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Thema: Meine Mama

  1. #1

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    Meine Mama

    Hallo,
    ich weiß überhaupt nicht mehr weiter. Meine Mama ist im Mai gestorben und ich verkrafte einfach ihren Tod nicht. Es gibt kaum noch eine Nacht in der ich gut schlafen kann... Ich vermisse sie so sehr. Sie war der Mensch, der sich am Meisten um mich gesorgt hat, zu dem ich immer kommen konnte, wenn etwas war und sie ist einfach nicht mehr da... Ich weiß ja, dass das der normale Lauf des Lebens ist und dass es eben auch durch Krankheit früher zu Ende gehen kann, aber ich empfinde es als einen solchen Alptraum, dass ich einfach nicht mehr weiter weiß. Bei meinem Bruder und bei meinem Vater geht alles so weiter, aber sie sind irgendwie so gefühlskalt... Und auch bei meinem Partner ist das einfach kein Thema. Ich ertrage es einfach nicht, dass alle so tun als wäre nichts passiert... Wie lernt man bloß mit so etwas umzugehen? Ich möchte aus diesem täglichen Alptraum raus...

    Sehr traurige Grüße von Oline

  2. #2

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    AW: Meine Mama

    Hallo, irgendwie habe ich das Gefühl, Du schreibst da gerade meine Gedanken. Ich habe im Mai auch meine Mutti verloren und fühle mich genauso, wie Du Dich fühlst. Hilflos, unverstanden, alleingelassen, traurig und gleichzeitig wütend. Mein Vati ist absolut gefühlskalt. Er weist mich, als einzigstes von 3 Kindern ab, ohne einen genauen Grund, was auf allem noch ein iPunkt setzt und ich hab einfach das Gefühl, keiner versteht mich und sieht meinen Schmerz. Gut, ich bin kein Mensch, der gerne über Gedanken und über mich überhaupt redet, aber diesmal ist irgendwie alles anders und nun hat man das Gefühl, keiner ist da. Aber das Schreiben hilft mir, wenn man sieht, dass andere Menschen das gleiche Schicksal erleben mußten und man liest, dass Sie es irgendwie, irgendwann auch geschafft haben. Wir dürfen uns nicht unterkriegen lassen und ich biete Dir gerne meine Schultern, meine Aufmerksamkeit, meine Ohren und vorallem meine Hilfe an.....
    Ich bin in Gedanken bei Dir und fühle mit Dir und gemeinsam, könnten wir uns, mit Hilfe anderer, sicherlich stark machen.

  3. #3

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    AW: Meine Mama

    Liebe(r) sitzriese,
    vielen Dank für deine liebe Antwort. Ich arbeite sehr daran mich nicht unterkriegen zu lassen, aber abends wenn ich eigentlich längst schlafen sollte verlässt mich die Kraft und ich halte den Schmerz kaum aus. Ich würde so gerne einfach mal in Ruhe (ein-)schlafen um ein wenig Energie zu tanken, aber ich schaffe es einfach nicht abzuschalten. Immer habe ich die Bilder von meiner Mama im Kopf und ich vermisse sie so unendlich. Hat hier vielleicht irgendjemand einen Tipp was man gegen diese Schlaflosigkeit machen kann (ohne starke Medikamente zu nehmen)?
    Ganz liebe Grüße
    von Oline

  4. #4

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    AW: Meine Mama

    Ihr Lieben,

    Männer trauern oft anders... Die glauben, wenn sie den Schmerz verdrängen, fällt es ihnen nicht so schwer und wollen nicht daran erinnert werden.

    Das stimmt zwar so nicht, aber sie glauben es halt.

    Wenn Eure Mamas im Mai gestorben sind, ist das einfach die Zeit, in der es am meisten weh tut. Wenn die Starre gewichen ist.

    Ich hab 3 Jahre gebraucht, um den Tod meines Vaters zu überwinden. Und das war kein Vater, den ich um Rat gefragt hätte.

    Gesteht Euch diese Trauer zu. Und hört nicht auf Leute, die meinen, nach ein paar Monaten müsse die Trauer vorbei sein.

    Es ist ein langer Weg, aber es wird leichter.

    Und es ist auch ein Abschied von der Kindheit....

    Alles Liebe und viel Kraft

    angie

    P.S. Fragt mal Euren Hausarzt. Und wenn Baldrian oder Johanniskraut nicht helfen, dann müssen stärkere Geschütze ran.

  5. #5

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    AW: Meine Mama

    Hallo Oline,

    meine Mama ist vor 1 Jahr im August gestorben. Es geht mir auch jetzt nochso, wie es dir geht. Ich kann zwar wieder gut schlafen, aber auch nicht jede Nacht.

    Es dauert alles seine Zeit.........leider

    Es kann auch keiner nachvollziehen, der es nicht selber erlebt hat.

