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Thema: Er ist weg...

  1. #1
    Avatar von Nolle
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    Er ist weg...

    Hallo Ihr alle!

    Ich bin froh, dass ich diese Seite gefunden habe, die letzten 8 Tage hat es mir irgendwie geholfen, Eure Geschichten zu lesen und zu verfolgen, wie es irgendwann tatsächlich besser wurde, obwohl man sich das gerade absolut nicht vorstellen kann.

    Ich wurde vor 9 Tagen von meinem Lebensgefährten verlassen, mit dem ich 8 Jahre zusammen war, davon 6 Jahre zusammen gelebt habe. Kinder haben wir keine, dafür aber 4 Katzen, die ich nun alleine versorgen muss.
    Es kam aus heiterem Himmel… während des Wochenendputzes.
    „Ich kann nicht mehr“, sagte er plötzlich, „ich habe mich in eine andere verliebt.“
    Bitte?!?!?! Ägypten?!?! Sprichst Du mit mir?!?
    Ich hatte wirklich null Ahnung, ich schwöre es!!!!!

    Ich war zufrieden mit unserem Leben, habe eigentlich nur für meinen Partner gelebt, dachte, dass er auch zufrieden ist. Okay, es war mir aufgefallen, dass wir in den letzten 2-3 Monaten vielleicht ein wenig öfter gestritten haben, als sonst, oder ein wenig weniger gemeinsam vor dem Fernseher gesessen oder gesprochen haben. Aber solche besseren und schlechteren Phasen gibt es doch in jeder Beziehung!
    Und niemals hätte ich das so empfunden, dass er mit dem Gedanken spielt, sich von mir zu trennen!

    Innerhalb von 10 Minuten hatte er heulend eine Tasche gepackt, wir hätten uns auseinandergelebt, ich wolle das nur noch nicht wahrhaben, außerdem hätte er mich jetzt betrogen, das hätte ich nicht verdient u.s.w.
    Und weg war er, einfach abgehauen… ließ mich quasi mit dem Wischmopp noch in der Hand zurück.
    Ich dachte, es wäre für immer! Ehrlich! Ich war überzeugt davon!!!!!

    Ich habe alles für ihn getan (wahrscheinlich zu viel), er musste sich zu Hause um nichts kümmern (war schon immer ein sehr faules und bequemes Schw***), und am Wochenende habe ich ihm seine Freiheiten gelassen. Er hatte schon seit ich ihn kenne das „Problem“ (in meinen Augen), dass er am WE immer raus musste…mit seinen Kumpels… einen trinken und seine Musik hören (ganz komische Geräusche, Neofolk, Industrial und so…kennt kein Mensch).
    Da ich die Leidenschaft für diese Musik nicht teilte und auch irgendwie mit kurz vor 40 keine Lust mehr habe, jedes Wochenende auf die Rolle zu gehen, bin ich zwar nicht mitgegangen, habe ihn aber immer ziehen lassen.
    Ich habe ihm blind vertraut! Und ich weiß auch, dass ich das 8 Jahre lang konnte. Immer, wenn er nach Hause kam, sagte er, dass KEINE Frau ihm jemals die Geborgenheit und Wärme geben könne, die ich ihm gebe, dass er mich neimals verlassen würde und so.
    Auch unser Freundeskreis hat immer gesagt: WENN sich ´mal einer trennt, dann ganz sicher nicht der J.!
    Das wirst dann sicher Du sein!“
    Tja…
    Und jetzt stehe ich da… wie betäubt…leer…einsam…vermisse ihn so…liebe ihn noch…will ihn wiederhaben… finde es so gemein, dass er mir keine Chance gegeben hat, weil er mir einfach vorgespielt hat, dass er mit unserem Leben immer noch genauso zufrieden ist, wie ich…weil er mir nicht gesagt hat, dass er sich entfernt, dass es ihm auf einmal nicht mehr reciht... habe Angst, dass ich nie mehr glücklich sein kann…weil ich für niemanden mehr der Lebensmittelpunkt bin…weil ich nie mehr jemanden treffen werde, der mich so nimmt, wie ich bin, wo ich mich nicht verstellen muss, zu dem ich so ein Vertrauen aufbauen kann.

    Ich bin so traurig…Ich fühle mich, als würde ich in einem 30 Meter tiefen, dunklen und kalten Erdloch sitzen und könnte mich nicht befreien! Ich weiß nicht, wie alles weitergehen soll, ob ich mir die Wohnung (in der ich mit den Katzen bleiben möchte) alleine leisten kann…
    Ich hocke nun in "unserer" Wohnung, in "unserem" Leben, mit "unseren Katzen", "unseren" Möbeln... aber er ist weg. Und er kommt nicht mehr.
    Aber ich will ihn wiederhaben!!!!!!!

