Ein gewisser Gerhard Amendt, seines Zeichens Professor für Soziologie, ist der Ansicht, dass Frauenhäuser nicht nur überflüssig seien, sondern zudem "ein Hort des Männerhasses", und somit der Paarbeziehung abträglich.
Zudem seien Frauen "genauso aggressiv und genauso gewalttätig" wie Männer.
Warum letzteres auch immer ein Argument für sein Plädoyer sein soll.
Is klar, Herr Amendt. Die von ihrem alkoholisierten oder ideologiegeführten Mann halbtot geprügelte Frau, die bei Nacht und Nebel und mit nichts weiter als den derzeitigen Klamotten am Leib und ihren Kindern an der Hand letzten Endes ein Frauenhaus aufsucht, tut dies lediglich, weil sie grad mal Lust hat, sich eine Portion "Radikalfeminismus" zu geben.
Dass Frauen auch frustriert und gewalttätig sind, glaube ich ohne weiteres, und das geht sicher nicht in Ordnung. Das wird sich aber tendenziell auf anderen Ebenen abspielen. Über die Definition von "Gewalt" müsste man daher in dem Zusammenhang vielleicht zuerst sprechen. Oder will Herr Amendt die allgemeine körperliche Überlegenheit von Männern anzweifeln?
Die Errichtung von Männerhäusern sei jedem freigestellt.
Einzig der Bedarf scheint hier zu fehlen, und das mit Sicherheit nicht nur, weil sich alle misshandelten Männer für ihren Zustand zu sehr schämen. Die Angst um Leib und Leben scheint auf der Seite wenig bekannt zu sein.
Meiner Ansicht nach wieder mal jemand, der weibliche Autonomie bzw. männlichen Machtverlust jeglicher Art als Bedrohung sieht und gern die 50er zurückhätte. Mindestens.
Wenn man sich so einige Kommentare zu dem Artikel ansieht, die in dieselbe Kerbe hauen, scheint das alles leider auf allzu fruchtbaren Boden zu fallen. Wieder mal ein Beispiel für einen sich ankündigenden, gesellschaftlichen Rückschritt.












Zitieren

Was ist an "Nacht und Nebel" verkehrt?
* * * * * * * * * * 