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  1. #1
    Avatar von Zinn
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    Der Normcore-Thread

    Normcore umschreibt die Mainstream-Kunden, die nicht aus der Masse herausstechen, sondern in ihr verschwinden wollen. Bei diesem Modetrend „geht es um Anpassungsfähigkeit, nicht um Exklusivität“, erklären die Autoren der Streitschrift Youth Mode, durch die der Begriff geprägt wurde. „Normcore-Träger“ sind aber nicht modeuninteressierte Personen, die Beliebiges anziehen, sondern sie kaufen bewusst unauffällige Kleider (...). (...)

    Normcore-Kleider sind alltägliche Casual-Kleidungsstücke wie T-Shirts, Kurzarmhemden, Hoodies, Jeans- oder Chinohosen. Diese Kleider werden von Männern und Frauen gleichermaßen getragen. Elemente wie Krawatten oder Blusen gehören nicht zum Normcore-Stil.

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Normcore




    Für mich bedeutet Normcore, mich in jeder Einkaufspassage und in jedem Supermarkt mit Klamottenabteilung einkleiden zu können. Normcore hat für mich eine Bandbreite: Von KiK, wo ich öfter dunkelblaue Jeans in nahezu coolen Schnitten für unter zehn Euro finde, bis zu Kaschmirpullovern von Lidl oder Aldi. Beim Discounterkaschmir bevorzugt die Herrenpullover, die wertiger und unprätentiöser als die Versionen für Frauen sind.

    Normcoremarken wie Esprit und Abercrombie & Fitch sind nicht mein Fall, weil die Qualität oft nicht dem Preis entspricht. Außerdem mag ich keine sichtbaren Label. Begeistern kann ich mich dagegen für Dreierpacks T-Shirts von Fruit of the Loom, die ich im Supermarkt ohne anzuprobieren wie Tütensuppen mitnehme. Nicht, dass ich wirklich Tütensuppen kaufen würde.

    Normcore bedeutet für mich, unfällig, preiswert, pflegeleicht und komfortabel gekleidet zu sein. Ich interessiere mich für Kleidung, aber nicht für Mode. Das Konzept Normcore macht mich glücklich, weil ich mich damit trotz meines Mangels an Stilgefühl nicht mehr als modisch minderbemittelt, sondern als gut genug empfinde.

    Liebe Schwestern im Normcore-Geiste, wo kauft ihr eure Kleidung? Welche Outfits gefallen euch? Welche Schnitte, Farben, Materialien bevorzugt ihr? Was genau habt ihr in eurem Kleiderschrank? Macht euch Normcore glücklich?

  2. #2
    Avatar von red_gillian
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    AW: Der Normcore-Thread

    Ich habe einen gewissen Hang zu Normcore. Boyfriend-Jeans, wegen des Schnittes gerne Fruit of the Loom-T-Shirts in großen Größen, im Winter mit No-Name Longsleeves darunter, beides in den Farben, auf die ich gerade Lust hab (schwarz, grau und quer durch den Regenbogen). Drüber eine Kapuzenjacke in der Farbe, auf die ich gerade Lust hab. Knöchelhohe Chucks-Imitate, Flip-Flops oder Wanderstiefeln nachempfundene Boots an die Füße, je nach Jahreszeit. Bei Bad-Hair-Days oder im Winter noch ein Beanie (vulgo "Schlumpfmütze") obendrauf.

    Aber als einzige Facette wär mir das zu wenig.
    Ob man den zweiten "Hauptast" meiner Art, mich zu kleiden, auch Normcore nennen kann? Vermutlich.
    Das sind Kleider, hauptsächlich in schwarz und grau, ein paar auch in gedeckten Farben, entweder weit geschnitten oder figurumspielend (kann auch relativ körpernah sein, nur richtig eng geht nicht), knielang bis maxi, darüber alle möglichen Varianten von Strickjacken im selben Farbspektrum, Länge zwischen Bolero und Maxi; diverse Jeans in verschiedenen Blautönen, Schwarz, Grau und gedeckte andere Farben, eher fließende Oberteile, dazu gerne Ankleboots, auch mal Budapester, Sneakers, Pumps, Kittenheels, Stiefel, Sandalen, Flip-Flops (ich liebe Flip-Flops), alles mit variierenden Absatzhöhen von 0 - 8 cm.

