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  1. #1

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    Eine schöne Trauerfeier

    Hallo ihr Lieben,
    obwohl ich immer wieder im Forum mitlese und mitfühle, schreibe ich heute zum ersten mal. Ich habe vor einiger Zeit einen lieben Menschen aus meinem Leben verloren und war erst vor kurzem auf zwei Trauerfeiern von lieben nahestehenden Bekannten.
    Nach diesen Erfahrungen habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich gerne mal verabschiedet werden möchte oder wie man einen Menschen der einem nahesteht einen besonderen Abschied gestalten kann.
    Ich finde es wichtig, dass das Leben der Menschen betont und gefeiert wird, aber die Trauerfeiern die ich erlebt habe wurden so standardisiert abgehandelt und haben gar nicht zu den Menschen gepasst. Zum Beispiel waren die Dekorationen so altbacken und die Wäsche und die Decke, in die sie eingekleidet wurden so lieblos und unschön, weil das alles so billig wirkte.

    Ich bin jetzt erst 31 und hoffe, ich habe noch ein bisschen Zeit, aber ich weiss, dass ich eine Trauerfeier möchte, die in allen Details meine Persönlichkeit und Liebe zu meiner Familie ausdrückt und wenn ich nochmal jemanden verlieren sollte der mir nahesteht, möchte ich auf keinen Fall, dass diese Details in der ganzen Hektik der Organisation untergehen. Denn das ist schliesslich die letzte Erinnerung, die man an den Menschen hat. Deshalb interessiert mich, wie man das anders machen kann.

    Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder habt ihr gute Beispiele für eine schöne Trauerfeier erlebt, die auch wirklich tröstlich waren?
    Habt ihr Ideen für eine schöne Ausgestaltung oder Dekoration, und welche Details findet ihr dabei wichtig?

    Liebe Grüsse, Mile

  2. #2
    Avatar von Opelius
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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    ich kann nur empfehlen, Deine Wünsche, wie eines Tages Deine Trauerfeier aussehen soll, schriftlich festzuhalten und das regelmäßig zu aktualisieren - und Deinen Verwandten mitzuteilen, wo Du diese Wünsche deponiert hast.
    Wenn Trauerfeiern billig aussehen, liegt es daran, dass die Verwandten vermutlich kein Geld haben, um eine Feier würdig zu gestalten, oder sie einfach nur Geld sparen wollen.

    Immerhin kostet eine vernünftige Bestattung je nach Ortschaft so zwischen 6.000 und 10.000 €.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  3. #3

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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Hallo Opelius,
    ja, ich bin dabei alles aufzuschreiben. Ich finde es gar nicht so leicht ansprechende Beispiele zu finden.
    Billig fand ich halt diese Satindecken und Bekleidung, das wirkt irgendwie wie aus dem letzten Jahrhundert und passt nicht mehr so richtig in die Zeit aber das Bild hab ich aber jetzt immer im Kopf. Ich habe wegen den Sachen schon im Internet in den Katalogen der Bestatter recherchiert, aber das sieht eigentlich alles gleich altbacken aus. Und das Schlimme ist ja grade, dass das alles sehr teuer ist, auch wenn es billig gemacht ist.
    Ich habe schon überlegt alles selber herzustellen und in meinem Schrank aufzubewahren, aber das ist irgendwie auch eine komische Vorstellung. Aber vielleicht die sicherste Alternative.

  4. #4
    Avatar von Opelius
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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Es ist inzwischen üblich, Menschen in der von ihnen gerne getragenen Kleidung zu bestatten. Bei meiner Cousine, die in Deinem Alter gestorben ist, z.B. in Jeans und ihrer Lieblinsgbluse, ihr Kopf ruhte auf ihrem Kissen, das sie auf ihrer Couch hatte. Dann braucht es keine Zudecke. Soetwas hat sehr persönliches.

    Als meine Mutter beerdigt wurde, hat sie auch ihr letztes schicken Kleid anbekommen.

