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Thema: Papa

  1. #1
    Avatar von MaryPoppins
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    Papa

    Heute wurde mein Vater beerdigt.

    All die Schläuche und Apparate, die Ärzte, unser Kampf, unsere Hoffnung. Alles war umsonst. Der Krebs war stärker.

    "Von guten Mächten wunderbar geborgen,
    erwarten wir getrost, was kommen mag.
    Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
    und ganz gewiss an jedem neuen Tag."

    Ich habe mir das angehört, aber ist das wirklich so? Gibt es einen Gott, der all dieses Leid möchte? Ich verstehe es nicht.

    Es ist niemand bei mir. Ich muss da alleine durch.

    Papa, kannst Du mich hören? Ich hoffe, dass es Dir gut geht, da wo Du jetzt bist. Dass Du wieder essen kannst so wie früher. Dass Du wieder laufen kannst, ohne Schmerzen zu haben. Du bist erlöst. Ich hab Dich lieb.

    Deine Tochter

  2. #2
    Avatar von Lindenmausi
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    192

    AW: Papa



    Du bist nicht allein!

  3. #3
    monika1024
    gelöscht

    AW: Papa

    Liebe M.P.

    Das musste ich auch schon durchstehen - es ist sehr hart-

    mein aufrichtiges Mitgefühl für Dich!

    " Und bist du auch den Augen fern, so bleibst du doch dem Herzen immer nah."

    "Das Leben hilft uns nicht immer am Leid vorbei und nimmt uns die Last nicht ab;
    doch es gibt uns Kraft zum Tragen und begleitet uns durch schwere Stunden hindurch in einen neuen Tag." Theresia von Schönbrunn.

    In diesem Sinne viele liebe Grüße von Monika

  4. #4
    Avatar von Dharma09
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    AW: Papa

    Auch von mir mein aufrichtige Beileid zu deinem Verlust.

    Ja wir müssen da alle durch denn so ist das Leben. Die Alten sterben und irgendwann sind wir die Alten.

    Ob es einen Gott gibt? Wer weiß... an ein Leben nach dem Tod glaube ich aber schon. Wie das aussieht weiß ich natürlich nicht, aber ich bin sicher, dass sowas wie Schmerz oder Angst oder Hunger nicht mehr existiert.

    Und vielleicht ist es auch ein Trost zu wissen, dass die Seele irgendwo weiter lebt. Und solange wir an die verstorbenen Lieben denken und sie in unseren Herzen tragen werden sie auch ewig leben.

    Alles Gute für dich
    Wenn besser möglich ist, ist gut nicht genug!

    "Wer aufhört besser zu werden hat aufgehört gut zu sein"




    :Benjie meine Hundemaus - wir werden dich nie vergessen (27.05.2011)

  5. #5
    Avatar von MaryPoppins
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    AW: Papa

    Hallo, Ihr Lieben!

    Fast schäme ich mich jetzt meines nächtlichen Ausbruchs; es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden...

    Es ist schön zu wissen, dass man nicht allein ist. Ich kämpfe mich gerade durch die verschiedenen Stränge hier im Trauerforum - obwohl auch das nicht immer einfach ist. Manchmal möchte ich einfach davon laufen.

    Ja, es ist der Lauf der Welt. Aber eben auch zutiefst traurig, erschütternd und beängstigend.

  6. #6
    Moderation Avatar von Simplemind66
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    AW: Papa

    Liebe Mary Poppins,

    gerade hier braucht sich niemand seiner Gedanken; Gefühle oder Tränen zu schämen.
    simplemind
    _____________________________________

    Freunde sind Gottes Entschuldigung für Verwandte
    George Bernhard Shaw

  7. #7
    Avatar von MaryPoppins
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    AW: Papa

    Danke, liebe SimpleMind

    Es tut gut zu wissen, dass man auch in den Stunden abgrundtiefer Verzweiflung nicht ganz allein ist.

  8. #8
    Avatar von Malina70
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    AW: Papa

    Hallo Mary Poppins,

    mein Vater ist gestern gestorben. Auch im Krankenhaus, an Herzversagen, nachdem er nach einer schwerzen Herz-OP fünf Wochen auf der Intensivstation um sein Leben gerungen hat. Es hat nicht gereicht.

    Ich bin auch sehr sehr traurig und kann es noch gar nicht glauben, dass er nicht mehr wiederkommt.

    Ja, ich glaube an Gott. Ja, ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Dennoch kann ich gerade von beidem nicht viel spüren. Ich glaube aber, das ist normal. Erst mal steht der Schmerz, der Verlust im Vordergrund, man merkt nur, dass jemand nicht mehr da ist, aber nicht, dass er nun woanders ist, wo es ihm gut geht. Ich bin sicher, dass ich das auch irgendwann wieder in mir spüren werde.