    Es fühlt sich an, als hätte vor 9 Tagen jemand an der Haustür geklingelt und gesagt: "Es tut mir leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ihr Lebensgefährte (Anm.*: Ich habe ihn wirklich als Gefährten gesehen) leider tödlich verunglückt ist."

    Wenn ich an ihn und die „Neue“ (mit der er aber nicht zusammen ist) denke, wird mir ganz elend.



    P.S. Er ist nun seit 9 Tagen wieder bei seiner Mutter… und dort bleibt er erstmal noch ein paar Wochen…sagt er…mit 45…

  2. #2

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    AW: Er ist weg...

    Ach Nolle, fühl dich mal gedrückt, ich weiß, wie sich das anfühlt.

    Man fühlt sich, als wäre man mit dem Kopf gegen die Wand gefahren. Er hatte schon Zeit, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen. Und du fällt von 100 auf 0 im freien Fall ohne Fallschirm.

    Aber das Leben, das er führte, klingt mir doch irgendwie nach Anfang 20. Unverbindlich, mit den Kumpels, harte Musik, bloß kein Mainstream, im gemachten Nest sitzen und keine Verpflichtung eingehen wollen.

    Hattet ihr Pläne für die Zukunft? Irgendwas, heiraten, eine große Reise.. oder ist es halt so gelaufen, und keiner hat sich groß über Gefühle ausgetauscht. Für dich war alles in Ordnung, ihr habt miteinander gelebt, aber hattest du das Gefühl, er war auch emotional bei dir? War er der Mann, bei dem du dich aufgehoben gefühlt hast, der immer für dich da gewesen wäre? Hattet ihr in deinen Augen eine erwachsene Beziehung?

    Mir kommt es so vor, als wäre er in der "kann-das-alles-gewesen-sein" Phase. Schäbig finde ich es immer, wenn der zurückbleibende Partner so wenig Chance hat, sich damit auseinanderzusetzen. Ich denke aber, seine Affäre hat jetzt was in ihm ausgelöst, was er selber nicht einordnen kann, und jetzt hat er die Flucht nach vorne angetreten.

    Lass die Trauer zu, weine, wenn dir danach ist. Du brauchst jetzt die Zeit, den Gedanken zuzulassen. Vielleicht ergibt sich noch ein Gespräch mit ihm, das dir hilft, es zu verarbeiten. Aber lasse den Gedanken zu, dass dein Leben ohne ihn weitergeht. Und GUT weitergeht! Glaub mir das!

    Deine Katzen werden spüren, dass es dir nicht gut geht. Zumindest sie sind da zum Trösten

  3. #3
    Avatar von Nolle
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    AW: Er ist weg...

    Marga, vielen Dank für Deine Antwort...

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Hattet ihr Pläne für die Zukunft? Irgendwas, heiraten, eine große Reise.. oder ist es halt so gelaufen, und keiner hat sich groß über Gefühle ausgetauscht. Für dich war alles in Ordnung, ihr habt miteinander gelebt, aber hattest du das Gefühl, er war auch emotional bei dir? War er der Mann, bei dem du dich aufgehoben gefühlt hast, der immer für dich da gewesen wäre? Hattet ihr in deinen Augen eine erwachsene Beziehung?
    Ja, wir haben uns enorm viel über Gefühle ausgetauscht... wir haben uns eigentlich täglich gesagt, dass wir uns lieben, wie froh wir sind, den anderen zu haben und so weiter.
    Und unsere Beziehung war sehr körperlich... nicht auf´s Sexuelle bezogen, sondern wir haben uns immer berührt, umarmt, geküsst, Arm in Arm auf der Couch gelegen u.s.w.
    Und ja - ich habe mich sehr aufgehoben gefühlt!

    Aber Deine andere Frage - ob die Beziehung "erwachsen" war: jetzt, wo ich darüber nachdenke, wohl eher nicht.
    ER war nur am Wochenende erwachsen, wenn es darum ging, auf die Piste zu gehen.
    Unter der Woche hab ich manchmal gedacht, dass er wie ein Kind ist... er kam 2 Stunden früher von der Arbeit, als ich... trotzdem ging ich immer noch einkaufen, habe dann gekocht, die Katzen versorgt und bespaßt... und er hat eigentlich gar nichts gemacht. Musste für alles "Anweisungen" bekommen... das war auch der Grund, warum die Freundin vor mir sich von ihm getrennt hat...