    Materialen: Baumwolle, Viskose, Kaschmir, Seide, Mischgewebe.
    Ich habe durchaus Interesse an Mode, fühle mich aber meistens in "cleanen", "zeitlosen" Sachen wohler. Ich guck gern Mode und wenn mir etwas gefällt und ich es 1. als zu mir passend und 2. mehr als eine Saison tragbar empfinde, kaufe ich es auch. Marken sind mir völlig egal, deswegen kann ich keine bevorzugte nennen. Wenn ich etwas als seinen Preis wert empfinde, dann kaufe ich es auch. Ich versuche allerdings, auf Nachhaltigkeit zu achten, wenigstens einigermaßen. Gelingt bei weitem nicht immer *seufz*.
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
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    Geändert von red_gillian (19.04.2017 um 22:28 Uhr) Grund: Edith hat noch eine Klammer eingefügt.

  3. #3
    Avatar von Zinn
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    AW: Der Normcore-Thread

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Knöchelhohe Chucks-Imitate, Flip-Flops oder Wanderstiefeln nachempfundene Boots an die Füße, je nach Jahreszeit. Bei Bad-Hair-Days oder im Winter noch ein Beanie (vulgo "Schlumpfmütze") obendrauf.
    Ah, die wichtige Schuhfrage habe ich vergessen. Es interessiert mich sehr, welche Schuhe ihr zu Normcore tragt.

    In Sachen Schuhe weiche ich von Normcore ab. Da ich nie mehr als zwei, maximal drei Paar Schuhe besitze und viel zu Fuß gehe, kaufe ich überwiegend Markenschuhe aus Echtleder. Zur Zeit sind das schwarze Stiefel im Reitstil von Gabor und schwarze Ballerinas von Tamaris.

    Beim Entrümpeln habe ich Jahrzehnte alte Tennisschuhe meiner Mutter wiederentdeckt, die ich diesen Sommer tragen werde. Es sind klassische "Turnschuhe" aus Baumwolle mit Gummisohle. Die zart rötliche Tennisplatzsand-Patina auf vergilbter, weißer Baumwolle ist cool.

    Die Beanie gehört im Winter natürlich dazu. Bei mir sind es selbst gehäkelte Mützen aus Schafwolle, tendenziell mehr Baske als Schlumpf. Sommerbeanies aus Baumwolle gefallen mir, trage ich aber nicht. Dafür sitzt bei brennender Sonne ein von meinem Vater ausgemusterter und ehemals sehr teurer Strohhut auf meinen Kopf.


    Aber als einzige Facette wär mir das zu wenig.
    Ob man den zweiten "Hauptast" meiner Art, mich zu kleiden, auch Normcore nennen kann? Vermutlich.

    Das sind Kleider, hauptsächlich in schwarz und grau, ein paar auch in gedeckten Farben, entweder weit geschnitten oder figurumspielend (kann auch relativ körpernah sein, nur richtig eng geht nicht), knielang bis maxi, darüber alle möglichen Varianten von Strickjacken im selben Farbspektrum, Länge zwischen Bolero und Maxi; diverse Jeans in verschiedenen Blautönen, Schwarz, Grau und gedeckte andere Farben, eher fließende Oberteile, dazu gerne Ankleboots, auch mal Budapester, Sneakers, Pumps, Kittenheels, Stiefel, Sandalen, Flip-Flops (ich liebe Flip-Flops), alles mit variierenden Absatzhöhen von 0 - 8 cm.
    Normcore wird zwar offiziell als Unisexkleidung definiert. Doch da zum Beispiel T-Shirts für Frauen meistens geschlechtsspezifisch tailliert geschnitten sind, empfinde ich diese einfachen Kleider-Outfits als Normcore.