    Die Trauerede habe ich verfasst und den Pastor gebeten, sie auch so vorzutragen. Es war meine Rede anlässlich ihres 85. Geburtstags (umgearbeitet) und beschrieb das lange Leben der Frau. Der Pastor ergänzte nur, was er mit seinem Gemeindeglied erlebt hatte.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel
    Geändert von Opelius (19.01.2013 um 18:02 Uhr)

  5. #5

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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Liebe Mile,

    ich kann dir auch nur empfehlen, deine Wünsche für deine Trauerfeier schriftlich festzuhalten und es deinen Angehörigen mitzuteilen, dass es diese Wünsche gibt.
    Mein Mann - der letztes Jahr im Januar nach langer Krankheit gestorben ist, hat das gemacht und es hat mir die Gestaltung der Trauerfeier enorm erleichtert.
    Mein Mann hat die Lieder ausgesucht, die gespielt werden sollten. Er hat sich außerdem gewünscht, dass ein guter Freund, der ein bekannter Gitarrist ist, etwas spielt.
    Und was die ganze Sache überaus persönlich gemacht hat: Mein Mann hat einen Abschiedsbrief geschrieben, der von seinem besten Freund vorgelesen wurde.
    Bei der Dekoration der Trauerhalle hatte ich eine sehr sehr gute Beratung und es war alles sehr liebevoll gestaltet.

    Ich habe nachher von sehr vielen Trauergästen gehört, dass sie noch nie eine so persönliche und bewegende Trauerfeier gesehen hätten.

    Mein Mann hat es mir in der Hinsicht sehr leicht gemacht und ich kann heute in dem guten Gefühl weiterleben, dass es alles in seinem Sinne war.

    LG
    Wandermaus

  6. #6
    Avatar von twix25
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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Ich habe gerade einen guten Freund verloren und darüber noch mal in Gedanken zu diesen Themen....

    Ich werde mich in den nä. Wochen nach vielen vorgenommenen versuchen endlich mal mit meinen eigenen wünschen beschäftigen.....
    dazu vorsorge und verfügungen fertig stellen

    Und die letzte bestattung der uroma war insofern sehr persönlich,weil es in einer schönen trauerhalle war, schön geschmückt, ihre lieblingsmusik im hintergrund und wir haben alle etwas über sie gesagt....und die anderen konnten zuören und wurden dadurch auch wieder an dinge erinnert, die sie schon fast vergessen hatten....

    ebenso beim essen......wir haben alles so gemacht, wie sie es selber getan hätte

    und ihre größte freude wäre es gewesen, dass wir uns nun 2 x im jahr fest verabreden werden...

    bei meinem freund hab ich mir vorgenommen, beim essen eine rede zu halten.....alles was ich so von und über ihn weiß......typisches über und von ihm......sätze, die wir alle von ihm kennen.....auch humorvolles, wo alle sagen werden "stimmt, so war er "

    Ich habe das mit den angehörigen abgesprochen und sie freuen sich

    ich denke, eine beerdigung darf auch so gestaltet werden, dass man merkt, dass derjenige echte spuren hinterlassen hat
    LG twix


    Ich so: "Och bitte!" Mein Leben so: "Nö.

    **** ** ** *** ** *** **** *** ***** **

    Ich so: "Och bitte!" Mein Leben so: "Naa guut.
    *** *** **** ** *** ***** **** **** ***


    Immer dann, wenn ich ausschließlich Kleinbuchstaben schreibe, liegt die katze zwischen mir und dem laptop und ich habe nur eine hand zur verfügung

  7. #7
    Avatar von Kikiri
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    Erleuchtung AW: Eine schöne Trauerfeier

    Hallo,

    wir haben jetzt schon 3 Beerdigungen ausgerichtet, und haben daher etwas Erfahrung.

    Bei den Großeltern haben wir jeweils mit eigener Kleidung und Lieblingsblumen für die persönliche Note gesorgt. Auch die Lieder und die Trauerrede war angepasst an die Vorstellungen der älteren Herrschaften.

