+ Antworten
Seite 1 von 39 12311 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 385
  1. #1
    Avatar von LazyLiz
    Registriert seit
    23.05.2012
    Beiträge
    271

    Trennung und Depression

    Hallo an alle in diesem Forum. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht. Bin für jeden Ratschlag dankbar.

    Mein Mann hat sich Anfang Dezember 2011 von mir getrennt, ausgezogen ist er schon Mitte Oktober 2011. Wir sind seit 32 Jahren verheiratet, haben drei erwachsene Kinder, ein Enkelkind geboren Mai 2011. Wir haben uns mit 16 bzw. 19 Jahren kennengelernt und sind seitdem zusammen.
    Mein Mann hatte seit November 2010 eine Affäre, ist jetzt mit dieser Frau zusammen. Ich habe einige Tage nach Weihnachten 2010 von der Affäre erfahren. Fast ein Jahr lang konnte/wollte mein Mann sich nicht entscheiden. Hatte aber angeblich schon seit Jahren vorgehabt, sich von mir zu trennen.
    Die Situation im letzten Jahr hat bei mir - wieder - eine depressive Phase ausgelöst. Eine erste "Episode" hatte ich Anfang 1999 ohne erkennbaren auslösenden Anlaß. Hat fast zwei Jahre gedauert. Wegen der jetzigen Depression habe ich einen neuen Job im Mai letzten Jahres nicht antreten können. Bin daher arbeitslos und auch seit längerer Zeit krank geschrieben. Außerdem ist noch meine Mutter im November 2011 überraschend gestorben. Meine Kinder sind seit mehreren Jahren ausgezogen (Studium etc.). Meine Tochter als letzte vor drei Jahren. Ich bin jetzt 53 Jahre alt und seit letztem Jahr wohl auch in den Wechseljahren. Habe jedenfalls seitdem entsprechende Symptome. Also viele Belastungen auf einmal.

    Mein Mann hat mich im Laufe des letzten Jahres vollständig demontiert. Gibt mir die Schuld an so ziemlich allen Problemen während der Ehe. Vor allem habe er sich aufgrund meiner gesundheitlichen Defizite (habe auch noch chronische Migräne seit fast zwanzig Jahren) von mir allein gelassen gefühlt. Und er fühle sich überfordert, weil ich nicht voll belastbar bin/war. ICh sei keine Partnerin auf Augenhöhe und die wolle und brauche er. Das tolle, nach seiner Aussage, an seiner Neuen sei, dass sie emotional und finanziell von ihm unabhängig sei. Den Kinden gegenüber nennt er die Belastung, die ich für ihn dargestellt hätte, als Trennungsgrund. Zitat: "Es ging einfach nicht mehr".

    Ich kämpfe nun mit jedem Tag. Muss mich zu allem zwingen. Sehe keine Perspektiven und muss mich immer wieder aus schlimmen "Tiefs" herausarbeiten. Stecke also noch voll in der Depression. Ich bin auch in Behandlung, nehme Antidepressiva und mache eine Gesprächstherapie. Die Trennung zu verarbeiten ist an sich schon schwer genug, aber das gesamte Paket zu tragen, geht - fast - über meine Kräfte. Gute Ratschläge, wie "...dann bist Du eben wieder Single, hat auch seine Vorteile..." etc., nützen mir auch nichts. War noch nie "Single", weil seit meiner Jugend mit meinem Mann zusammen. Habe also keine Erfahrungswerte insoweit.

    Noch ein Problem: Es ist immer von neuen Beziehungen/Partnern in Zukunft die Rede. Wachsen die auf Bäumen? Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, mich jemals einem - anderen - Mann nackt zu zeigen. Ich bin übergewichtig, nach mehreren Schwangerschaften habe ich keine schöne Figur mehr (Brust, Bauch, Oberschenkel (starke Cellulitits )). Meine eigene Schuld, ich weiß. Aber ich kann Sport nicht ausstehen. Ein weiteres Problem ist, dass ich bisher noch nie - außer in jungen Jahren - einen Mann getroffen habe, der mich auch körperlich anspricht. Männer in meinem Alter- und älter - empfinde ich nicht als attraktiv.

    Danke an alle, die sich die Mühe machen meinen "Roman" zu lesen!

  2. #2
    wildcat60
    gelöscht

    AW: Trennung und Depression

    Liebe LazyLiz,

    zu viel auf einmal was Du stemmen musst - fühl Dich erst mal' in den Arm genommen und gedrückt!