    Ich hatte mich in dem Leben eingerichtet, mich auf ihn eingestellt... warum? Weil er unheimlich liebevoll ist, zärtlich, lustig ist, Wir haben immer viel gelacht, hatten uns immer ´was zu erzählen, er ist tierlieb und ein Menschenfreund.
    Deswegen dachte ich: okay, keiner ist perfekt, also lebe mit seinen Fehlern, er lebt ja auch mit Deinen.

    Ja, manchmal habe ich gedacht: eigentlich habe ich mir immer einen Mann gewünscht, bei dem ich mich anlehnen kann... zu dem ich aufschauen kann... und nicht einen, der sich immer bei mir anlehnt und für den ich alles regeln muss.

    Ich wundere mich selbst, dass ich das jetzt so denken kann...

    Trotzdem - ich habe ihn mit jeder Faser meines Herzens geliebt.

    Die Beziehung war langweilig, der Alltag plätscherte dahin... aber er hat mir 8 Jahre lang gesagt, dass es genau DAS ist, was er so schön findet... dass wir den Alltag zusammen leben können, dass wir uns trotzdem so gut verstehen und uns nicht auf die Nerven gehen, dass ich ihm die Geborgenheit gebe, die er in der vorherigen Beziehung vermisst hat, dass wir mit unseren (gemeinsam angeschafften) Katzen eine Familie sind...

    Was ich so unendlich traurig und enttäuschend finde ist, dass er mir nicht rechtzeitig gesagt hat, als es bei ihm angefangen hat, dass ihm das alles nicht mehr gefiel!
    Wenn er ernsthaft gesagt hätte: "Schatz, wir müssen ´was ändern, es läuft in die falsche Richtung!" wäre ich sicher auch aus dem Trott erwacht... und wäre nicht nur bereit, sondern sogar froh gewesen, wenn wir versucht hätten, den Alltag wieder spannender zu machen!!!!
    Denn eigentlich hatte ich mich ja ´mal auf ihn eingestellt... ich hatte ihn langweilig und faul "übernommen", aus seiner vorherigen Beziehung.

    Einfach gar nichts zu sagen oder vielleicht auch ´mal selbst die Initiative zu ergreifen ("Schatz, ich habe uns ein Wochenende im Wellnesshotel gebucht" oder was weiß ich), sich nebenbei heimlich eine Parallelwelt aus Party, Saufen, Rauchen u.s.w. aufzubauen, mich dann vor vollendete Tatsachen zu stellen und kampflos abzuhauen - das tut so weh!

    Leider bin ich ein Mensch, der es zum Glücklichsein braucht, für einen andern Menschen der Lebensmittelpunkt zu sein, geliebt zu werden... ich bracuhe das Gefühl, dass zu Hause jemand auf mich wartet, der mich so nimmt, wie ich bin.

    Vor ihm war ich 4 Jahre lang Single... klar war das auch eine spannende Zeit (ich war Ende 20), aber trotzdem habe ich immer gedacht: es wäre das Schlimmste, wenn ich nochmal so leben müsste...alleine... und jemanden suchen muss!
    Alles wieder von vorne - einen Mann suchen, austesten, enttäuscht werden... davor habe ich Angst und auch überhaupt keine Lust drauf!

  4. #4
    Avatar von Wolkentier
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    AW: Er ist weg...

    Zitat Zitat von Nolle Beitrag anzeigen
    Was ich so unendlich traurig und enttäuschend finde ist, dass er mir nicht rechtzeitig gesagt hat, als es bei ihm angefangen hat, dass ihm das alles nicht mehr gefiel!
    Wenn er ernsthaft gesagt hätte: "Schatz, wir müssen ´was ändern, es läuft in die falsche Richtung!" wäre ich sicher auch aus dem Trott erwacht... und wäre nicht nur bereit, sondern sogar froh gewesen, wenn wir versucht hätten, den Alltag wieder spannender zu machen!!!!
    Das würde erwachsenes Handeln voraussetzen, was ermöglicht, auch mal unbequemes auszuhalten und anzusprechen.
    So wie Du ihn schilderst, kriecht die faule Socke (*sorry*) nun von einem Bettchen ins nächste und vertraut darauf, dass die Frauen schon alles für ihn regeln (hat sich in eine andere verliebt, erstmal wieder bei Mutti....).
    .
    .

    Kopf hoch - sieht einfach besser aus!

  5. #5
    Nemesis59
    gelöscht

    AW: Er ist weg...

    Ach herrjee, manche Typen sind aber wirklich kein Verlust

    Schenk ihm bunte Kreide und schlag ihm vor auf der Autobahn was Schönes zu malen damit !