    Ganz aktuell haben wir meine Schwägerin beerdigen müssen. Das war völlig anders! Da sie erst 32 Jahre alt war, wollten wir es für sie passend gestalten. Da sie keiner Kirche angehörte, waren wir auch freier in der Gestaltung.

    Angekleidet wurde sie mit ihren Lieblingsklamotten. Gebettet auf ihrem Schnuffelkissen und mit ihrer Lieblingskuscheldecke war sie wirklich sie selber. Die Aufbahrung war liebevoll und mit viel Zeit zur Verabschiedung (auch unbeaufsichtigt) möglich.

    Die Trauerfeier hatte ihre Lieblingslieder (Vergiss es nie, The end von The Doors und Aufstehn von Seeed). Der freikirchliche Pastor hat eine ganz tolle Predigt gehalten. Sie war ebenfalls absolut persönlich und voll auf sie abgestimmt.

    Es war keine Party! Es war wirklich angemessen für alle - und genau passend zu ihr! Ein total trauriger aber auch toller Abschied.

    Man braucht also:
    Den richtigen Bestatter
    Den richtigen Redner
    und das nötige Kleingeld

    Es gibt inzwischen schon sehr viele andere Arten sich zu verabschieden, zum Teil auch sehr skurril, man muss nur suchen. Leider hat man nur wenig Zeit dazu. Wenn Du es für Dich festlegen möchtest, kannst Du ja mal schauen...

    Alles Gute wünscht

    Kiki
    Am Ende meines Lebens will ich nicht sagen: Allen hat mein Leben gefallen, nur mir nicht!
    Geändert von Kikiri (01.02.2013 um 22:17 Uhr)

  8. #8
    Avatar von Malina70
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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Hallo zusammen,

    über die eigene Trauerfeier nachzudenken, ist ja eigentlich nie verkehrt. Das sagt ja letztlich auch was über die Einstellung zum Leben aus.

    Ich leide an einer Krankheit, mit der ich möglicherweise nicht steinalt werde, so dass das Thema für mich tatsächlich ein Stück weit näher gerückt und konkreter geworden ist. Und ich stelle fest, dass ich da schon recht klare Vorstellungen habe. Ich weiß sowohl, wer mich beerdigen soll, als auch wie ich mir die Gestaltung wünsche.

    Und ich stelle fest, dass ich überhaupt keinen Bedarf habe, dass auf meiner Trauerfeier mein Leben noch mal rekapituliert wird, dass meine Lieblingsmusik gespielt wird oder sonst ich als Person im Mittelpunkt stehe. Das würde mir überhaupt nichts geben. Ich hätte vielmehr das Bedürfnis, den Menschen, die kommen, um Abschied zu nehmen, etwas mitzugeben von meinen Überzeugungen und meinem Glauben. Ich würde ihnen gerne etwas Tröstliches hinterlassen, was vielleicht noch ein wenig in ihnen nachklingt.

    Für mich käme eh nur eine traditionelle katholische Beerdigung in Frage, und ich wüsste auch schon, welche Lesungstexte ich da haben wollte und welche Lieder gesungen werden sollen. Ich möchte bitte nicht, dass jemand aufsteht und tränenreich über mich und was ich ihm im Leben bedeutet habe, spricht. Das würde einfach nicht zu mir passen.

    Wenn ich überlege, mit welcher Kleidung ich begraben werden möchte, dann fällt mir ehrlich nichts ein. Mir würde ein Totenhemd vollkommen reichen, die Schlichtheit gefällt mir sogar irgendwie. Und das obwohl ich bei meinem Vater den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er im Totenhemd begraben wird. Vielleicht weil er so lange im Krankenhaus lag, nur mit OP-Hemd bekleidet und ich fand, das reichte aus.Wir haben ihn in eigener Kleidung beerdigt. Die Kleiderfrage würde ich meinen Angehörigen überlassen, aber selbst hätte ich da keinen Wunsch.

