsordnung der Ärzte vereinbar.
    Die AOK sichert in ihrem Faltblatt "Perspektiven" zu, sich um "zeitnahe" Termine beim Arzt kümmmern zu wollen, weil da die Machenschaften auch sauer aufstoßen.

    Was sich Ärzte da erlauben, ist eine bodenlose Sauerei. Einerseits schikaniert man die gesetzl. Versicherten mit oft monatelangen Wartezeiten, weil man an denen nichts verdienen würde, andererseits ist kaum einer so konsequent und gibt seine Kassenzulassung zurück.
    Mir ist auch klar, warum das so ist! Man kann nämlich von den vglw. wenigen Privatpatienten keine Praxis aufrecht erhalten!

    Da gibt man gerne vor, sich auch für eine "gute" medizinische Versorgung der Kassenpatienten einzusetzen, aber zockt diese mit meist unnötigen IGeLn ab und lässt sie monatelang auf einen Termin warten.
    Und bevor die privat Versicherten hier wieder ihr Verständnis für die Ärzte äußern, sollten sie sich mal fragen, wer eigentlich das gesamte Gesundheitswesen im Wesentlichen finanziert!?
    Gerade mal ein Fünftel dessen, was die GKV beisteuert, wird von der PKV ins System gezahlt.

    Wer also finanziert die Ärzte und Geräte, mit denen die Privaten bevorzugt behandelt werden?

  3. #3
    Avatar von Utetiki
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    AW: Unser Gesundheitssystem

    Zitat Zitat von Schokolottie Beitrag anzeigen
    Das geht doch bei den anderen Sozialversicherungen, wie z.B. der Rente auch nicht, warum denn hier? So ein System lebt doch davon, dass diejenigen die es können mehr tragen als die Schwächeren.
    Es kann doch auch keiner einfach sagen: so, ich verdiene jetzt gut, jetzt möchte ich bitte nicht mehr in die Rentenkasse einzahlen, sondern sorge komplett privat vor.
    Doch, aus der Rentenkasse kann man sich auch verabschieden, so man mehr als 5.600 € (glaube ich) verdient.

    Zur Änderung des Gesundheitssystems haben sich die Parteien ja durchaus schon Gedanken gemacht.
    Allein die Umsetzung....

  4. #4
    Avatar von Nocturna
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    AW: Unser Gesundheitssystem

    Zitat Zitat von Schokolottie Beitrag anzeigen
    Ich finde es unglaublich, dass es diese 2-Klassen Medizin gibt (eigentlich ja schon 3 Klassen). Das immer offener und selbstverständlicher Privatpatienten bevorzugt werden.
    Unser Gesundheitssystem ist super. Schon mal über den Tellerrand in andere EU-Länder geschaut? Großbritannien? Irland?
    Zitat Zitat von Schokolottie Beitrag anzeigen
    Ich war vezweifelt auf der Suche nach einem Orthopäden und einem Hautarzt hier (Großstadt), habe ganz viele Inet-Seiten abgesurft- sehr viele Ärzte nahmen sowieso NUR Privatpatienten, bei den anderen die gnädigerweise auch Kassenpatienten behandeln gab es immer eine Sonderinfo für die Privatpatienten zu lesen: diese werden bevorzugt behandelt, können auch ohne Termin jederzeit gern erscheinen, auf einen Termin müssten sie höchstens 2 Tage warten und die Wartezeit wird garantiert nie länger als 20 Min. betragen, da sie vorgezogen werden. GENAU SO stand es dort geschrieben!
    Das ist dann wahrscheinlich auch abhängig vom Bundesland und der Region. Meine Eltern (Umkreis München) sind AOK-Patienten und haben immer noch zeitnah einen Termin bekommen, egal bei welchem Arzt und sie sind in einem Alter, wo man oft beim Doc ist.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  5. #5
    blubb-blubb
    gelöscht

    AW: Unser Gesundheitssystem

    Zitat Zitat von Blairwitch Beitrag anzeigen
    Was sich Ärzte da erlauben, ist eine bodenlose Sauerei. Einerseits schikaniert man die gesetzl. Versicherten mit oft monatelangen Wartezeiten, weil man an denen nichts verdienen würde, andererseits ist kaum einer so konsequent und gibt seine Kassenzulassung zurück.
    Mir ist auch klar, warum das so ist! Man kann nämlich von den vglw. wenigen Privatpatienten keine Praxis aufrecht erhalten!
    Vielleicht ist das ja nur regional bedingt so. Aber bei uns gibt es viele Ärzte die ausschließlich Privatpatienten behandeln. Oder es gibt Gemeinschaftspraxen in denen sich ein Arzt ausschließlich um die Privaten kümmert. Also wirtschaftlich scheint das zu gehen.

