Liebe Capbreton,
bei vielem von dem, was du schreibst, fühlte ich mich an mich selbst erinnert. Deshalb schreibe ich dir, um dir zu sagen: es gibt keinen Grund, an dir selbst zu zweifeln. Es gibt keinen Grund, zu meinen, du müsstest schneller sein mit der Verarbeitung deiner Trauer. Lass dir da nichts einreden.
Wenn andere Menschen sagen: "So langsam solltest du aber ..." bzw. "... müsstest du aber ..." so tun sie das, meiner Erfahrung nach, meist aus Hilflosigkeit heraus. Es ist schwer, die Trauer eines nahestehenden Menschen auszuhalten, man möchte gern helfen, man möchte etwas daran ändern, dass der andere so bedrückt ist, und dann sagen manche schon mal so einen Satz. Du musst aber gar nichts. Trauer dauert so lange, wie sie eben dauert, das ist individuell sehr unterschiedlich.
Die Trennung vom langjährigen Lebenspartner ist ein harter Schlag. Es geht ja nicht nur der Partner verloren, sondern das gesamte Lebenskonzept. Dazu kommt, dass viele Frauen dann, wenn Kinder da sind, oft ihre gesamte Energie dafür aufwenden, dafür zu sorgen, dass es den Kindern gut geht und sie möglichst wenig Schaden nehmen am Zerbrechen der alten Familienkostellation, und anfänglich hauptsächlich funktionieren. Frau kann sich ja nicht einfach in die Ecke setzen und heulen - die Kids sind da und die ganzen Alltagsprobleme, die bewältigt werden wollen.
Ich habe auch sehr lange gebraucht. Dreieinhalb Jahre lang hatten wir getrennte Wohnungen, in der - immer kleiner werdenden - Hoffnung, das Ruder nochmal rumreißen zu können. Dann war es offiziell. Anderthalb Jahre später der Scheidungsantrag, nochmal ein Jahr später die Scheidung.
Wenn du eine innere Sperre hast, neue Leute oder einen neuen potentiellen Partner kennenzulernen, dann bist du vielleicht einfach noch nicht so weit. Was mir damals sehr geholfen hat, war der Austausch mit anderen Frauen in ähnlicher Lage hier in der Bri im Trennungs- und Scheidungsforum. Ich habe daraus viele Denkanregungen und auch Unterstützung mitnehmen können.
Ich wünsche dir eine schöne Adventszeitohne allzu schwere Gedanken und ein fröhliches Weihnachtsfest mit deinen Kindern.
Liebe Grüße,
Analuisa










ohne allzu schwere Gedanken und ein fröhliches Weihnachtsfest mit deinen Kindern. 
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