    LG

  6. #6
    Avatar von jofi
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    AW: Meine Mama

    Vielleicht brauchst Du Hilfe bei der Bewältigung? In Städten mit Hospizvereinen gibt es öfters Trauergruppen, d.h. Menschen in Trauer bearbeiten ihren Kummer gemeinsam - keine Selbsthilfegruppe, es gibt in der REgel jemand, der das begleitet und koordiniert.
    Ich kenne Leute, denen das sehr geholfen hat.
    Lächle!
    Du kannst nicht alle töten! (Postkartenspruch).

  7. #7

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    AW: Meine Mama

    Hallo ihr Lieben,
    vielen Dank für eure Ratschläge. Ich denke, dass ich alle ein Stück weit befolgen werde. In der nächsten Woche habe ich einen Termin bei der Trauerberatung und wegen der Schlaflosigkeit werde ich mir einen Termin beim Arzt geben lassen.
    Als ihr eure Angehörigen verloren habt, habt ihr eurer Umfeld als stabil empfunden? Ich frage mich nämlich gerade, ob es normal ist, dass plötzlich alles anfängt zu wackeln (Partnerschaft, Job etc.) Lediglich meine Freundinnen empfinde ich als Konstante, als Halt. Und natürlich auch meinen Sohn wobei er mit seinen 2 Jahren in all dem nicht als Ansprechpartner (in Sachen Krise) fungieren kann und darf, sondern nur durch seine Anwesenheit Kraft gibt... Die andere Sache ist, dass ich ja eigentlich weiß, dass man der Trauer viel Zeit und Raum geben muss damit man sie verarbeiten kann, aber es ist einfach so, dass ich dies nicht habe. Im Job wird wenig Rücksicht genommen, dass ich einfach momentan nicht soviel Kraft habe, sondern im Gegenteil jetzt muss ich quasi wieder Sachen nachholen und es wird davon ausgegangen, dass doch jetzt mit fast drei Monaten Abstand genug Zeit vergangen wäre, und ich jetzt mal wieder meine Präsenz zeigen muss... Wie soll man sich dabei Raum und Zeit zum trauern nehmen?
    Ganz liebe grüße von
    Oline

  8. #8

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    AW: Meine Mama

    Hallo Oline,
    hallo Ihr anderen lieben Personen hier,

    meine Mama ist im April gestorben. Ich war bei ihr und seitdem gibt es kaum eine Nacht, in der ich das nicht mehrfach durchlebe.

    Tips kann ich hier gar keine geben, dennoch würde ich gerne mitschreiben.

    Ich kann nicht mehr weiterschreiben, ich melde mich wieder.

    TT

  9. #9

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    AW: Meine Mama

    Hallo Oline,

    auch bei mir ist das so, daß alle anderen Lebensbereiche "wackeln".

    Im Job hab ich das Gefühl "und das wars? bis zur Rente soll ich hier bleiben?"

    Meine Partnerschaft...naja, geht den Bach runter würde ich sagen.

    Der Verlust der Mutter ist einfach ein soooooo Großes Ereignis, das einen selbst verändert. Auch wenn mans selber nicht merkt. Und man kann mit vielem einfach nichts mehr anfangen.

    Ich find s z.B. auch total schrecklich, wenn eine Kollegin von ihrer Mutter erzählt, daß die sie wieder nervt. Da möchte ich einfach nur schreien: sei froh, daß sie dich noch nerven kann!!!!



    Hallo Traurige Tochter,

    ich drück dich mal!

  10. #10

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    AW: Meine Mama

    Hallo,

    ich habe mich wieder etwas gefangen und versuche erneut zu schreiben:

    Ich weine jeden Tag, ich kann nichts dagegen tun, es überfällt mich. Wenn ich alleine bin. Wenn ich Auto fahre. Das ist am schlimmsten. Ich sehe nicht mehr wo ich hinfahre. Aber ich muß fahren. Ich fahre dann ganz rechts einem langsamen Laster hinterher. Jedes Mal wenn ich Auto fahre, fast jedes Mal.

    Ich bin nicht mehr belastbar.

    Mir ist vieles egal, das ist insbesondere in der Firma sehr schwer. Alles ist im Umbruch. Besondere Engergie ist gefragt. Ich habe keine Energie mehr. Ich bin alle.

    Nachts schlafe ich schlecht und wenig. Es gibt selten eine Nacht, in der ich gut schlafe. Das wird ein bißchen besser, und dann wieder schlimmer. Die letzte Woche war (nach der Sterbewoche) die schlimmste. Das verstehe ich nicht, es ist doch jetzt schon Monate her.

    Weihnachten und die Weihnachtszeit machen mir Angst. Ich kann aber auch nicht einfach weg, ich habe auch einen Vater und einen Bruder. Von beiden lebe ich viele hundert Kilometer entfernt. Mit meinem Vater telefoniere ich seit April jeden Tag. Mit meinem Bruder weniger, er ist anders. Wir sind zu dritt alleine, jeder auf seine Weise.

    Es geht wieder nicht mehr.

    TT

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