Hallo an alle!
Ich lese seit ein paar Wochen viele Einträge hier im Forum. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen meine Geschichte zu erzählen, in der Hoffnung jemand hat etwas ähnliches erlebt und es geschafft wieder zusammen zu kommen.
Mein Mann und ich sind seit 16 Jahren ein Paar und seit 10 Jahren verheiratet. Es war Liebe auf den ersten Blick und wir wollten alles zusammen meistern. Er hat damals noch studiert und war ziemlich orientierungslos. Die Liebe zu mir hat ihm gut getan und er hat erkannt, dass er etwas erreichen will. Und er hat es geschafft - er ist beruflich erfolgreich. Ich hatte auch viele Pläne (Abitur nachholen und Studieren) und nach Beendigung seiner Ausbildung und unserem ersten Umzug in ein neues Bundesland, habe ich auch damit begonnen (ich habe als Jahrgangsbeste mein Abi nachgeholt).
Leider begann mit der Berufstätigkeit eine Veränderung in meinem Mann, die ich nie richtig verstehen konnte. Er leidet nämlich darunter Verantwortung zu tragen. Er hat ständig Angst auf Arbeit Fehler zu machen und dann seinen Job zu verlieren. Wie ich weiter oben geschrieben habe, ist er erfolgreich in dem was er tut. Deshalb verstehe ich einfach nicht, dass diese Ängste sich nicht überwinden lassen.
Des weiteren wollte er nie Kinder, jedenfalls nicht so früh. Als ich nach 5 Jahren Beziehung ungewollt schwanger wurde, war das ein Schock für uns beide. Ich habe mich jedoch schon immer als Mutter gesehen und begann mich zu freuen. Für ihn war das nicht so, aber er sagte, er liebt mich und deshalb schaffen wir das schon.
Als unsere Tochter da war, war ein ein liebevoller Papa. Nicht oft, aber wie viele Männer können schon etwas mit einem Baby anfangen. Die Idee zu Heiraten, kam von ihm. Abgesichert sein und nach außen eine richtige Familie.
Dann kam die erste Krise. Ich spürte, das er unglücklich war und bat ihn über alles nachzudenken. Wir sind in diesem Sommer gertrennt in den Urlaub gefahren (er in die Berge mit seinen Eltern zum Klettern und ich zu meiner Oma). Als wir uns wiedersahen, sagte er, er habe viel nachgedacht und wir seien zu wichtig um uns zu verlieren. Es war wunderbar. Wir hatten wieder eine tiefe Bindung. Vor lauter Leidenschaft, haben wir bei der Verhütung nicht so gut aufgepasst (hatte gerade die Stillzeit beendet und wartete auf meine Regel um die Pille wieder zu nehmen) und dann war ich wieder schwanger... Diesmal war er es, der sagte, das wird schon, du bist eine wunderbare Mutter. Damit waren dann aber meine Studienpläne total gestorben.
Okay. Unsere beiden Mädels sind wunderbar und ich habe viel in sie investiert. Mein Mann konnte das nicht so, aber das war für mich in Ordnung. Wir drei sind ein super Team.
Nun zum weiteren Verlauf: nach 3 Jahren in seinem ersten Job lief es an dem Standort nicht mehr so gut (persönliche Weiterentwicklung und das Gerücht von der Standortschließung). Also hat mein Mann einen Stellenwechsel innerhalb des Unternehmens vorgenommen. Für die Familie bedeutete das einen Umzug über fast 400 km und ein neues Bundesland. Wir haben die Möglichkeit genutzt und uns ein eigenes Haus gekauft. Im ersten Jahr lief alles wunderbar. Aber dann gegen Ende 2005 hat die Firma angefangen zu schwächeln. Gerüchte über Sozialpläne für firmenbedingte Kündigungen machten die Runde und meinen Mann hat das alles sehr belastet. Im Frühjahr 2006 habe ich auch wieder angefangen halbtags zu arbeiten, und wir hatten trotz der Unruhe auf seiner Arbeit eine schöne Zeit.
Zu Beginn des Jahres 2008 hat man meinem Mann das Angebot gemacht noch einmal innerhalb der Firma zu wechseln. Er ist darauf eingegangen um eine berufliche Perspektive zu habe. Diesmal sind wir nicht sofort mit umgezogen und er war 6 Monate allein in einer anderen Stadt. Es war für ihn eine furchbare Zeit, er hat uns so schrecklich vermisst. Ein früherer Arebitskollege hat ihm dann eine Stelle bei einem großen deutschen Automobilhersteller ermöglicht und endlich wollten wir zur Ruhe kommen. Er hat wieder 6 Monate ohne uns dort gelebt und in dieser Zeit habe ich das Haus verkauft und alles hinter uns abgebrochen um wieder 500 km umzuziehen. Diesmal war es sehr schwer für mich. Auch die Große hat unter dem Schulwechsel sehr gelitten.
Meine ganze Hoffnung lag darin schnell wieder ein eigenes Haus und Nest für uns zu finden. In dieser Zeit habe ich mich sehr gehen lassen. Habe zugenommen und wurde ein anstregender Mensch. Ich habe ihm auch nicht richtig zugehört, wenn er sich beklagt hat über sein Leben (Verantwortung, wieder ein Haus kaufen und nicht weg können, wie bei Miete, und natürlich, dass mit mir nichts mehr los ist).