    Das Wichtigste ist Deine Gesundheit und da solltest Du als Erstes ansetzen.

    Habe jetzt leider nicht so viel Zeit, bin in der Arbeit - sorry - um weiter auf Deinen Beitrag einzugehen.

    Nein, Männer wachsen nicht auf den Bäumen - aber die finden sich schon - irgendwann! Da darfst Du Dir jetzt keinen Druck machen.

    Viele liebe Grüße einstweilen

    wildcat60

  3. #3
    Avatar von LazyLiz
    Registriert seit
    23.05.2012
    Beiträge
    271

    AW: Trennung und Depression

    Liebe wildcat60,

    Danke für Deine Antwort! Hat mir schon sehr gut getan.

    Habe zur Zeit null Antrieb, komme kaum aus dem Bett. Dachte einige Zeit, es wird langsam besser, habe aber jetzt doch wieder Probleme. Die Trennung steht im Moment gar nicht im Vordergrund, die Depression hat wohl wieder zugeschlagen. Am schwierigsten ist für mich das Alleinsein. Bräuchte dringend eine Aufgabe, auch damit ich unter Menschen komme, bin aber gleichzeitig nicht in der Lage zu irgend etwas. Ein Teufelskreis.

    Liebe Grüße zurück
    LazyLiz

  4. #4
    testo_in_chiaro
    gelöscht

    AW: Trennung und Depression

    Zitat Zitat von LazyLiz Beitrag anzeigen
    Gute Ratschläge, wie "...dann bist Du eben wieder Single, hat auch seine Vorteile..." etc., nützen mir auch nichts. War noch nie "Single", weil seit meiner Jugend mit meinem Mann zusammen. Habe also keine Erfahrungswerte insoweit. Noch ein Problem: Es ist immer von neuen Beziehungen/Partnern in Zukunft die Rede. Wachsen die auf Bäumen? Im Übrigen kann ich mir nicht vorstellen, mich jemals einem - anderen - Mann nackt zu zeigen. Ich bin übergewichtig, nach mehreren Schwangerschaften habe ich keine schöne Figur mehr (Brust, Bauch, Oberschenkel (starke Cellulitits )). Meine eigene Schuld, ich weiß. Aber ich kann Sport nicht ausstehen. Ein weiteres Problem ist, dass ich bisher noch nie - außer in jungen Jahren - einen Mann getroffen habe, der mich auch körperlich anspricht. Männer in meinem Alter- und älter - empfinde ich nicht als attraktiv.
    Du hast in vielen Dingen keine Erfahrungswerte und wirst sie anpacken müssen. Bei der Beschreibung von Männern sehe ich auch aktuell keinen Bedarf an einer neuen Beziehung. Warum auch? Du musst erst Dein Leben aufräumen. Allgemein zu sagen, dass Männer über 50 nicht attraktiv sind, finde ich sehr kurzsichtig. Ich glaube, da solltest Du noch einmal hinsehen (und bei Deiner Selbstbeschreibung vielleicht auch nicht ganz so wertend sein). Frauen über 50 können sehr wohl auch attraktiv sein. Wenn Du keinen Sport ausstehen kannst (alle Arten nicht, Schwimmen auch nicht?), wirst Du Dich dennoch mal bewegen müssen. Körperlich und seelisch. Draußen sein hilft auch, gegen schlechte Stimmungen anzugehen. Du ziehst Dich selbst immer weiter runter. Das fängt bei Deinem Namen an. Du solltest dafür sorgen, von einer Lazy zu einer Hallo Welt! zu werden. Du hast noch fast 40 Jahre vor Dir. Da kam noch etwas draus machen. Und wenn es eben ein Singleleben ist, ist es das. Mit netten Freundinnen, einem Hobby etc. sollte das schon zu machen sein. Was sagen die Kinder? Wie stehen sie zur Situation?

