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  1. #1

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    Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Hallo an alle, ich bin immoment zu tiefst trauig und ein wenig depressiv und vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen...Ich bin ein Mensch der viel Licht braucht und dem es schnell langweilig wird, viel unternehmen will.. Deshalb bin ich damals auch nach Spanien gezogen und habe dort eine Beziehung gehabt. In dieser Beziehung war ich allerdings nie richtig glücklich, sondern emotional abhängig..

    Ich hatte zu sehr geklammert und er hat sich immer mehr zurück gezogen.. Ich habe jahrelang darunter gelitten bis ich die Wende geschafft hatte.. Mir wurde ein Job in einer anderen Stadt in Spanien (barcelona) angeboten.., Für mich die absolute Traumstadt - alles was es zu bieten hat..

    Aber der Job war nicht gut - ich hatte mich zutiefst gelangweilt, das Ambiente hat nicht gestimmt und ich wollte noch weiter studieren (Master, bin jetzt 25).. Außerdem habe ich in Deutschland noch eine Wohnung bis Frühjahr und wollte das noch ausnutzen.

    Ich hatte mich also entschlossen, mich von meiner Arbeit freistellen zu lassen und in Deutschland den Master zu machen.. Die Uni ist allerdings nicht in meiner Lieblingsstadt und auch nicht, wo ich noch die Wohnung habe (wo meine Bruder zur Untermiete drin wohnt..)sondern liegt 200 km davon entfernt und 100 km zu meinen Eltern. In meiner Unistadt gibt es kaum Wohnungen und ich muss also immer hin und her pendeln..

    Immoment geht es mir aber sehr sehr schlecht, da die läufende Pendlerei ganz schön angestrengt ist und ich zudem sehr schwerwiegende familiäre Probleme habe, die mich sehr zu schaffen machen...

    Meine Mutter und mein Bruder sind schwerst depressiv und haben massive Probleme, sehen dies aber nicht ein, mich macht das sehr fertig da ich ja jetzt jeden Tag mit Ihnen verbringen muss.

    Ich habe auch nicht wirklich meinen eigenen (Lebens/Wohn-)raum, da ich von der einen Wohnung zur Wohnung meiner Eltern immer hin und her pendeln muss.. Darunter leide ich auch gesundheitlich, ich bekomme Essstörungen, etc.. Versuche meine Traurigkeit mit Essen zu unterdrücken etc.

    Meine Mutter und mein Bruder sind beide Messies und haben null soziale Kontakte und schlafen im Prinzip nur den ganzen Tag, bekommen ihr leben nicht auf die Reihe..

    Dies färbt natürlich auch stark auf mich ab. Obwohl ich ein sehr unternehmenslustiger Mensch bin und sehr offen gegenüber neuen Menschen bin, fällt es mir unter den momentan Bedingungen sehr schwer. Ich mache mir schlimme Vorwürfe meinen Job in Barcelona aufgegeben zu haben, wenn ich die Fotos meiner Bekannten aus Barcelona sehe, könnte ich den ganzen Tag nur heulen..

    .Durch die ständige Pendlerei fällt es mir sehr schwer Freunde zu finden und ich hatte schon immer Probleme, Freundschaft zu pflegen.

    Ich bin auch körperlich ziemlich unzufrieden mit mir, ich war mal sehr dünn, habe aber jetzt als Frust und Langeweile 10km zugenommen...

    Ich suche nach Halt im Leben,

    Mein Exfreund will mir diesen geben und will, dass ich zu ihm zurückkehre und er die Kontrolle über mich nimmt..

    Könntet ihr mir bitte weiterhelfen? Vielen Dank

  2. #2

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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    menno, iluvia,

    klar gibt es Menschen, die sich lieber wieder ins Gefängnis einsperren lassen als in Freiheit zu leben.

    Ganz ehrlich: zu dem Kerl kannst Du doch nur zurück, wenn Du eine absolut masochistische Ader hast. Und das weißt Du ganz genau.

    Du warst damals todunglücklich.

    Kannst Du nicht für die 200 km am Tag Pendelei Dir ein kleines WG-Zimmer mieten? Dürfte kaum teurer sein.

    Dafür Anschluss an Leute und ausgehen mit Kommilitonen...

    Und falls das gar nicht klappt... Lieber Stelle hier und Geld sammeln bis Du Dir das Studium auch so leisten kannst...

    Und falls es wirklich Barcelona sein muss: Ganz sicher nicht mit d e m.

    Liebe Grüße

    angie

  3. #3

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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Hallo,

    erstmal eine Runde Trost ... Wovon lebt du denn, finanziell, meine ich? Dass Dir die Pendelei und damit die mangelnden Kontakte nicht guttun, kann ich gut verstehen und die depressive Stimmung in Deiner Familie kommt ja noch dazu. Kannst Du Dir nicht eine kleine Wohnung, Wg-Zimmer leisten, vielleicht könntest Du ja einen kleinen Job übernehmen, wenn es nicht reicht. Und es gibt ja auch mit einem Studienplatztausch die Möglichkeit vielleicht doch noch in Deine Lieblingsstadt zu wechseln.

    Neuanfänge sind manchmal schwierig und meist dauert es bis man sich sein Leben wieder so eingerichtet hat, das es gut für einen ist. Also ich würde an Deiner Stelle erstmal schauen, dass ich mir eine eigene kleine Wohnung leisten kann.

    Lieben Gruß

    Evelyn
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  4. #4
    Moderation Avatar von katelbach
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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Illuvia,

    kann mir gut vorstellen, dass es Dir nicht gut geht.

    Hast Du Dich schon mal mit dem Gedanken an eine Therapie beschäftigt?
    Deine familiäre Situation ist offenbar sehr schwierig.
    Depression bei nahen Angehörigen kann zu entsprechenden "Prägungen" führen. Aus dem, was Du geschrieben hast, lese ich, dass Du auch keinen Rückhalt oder keine Anlaufstelle bei Deiner Familie hast, wenn es Dir nicht gut geht. Professionelle Unterstützung könnte das ein wenig ausgleichen und Dir helfen, Kraft aus Dir selbst zu schöpfen.

    Alles Gute
    katelbach
    Thank you for observing all safety precautions.
    (aus Dark Star von John Carpenter)


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    sonst normale Userin

  5. #5

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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Ja es ist in der Tat sehr schwierig für mich und mir geht es wirklich von Tag zu Tag schlechter;(
    Als ich noch im Ausland war, hatte ich wenigstens genügend Abstand und konnte mein eigenes Leben führen bzw. hatte mein eigenes Geld verdient.
    Jetzt mit Beginn des Master-Studiums hier in Deutschland bin ich leider wieder von meinen Eltern abhängig.
    Über eine Therapie hatte ich auch schon nachgedacht und würde auch sehr gerne etwas in der Richtung unternehmen, allerdings bin ich privat bei meinem Vater mitversichert und der ist da wenig einsichtig.. Und will/bzw. glaubt nicht das ich so etwas benötige:(
    Also da mein Bachelor-Schnitt nicht so der Hammer war (2,7) konnte ich mir die Uni-Stadt leider nicht so aussuchen und da wo ich jetzt bin, gefällt es mir überhaupt nicht.
    Ich studiere in der Provinz, nur 1 Stunde von meinem Elternhaus entfernt und mein Bruder wohnt etwa 2 Stunden entfernt in einer Großstadt..
    Ich wollte mir die Miete sparen und dafür in den Semesterferien immer verreisen, etc. Allerdings ist es bei mir zuhause wirklich unerträglich.
    Meine Mutter lebt wie ein Messie, meine Familie haben 0 soziale Kontakte und schlafen nur so vor sich hin...
    Mein Bruder ist jetzt auch noch starkt suizid gefährdet..
    Ich habe wirklich alles versucht, dass sich sich professionelle Hilfe suchen, doch niemand will sich helfen lassen!
    Ich bin damals auch wie ein Messie aufgewachsen, habe nie Ordnung, Sauberkeit und Hygiene gelernt und wurde immer in der Schule gehänselt, dass ich stinken würde...
    Während meines Auslandsaufenthalts habe ich dann in mehreren WGs gewohnt und immerwieder haben sich meine Mitbewohner wegen meiner mangelnden Sauberkeit beschwert..
    Ich habe mich aber dahin gehend stark verbessert, wenn ich allerdings wieder zuhause bin, falle ich automatisch wieder in alte Muster. Es fällt mir auch schwer, Freunde etc. mitzubringen.
    In Barcelona bin ich dann auch an falsche Leute geraten und in der Arbeit war das Gerücht, ich wäre magersüchtig und hätte eine Affäre mit einem 50-Jährigen verheirateten Mann..
    Von meiner Familie bekam ich auch zu hören, ich hätte mit "nur" einem mittelmäßigen Bachelorabschluss und 5-Jährigen Auslandsaufenthalt nichts erreicht im Leben und deshalb bin ich jetzt als über Kopf nach Deutschland (was sicher auch eine Kurzschlussreaktion war) um den Master anzufangen..
    Ich bin allerdings sehr, sehr unglücklich und würde am liebsten wieder meine Sachen packen und wieder ins Ausland..
    Bitte, bitte was haltet ihr von dieser Gesamtsituation und was würdet ihr mir raten??? Vielen lieben Dank an alle

  6. #6
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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Zitat Zitat von lluvia1 Beitrag anzeigen
    Bitte, bitte was haltet ihr von dieser Gesamtsituation und was würdet ihr mir raten??? Vielen lieben Dank an alle
    Ausziehen, WG-Zimmer nehmen, studieren.

    Übrigens: Auch wenn du über deinen Vater versichert bist, hat der kein Mitspracherecht über deine Arztwahl.

    Grüße, Cariad

  7. #7
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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Zitat Zitat von Cariad Beitrag anzeigen
    Ausziehen, WG-Zimmer nehmen, studieren.

    Übrigens: Auch wenn du über deinen Vater versichert bist, hat der kein Mitspracherecht über deine Arztwahl.

    Grüße, Cariad
    Genau.
    Das Geld, das du durchs Wohnen bei deinen Eltern sparst, geht durch die Pendelei und vor allem durch den Nervenstress wieder drauf. Das lohnt sich nicht. Bei deinen Eltern bist du wieder im alten, für dich schlechten Umfeld und wirst wieder zum Kind. Bleib erwachsen und mach dich so unabhängig wie möglich. Jede Situation hat auch ihre Vorteile. Ruhig zu wohnen im Uni-Ort lässt dir Zeit für dein Studium, einen Nebenjob und eine psychologische Begleitung. Wer jahrelang im Ausland war, schafft das. Lass dir nicht einreden, dass du nichts kannst, das ist Blödsinn, das hast du nämlich schon bewiesen. Wichtig fürs Wohlfühlen ist vor allem ein paar gute Kontakte / Freundschaften zu haben und das hängt weniger davon ab ob du in Barcelona oder in Hintertupfing bist, sondern davon, was du tust und tun kannst um gute Kontakte zu haben ohne dich zu verbiegen. - Letztendlich geht es auch um den Kontakt zu dir selbst. So lange du immer wieder davon läufst, bleibt das schwierig. Zuhause in deiner Familie konntest du früher nicht lernen guten Kontakt zu dir selbst und anderen aufzubauen - dann ist es jetzt eben dran, das nachzuholen. Und da das bisher schwierig war - s. deine Beziehung zu Mitschülern, Mitbewohnern und Männern - lass dir dabei helfen. Bei deinen Eltern lernst du nichts Neues dazu - dort fällst du zurück ins Alte.

    Du kannst dich auch erstmal direkt an die psychologische Beratungsstelle an der Uni wenden.
    Deine Familie hast du ja schon in Sachen "sich nicht helfen lassen" als schlechtes Beispiel erkannt. Lern daraus und mache es für dich besser. Nutze die Zeit und die Möglichkeiten hier.

    Ich habe dir kürzlich schon mal geschrieben, dass dir durchs Forum nicht wirklich geholfen werden kann, egal wieviele Threads du hier aufmachst und dass du dir vor Ort jemanden suchen solltest um deine Probleme hinter deiner Orientierungslosigkeit bzgl. deines Lebens und Studiums anzugehen. Dass da etwas massiv im Argen liegt, ist deutlich.
    Geändert von kubus (21.11.2012 um 09:56 Uhr)

  8. #8

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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Ok vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Du hast sicherlich sehr recht.. So wie ich das richtig verstanden habe, würdest du mir also abraten wieder nach Barcelona zurückzukehren und mir dort einen neuen Job zu suchen? Wäre das für dich dann wieder ein Davon-rennen sozusagen??? Vielen Dank

  9. #9
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    AW: Bitte helft mir! Endlose Traurigkeit...

    Zitat Zitat von lluvia1 Beitrag anzeigen
    Ok vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Du hast sicherlich sehr recht.. So wie ich das richtig verstanden habe, würdest du mir also abraten wieder nach Barcelona zurückzukehren und mir dort einen neuen Job zu suchen? Wäre das für dich dann wieder ein Davon-rennen sozusagen??? Vielen Dank
    Ich meine vor allem, dass du andere Probleme hast, als die Fragen, die du hier im Forum stellst. Und die hast du überall, die nimmst du mit. Du hast ein Problem mit dem Leben weil du keine guten Beziehungen / Freundschaften / Bekanntschaften hast, weil du dich immer durchkämpfen musst und nicht weißt, wie du für dich ein gutes Leben hinbekommen kannst und weil du eine sehr beengte Sicht auf dich und deine Möglichkeiten hast - egal wo du bist.

    Deine Familie ist nicht der richtige Ort um dein Selbstbild, dein Weltbild und deine Selbstsicherheit zu erweitern. Dort wird es noch enger. Es ist kein Wunder, dass du dich dort nicht wohl fühlst und weg willst. In Barcelona wird es aber auch nicht besser wenn du dort nur wieder in einem langweiligen Bürojob und unter den falschen Leuten landest.

    Finde die RICHTIGEN Fragen für dich. Solche Fragen und Antworten, die dich wirklich weiterbringen.
    Wie kannst du es z.B. schaffen, das Studium durchzuziehen ohne bei deinen Eltern zu wohnen?
    Wie kannst du es schaffen, dich weiter vom schlechten Vorbild deiner Familie zu lösen um noch mehr so zu leben, dass du glücklich wirst - egal wo. Dazu brauchst du psychologische Unterstützung, meine ich.

    Lasse dich auf deine grundsätzlichen Entscheidungen ein. Du willst einen weiteren Abschluss machen. Wohnen bei deiner Familie tut dir aber nicht gut, also musst du woanders wohnen um zu studieren. Studier auch und vertrödel nicht das ganze Semester damit, dich wegen deiner Familie schlecht zu fühlen und mit der Frage ob du wieder nach Barcelona gehen sollst oder nicht.

    Leider ist der Uni-Ort nicht Barcelona. Außerdem ist in Deutschland erstmal Wintersemester. Also mache es dir so angenehm wie möglich - um wirklich studieren zu können. Konzentrier dich auf den Lernstoff und die Scheine, die du machen musst, auf deine Studienkollegen, schließe dich Lerngruppen an und nutze die Möglichkeiten, die du in dieser Studienzeit hast. Bring dich ein mit dem, was du kannst - gib Spanischnachhilfe, biete Spanischkonversation an. Nach jedem Wintersemester kommt außerdem immer ein Sommersemester.

    Finde heraus, wo und wie du etwas für deine persönliche Entwicklung tun kannst, wie du bessere Kontakte pflegen kannst als bisher, wie du ein besseres Selbstbild von dir bekommen kannst, so dass du merkst, dass du mit deiner Auslands- und Spracherfahrung und dem zusätzlichen Abschluss noch ganz andere Chancen hast, als einen drögen Bürojob. Lerne Chancen zu sehen - und zu nutzen.

    Es gibt viel mehr als Schwarz oder Weiß,
    mehr als deine Familie oder ganz weit weg,
    mehr als das kleine Unidorf oder Barcelona.
    Das sind alles nur Oberflächlichkeiten und du meinst in der Oberfläche liegt das Glück. Deshalb bist du auch immer hin- und hergerissen, was du tun sollst. Das Glück liegt aber in dir.

    Du bist unsicher, einsam und hast bisher nicht viele gute menschliche Erfahrungen in deiner Familie und in Barcelona gemacht.
    Werde sicherer, schließe Freundschaften, finde heraus wie und mit welchen Menschen du gute Erfahrungen machen kannst. Erweiter deinen Blick auf dich selbst.
    Das rate ich dir vor allem.
    Geändert von kubus (21.11.2012 um 13:48 Uhr)

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