    Ich sehe das Problem aber nicht bei den Ärzten sondern im System.

    Ärzte müssen für ihre Leistungen angemessen bezahlt werden. Wenn ich mich richtig erinnere erhält doch der Arzt von den gesetzlichen Kassen meistens nur einen Pauschalbetrag für ein bestimmtes Krankheitsbild. Was dann untersucht und behandelt werden muss muss von diesem Pauschalbetrag finanziert werden. Und der Betrag ist doch oft an der untersten Grenze angesetzt. Eine leistungsbezogene Abrechnung die der Patient aber auch selbst zu sehen bekommt wäre zumindest schon mal ein Anfang zur Besserung.

    Ein Gesetz, das verlangt, dass GKV und PKV Patienten gleich behandelt werden sollen würde doch am Ende nur bewirken, dass sich Ärzte auf Dauer überlegen werden ob sie weiterhin in Deutschland praktizieren möchten. Jetzt ist es ja schon oft attraktiver im Ausland als Arzt tätig zu sein als in Deutschland. Und am Ende haben wir einen Ärtzemangel oder/und nur noch die, die im Ausland keinen Job finden. Die Wartezeiten für die Patienten dürfte sich dann noch verlängern und die Dauer der einzelnen Behandlung verkürzen.

    Und wenn Ärzte ganz offen ihre Privatpatienten bevorzugen stört es sie vermutlich nicht, dass sie riskieren ihre Kassenzulassung zu verlieren.
    Geändert von blubb-blubb (09.02.2012 um 11:50 Uhr)

  6. #6

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    AW: Unser Gesundheitssystem

    Also, ich kann diese Ungleichbehandlung nicht bestätigen, ich werde heute in der GKV genauso gut behandelt wie damals in der PKV.

    Wäre das nicht der Fall, würde ich den Arzt wechseln; es gibt genug davon, gerade in großen Städten.

    Und solche Fälle wie die erwähnten würde ich sofort melden.
    Ohne Hundehaare ist man einfach nicht richtig angezogen.
    (Quelle: auf einem T-Shirt gelesen)

  7. #7
    VIP Avatar von xanidae
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    AW: Unser Gesundheitssystem

    Ich bin privatversichert (KK und Rente). Bei Ärzten kann ich keine Sonderbehandlung erkennen. Noch nie bin ich bei Telefonaten nach meiner Krankenversicherung gefragt worden und habe die gleichen Wartezeiten wie andere.
    Auch meine Kinder sind privat versichert und da ist es ähnlich.

    Was ich erlebe ist, dass wir schneller zu Untersuchungen, wie z. B. Röntgenaufnahmen, etc. kommen. Ob das immer so nötig ist? Mein Sohn ist in eine Scherbe gefallen und sollte vor und nach der Behandlung in der Klinik geröntgt werden. Davor haben wir noch eingesehen, danach nicht mehr.

    Meine Freundin, die je eine Schwangerschaft privat und gesetzlich versichert erlebt hat, beschreibt ähnliches.
    Viele Untersuchungen, die in der ersten Schwangerschaft (privat) gemacht wurden, wurden in der zweiten nicht gemacht oder sie sollte dafür zahlen.

    Ich habe einmal ausgenutzt, dass ich privat versichert bin: Nach einem Unfall brauchte ich ein MRT um Schlimmeres auszuschließen (Wartezeit beim Orthopäden 2Stunden ohne Anmeldung; Dauer der Untersuchungen: 2 Std.). Hier hätte ich vor meinem Urlaub keinen Termin mehr bekommen. Also habe ich gefragt, ob es ihr hilft, wenn ich ihr sage, dass ich privat versichert bin. Ja, das half und ich hatte vor meinem Urlaub einen Termin und es war zum Glück alles in Ordnung. Der Urlaub konnte stattfinden.

    1800€ hat die Untersuchung gekostet. Die ich in Vorlage leisten muss. Meine Krankenkasse lässt sich gerne bis zu 8 Wochen mit der Rückzahlung Zeit - und manchmal zahlt sie nicht alles was auf der Rechnung steht.

    Und dann steht man als Privatversicherter auch da wie der Depp. Denn ich weiß ja nicht, was bezahlt wird und was nicht und die Ärzte machen dann einfach.
    Wir sind privatversichert, weil wir selbständig sind und nicht, weil wir so viel verdienen. Die gesetzliche Versicherung wäre für uns als Familie praktischer.
    Doch in unserer Anfangszeit war keine gesetzliche Krankenversicherung bereit uns bezahlbare Beiträge zu nennen. Ich hatte Anfangs Einkünfte von 500€ und hätte 800€ Krankenkasse bezahlen müssen. Da waren die 300€ von den sicherer. Erst 2 Jahre später hätten wir uns die gesetzliche leisten können. Doch eine Rückkehr ist quasi unmöglich.