  5. #5
    Sternflocke
    gelöscht

    AW: Trennung und Depression

    Hallo Lazy-Liz,

    letztendlich kann auch eine schlecht funktionierende Beziehung krank machen.
    Da du schon von länger währenden Depressionen schreibst, ist die Trennung für dich vll auch die Möglichkeit zu neuem Leben.
    Ich weiß, schwer, so Vieles stürzt auf einen ein.
    Du hattest über lange Zeit deinen Mann, als Fürsorger und Versorger, vll ist es nun Zeit, dass du dich selber aufrappelst, nicht mehr dem Alten hinterherweinst, sondern nach Vorne für dich schaust.
    Du gehst ja immerhin schon in Therapie, was ein Anfang ist.
    Ich weiß nicht, wie deine Wohn- und finanzielle Situation ist, aber falls du nicht aufs Geld angewiesen bist,
    könntest du dich ja vll. irgendwo ehrenamtlich betätigen.
    Du musst einfach raus, wenn du nur zu Hause rumsitzt und grübelst, werden die Depressionen noch schlimmer.
    Fange mit Kleinem an, gehe spazieren, walken, verändere die Wohnung nach deinen Wünschen,
    streich das Schlafzimmer knallrot, falls es dir danach ist.
    Und fange an DEIN Leben in die Hand zu nehmen.
    Weißt du, bei mir ging es im letzten Herbst/Winter auch gar, gar nicht mehr.
    Bekam auch Antidrepressiva verschrieben, hatte sie mit Widerwillen in minimalster Dosis genommen,
    und wollte nur weg von dem Zeug, das hat mich noch müder gemacht, noch mehr Gewicht zunehmen lassen...
    Und mein Leben ist auch nicht so toll, aber ich bin stolz darauf, dass ich jeden Tag den Kopf in die Höhe strecke, meine Arbeitszeit erhöht habe, finanziell nicht mehr auf einen "Mann" angewiesen bin...
    Und der Prinz wird nicht angeritten kommen.... dich an der Hand nehmen .... aufs Pferd ziehen.... und mit dir im Schloß wohnen bis ans Lebensende.


    Es ist dein Leben- du musst das tun, was dir gut tut.

    Ich bin übrigens durch Chemotherapie und noch ein paar Jahre jünger als du in die Wechseljahre geschickt worden, das ist nicht chillig. Aber früher oder später hat die jede Frau, stärker oder weniger stark ausgeprägt,
    aber keine kann dann sagen ich geb den Job auf oder sonstiges, weil ich gerade immer "walle".

    Auch wachsen die Männer nicht auf den Bäumen
    und mir geht es ähnlich, habe durch meine Therapien in knapp 2 Jahren 15kg zugenommen.
    Und nach meiner Trennung mich auch sofort in einer SB angemeldet, hin- und hergeschaut,
    und letztendlich gedacht, was mach ich denn hier, ich will ja gerade gar keinen,
    ich möchte einfach nur entspannt leben .... und irgendwann kommt mir einer über den Weg, wo es dann passt.
    Du hast Kinder und ein Enkelkind, freu dich daran und gehe mit kleinen Schritten die dir möglich sind vorwärts.
    Nächste Woche nimmst du dir vor, 2x Schwimmen zu gehen für eine Stunde (oder walken), du kaufst dir Farbe, und streichst eine Wand kunterbunt.... was immer du magst.
    Und lass dir Zeit.
    Übrigens habe ich in keinem Satz von dir gelesen, dass du deinen Mann noch liebst, ihn gerne zurück hättest....
    Falls dies dein Wunsch wäre, arbeite an dir, und falls nicht, arbeite trotzdem an dir,
    er wird überrascht sein eine neue Lazy anzutreffen.

    ... und es ist nicht Böse gemeint... ich habe selber ständig Löcher, trotzdem möchte ich dich gerne etwas aufrütteln

  6. #6
    Avatar von LazyLiz
    Registriert seit
    23.05.2012
    Beiträge
    271

    AW: Trennung und Depression

    Liebe Sternflocke,

    danke für Deine Antwort.

    Du hast im Prinzip Recht mit Deinen Argumenten. Ich sehe meine Ehe aus der Entfernung auch durchaus kritisch und setze mich mit Vielem auseinander. Ich liebe meinen Mann noch, sehe ihn inzwischen aber auch mit anderen Augen. Ich würde unserer Ehe gern noch ein Chance geben, aber unter anderen Bedingungen. Ich könnte mir zur Zeit aber nicht vorstellen, wieder mit ihm zusammen zu leben. Dazu steht jetzt zuviel zwischen uns. Das letzte Jahr war schlimm. Mein Mann hat mich immer wieder belogen und betrogen. Ich stand regelrecht unter Schock, hatte nur Angst und in wenigen Wochen rund 14 kg abgenommen. Konnte einfach nichts essen. So etwas möchte ich nie wieder erleben.