    Lass dir Zeit das zu verdauen, dann sieht die Welt bald wieder besser aus

  6. #6

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    AW: Er ist weg...

    Zitat Zitat von Nolle Beitrag anzeigen
    Marga, vielen Dank für Deine Antwort...


    .

    Die Beziehung war langweilig, der Alltag plätscherte dahin... aber er hat mir 8 Jahre lang gesagt, dass es genau DAS ist, was er so schön findet... dass wir den Alltag zusammen leben können, dass wir uns trotzdem so gut verstehen und uns nicht auf die Nerven gehen, dass ich ihm die Geborgenheit gebe, die er in der vorherigen Beziehung vermisst hat, dass wir mit unseren (gemeinsam angeschafften) Katzen eine Familie sind...
    Das ist vielleicht der springende Punkt, wenn du es so übersetzt: ich finde es schön, dass du mich an der langen Leine laufen lässt. Dass du mir alles vom Hals hältst, was irgendwie nach Ernsthaftigkeit und Verbindlichkeit aussieht. Dass ich keinen Druck bekomme und leben kann, wie ich will.

    Und, sorry, ich kenne ein Paar, das noch händchenhaltend durch die Straßen gelaufen ist, als er schon lange.... Das ist für mich kein Indikator mehr für die Tiefe des Gefühls.

    Du hast dich angepasst und er hat sein Leben gelebt. Aber irgendwann hast du die Versorgerinnen-Rolle übernommen, oder? Und dann, wenn es ein bisschen eingefahren ist, wird halt was anderes spannend, etwas, wo man sich wieder als ganzer Mann wahrnimmt.... Ich will ihn nicht verteidigen, sondern ich habe nur den Eindruck, dass Bübchen halt mal was Neues probieren wollte. Aber ich glaube nicht, dass das langfristig Bestand hat, dass er seine Flucht auch für sich bewertet. Sobald es wieder unbequem ist und er Eigeninitiative ergreifen muss, ist es nicht mehr so spannend.

    Ich kann deine Angst gut nachfühlen, wie es wäre, wieder allein zu sein. Ich war 12 Jahre allein nach meiner Ehe, ich kann ein Lied davon singen, welche Männer es da draußen teilweise gibt. Ich habe Probleme mit dem Urvertrauen, bin zwar allein, komme aber nicht damit klar zu wissen, dass da niemand ist... das ist es, was du meinst, oder?

    Es ist ein verdammt harter Prozess, sich auf die eigenen Beine zu stellen und sein Wohl nicht mehr von jemand anderem abhängig zu machen. Sieh dieses Ende vielleicht als Chance, hier an dir zu arbeiten. Es ist nicht leicht und wird weh tun. Aber am Ende weißt du, was du dir wert bist. Du bist wertvoll, wie du bist, und nur du kannst dir selbst die Stärke geben, die du brauchst. Ob mit oder ohne Mann.....

  7. #7
    Avatar von Nolle
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    AW: Er ist weg...

    @Wolkentier, @Nemesis59: Ihr seid ja lieb, Danke...
    Der Tip mit der Kreide ist nicht der schlechteste... und dass ein Gespräch zur richtigen Zeit erwachsenes Handeln vorausgesetzt hätte, trifft absolut den Kern...

    Was mich jetzt nur so ärgert ist, dass er bei dem einzigen Telefonat, was wir seit seiner Flucht geführt haben, genauso erwachsen klang, wie ich es mir immer gewünscht hätte... ich will es nur nicht wahrhaben, dass wir uns "auseinandergelebt" haben, ich werde bald ohne ihn wieder aufblühen und einen besseren Mann finden, als ihn, einen, den ich verdient habe und so...(wie ekelhaft großmütig!!!!).

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Aber irgendwann hast du die Versorgerinnen-Rolle übernommen, oder?
    Weißt Du was?! Ich glaube, das ist genau der Punkt... die Versorgerinnen-Rolle. Ja, die habe ich tatsächlich eingenommen.
    Diese Erkenntnis trifft mich jetzt gerade sehr schwer!
    Ist das denn tatsächlich mein Fehler gewesen?! Ich bin das Müttchen geworden...mein Gott!!!
    Das ist ja schlimm!
    Kein Wunder, dass er vor mir flüchtet...

    Mein Selbstbewusstsein ist ohnehin gerade unter dem Teppich... jetzt fühle ich mich auch noch tatsächlich langweilig und mütterlich!!!!

  8. #8

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    AW: Er ist weg...

    Liebe Nele,

    lass Dich erst einmal ganz fest drücken.

