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  1. #1

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    Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Hoffentlich ist das hier der richtige Ort für dieses Thema:

    Es sind doch bestimmt mehrere "alte" Scheidungskinder hier - wie versteht ihr euch mit den Partnern eurer Eltern? Kennt ihr die gut, habt ihr intensiveren Kontakt?

    Mein Vater hat seit 10 Jahren eine neue Freundin und lebt 1000 km von mir weg - sprich, wir sehen uns ganz selten und telefonieren so ca. einmal pro Woche. Mein Vater möchte mich zwar integrieren ich kann auch nicht sagen, dass ich seine Partnerin hasse oder so, aber ich weiche ihr ein bisschen aus, wohne zum Beispiel lieber in einer Pension und verweigere mich deren Familienurlaub - bin einfach zu alt um da irgwendwie einzuwurzeln oder familiäre oder freundschaftliche Gefühle zu den Leuten zu entwickeln.

    Gar nicht kann ich das Einmischen in unsere "Privatzeit" ab. Wir machen einmal pro Jahr einen gemeinsamen Kurzurlaub, und da muss sie leider immer spontan anrufen. Mein Vater konnte auch nicht zu meiner Studienabschlussfeier (und das ist hier ein riesen Ding, da kommen alle Eltern der Absolventen, und er war was die FInanzierung und moralische Unterstützung anging auch sehr wichtig), weil da oben Mal wieder die Töchter der Freundin Probleme machten (zugegebenermassen waren es ernsthafte Probleme).

    Mein Wunschmodell wäre folgendes: Der Hauptfokus sollte natürlich auf der aktuellen Beziehung liegen, aber bei besonderen Anlässen oder Urlauben wäre es doch toll, wenn sich die Partnerin raushalten würde.

    Wie haltet ihr das?

  2. #2
    Moderation
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    9.594

    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Mit der Frau von meinem Vater bin ich immer gut klargekommen. Wir sind temperamentsmäßig sehr verschieden, aber das entschärft tatsächlich die Reibungspunkte, die wir haben können, weil wir nicht die gleichen Sachen wichtig nehmen. Da können wir sehr locker miteinander umgehen.

    Mit dem Freund von meiner Mutter... naja, sagen wir, nach vielen, vielen Jahren haben wir festgestellt, daß wenn wir unsere Gesprächsthemen auf Geld, Autos und Computer beschränken, geht es meistens gut.

    Ich habe nie sehr viel Präsenz von meinen Eltern gewollt oder erwartet, deswegen ist es nie problematisch gewesen, wenn mal die Stiefenkel oder die Schwiegermutter oder wer auch immer "dazwischengeschossen" haben.
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. #3
    ras-le-bol
    gelöscht

    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    ...Mein Wunschmodell wäre folgendes: Der Hauptfokus sollte natürlich auf der aktuellen Beziehung liegen, aber bei besonderen Anlässen oder Urlauben wäre es doch toll, wenn sich die Partnerin raushalten würde.

    Wie haltet ihr das?
    Mein Wunschmodel wäre gewesen, dass mein Mutter ihren Liebsten nicht durch ein Gewaltverbrechen verloren und ihm nicht bis zu ihrem eigenen Tod betrauert hätte.

    Soviel zu den Wunschmodellen.

    Ich denke, man sollte aktzeptieren, dass ein anderer Partner da ist und dem auch seine Chance geben.

    Die Liebste meines Vaters habe ich mit ihm eingeladen. Ich beobachtete und sah, dass sie sich gut tun.
    Nur das zählt für mich.

    Ich denke, liebe Chaoskaiserin, dass es nichts Wichtigeres gibt, als seine beiden Eltern noch auf dieser Welt zu wissen und zu wissen, dass sie glücklich sind.

    Deine erwähnten Probleme (bei besonderen Anlässen oder Urlauben) sind für mich "Erdnüsse". Einfach nicht der Rede wert.
    Ich denke, Du solltest bei Deinen Wünschen demütiger sein (was Dir vielleicht leichter fällt, wenn Du an die Extreme denkst).

  4. #4

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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen
    bin einfach zu alt um da irgwendwie einzuwurzeln oder familiäre oder freundschaftliche Gefühle zu den Leuten zu entwickeln.
    Ist man denn für neue Freundschaften je zu alt?

    Sie muss ja gar nicht Deine neue beste Freundin werden, Du muss sie auch nicht lieb haben aber sie liebt Deinen Vater und er liebt sie - im besten Fall machen sie sich glücklich. Für mich ist das schon ein guter Grund, ihr erst einmal neutral und aufgeschlossen zugewandt zu sein.
    Und wenn sie nicht total biestig ist oder so etwas, dann freue ich mich am Glück meines Vaters. Er ist erwachsen, er ist verantwortungsbewusst und ich vertraue einfach mal darauf, dass er für sich die richtige Entscheidung getroffen hat.