    All das, was Du vorgeschlagen hast, mache ich im Prinzip. Habe renoviert, Möbel umgestellt, alle Sachen meines Mannes aus dem Haus entfernt. Habe weitere Pläne, die aber teilweise am fehlenden Geld scheitern oder deshalb erst langfristig umgesetzt werden können. Außerdem halte ich ein großes Haus und einen noch größeren Garten in "Schuß". Gartenarbeit ist zur Zeit mein Sportprogramm. Mache ich fast täglich ein paar Stunden. Tut mir sehr gut! Außerdem fahre ich Fahrrad, wenn es nicht gerade regnet. Habe mein Fahrrad (20 Jahre alt!) extra überholen lassen. Mit Freundinnen treffe ich mich regelmäßig. Und ich habe - glücklicherweise - auch zwei Schwestern.

    Mein Mann zahlt mir zwar Unterhalt, ist aber nicht üppig und es belastet mich ebenfalls, finanziell von ihm komplett abhängig zu sein. Auf lange Sicht müsste ich eigentlich wieder arbeiten. Würde ich auch gern! Ich habe auch immer gearbeitet, bis auf rund zehn Jahre während der Zeit, als ich meine Kinder bekommen habe. Ich denke auch, dass es meiner Psyche gut tun würde, wenn ich wieder einen Job hätte. Fühle mich zur Zeit aber noch nicht in der Lage dazu. Bin noch nicht wieder stabil genug. Ich habe im Übrigen keine großen Wechseljahresprobleme. Nur gelegentliche Schweißausbrüche. Deswegen könnte ich natürlich trotzdem arbeiten. Wären mir auch gar nicht weiter aufgefallen, wenn meine Tochter mich nicht darauf angesprochen hätte. Aber bekanntlich treten in den Wechseljahren gern Depressionen auf. Bei mir kommen also wohl mehrere (Belastungs-)Faktoren zusammen.

    Über mein Enkelkind freue ich mich natürlich. Sie ist das einzige, was mich "erreicht", da ich auch Probleme habe zu fühlen (Depressionssymptom). D.h., dass ich mich kaum freuen kann etc. Es fällt mir zur Zeit auch schwer, Interesse für irgend etwas zu entwickeln. Leider wohnen mein Sohn und meine Schwiegertochter drei Autostunden entfernt. Ich sehe sie also nicht so oft.

    Eine neue Beziehung möchte ich nicht! Davon habe ich erst mal die Nase voll. Deshalb nervt es mich ja so, dass auf Internetseiten, in Foren und Ratgebern etc. immer gleich von neuen Beziehungen die Rede ist, in die man seine neu gewonnenen Erfahrungen doch so prima einbringen könnne. Und diese neuen Beziehungen würden dann deshalb ja so viel besser, als die vorherige. Darauf könne man sich freuen. Ich möchte auch einfach nur entspannt leben!

    Du kannst tatsächlich stolz auf Dich sein, wenn Du es schaffst wenigstens "zu funktionieren". Ich weiß nur zu gut, wie schwer das sein kann. Aber achte auch auf Dich! Überfordere Dich nicht. Und wenn es Dir schlecht geht, nimm doch ruhig AD. Wenn Du die richtigen bekommst, machen sie auch nicht müde. Ich nehme zwei verschiedene AD. Antriebssteigernde und stimmungsaufhellende tagsüber und schlaffördernde abends. Darf die nur nicht zu spät nehmen, sonst gibt es einen sog. "Überhang" am nächsten Tag. Zugenommen habe ich zwar inzwischen auch wieder, aber das kann auch daran liegen, dass ich Essen - vor allem Süßes - zur Zeit als Trost brauche. Meine Therapeutin rät mir auch, mir das nicht zu verkneifen. Das Stück Kuchen am Nachmittag zum Kaffee und die Schokolade am Abend seien "Seelennahrung".