    Ich würde gerne auf den Bürokram und den Ärger verzichten, der mit jeder Arztrechnung ins Haus fliegt. Mittlerweile überlegen wir uns gut, ob wir zum Arzt gehen oder nicht.

    So toll ist es auch nicht privat versichert zu sein. Diese Extra-Sprechstunden und Wartezimmer müssen wir nämlich bezahlen, in dem Untersuchungen gemacht werden, die nicht immer nötig sind und oft auch nicht bezahlt werden.
    Ich gehe lieber zu Ärzten, die alle behandeln und warte dann auch mal 2 Stunden.
    Vergreife dich nie am Kaffee eines Marines

    Aus den Regeln des Gibbs

  8. #8

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    AW: Unser Gesundheitssystem

    @tilbage
    In den Krankenhäusern ist das tatsächlich inzwischen so, dass so gut wie kein Unterschied mehr zwischen GKV und PKV gemacht wird und werden kann.

    Beim Niedergelassenen sieht das aber schon noch anders aus.

    @nocturna
    Weil es in anderen Ländern u.U. noch schlechtere Lösungen gibt, heißt das doch noch lange nicht, dass wir uns hier alles gefallen lassen müssen, oder? Schließlich hat man doch auch als zahlender Patient Rechte, oder? Und dass sich Ärzte bevorzugt in den Speckgürteln der Städte niederlassen, ist auch nichts Neues.
    Ihre Eltern dürfen gerne jedes Quartal z.B. beim Augenarzt auftauchen. Für jedes Quartal kassiert er dann nämlich seine knapp 20 Euro. Nur innerhalb des Quartals nochmal kommen und ein Wehwehchen oder eine Reklamation vorbringen hat man gefälligst zu unterlassen.
    Hier bei uns warten GKVler mitunter ein halbes Jahr auf einen Augenarzt-Termin. Das kann ich beweisen. Woanders ist es meist nicht sooo dramatisch, aber 4-6 Wochen Wartezeit sind völlig normal.
    Solche Zustände als "super" zu bezeichnen, spricht nicht für viel Infos in diesem Bereich.

    @blubb-blubb
    Jaja, mit dem Weggang ins Ausland wird schon länger gedroht. Man versucht, die Leute, die einem das Medizinstudium finanziert haben, zu erpressen. Doch das wird nicht gelingen, denn man wird die Finanzierung des Studiums künftig an Bedingungen zu knüpfen wissen. Außerdem: Wir haben weit mehr Interessenten an Humanmedizin als Studienplätze und aus dem ach so tollen Ausland, wo man ja so suuuuper verdient, drängen eine Menge Ärzte nach Deutschland.

    Ich bin NICHT dafür, dass ein Augenarzt mit 18-19 Euro pro Quartal und Patient auskommen muss, aber man muss auch sehen, dass in einer Zeit, in der die Kassen (auch die privaten) den Beiträgen hinterherlaufen müssen, den Bürgern nicht mehr tiefer in die Tasche gegriffen werden kann. Folglich muss man das Geld einsparen, das man den Ärzten zusätzlich geben muss und auch sollte und ich persönlich hätte einige Vorschläge, wo man das einsparen kann.

    ABER JEDWEDE SCHIKANE DES PATIENTEN MUSS KONSEQUENZEN HABEN! Denn dieser kann für das Problem der Ärzte nichts.

    @xanidae
    Ja, bis auf die angeblich nicht vorkommende Unterscheidung bei den Ärzten kann ich jedes Wort bestätigen.
    In meiner Familie wird jemand, der privat versichert ist, seit Aug. 2009 am Darm behandelt. Kosten bislang: ca. 70.000 Euro
    Einige Ärzte machen bei privat Versicherten mehr als notwendig ist, um mehr mit jeweils erhöhtem GOÄ-Satz abrechnen zu können. Man kann als unbedarfter Patient meist nicht wissen, was nun nötig ist und was nicht, weshalb ich eine solche Abzockerei als einen besonders perfiden Vertrauensbruch werte. Übrigens bringen m.E. aus dem gleichen Grund die oft geforderten Patienten-Quittungen gar nichts. Auch wenn der Patient unterzeichnet, dass diese oder jene Untersuchung tatsächlich durchgeführt wurde, weiß man immer noch nicht, ob diese auch nötig war.
    Geändert von Blairwitch (09.02.2012 um 12:33 Uhr)

  9. #9

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    AW: Unser Gesundheitssystem

    Ich war bisher auch pflichtversichert. Und zwar freiwillig. Ärgere mich aber jetzt noch, dass ich nicht in die PKV gewechselt habe.