    Kränze und Blumen hätte ich gerne. Bei meinem Vater haben wir nur wenig bekommen, dafür geradezu absurd viel Geld für Grabpflege. Und ich will auch keine Spende anstelle von Kränzen. Ich finde, bei einer Beerdigung darf auch mal viel Geld für vergänglichen Blumenschmuck ausgegeben werden. Es ist doch ein tröstlicher Anblick, den man im Inneren (oder auf Fotos) bewahrt.

    Naja,so stelle ich mir das ungefähr vor und bin regelrecht traurig, dass ich dann nicht dabei sein kann.

    Viele Grüße,

    Malina
    Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt. (Psalm 30)

  9. #9

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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    pu, malina, da wurde mir jetzt richtig mulmig.
    aber ähnliche gedanken habe ich mir auch oft gemacht, ohne so einen traurigen anlass wie du zu haben!

    leider war ich in den letzten jahren öfter auf beerdigungen, aber nie hatte ich das gefühl es sei armselig.
    immer war es sehr persönlich, ob katholisch, evangelisch oder mit freiem redner.
    wenn man den bestatter sorgsam wählt(im bekanntenkreis umhören) kann der sehr hilfreich sein und viele dinge organisieren. am meisten hat mich eine trauerfeier einer 96jährigen beeindruckt, die zu lebzeiten ihr begräbnis geplant, bezahlt und bei einem bestatter hinterlegt hatte. man wusste, all das ist sie selbst und ihr wunsch. das hat mich sehr ergriffen.

    noch eins: wenn ein wirklich lieber mensch stirbt kann ich es mir bei aller liebe und wenn auch sein wunsch ist nur sehr schwer vorstellen selbst eine rede zu halten. ich kann dann nicht so "Öffentlich" sein

    lg, sq

  10. #10
    Avatar von Mocca
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    AW: Eine schöne Trauerfeier

    Eine Trauerfeier finde ich wichtiger für die Hinterbliebenen als für den Verstorbenen, der ja nix mehr davon hat.

    Insofern fände ich es optimal, schon lange vorher festzulegen, wie die Trauerfeier einst aussehen soll und dabei den Focus darauf zu legen, wie man Angehörige und Freunde am besten tröstet... Die Trauerrede selbst zu verfassen, mag nicht jedermanns Sache sein, aber man könnte zumindest schon vorab mit demjenigen sprechen, der sie halten soll.
    Ich weiß nicht, wozu bei Beerdigungen immer lang und breit auf die Vita des Verstorbenen eingegangen wird, die dürfte der Trauergemeinde doch hinlänglich bekannt sein. Viel wichtiger wären mir da Anekdoten und Erinnerungen aus meinem Leben, durch die sich die Gäste noch einmal besonders mit mir verbunden fühlen könnten.

    Was mir auch wichtig wäre, wäre die Musik. Ich würde niemals jemandem zumuten wollen, auf meiner Beerdigung auch noch singen zu müssen, womöglich mit brechender Stimme und Geschluchze mittendrin. Dann schon lieber die Musik, die ich immer gern gehört habe, und zwar das volle Programm. Bach würde dazu gehören, aber auch Lieder wie "I am sailing" (Highway to hell würde ich aber rauslassen ).

    Für die Angehörigen ist es mehr als hilfreich, wenn sie sich so wenig Gedanken wie nur eben möglich über die Trauerfeier machen müssen, im Falle eines Falles ist man ohnehin schon "neben der Kapp" und lässt sich alles Mögliche und Unmögliche überstülpen, das einem dann letztlich doch wieder nicht gefällt. Meine Mutter hatte uns wenigstens eine Liste mit Adressen hinterlassen und den Spruch, den sie für ihre Beerdigung gern gehabt hätte, andererseits wusste ich aber, dass sie viel Wert auf eine völlig "normale" Beerdigung gelegt hat, das unterscheidet sich aber diametral von dem, was ich gern hätte.

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