    Bei mir ist es zwar schon sehr lange her.... trotzdem weiß ich noch ganz genau, wie frau sich fühlt, wenn der Himmel einstürzt.

    Trost gibt es da erst einmal keinen.

    Und trotzdem... Ihr habt doch in weiten Teilen ein Mutter - Sohn - Verhältnis gehabt. Zumindest klingt es nach Deiner Beschreibung so.

    Der Bub muss überhaupt erst einmal erwachsen werden.

    Auch seine Freizeitbeschäftigungen klingen nicht wirklich erwachsen.

    Und auch wenn Du Dich nur vollständig fühlst, wenn Du für jemanden sorgen kannst:

    Dein Lebensmittelpunkt solltest Du selbst sein.

    Hab ganz lang gebraucht, um das endlich zu begreifen.

    Aber durch die Trauer musst Du erst einmal hindurch. Und das ist so hart.

    Trotzdem: eines Tages wirst auch Du die berühmten - gedachten - Dankesbriefe schreiben:

    "Danke, lieber xxxx, dass Du mich verlassen hast. Ich bin heute viel glücklicher als in der Beziehung mit Dir".
    Geändert von angie2 (04.12.2012 um 13:42 Uhr)

  9. #9

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    AW: Er ist weg...

    [QUOTE=Nolle;19701006 Ich bin das Müttchen geworden...mein Gott!!!
    Das ist ja schlimm!
    Kein Wunder, dass er vor mir flüchtet...

    Mein Selbstbewusstsein ist ohnehin gerade unter dem Teppich... jetzt fühle ich mich auch noch tatsächlich langweilig und mütterlich!!!![/QUOTE]

    Haaallloooo... nee, den Schuh ziehst du dir jetzt mal nicht an.

    Du bist sehr stark mit ihm verwoben, gedanklich. ich denke nicht, dass dein Hauptproblem die Mutter-Rolle zu übernehmen war. Das war nur das Symptom der Tatsache, dass du dir selbst wenig Wert bist. Du definierst deinen Selbstwert an der Anerkennung eines anderen Menschen. Und suchst dir unbewusst einen, den du auf die Art halten kannst, die du für dich für die Richtige hältst: durch Bemuttern.

    Hier haben sich einfach 2 Menschen gefunden, die ihr gegenseitiges Defizit am anderen gespiegelt haben. Du deine Verlustangst und die Angst, nie genug leisten zu können. Und er seine Passivität, um nicht zu sagen Wurschtigkeit. Hat sich doch perfekt ergänzt. Ihr beide habt ein schwaches Selbstwertgefühl und habt euch gegenseitig aneinander aufgerichtet.

    Der Satz "du findest was besseres als mich" ist für mich ein passendes Alarmzeichen. Klingt großmütig, ja, heißt aber eigentlich, da spricht jemand, der sich selbst nichts wert ist.

  10. #10
    Avatar von Nolle
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    AW: Er ist weg...

    Zitat Zitat von angie2 Beitrag anzeigen
    Und trotzdem... Ihr habt doch in weiten Teilen ein Mutter - Sohn - Verhältnis gehabt.
    Meine Güte! Das klingt so...krank!
    So hatte ich es nicht bewusst empfunden! Aber vielleicht war es tatsächlich so!

    Aber ihm hat es doch auch 8 Jahre lang gefallen...!!!!

    Warum gefällt es ihm denn jetzt plötzlich nicht mehr, von mir bemuttert zu werden?
    Bei der "Neuen" wird ihm das sicher irgendwann fehlen! Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass sie den Party-Vamp und die Mutter vereint (sie ist 38, kinderlos, das hat er mir verraten). Da müsste er ja schon ganz großes Glück haben! Und so ungerecht kann die Welt nicht sein!

    Zitat Zitat von Marga3 Beitrag anzeigen
    Und suchst dir unbewusst einen, den du auf die Art halten kannst, die du für dich für die Richtige hältst: durch Bemuttern.
    Was bedeutet das denn für mich? Dass ich - falls überhaupt jemals - wieder einen finden werde, den ich bemuttern muss?
    Dass nur so ein Mann für mich in Frage kommt?!

    Ich finde es beachtlich und gleichzeitig erschreckend, dass Ihr anhand meiner kurzen Beschreibung offensichtlich sofort etwas erkannt habt, was mir 8 Jahre lang nicht bewusst war... das ist jetzt irgendwie noch ein zusätzlicher Schock!
    Weil es mir gleichzeitig auch diesen klitzekleinen Funken Resthoffnung nimmt, dass er vielleicht reumütig zu mir zurückkommt... denn eine Zukunft hat so eine Beziehung ja wohl nicht!

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