Hallo ihr Lieben!
Ich werde es jetzt auch versuchen, mir meinen Kummer hier von der Seele zu schreiben, zumal meine Freunde langsam ungeduldig werden und keine Lust mehr haben, sich mein Gerede anzuhören. Ich kann sie ja auch verstehen, immerhin liegt meine Trennung schon ein halbes Jahr zurück.
Wie soll ich anfangen - ich bin 35, mein Ex war zwei Jahre jünger.
Als wir uns kennenlernten war es wie ein Traum. Für uns beide. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen.
Er war der erste Mann, bei dem ich mich sofort aufgehoben gefühlt habe, geborgen, geliebt.
Nach nur drei Monaten habe ich meine Wohnung gekündigt und bin nach vier Monaten bei ihm eingezogen.
Es kam mir schon bald so vor, als hätte er sich verändert. Er war immer gestresst, wenn er nach Hause kam, wollte oft seine Ruhe. Wenn wir zusammen mit seinen Freunden aus waren, dann habe ich mich nicht mehr beachtet gefühlt - was auf dem Heimweg zu Streitigkeiten geführt hat.
Vielleicht muss ich noch erwähnen, dass ich eine schlimme Zeit hinter mir hatte - drei Monate, bevor wir zusammen kamen, ist meine Mutter mit nur 51 Jahren verstorben (mein Vater starb 6 Jahre vorher mit 48). Seine Mutter ist seit Jahren Schmerzpatientin und psychisch krank.
Naja, jedenfalls kamen 4 Wochen nach meinem Einzug die ersten Trennungsgedanken seinerseits auf. Ich verstand die Welt nicht mehr und wollte kämpfen. Er hat mich drei Wochen lang nicht geküsst - Begründung: er kann es gerade nicht.
Nach der Trennung habe ich herausgefunden, dass er damals mit einer Facebook-Bekannten, die er schon vor mir kannte, von der er aber dachte, dass sie nichts von ihm will, wieder Kontakt aufgenommen hat. Sie hat ihm - als er mit mir zusammenkam - geschrieben, dass sie in ihn verliebt ist und dass er doch mich verlassen soll. Das hat ihn wohl mehr aus der Bahn geworfen, als er mir gegenüber zugegeben hat - zu mir hat er immer gesagt, sie ist eine Freundin, nichts weiter. Nach ihrem Geständnis war er wohl hin und her gerissen - was ich gespürt hatte.
Irgendwie haben wir uns dann wieder zusammengerafft, aber es war nicht mehr so wie vorher. Seine Liebe schien nicht mehr so groß.
Das war eine extreme Kurzfassung unserer Geschichte, aber ich will ja auch niemanden langweilen.
Mein Problem ist jetzt, dass ich einfach weiß, dass wir eine so schöne Beziehung hätten haben können, wenn es diese Frau nicht gegeben hätte. Wir hatten immer wieder wahnsinnig schöne Zeiten, wenn er keinen Stress auf der Arbeit hatte und es seiner Mutter besser ging, dann fiel kein böses Wort. Schöne Städtereisen haben wir gemacht, uns mit Freunden getroffen, gekuschelt, usw. - es gab keinen Abend, an dem wir nicht eng umschlungen eingeschlafen sind.
Unsere Lebenseinstellungen, Umgang mit Geld, Einstellung zu Nähe und Distanz, die Lust am Feiern, die Lust am Leben - alles haben wir geteilt. Auch unsere Begeisterung für Musik und Konzerte hat uns verbunden.
Er war für mich wie ein Wunder, ein so besonderer Mensch, dass ich es nicht in Worte fassen kann.
Und so wahnsinnig schöne Dinge hat er mir geschrieben, dass mir das Herz überging. Zum Beispiel: "Auch wenn ich glaube, normalerweise gut mit Worten umgehen zu können habe ich immer das Gefühl, nicht halbwegs ausdrücken zu können, was ich für dich empfinde." Hach! Toll.
Und jetzt - ist er weg.
Hat gesagt, er glaubt, wir tun uns nicht gut.
Hat gesagt, es war so vieles so schlecht.
Wollte gar nicht mehr heimkommen, weil es so angespannt war zwischen uns.
Und hatte zwei Wochen später eine neue Freundin - NICHT die Internetbekanntschaft.
Was soll ich nur tun?
Ich liebe ihn so sehr.
Bin auch in therapeutischer Behandlung, weil es mir so schlecht ging.
Und ich weiß auch, dass man alleine glücklich sein muss, um eine Beziehung führen zu können. Das war ich auch vor ihm. Aber jetzt bin ich ein Wrack.
Bitte, helft mir.
Eure Vroni











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