Hallo,
hatte gestern ein tiefes Gespräch mit einer lieben Nachbarin beim Kaffee, das mich aber etwas verwirrt zurückgelassen hat.
Sie hat mich ob meiner Stärke sehr bewundert, hat sie gesagt, und irgend wie einen Zusammenbruch von mir erwartet. Nach außen hätte man mir fast nichts angemerkt. Ich hatte sie gefragt, wie so ein Zusammenbruch denn hätte aussehen sollen, das konnte sie mir auch nicht sagen. Ich weiß nicht wie man zusammenbricht. Natürlich bin ich traurig, verzweifelt, niedergeschlagen und weine auch. Aber die Erde dreht sich doch weiter. Ich kann mich doch nicht einfach ins Bett legen und nicht mehr aufstehen. Das will ich schon für mich nicht. Ich bin doch ein eigener Mensch und definiere mich doch nicht nur über meine Verstorbenen. Sie fehlen mir unendlich und doch muss es ein Leben im Danach geben. Natürlich kommen mir auch in der Öffentlichkeit in Gesprächen öfters die Tränen, die ich dann wegdrücke. Will einen normalen Umgang mit meinen Mitmenschen und nicht nur als trauernde wahrgenommen werden.
Meine Nachbarin hat auch viele Schicksalsschläge in ihrer Verwandschaft miterleben müssen. Den Tod eines 2jährigen Cousins durch Unfall. Den Selbstmord eines depressiven Onkels und etliche Jahre später seiner ebenfalls depressiven Tochter (Vererbung?) usw.. Ich bin gottseidank nicht depressiv veranlagt. Offensichtlich hat sie irgend eine Reaktion in dieser Richtung von mir befürchtet.
Ich hoffe, dass meine "Stärke" sich nicht ins Gegenteil verkehrt irgendwann, wo doch Schwäche erwartet wird von mir. Ich bin auch oft schwach, habe an vielen Dingen keine Freude. Fühle mich bei trübem Wetter sehr wohl und habe Angst vor dem Frühjahr und viel Sonnenschein, der mit meinem Gefühlszustand nicht besonders kompatibel ist. Sind das vielleicht doch anflüge von Depression? Ich hoffe nicht und das freuen können kommt irgendwann wieder zurück.
Liebe Grüße
Rose3












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Was du gerade durchmachst kann ich sehr gut nachvollziehen. Diese -nie mehr - ist einfach unfassbar. Ich hatte zu meinem Sohn auch ein besonders Verhältnis, so eine Seelenverwandschaft. Er hat noch zu Hause gewohnt, wir haben ja ein Haus mit genügend Platz um sich auch mal aus dem Weg zu gehen. Jetzt wohnt nur noch meine Tochter bei mir, sie studiert am Wohnort. Ich hatte es so genossen alle um mich zu haben, Hotel Mama eben. Mein Mann hatte mich fast jeden Tag immer um die Mittagszeit angerufen. Ich vermisse das alles do unendlich. Wir werden wohl noch lange brauchen um damit fertig zu werden, die Erinnerungen werden uns immer begleiten und die Sehnsucht auch. 