    Ich war 14 als uns mein Vater seine neue Freundin und kurze Zeit später auch Frau vorgestellt hat. Am Anfang war das auch nicht leicht, obwohl sie sehr lieb war und sich Mühe gegeben hat.
    Mittlerweile mag ich sie aus meinem Leben nicht mehr wegdenken und ja, wir sind eine große glückliche Patchworkfamilie geworden.
    Meine Mutter und sie gehen zusammen laufen, wenn irgendetwas sein sollte, dann kann ich sie jederzeit anrufen und um Hilfe bitten und wenn wir oder ich meine Familie besuchen komme, dann wohnen wir oder ich auch bei ihnen.

    Wenn mir etwas wichtiges passieren würde, dann weiß ich, dass die beiden sich ohne zu zögern ins Auto setzen würden und die knapp 400km zu mir fahren würden und das ist wohl der Unterschied zu Deiner Situation.
    Du bist sehr enttäuscht worden, oder? Und hast das Gefühl, dass sie Dir etwas weggenommen hat?

  5. #5
    Avatar von Dharma09
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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Du schreibst du bist erwachsen! Wie erwachsen ist denn dein Wunsch, dass sich die neue Frau deines Partner bei Urlaub und für dich wichtigen Anlässen raus zu halten hat?

    Sowas finde ich unmöglich zumal dein Vater mit dieser Frau schon 10 Jahre zusammen ist.

    Wird es da nicht langsam mal Zeit, dass DU diese Familie akzeptierst??

    Meine Eltern sind noch verheiratet - seit etwas mehr als 50 Jahren - aber hätte es eine Scheidung gegeben hätte ich die jeweils Neuen meiner Eltern ins Herz geschlossen weil meine Eltern sie sich ausgesucht haben und lieben. Was wäre ich für eine Tochter würde ich das nicht können!!
    Wenn besser möglich ist, ist gut nicht genug!

    "Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein"




    :Benjie meine Hundemaus - wir werden dich nie vergessen (27.05.2011)

  6. #6
    Moderation Avatar von frangipani
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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Dharma - in Theorie sagt sich das leicht. Es muss nicht automatisch so sein sein, dass man miteinander auskommt, sich ins Herz schliesst, nur weil der Elternteil das getan hat.

    Aber als erwachsenes Scheidungs'kind' kann man sich schon entsprechend verhalten, zumindest höflich, da geb ich dir Recht.

    Mein Vater ist seit 30 Jahren zum zweiten Mal verheiratet, ich war damals 19, seine Frau ist 11 Jahre älter als ich. Irgendwelche Veranstaltungen, bei denen beide meiner Eltern hätten dabei sein 'müssen' gab es bei mir nicht - zum Studienabschluss kam meine Mutter zur Präsentation.

    Seine Frau und ich werden sicher nie Freundinnen, zuerstmal weil wir total unterschiedlich im Verhalten und Denken sind.
    Dazu kamen ein paar Vorfälle über die Jahre, in denen sie sich nicht gerade erwachsen verhalten und mich ziemlich verletzt hat, das letzte Mal, als ich 40 wurde. Heute weiss ich warum und ich hab gelernt, das nicht mehr persönlich zu nehmen.
    Sie ist die Mutter meiner Halbgeschwister, die ich sehr gern hab, und das war's auch schon. Ich glaub, ich hab ein- oder zweimal dort übernachtet, eher ungern, da ich mich in dem Haushalt nicht mehr wohlfühlte (profan gesagt - es war mir zu unordentlich und zu chaotisch).

    Ich lebe inzwischen weit genug weg (anderer Kontinent), so dass wir uns nur alle paar Jahre mal sehen, wir telefonieren kurz zu Weihnachten und zum Geburtstag. Wir werden uns immer irgendwie fremd bleiben, aber das macht nichts. Mein Vater muss mit ihr auskommen, nicht ich.
    Perhaps people ought to feel with more imagination.”
    Elliot Perlman, Seven Types of Ambiguity

    “Grab life by the balls and squeeze till it sings like Michael Jackson”
    Unbekannt



    Moderatorin beim Gebrauchten Mann, bei den Selbständigen, beim Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  7. #7

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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen

    Mein Vater hat seit 10 Jahren eine neue Freundin

    Wir machen einmal pro Jahr einen gemeinsamen Kurzurlaub, und da muss sie leider immer spontan anrufen.
    Bist Du wirklich erwachsen??

    Ich könnte Dich ja noch verstehen, wenn die Lebensgefährtin Deines Vaters darauf bestehen würde, mit Euch in Urlaub zu fahren oder Eure Urlaube zu verhindern. Aber aus welchem Grund bitte darf sie Deinen Vater in der Zeit, die er mit Dir verbringt, noch nicht einmal ANRUFEN??

    Das ist komplett überzogen und sollte bestenfalls ein vorübergehendes Verhalten einer verwöhnten Prinzessin im Teenageralter sein. In Deinem Alter, ich nehme an, Du bist über 18, sollte man dann doch souverän genug sein, um einen Anruf in seiner "Privatzeit" kommentarlos zu überstehen.