  4. #4
    Avatar von red_gillian
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    AW: Der Normcore-Thread

    Zitat Zitat von Zinn Beitrag anzeigen
    Beim Entrümpeln habe ich Jahrzehnte alte Tennisschuhe meiner Mutter wiederentdeckt, die ich diesen Sommer tragen werde. Es sind klassische "Turnschuhe" aus Baumwolle mit Gummisohle. Die zart rötliche Tennisplatzsand-Patina auf vergilbter, weißer Baumwolle ist cool.
    Offtopic:
    Ich trug jahrelang ein Paar Sixties-Pumps mit Kittenheel-Absatz von meiner Mutter, ebenso ein Paar knöchelhoher Wildlederstiefelchen und ein Paar graue Glattlederpumps mit neobarocker Zierschnalle, späte Fünfziger oder frühe Sechziger habe ich heute noch.
    Den Fifties-Wendeanorak meiner Mutter und das Schneehemd meines Vaters aus der gleichen Ära habe ich auch jahrelang geschleppt, genauso einen schwarzen dreiviertellangen Glattledermantel meiner Oma.
    Ich scheine also auch einen gewissen Hang zu gewissen Vintage-Sachen zu haben. Oder gehabt zu haben, als ich noch familiäre Quellen hatte. (Die immer noch vorhandene Kleidung meiner inzwischen verstorbenen Mutter aus den Siebziger- und Achtzigerjahren kann im Schrank bleiben. Gefällt mir nicht.)

    On topic: Mh, die Sachen aus meinem "zweiten Ast" sind eigentlich - außer den Budapestern - alle überhaupt nicht Unisex, nicht mal die Jeans. Normcore finde ich die allermeisten trotzdem. "Ausreißer" gibt es am ehesten bei den Schuhen.
    Während ich im "ersten Ast" tailliert geschnittene T-Shirts meide wie die Pest. Gerade geschnitten und übergroß, anders kommen sie mir nicht ins Haus.
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  5. #5
    Avatar von Zinn
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    AW: Der Normcore-Thread

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Offtopic:
    Ich trug jahrelang ein Paar Sixties-Pumps mit Kittenheel-Absatz von meiner Mutter, ebenso ein Paar knöchelhoher Wildlederstiefelchen und ein Paar graue Glattlederpumps mit neobarocker Zierschnalle, späte Fünfziger oder frühe Sechziger habe ich heute noch.
    Den Fifties-Wendeanorak meiner Mutter und das Schneehemd meines Vaters aus der gleichen Ära habe ich auch jahrelang geschleppt, genauso einen schwarzen dreiviertellangen Glattledermantel meiner Oma.
    Es schafft eine besondere Verbundenheit zu den (Groß&)Eltern, finde ich. Ich habe immer schon gerne meinem Vater (für mich übergroße) Wollpullover abgeschwatzt. Oder eine Lee-Jeans aus der Mädchenzeit meiner Mutter aufgetragen.



    On topic: Mh, die Sachen aus meinem "zweiten Ast" sind eigentlich - außer den Budapestern - alle überhaupt nicht Unisex, nicht mal die Jeans. Normcore finde ich die allermeisten trotzdem. "Ausreißer" gibt es am ehesten bei den Schuhen.
    Während ich im "ersten Ast" tailliert geschnittene T-Shirts meide wie die Pest. Gerade geschnitten und übergroß, anders kommen sie mir nicht ins Haus.
    In ungefähr zwei Wochen kann ich dir genau sagen, was unter Normcore fällt und was nicht. Ich habe - albern und vorfreudig kichernd - das Normcorebuch bestellt. Die boshaften Ausschnitte, die Amazon zeigt, machen Spaß.

    https://abload.de/img/71bozey0gqlc0qas.jpg

  6. #6
    Avatar von Zinn
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    AW: Der Normcore-Thread

    Zitat Zitat von red_gillian Beitrag anzeigen
    Flip-Flops (ich liebe Flip-Flops)
    Ich gestehe hiermit meinen heimlichen und nie ausgelebten Hang zu Adiletten.