    Liebe Grüße
    LazyLiz

  7. #7
    Avatar von LazyLiz
    Registriert seit
    23.05.2012
    Beiträge
    271

    AW: Trennung und Depression

    Uups! Komme mit dem Zitieren noch nicht klar...
    Geändert von LazyLiz (28.06.2012 um 00:27 Uhr)

  8. #8
    Avatar von LazyLiz
    Registriert seit
    23.05.2012
    Beiträge
    271

    AW: Trennung und Depression

    Zitat Zitat von testo_in_chiaro Beitrag anzeigen
    Du hast in vielen Dingen keine Erfahrungswerte und wirst sie anpacken müssen. Bei der Beschreibung von Männern sehe ich auch aktuell keinen Bedarf an einer neuen Beziehung. Warum auch? Du musst erst Dein Leben aufräumen. Allgemein zu sagen, dass Männer über 50 nicht attraktiv sind, finde ich sehr kurzsichtig. Ich glaube, da solltest Du noch einmal hinsehen (und bei Deiner Selbstbeschreibung vielleicht auch nicht ganz so wertend sein). Frauen über 50 können sehr wohl auch attraktiv sein. Wenn Du keinen Sport ausstehen kannst (alle Arten nicht, Schwimmen auch nicht?), wirst Du Dich dennoch mal bewegen müssen. Körperlich und seelisch. Draußen sein hilft auch, gegen schlechte Stimmungen anzugehen. Du ziehst Dich selbst immer weiter runter. Das fängt bei Deinem Namen an. Du solltest dafür sorgen, von einer Lazy zu einer Hallo Welt! zu werden. Du hast noch fast 40 Jahre vor Dir. Da kam noch etwas draus machen. Und wenn es eben ein Singleleben ist, ist es das. Mit netten Freundinnen, einem Hobby etc. sollte das schon zu machen sein. Was sagen die Kinder? Wie stehen sie zur Situation?


    Vorab muss ich ein Mißverständnis ausräumen: Meinen Forumsnamen habe ich gewählt, weil dies einer der Kosenamen meiner Enkelin ist. Etwas besseres ist mir nicht eingefallen. Als faul würde ich mich nicht bezeichnen.

    Ich habe Freundinnen und - glücklicherweise - zwei Schwestern. Versuche auch, möglichst oft etwas zu unternehmen. Außerdem halte ich ein großes Haus und einen sehr großen Garten in "Schuß". Der Garten ist sozusagen mein Sportprogramm. Ich schwimme eigentlich gern, mag mich aber nicht mehr im Badeanzug in der Öffentlichkeit sehen lassen. Außerdem versuche ich im Haus möglichst viel zu verändern. Und ich kümmere mich um meinen Vater, dem es nach dem Tod meiner Mutter auch sehr schlecht geht. Mit einem Hobby ist da so eine Sache. Mein "Hobby" ist Lesen. Das macht man aber eher allein. Ich möchte aber demnächst einem Lesekreis beitreten (Wenn ich den Mut und die Energie dazu aufbringe. Das ist im Moment noch mein größtes Problem.) Ich war aber noch nie, auch nicht in meinen besten Zeiten, der Typ "Hallo, hier komme ich!".

    Ob alle Männer über 50 nicht attraktiv sind, weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich noch keinen getroffen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich zur Zeit noch trennungsgeschädigt bin und eben "mein Leben aufräume". Die Aussicht, die nächsten zwanzig, dreißig oder womöglich vierzig Jahre alleine leben zu müssen, finde ich aber gruselig. ICh bin wohl das, was meine Therapeutin als Sippenmenschen bezeichnet. Meine Kinder versuchen zwar mich zu unterstützen, habe aber ihre eigenen Leben mit ihren Partnern. Da bin ich mehr oder weniger nur noch "Zuschauer". Ich will sie auch nicht belasten/nerven und ich möchte mich nicht auf die Rolle der Mutter/Großmutter reduzieren lassen.

    Liebe Grüße
    LazyLiz

  9. #9
    Avatar von _tarasjugina_
    Registriert seit
    19.04.2009
    Beiträge
    2.030

    AW: Trennung und Depression

    Zitat Zitat von LazyLiz Beitrag anzeigen
    Der Garten ist sozusagen mein Sportprogramm. Ich schwimme eigentlich gern, mag mich aber nicht mehr im Badeanzug in der Öffentlichkeit sehen lassen.
    Liebe LazyLiz, nur zu dem Punkt - und halt mich jetzt für pathetisch oder wie immer: das tut mir in der Seele weh, so etwas zu lesen.