    Ich denke auch nicht, dass man die Lebensgefährten seiner Eltern bedingungslos mögen oder lieben muss. Aber ein Mindestmass an Respekt kann man von erwachsenen Kindern durchaus erwarten. Genauso, wie seine LG offenbar Dich und seine Zeit mit Dir respektiert.

    amazone

  8. #8

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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Zitat Zitat von Chaoskaiserin Beitrag anzeigen

    Mein Wunschmodell wäre folgendes: Der Hauptfokus sollte natürlich auf der aktuellen Beziehung liegen, aber bei besonderen Anlässen oder Urlauben wäre es doch toll, wenn sich die Partnerin raushalten würde.

    Wie haltet ihr das?
    Ich empfinde deinen Wunsch als sehr unerwachsen. Dein Vater lebt seit 10 Jahren mit der Frau zusammen und das 1000 km entfernt. Und dann soll sie im Urlaub und bei besonderen Anlässen zu Hause bleiben? An Stelle des Vaters würde ich dir was husten.

    Meine Eltern haben sich nach 40 J. Ehe getrennt, mein Vater ist seit 12/13 J. wieder verheiratet, die Frau ist nur 7 J. älter als ich. In den ersten Jahren haben wir uns toll verstanden, sogar besser als mit meiner Mutter. Inzwischen ist sie (nicht nur mir gegenüber) zurückhaltender, abweisender geworden, wir sehen uns nur noch wenige Male im Jahr. Aber mein Vater würde nie im Leben seine Frau zu Hause lassen, sie ist für ihn die Nr. 1 und das ist richtig so.

  9. #9
    Moderation Avatar von LaRimbecca
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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Ich stehe hier quasi für die "andere Seite", mein Mann hat aus erster Ehe zwei Kinder. Als wir uns kennen lernten, war das ein kleiner Eiertanz, wie welche Form von Beziehung zu den Kindern erwünscht und machbar ist. Zum Glück war zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens bei den Kindern schon die größte Bitterkeit wegen der Scheidung ihrer Eltern weg, außerdem waren sie in der Pubertät und schon ein wenig auf den Absprung ins eigene Leben.

    Ich habe mich oft unsicher gefühlt. Einerseits ist da die Vater-Kind-Beziehung. Dass mein Mann sie pflegt und schützt, ist nicht nur selbstverständlich, sondern meinerseits auch gewollt (ich will keinen Partner, der seine Kinder aufgrund einer neuen Partnerschaft vernachlässigt). Andererseits war das gerade zu Anfang, als wir noch eine Wochenendbeziehung geführt haben, nicht ganz einfach, denn mein Wunsch nach Zeit allein mit meinem Partner war ja auch vorhanden. Glücklicherweise hat sich vieles von selbst gelöst: Die Kinder haben bis heute ein gutes Verhältnis zu mir. Ich bin bestimmt nicht die wichtigste Bezugsperson, aber beide sehen mich als Ansprechpartnerin und sind gerne mit mir zusammen und ich mit ihnen. Als ich zu meinem Partner zog, wurde es noch einfacher. Da waren die beiden schon in einem Alter, in denen es keine rigorosen Besuchsregeln gab - sie kommen und gehen, wie es ihnen passt.

    Gerade zu seiner Tochter hat mein Mann ein enges Verhältnis, sie verreisen auch schon mal zu zweit übers Wochenende. Damit habe ich keinerlei Probleme, fänds aber seltsam, wenn ich nicht anrufen "dürfte".

    Ich glaube, es ist für beide Seiten nicht ganz einfach. Der neue Partner ist nicht das Elternteil, wird aber trotzdem ein Teil des Familiensystems. Wenn die Chemie nicht passt, muss geschaut werden, wie das geregelt werden kann. Ich persönlich wäre in einem solchen Fall eher auf Rückzug gegangen und hätte meinem Mann mehr Zeit allein mit seinen Kindern eingeräumt und mich rausgehalten. Wenn aber die Kinder erwachsen werden, werden sie auch dahingehend selbstverantwortlich, diese Beziehung ihrerseits mitzugestalten.
    Swing. Don´t walk.
    (Tim Flach)



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  10. #10
    Moderation
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    AW: Erwachsene Scheidungkinder und die Neuen ihrer Eltern

    Zitat Zitat von amazone41 Beitrag anzeigen
    Ich könnte Dich ja noch verstehen, wenn die Lebensgefährtin Deines Vaters darauf bestehen würde, mit Euch in Urlaub zu fahren oder Eure Urlaube zu verhindern. Aber aus welchem Grund bitte darf sie Deinen Vater in der Zeit, die er mit Dir verbringt, noch nicht einmal ANRUFEN??
    Da kann ich durchaus nachvollziehen, daß Chaoskaiserin genervt ist. Ich weiß jetzt nicht, welche Formen und Ausmaße das Anrufen annimmt, aber regelmäßig vorgeführt zu kriegen, daß man zwischen einem Satz und dem nächsten auf Standby geschaltet wird, wenn sich jemand wichtigeres meldet (die eigene Zeit ist ja wertlos, man darf warten bis wichtigere Leute gesprochen haben) das würde mich schon auch nerven. Vor allem, wenn es von einem Elter kommt, wo das ja auch noch vorbelastet ist.
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **

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