  7. #7
    Avatar von Kleinfeld
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    AW: Der Normcore-Thread

    Jetzt mußte ich erst mal schauen was Normcore ist
    Definitiv nichts für mich.

  8. #8
    Avatar von red_gillian
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    AW: Der Normcore-Thread

    Iiiiiihhhh - Momjeans und Poloshirts und Socken in Birkenstocks! Das ist ja Hardnormcore - zuviel für mich
    Erzähl mal, wenn du's gelesen hast - sind bestimmt interessante Einblicke, vielleicht auch jenseits von Unisex?

    Wenn ich gedanklich mal ein bisschen abschweife, dann glaube ich, dass man den Begriff "Normcore" auch erweitern könnte. Dann wäre Normcore das, worauf sich eine Mehrheit einigt.

    Normcore umschreibt die Mainstream-Kunden, die nicht aus der Masse herausstechen, sondern in ihr verschwinden wollen.


    D.h., wenn man gewisse, allgemein anerkannte Standards akzeptiert und sich danach richtet, kann man sicher sein, nicht aufzufallen. Und eine interessante Frage wäre vielleicht noch: Was ist wirklich "mangelnder Stil" und nicht vielleicht einfach nur ein Verstoß gegen "Normcore"-Regeln, die eine gewisse Gruppe für sich aufgestellt hat? (s. taillierte T-Shirts bei Normcore-Trägern ...)

    Fiel mir so ein, als du Esprit als Normcore-Marke bezeichnet hast. Ich kenne eine Reihe Leute, die da wohl mit dir konform gehen und Esprit einfach "langweilig" finden. Andererseits kenne ich auch eine Reihe Leute, die Esprit = Normcore weit von sich weisen würden, weil sie gerne Esprit tragen, sich aber trotzdem nicht als Menschen empfinden, die in der Masse untergehen möchten.

    Ich persönlich habe eine ganze Reihe Esprit-Sachen im Kleiderschrank, weil sie meinem Stil (oder Nicht-Stil) entsprechen. Manchmal, wenn Marken genannt werden, die angeblich Individuelleres, Stilvolleres produzieren, frage ich mich, wo da große Unterschiede sein sollen - ich sehe sie nicht. Aber als Normcore habe ich wahrscheinlich gar keinen Blick für sowas. ^^
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  9. #9
    Avatar von Antje3
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    AW: Der Normcore-Thread

    Ich mußte erstmal genau lesen, was das Wort meint - ist mir vorher noch nie begegnet.

    Aber sei es drum - ich falle jedenfalls wohl ziemlich genau in dieses Raster. Ich würde auch sagen, fast jeder, der nicht gerade den Trends auf den Laufstegen in dem Jahr folgt, in dem die Models damit spazieren, dürfte in die Kategorie fallen. Ich habe Kleidung gefunden, die für mich alltagstauglich ist, im mir zugänglichen Handel für mich verfügbar und bezahlbar ist. Zudem erwarte ich von Kleidung, daß sie mit normalem Aufwand zu pflegen ist. Mir kommt nichts ins Haus (außer vielleicht Wintermäntel), was nicht in die Waschmaschine darf.

    Allerdings kann man sehr schnell aus dieser Norm rausfallen - denn es gibt Jahre, in denen die propagierten Farben mir leider völlig nicht stehen. Da hing in jedem Laden weit und breit flächendeckend ein Farbspektrum, in dem ich persönlich wie ausgekotzt aussehe. Egal in welches Geschäft man ging und in welche Kette. Da lief ich also abseits jeder aktuellen Mainstream-Mode.
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  10. #10
    Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Der Normcore-Thread

    Nee, ich falle absolut nicht in diese Kategorie.
    Ich habe gerne Farben - auch völlig gegen den Trend, wenn mir der Trend nicht steht.
    Ich mag Muster.
    Ich habe viele selbst geschneiderte Sachen.

    Nur Jeans, einfaches T-Shirt und einfache Schuhe sind nicht mein Fall - und würden ... wie man heute sagt "auch nichts für mich tun".
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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