Nun haben wir seit September letzen Jahres ein neues Zuhause und obwohl er erst nicht so recht wollte, hat er sich doch auf den Umzug gefreut. Leider habe ich mein Versprechen nicht eingehalten. Ich wollte wieder zu kir finden und mich nicht mehr gehen lassen. Stattdessen habe ich wie eine wilde am Haus gewerkelt. Ich war davon besessen, dass alles wieder gut wird, wenn hier alles schön ist. Aber genau das Gegenteil ist eingetreten. Seit Ende letztem Jahr gibt es in der Abteilung meines Mannes neue Kollegen und eine Kollegin. Er hat viel positives von den berichtet und auch von ihr. Zu Beginn des neuen Jahres hat mein Mann noch einmal den Versuch gestartet abzunehmen und sportlich wieder auf sein altes Level zu kommen. Er hat es auch geschafft und ich bin sehr stolz auf ihn, aber ich habe nicht mitgezogen.
Leider hat die neue Kollegin die Witterung aufgenommen. Sie ist 4 Jahre älter,sieht nicht wirklich gut aus, ist aber sportlich, verheirat, aber unglücklich und hat 2 kleine Kinder. Irgendwie stimmt zwischen den beiden die Chemie und sie haben sich in einander verliebt oder etwas ähnliches.
Ich habe das gespürt und nach ungefähr 4 Wochen habe ich in sein Handy geschaut - da war sie, die SMS. Damit war alles klar. Ich habe ihn darauf angesprochen und er hat beim ersten Gespräch alles geleugnet. Am nächsten Tag habe ich alle EMails gelesen und ein weiteres Gespräch gesucht. Dann hat er angefangen zu erzählen:
Er wüsste nicht, was das sein, aber sie hätte Gefühle in ihm geweckt, die er schon einige Zeit nicht mehr für mich hat. Wir hätten wie Bruder und Schwester neben einander gelebt und er sei aufgewacht und wüsste jetzt nicht, was er tun soll. Er stecke in einem schwarzen Loch und hätte keine Ahnung, was jetzt kommt. Ich habe ihm gesagt, dass ich eine solche Situation nicht ertragen kann und er sich entscheiden müsse. Sie oder wir!
Er sagte, wir wären ihm sehr wichtig und er werde das mit ihr eindämmen und schauen, was passiert.
Ich habe mit zu dieser Zeit sehr stark gefühlt. Und bin aus meinem Schlaf aufgewacht und habe erkannt, was schief läuft, bzw. gelaufen ist. Ich habe mit Sport begonnen und abgenommen. Und er war eigentlich ganz lieb zu mir.
Nach ungefähr 2 Wochen habe ich einen interessanten Anruf erhalten. Der Ehemann hat es rausgefunden, da sich die beiden nach wie vor SMS geschrieben haben und sich ihre Zuneigung bestätigten. Er fragte mich, ob wir uns treffen wollen und ich sagte ja. Ich habe meinen Mann ruhig und sachlich gesagt, dass ich hinfahren werde, und dass ich eine klare Entscheidung will, wenn ich wieder komme.
Wir haben uns getroffen und unterhalten und ich bekam sogar die Gelegenheit, mit ihr zu sprechen. Sie ist in ihrer Ehe sehr verbittert und wird sich sowieso von ihm trennen. Sie bat mich meinem Mann gehen zu lassen. Ich weis aber genau, dass er nicht mit ihr zusammen leben will. Er sagte, entweder schaffen wir es noch einmal oder er bleibt alleine. Treffen kann er sie ja. Aber keine feste Bindung mehr.
Als ich wieder heimkam, hatten die beiden schon miteinander telefoniert und er hat die Sache beendet. Soweit so gut.
Leider bedeutet das nicht automatisch, dass hier alles wieder wird. Und er hat mit zwar gesagt, dass seine Gefühle eingeschlafen sind, er aber alles tun will, um sie wieder zu erwecken. Nur wie soll das gehen? Er ist die nächsten 2 Wochenenden zu seinen Eltern gefahren - es geht ihm ja nicht gut! Er ist zwar lieb zu mir (Küsschen und Umarmungen früh und abends), aber viel Zeit verbringt er nicht mit mir. Am Wochenende hat er gesagt, er will unseren Urlaub abwarten und danach weitersehen. Zu einer Beratung will er nicht, mit Fremden über Probleme reden kann er nicht.
Ich schwanke zwischen Hoffen und Bangen. Langsam bekommen die Mädels auch mit, was hier los ist. Ich weis nicht mehr, was ich denen sagen soll.
Natürlich habe ich den Rat schon angenommen und habe begonnen Dinge für mich zu verändern. Ich habe 13 kilo verloren, mache Sport und sehe umwerfend aus. Die Patienten sprechen mich darauf an und sein bester Freund kann auch nicht verstehen, warumer mich nicht mehr begehrt.
Aber was soll ich tun, wenn seine Gefühle wirklich weg sind? Ich kann sie nicht wieder herzaubern, egal wie toll ich mich präsentiere. Was kann ich machen?
Bitte nicht erschrecken über meine vielen Zeilen. Es ist alles sehr komplex: ein Mann, der kein langeweiliges, konservatives und verantwortungsvolles Leben will, hat eine Frau, die ihn schon eine ganze Weile nicht mehr fasziniert hat. Und eine neue Frau hat das alles ausgelöst...










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