    Ich glaube aber auch, dass Trauer eine große Gnade ist. Wer trauert, liebt auch. Eine Verwandte hat nach dem Tod ihres Mannes gesagt, dass sie froh sei, dass er tot ist. Und die Geschichte dahinter war schrecklich. Da trauere ich lieber, in dem Wissen, dass ich um einen geliebten Menschen trauere. Ich trauere in dem Wissen, dass ich ihn gerne bis zum Schluss begleitet habe, aus Liebe, nicht aus Pflichtgefühl, wie es so viele bei ihren Eltern nur noch empfinden. Und ich hatte meiner Jugend heftige Kämpfe mit meinem Vater. Umso dankbarer bin ich, dass davon nichts Böses zurückgeblieben ist, sondern wir uns einfach irgendwann annehmen konnten, wie wir sind.

    Und ich sehe auch sonst viel Gnade, bei allem Schmerz. Mein Vater hat meinen Umzug in die neue Wohnung noch miterlebt, was ihm so viel bedeutet hat. Er musste nicht übermäßig lange leiden und durfte im Krankenhaus bei uns in der Nähe sterben, wo wir ihn jeden Tag besuchen konnte, wo er gut betreut war und wo wir noch in Ruhe Abschied nehmen konnte. Zu einer Verlegung in ein anderes Krankenhaus ist es nicht mehr gekommen.

    Ich habe mal in einem Buch von Henri Nouwen gelesen, dass die Liebe erst im Tod vollendet wird, weil dann alle menschlichen Begrenzungen und Schwächen wegfallen, und erst nach dem Tod kann sich der Geist des Verstorbenen vollkommen offenbaren, so dass wir in neuer, tieferer Gemeinschaft mit ihm leben können. Das fand ich einen sehr schönen und tröstlichen Gedanken.

    Und bei aller Traurigkeit, die mich immer wieder überkommt, versuche ich auch die guten Seiten zu sehen.

    Mitfühlende Grüße,

    Malina

  9. #9
    Avatar von Strassenkatze
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    AW: Papa

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    Ich glaube aber auch, dass Trauer eine große Gnade ist. Wer trauert, liebt auch. Eine Verwandte hat dem Tod ihres Mannes gesagt, dass sie froh sei, dass er tot ist. Und die Geschichte dahinter war schrecklich. Da trauere ich lieber, in dem Wissen, dass ich um einen geliebten Menschen trauere. Ich trauere in dem Wissen, dass ich ihn gerne bis zum Schluss begleitet habe, aus Liebe, nicht aus Pflichtgefühl, ...
    Wie schön Du das formuliert hast!
    Mein herzliches Beileid zum Tod Deines Vaters!


    Mein Vater ist vor drei Monaten gestorben und ich empfinde genau wie Du!

    LG

  10. #10
    Avatar von MaryPoppins
    Registriert seit
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    598

    AW: Papa

    Liebe Malina,

    zunächst: Mein aufrichtiges Beileid.

    Sorry, dass ich erst jetzt antworte, ich fühle mich nicht jederzeit in der Lage, mich mit dem Tod meines Vaters zu beschäftigen. Mein Vater ist nun seit über zwei Monaten tot. Zu Anfang war es für mich ein grauenhafter Schmerz, den ich kaum aushalten konnte. Der Tag der Beerdigung war fast der schlimmste Tag, neben dem, an dem er gestorben ist, und dem Tag danach (an dem eine sogenannte Aufbahrung statt fand, die aber sehr sehr unwürdig war).

    Mittlerweile muss ich wieder meinen Alltag bewältigen, es gibt eine Menge praktischer Dinge zu erledigen, mit denen meine Mutter nun allein ist. Ich glaube nicht, dass der Schmerz und die Trauer weniger geworden sind, ich verdränge sehr viel. Was mir wirklich geholfen hat, war das Grab liebevoll zu bepflanzen. Mein Vater war allerdings auch leidenschaftlicher Hobbygärtner und ich weiß genau, das ihm das gefallen hätte, seine Familie gemeinschaftlich gärtnern zu sehen.

    Wie geht es Dir mittlerweile? Ist die Beerdigung schon vorbei? Hast Du Veränderungen an Dir festgestellt, in Deinen Gefühlen? Ich habe erst nach dem Tod meines Vaters festgestellt, wie unglaublich ähnlich ich ihm bin, obwohl das eigentlich die ganze Zeit klar war. Ansonsten wird da noch eine Menge kommen, das spüre ich.

    Gib Dir Zeit zu leiden und zu trauern, auch wenn es heftig ist. Tröstliche Überlegungen sind das eine, aber der Schmerz muss raus.

    Ich drück Dich - und auch die Straßenkatze

    Mary

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