    Wenn man nämlich in Elternzeit geht, muss man als freiwillig versichertes Mitglied seine Versicherung selber weiterzahlen, während man, wenn man davor unter der Grenze lag, den Beitrag für die Zeit übernommen bekommt. D.h. von meinem Elterngeld gehen jeden Monat gleich mal über 300 € für in die KV, und dann noch mal 140 für die Kleine. Meine Kollegin, die mit mir gleichzeitig schwanger wurde, 200 € weniger verdiente und dadurch unter der Grenze lag, zahlt dagegen nichts. Ich könnte jeden Monat kotzen.

    Es kann doch echt nicht sein, dass Leistung bestraft wird.


    Zum anderen:
    Ich konnte bisher auch noch nicht wirklich Unterschiede in der Behandlung feststellen.

    Aber was mich noch aufregt, ist die Ungleichbehandlung bei der Mitversicherung.

    Egal, wieviel einer verdient, wenn er in der GKV ist, kann er seine ganze Familie kostenfrei mitversichern.

    Wir haben hier zig Leiter in der Firma mit 5-stelligem Monatsgehalt, wo die Frau daheim sitzt mit Putzfrau und Aupair und die ganze Familie über ihn versichert ist. Der könnte sich die Beiträge problemlos leisten, so finanziert ihm halt die Gemeinschaft jeden Monat 1000 Euro. Aber das Klientel fasst natürlich weder CDU noch FDP an.

    Ein andrer, der am Existenzminimum rumkrebst und privatversichert ist, muss für seine Familie dagegen selber zahlen. Ist das eine Kind der Gesellschaft weniger wert als das andere? Wer braucxht eher Unterstützung?

    Das sollte schleunigst so umgestellt werden, dass es die kostenlose Mitversicherung nur bis zu einer bestimmten Einkommenshöhe gibt. Wären zwar selber davon betroffen, fände ich aber trotzdem gerechter.

  10. #10
    blubb-blubb
    gelöscht

    AW: Unser Gesundheitssystem

    Zitat Zitat von Blairwitch Beitrag anzeigen
    @blubb-blubb
    Jaja, mit dem Weggang ins Ausland wird schon länger gedroht. Man versucht, die Leute, die einem das Medizinstudium finanziert haben, zu erpressen. Doch das wird nicht gelingen, denn man wird die Finanzierung des Studiums künftig an Bedingungen zu knüpfen wissen. Außerdem: Wir haben weit mehr Interessenten an Humanmedizin als Studienplätze und aus dem ach so tollen Ausland, wo man ja so suuuuper verdient, drängen eine Menge Ärzte nach Deutschland.

    Ich bin NICHT dafür, dass ein Augenarzt mit 18-19 Euro pro Quartal und Patient auskommen muss, aber man muss auch sehen, dass in einer Zeit, in der die Kassen (auch die privaten) den Beiträgen hinterherlaufen müssen, den Bürgern nicht mehr tiefer in die Tasche gegriffen werden kann. Folglich muss man das Geld einsparen, das man den Ärzten zusätzlich geben muss und auch sollte und ich persönlich hätte einige Vorschläge, wo man das einsparen kann.

    ABER JEDWEDE SCHIKANE DES PATIENTEN MUSS KONSEQUENZEN HABEN! Denn dieser kann für das Problem der Ärzte nichts.
    Wir haben doch in einigen Gebieten schon Ärztemangel, z.B. auf dem Land oder in Regionen in denen es nur wenig Privatpatienten gibt. Ganz einfach aus dem Grund weil es sich wirtschaftlich für einen Arzt nicht rechnet. Oft sind sie ja schon froh, wenn sie in solchen Regionen überhaupt ihre Kosten decken können.

    Und die langen Wartezeiten können doch nur entstehen wenn es eigentlich zu wenig (gute) Ärzte gibt. Ein Arzt wird sicher nicht bewußt auf Termine und Geld verzichten nur um die Patienten zu ärgern. Der Terminkalender ist einfach voll.

    Du schreibst, dass man den Bürgern nicht immer tiefer in die Taschen greifen kann. Daher muss woanders gespart werden. Wird es ja auch, die Leistungen werden gekürzt. Wie sonst soll man sparen? Zusätzlich gibt es immer mehr medizinische Möglichkeiten, die aber nun mal teilweise sehr teuer sind. Also bleibt nur die Wahl entweder die Beiträge zu erhöhen oder Leistungen zu kürzen oder gar nicht erst aufzunehmen.

    Jeder Patient hat aber die Möglichkeit Untersuchungen oder Behandlungen die er oder der Arzt für erforderlich halten selbst zu bezahlen oder sich halt zusätzlich zu versichern.

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