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  1. #1

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    Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Kurze Beschreibung:

    T (Täter, ca. 50) ist Ehemann der Pflegemutter P von zwei Schwestern M und S, die seit ihrem 10. und 8. Lebensjahr dort lebten. T vergeht sich mehrere Jahre, sobald allein im Haus, an der jüngeren S, die mit 15-16 dann auszieht. Danach setzt er es bei der leicht geistig behinderten M (somit ca. zw. 16 und 18) fort.

    Eine familiäre Vorbelastung liegt bei Vater V und Großvater G von T vor. V hat sich sogar an seiner leiblichen Enkelin E vergangen, als sie zwischen 6 und 10 war. Nachdem E das endlich später berichtet, rät T (ihr Vater) zu Stillschweigen. P (ihre Mutter) bekommt das erst später mit.

    P bekommt vom Ausgangsszenario mit den Pflegekindern oben ebenfalls nichts mit, da T den beiden Opfern droht, dass sie dann ins Heim kämen. Erst die Schule der älteren M verständigt P, dass M sich in der Schule auffällig verhält.

    P trennt sich von T, wirft ihn aus dem Haus und erstattet Anzeige. T streitet alles ab (falls er überhaupt gehört wurde). Sie selbst bekommt aufgrund der starken psychischen Mehrfachbelastung (Ehe zuende, guter Ruf als Pflegefamilie kaputt) Therapie. S verweigert - teils aus Angst, teils aus Schuldgefühlen - die Aufklärung und Zeugeneinvernehmung. M wird in zwei Sitzungen gerichtlich begutachtet. Das schriftliche Gutachten der gerichtlich beauftragten Sachverständigen wird durchaus explizit (Szenen des Missbrauchs, geschildert in der eingeschränkten Sprache der M, sowie die Äußerungen, Worte und Praktiken von T), verneint jedoch angesichts der verminderten Beweiskraft einer Behinderten am Ende eine ausreichende Beweislage.

    Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren aufgrund des Resümees ein. Gutachten bestimmen in solchen Fällen (Aussage gegen Aussage) zu 100% die gerichtliche Vorgehensweise.

    Ein Strafrechtsanwalt, der danach konsultiert wurde, sieht die Sache skeptisch, da der Staat nur Verfahren anstrengt, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Verurteilung führen.

    Die Frage ist nun: Gibt es keine Möglichkeiten mehr? Die Taten liegen 5-11 Jahre zurück. S wird auch weiterhin nicht aussagen.

    Wenn 100.000 Männer eine DNS-Probe abgeben müssen, weil man den Täter von Kindermorden in der Umgebung vermutet, müsste es doch genauso möglich sein, dass der einzige und vorhandene (!) Hauptverdächtige zumindest an den Lügendetektor müsste. Das geht aber in Deutschland möglicherweise nur freiwillig. Ich meine, sogar in den USA kann der Angeklagte ihn ablehnen.

    Hat jemand eine Idee? T hat mutmaßlich schon früher mindestens eine weitere junge Frau missbraucht.

    Vielen Dank!

  2. #2
    Avatar von Ice-30
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Wieso will S nicht Aussagen?
    Damit wäre doch die Voraussetzung für den Prozess gegeben? Bist du S?

  3. #3
    Avatar von Loop1976
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Zitat Zitat von seelendelle Beitrag anzeigen
    Hat jemand eine Idee? T hat mutmaßlich schon früher mindestens eine weitere junge Frau missbraucht.
    solange s nicht aussagt, und der täter rechtskräftig verurteilt ist, solange ist t unschuldig.

    das ist unser rechtssystem. da braucht es auch keine ideen.
    wenn er schon mehrere junge frauen missbraucht hat, sollte es ja genug zeugen dafür geben.
    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Wer sich über Kritik ärgert gibt zu, dass sie berechtigt war.

  4. #4
    Avatar von Loop1976
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    [editiert]
    Schade, dass man im Leben Menschen begegnet, die es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen.

    Es gibt immer 4 Versionen beim Zusammentreffen von Mann und Frau:
    Seine, ihre, die Wahrheit, und das, was wirklich passiert ist.


    Wer sich über Kritik ärgert gibt zu, dass sie berechtigt war.
    Geändert von R-osa (21.04.2017 um 15:13 Uhr) Grund: Aufforderung entfernt; Grund siehe AGB 16.1

  5. #5
    Avatar von Admaro
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Zitat Zitat von seelendelle Beitrag anzeigen
    .......