    Die Leute, die mit Dir im Wasser oder am Strand/ Liegefläche sind, haben genug mit sich selbst zu tun. Und wenn da wirklich einer Cellulite oder Übergewicht registrieren würde, dann denkt der/die "Hut ab, sie tut etwas für sich!"
    Und Du bist unter Wasser ...
    Aber mein eigentlicher Punkt - ich habe das Mal in einer französischen Diskussion, eigentlich über "oben ohne am Strand" gelesen, aber die Formulierung fand ich so ergreifend: wenn also jemand seinen Körper nackt am Strand Wasser, Licht und Sonne aussetze: "c'est son droit le plus stricte", es ist sein ureigenes Recht, Recht im engsten Sinn!

    Ich weiß, dass Wasser, Sonne und Wind vor den Menschen da waren, aber manchmal denke ich doch, verdammt noch mal, das ist ein Geschenk, das uns gemacht wurde! Guck Dir mal so einen "es lächelt der See, er locket zum Bade" im späten Nachmittagslicht an - da kommen weder breite noch schmale Oberschenkel mit.

    C'est ton droit le plus stricte ...
    "Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky

  10. #10
    testo_in_chiaro
    gelöscht

    AW: Trennung und Depression

    Zitat Zitat von LazyLiz Beitrag anzeigen
    Liebe Sternflocke,Aber bekanntlich treten in den Wechseljahren gern Depressionen auf. Bei mir kommen also wohl mehrere (Belastungs-)Faktoren zusammen.
    Ich halte das für ein Gerücht. Wird uns gerne von Männern (Frauen sind zeit ihres Lebens irgendwie in ihrer Belastungs- und Leistungsfähigkeit reduziert ...) und der Pharmaindustrie und deren ärztlichen Handlangern untergeschoben (wir wollen ja verdienen ...). Diese Allgemeindiagnosen, die sind Mode. Verzichtbar. Piepst heute ein Kind, hat es ADS. Seufzt eine Frau, hat sie Depressionen. Hat eine Frau eine Falte weniger, lag sie garantiert unter dem Messer. Ist man mal vom Job beansprucht, diagnostiziert man sich selbst Burnout. Wie das nervt. Und Frauen schlucken das alles und fallen logischerweise in ein Loch. Weil - die Gesellschaft sagt ja, dass sie dort liegen müssen. Von den mir bekannten Frauen, reichlich, hat(te) keine einzige diese unsäglichen "Wechseljahrsbeschwerden" und Depressionen schon gar nicht. Eine Stimmungsschwankung ist keine Depression und traurig sein dürfen wir. Mir scheint, dies wird und durch diese Massendiagnosen einfach abgesprochen. Traurig sein ist nicht en vogue, ergo ist eine Krankheit. Mann, wo sind wir hingekommen. Ganz normale Lebensphasen werden "therapiert". Man kann doch Beziehungsenden auch so überleben, klar, das ist schwer, sich wieder zu fangen. Und dann darf man auch mal frustriert sein. Das muss doch nicht therapeutisch durchgekaut werden ...
    Zitat Zitat von LazyLiz Beitrag anzeigen
    Über mein Enkelkind freue ich mich natürlich. Sie ist das einzige, was mich "erreicht", da ich auch Probleme Zugenommen habe ich zwar inzwischen auch wieder, aber das kann auch daran liegen, dass ich Essen - vor allem Süßes - zur Zeit als Trost brauche. Meine Therapeutin rät mir auch, mir das nicht zu verkneifen. Das Stück Kuchen am Nachmittag zum Kaffee und die Schokolade am Abend seien "Seelennahrung".
    Komische Therapeutin. Die "Seelennahrung" führt nämlich dazu, dass Du Dich abkapselst (nicht Schwimmen gehen etc.). Die 14 Kilo wären ein Anfang gewesen, sich mal wieder selbst mehr zu mögen. 14 Kilo sind doch viel und normalerweise sichtbar. Jeden Tag ein Stück Kuchen und abends Schokolade? Da interessiert mich die Figur der Therapeutin. Wenn Du immer mehr isst oder nicht daran änderst, wird sich Dein Zustand nicht ändern. Du musst aus diesem Teufelskreis raus. Und das geht nur mit positiven Veränderungen. Du musst raus, so schwer das nun ist. Vielleicht gibt das den Anstoß, mit dem Rest nachzuziehen. Wenn Du keine neue Beziehung willst, ist das doch Dein gutes Recht. Auch hier - lass die anderen reden. Es ist Dein Leben, über das Du entscheidest. Ich bin fast sicher, dass Du dann irgendwann auch einen Ü50 mal interessant finden kannst. Im Moment eben nicht. Ist doch gut.

+ Antworten
Seite 1 von 39 12311 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •