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  1. #1

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    Kurz vor der Trennung, wie soll es weiter gehen? Will nicht in Hartz IV enden!

    Ich bin seit 19 Jahren verheiratet, zwei Kinder, 15 und 5 Jahre alt. Seit mehr als sechs Jahren ist mir klar, dass ich meinen Mann in punkto gemeinsamer Entscheidungen nicht erreiche. Er hat sich zweimal selbstständig und viele Schulden gemacht. Als ich vor fünf Jahren meine jüngste Tochter bekam, habe ich um die Schwierigkeit der Situation schon gewußt, habe mich aber trotzdem für meine Tochter entschieden. Ich habe immer gehofft, mit gutem Willen und viel Einsatz bekommen wir, bekomme ich das hin. Er bräuche nur Zeit etc. Er macht jetzt seit einem Jahr auch eine Therapie, dreimal die Woche, aber es zeigen sich keine Veränderungen. Er hat keine Einsicht in seine Probleme. Da er im Grunde auch kein schlechter Mensch ist und ich immer auch gespürt habe, dass er Probleme und massive Blockaden hat, habe ich sein Verhalten immer entschuldigt. Habe immer ihn entlastet und mir nicht genügend Entlastung für mein berufliches Weiterkommen gesichert. Da bin ich zwar jetzt dran, aber ich verdiene einfach nicht genug, um mich von ihm zu trennen. Ich weiß aber auch, dass er im Fall einer Trennung darauf besteht, das gemeinsame Haus zu verkaufen um sich seinen Eigenanteil auszahlen zu lassen. Seit einigen Monaten habe ich wieder ein eigenes Zimmer, darauf hat er sich mit großem Widerwillen eingelassen. Wenn ich ihn bitte, vor allem an die Kinder zu denken und das wir doch eine Vereinbarung finden können, z.B. dass Haus später zu verkaufen, wenn die Große ausgezogegen ist, ihr Abitur hat und sich alles ein bisschen eingefunden hat, wird er sauer und aggressiv. Wenn ich mit den Kindern einfach so ausziehe, ohne eine Trennungsvereinbarung, ende ich bei Harz IV. Ich brauche einfach noch Zeit um mich beruflich zu satteln. Allerdings droht meinem Mann in den kommenden Monaten die finanzielle Pleite in seinem Geschäft. Ich weiß einfach nicht, wie ich mich jetzt am sinnvollsten Verhalten soll. In den letzten Jahren habe ich durchgehalten, gehofft es ändert sich was, aber davon ist einfach nicht mehr auszugehen. Wir kann ich verhindern, dass die erneute finanzielle Pleite meines Mannes die Kinder und mich mit runter reißt? Trennungsvereinbarung, nachträglicher Ehevertrag, wie gehe ich es am geschicktesten an? Das Verrückte ist, mein Mann ist sehr machistisch, aber ich habe das früher nicht als solches wahrgenommen, wahrnehmen wollen, für mich war sowas völlig überholt. Aber letztlich sind wir in dem Dilemma, er will eine Frau die ihm den Rücken freihält und gleichzeitig sein finanzielles Defizit ausgleicht, im Umkehrschluss soll ich Beruf, Kinder und Haushalt alles alleine unter einen Hut bringen und dabei auch noch Karriere machen. Wir komme ich nur aus dieser fatalen Situation raus? Auch innerlich habe ich das Gefühl, selber noch immer einem Denkfehler aufzuliegen. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Ich schäme mich für meine Situation, komme mir vor allem deswegen schwach und naiv vor, dass ich mich vor vielen Jahren auf diese Arbeitsteilung eingelassen habe. Aber das kann ich jetzt nicht mehr ändern.

  2. #2
    Avatar von jofi
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    AW: Kurz vor der Trennung, wie soll es weiter gehen? Will nicht in Hart VI enden!

    Ich denke, Du brauchst anwaltlichen Rat.
    Krankheit steckt an. Ach tät's doch Schönheit auch! (Shakespeare)


  3. #3

    Registriert seit
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    AW: Kurz vor der Trennung, wie soll es weiter gehen? Will nicht in Hart VI enden!

    Hallo,

    Dein Risiko ist, dass er seinen Anteil aus dem Verkauf des Hauses verbrät und aus irgendwelchen Gründen nicht leistungsfähig ist, den Kindesunterhalt zu bezahlen. Daher wärst Du vielleicht besser dran, wenn Du im Haus wohnen bleiben könntest und er weniger/keinen Kindesunterhalt bezahlt (sozusagen der Unterhalt gegen den Wohnwert aufgerechnet würde).

    Du solltest Dir allerdings bewusst machen, dass auch dieses Konstrukt schnell kippen kann, wenn nämlich seine Gläubiger in das Haus die Zwangsvollstreckung betreiben.

    Ich würde versuchen, das Jugendamt ins Boot zu holen. Da sie zum Unterhaltsvorschuss verpflichtet sein dürften, wird das Jugendamt ein eigenes Interesse an einer Lösung wie oben beschrieben haben (so lange sie eben funktioniert). Und vielleicht kann ein Mitarbeiter dort Deinen Mann leichter als Du, mit der er ja den Paarkonflikt hat, zu einer entsprechenden Vereinbarung bewegen.

    Ansonsten würde ich alles daran setzen, so schnell wie möglich Deine berufliche Situation zu verbessern - auf Deinen Mann kannst Du Dich nicht verlassen. Wieviel arbeitest Du aktuell? Hast Du für Deine jüngere Tochter einen Hortplatz beantragt?

    Mandelblüte

  4. #4
    Avatar von Sariana
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    AW: Kurz vor der Trennung, wie soll es weiter gehen? Will nicht in Hart VI enden!

    cora,
    wende dich an den Verein "Frauen helfen Frauen e.V.", dort werden Frauen in Trennung und Scheidung unterstützt und beraten. Du findest die nächstgelegene Stelle übers Internet.
    Liebe ist nicht weil ... sondern trotz und obwohl.
    (Gabriele Krone-Schmalz)

  5. #5

    Registriert seit
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    1.154

    AW: Kurz vor der Trennung, wie soll es weiter gehen? Will nicht in Hart VI enden!

    Such dir einen Anwalt - sofort, am besten einen, der seit Jahren nichts als Scheidungen macht, und lasse dich umfassend beraten. All die Fragen, die du hier gepostet hast, kann er dir kompetent beantworten. Auch wie du vorgehen sollst.

    Trennung und Scheidung bedeute nicht automatisch, dass du als Mutter mit den Kindern in Hartz4 rutschst.

    Was grundsätzlich wichtig ist: Trenne den Umgang mit den Kindern von den finanziellen Verpflichtungen.
    Lass dich nicht erpressen!
    Schenk deinen Kindern reinen Wein ein, dass eure Ehe/Familie nicht mehr im Lot ist, und versprich ihnen, dass du ihnen als Fels in der Brandung erhalten bleibst.
    Trenne dein Geld von seinem. Am einfachsten geht das mit zwei Konten, damit du dein verdientes Geld selbst behältst und er keinen Zugriff darauf hat.
    Sichere Papiere, damit du nachweisen kannst, was alles gemeinsam angeschafft worden ist.
    Wenn es hart auf hart kommt und er z.B. gewalttätig wird, wird er per einstweiliger Verfügung des Hauses verwiesen.

    Kopf hoch und lächeln!
    Es sieht schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist.

    Du schaffst das schon.




    Ganz sicher!
    Geändert von chryseis (15.04.2012 um 23:31 Uhr)

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