    Hat jemand eine Idee? T hat mutmaßlich schon früher mindestens eine weitere junge Frau missbraucht.

    Vielen Dank!
    Ich fürchte, dir sind strafrechtlich die Hände gebunden. Aufgrund auch der verstrichen Zeit der Taten, kann man ihn nicht mehr belangen. Zu einer Strafverfolgung - und anschließenden Verurteilung - gehören nunmal Beweise. Die Aussagekraft des behinderten Mädchen reicht hier wohl nicht eindeutig aus. S hat die Kraft nicht, könnte aber zur Verurteilung beitragen (vorausgesetzt die Tat ist noch nicht verjährt).

    Unter diesen Voraussetzungen gibt es leider keine Möglichkeit, den Täter einer strafrechtlichen Verurteilung zuzuführen. So furchtbar, so grausam es ist.

    Fühle dich aber auf alle Fälle gedrück, egal wie du jetzt in diesen Fall involviert bist.
    Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch. - Goethe -

  6. #6
    Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Verurteilt und bestraft werden kann nur ein Täter dessen Schuld einwandfrei nachgewiesen werden kann.
    Das ist Teil unseres Rechtsstaatsprinzips und das ist auch gut so.

    Das führt tatsächlich dazu, dass immer wieder Täter nicht verurteilt werden können, weil ihre Schuld eben nicht nachgewiesen werden kann, aber es führt in der Regel auch dazu, dass eben niemand unschuldig verurteilt werden kann.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  7. #7

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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Sogenannte Lügendetektoren haben in Deutschland keine juristische Relevanz, das als Hinweis noch dazu.

  8. #8
    Avatar von Admaro
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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Hier habe ich aber noch einen Artikel, was die Verjährungsfristen betrifft, gefunden. Mir war nicht bewusst, dass es bis zur Volljährigkeit (nunmehr 21 Jahre) es da eine Hemmung der Verjährung gibt.


    Gesetzesänderung: Verjährung bei sexuellem Missbrauch
    Entscheide lieber ungefähr richtig, als genau falsch. - Goethe -

  9. #9

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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Danke, admaro! Das mit der geringen Verjährung (3 Jahre ab 21), die hier noch gilt (Alttaten), wusste ich gar nicht.

    Wenn, dann wäre in diesem Falle Eile geboten, da M im Herbst die 24 Jahre vollendet. Bei S hätte es noch 2 Jahre Zeit.

    Man könnte T natürlich mürbe machen (ich kenne aber die Zulässigkeiten nicht). Wenn er sich keiner intensiven Befragung unterwirft, die - von ihm aus freiwillig - auch juristische Konsequenzen haben könnte, könnte man natürlich Informationen aktiv streuen. Gerade noch so, dass es keine üble Nachrede ist.

    Das Rechtssystem ist - gewollt - gespalten. Zivilrechtliche Umstände (Therapie von P, wirksamer Rausschmiss von T aus der Wohnung, Anordnung der Gutachtens an M) führen nicht zu strafrechtlicher Ableitung, (O.J. Simpson-Mordfall).

    In punkto Schuld haben einige hier etwas gesagt, und das ist auch richtig. M bricht jedoch trotz geistiger Behinderung in Tränen aus, wenn das Gespräch umständehalber mal (selten) darauf kommt. E beschuldigt immerhin V, ihren eigenen Großvater, den Vater des T, das Gleiche an ihr gemacht zu haben. Und M wäre nicht in der Lage gewesen, sexuelle Handlungen zu beschreiben, da sie bis heute außerhalb des Missbrauchs noch keine kennt. T achtete auf Kondomverwendung und verlangte insbesondere auch orale Befriedigung mit dem Mund. Im verwandtschaftlichen Seitenverhältnis wurde T außerdem schon mit 20 Jahren mit unsittlichen Berührungen übergriffig. Es sind einfach zu viele Hinweise. Und Täter haben eine große Begabung, nicht nachweisbare Situationen auszunutzen.

  10. #10

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    AW: Juristischer Umgang mit einem Missbrauchstäter

    Du schreibst, der Prozess wurde eingestellt, so wird keine Befragung stattfinden. Es ist also irrelevant ob freiwillig oder nicht.

    Es tut mir leid was passiert ist.

    Aber die Sachlage ist schwierig, sollte S weiter schweigen und die Mutter weiterhin behaupten, nichts gewusst zu haben. Das ist leider im Großteil der Fälle nicht wahr. Es scheinen sehr viele Personen Bescheid zu wissen, aber außer M niemand zu sprechen. Wie soll dann die Justiz tätig werden?

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