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  1. #1

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    Spielsucht Aktien?

    Hallo Ihr,
    ich wollte euch mal um Rat fragen, weil ich mich selbst damit kaum auskenne, mir aber große Sorgen um meinen Freund mache.
    Er investiert seit einiger Zeit in Aktien. Laut seiner Aussage hat er mal ein Jahr halbwegs davon gelebt, aber richtige Gewinne hat er eigentlich nicht.
    Mein Problem: er war mehrere Monate arbeitslos, hat wegen der Aktien aber auch kein Hartz 4 beantragt, hatte KEINERLEI einkommen, ich habe quasi für uns beide gesorgt (und so dicke hab ichs auch nicht). Er ist Fotograf, hat aber keine Digitalkamera und hat in der Zeit von seinen Eltern 2.000€ bekommen, um sich eine Kamera zu kaufen, um sich damit selbständig zu machen. Statt die Kamera zu kaufen, hat er das Geld in die Aktien gebuttert. Da war ich schon total entsetzt.
    Er wollte etwas Geld verdienen, um eine noch bessere Kamera zu kaufen. Ging natürlich nach hinten los.
    Jetzt hat er endlich einen Job, und ich dachte, dass nun bessere Zeiten anbrechen, dass er mir als erstes Schulden zurückzahlt (ist nicht soo viel, aber trotzdem, mir wäre es wichtig), dass man auch mal wieder ins Kino/Theater kann, das ER jetzt mal die Einkäufe übernimmt. Und er musste mir versprechen, dass er das Geld nicht in die Aktien investiert. Heute finde ich heraus (hab ihn gefragt, nicht spioniert), dass er sein erstes Gehalt auch schon wieder investiert hat.
    Ich mache mir unglaubliche Sorgen, dass er spielsüchtig ist.
    Er will ständig die Verluste mit noch mehr Investitionen wieder gut machen.

    Ich bin da vorbelastet. Mein verstorbener Vater, mit dem ich die letzten Jahre gar keinen Kontakt mehr hatte, war Trinker und Spieler, hat mich jahrelang um meinen Unterhalt betrogen, weil er ihn verspielt hat.

    Bin ich da vorbelastet und überempfindlich? Ist es "seine Sache"? Was kann ich nur machen??
    Wir leben nicht zusammen, obwohl er fast immer bei mir ist, sind beide Anfang 30....

    Ich wäre für Tips sehr dankbar.

    Viele Grüße, Aniko

  2. #2
    Moderation
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    AW: Spielsucht Aktien?

    Zitat Zitat von Aniko_Berlin Beitrag anzeigen
    Bin ich da vorbelastet und überempfindlich? Ist es "seine Sache"?
    Wie er sein Geld verdient, ist seine Sache.
    Wenn er kein Geld verdient und von deinem lebt, ist das deine Sache.

    Ob das jetzt eine Sucht ist bei ihm, oder "nur" eine ungeheure Dummheit und Frechheit, macht einen Unterschied darin, was er braucht, um sich zu ändern, aber nicht darin, daß er willens sein muß, das Problem zu sehen und anzugehen, ehe es angegangen werden kannst. Du kannst ihm sagen, daß es ein Problem gibt, du kannst ihn in die richtige Richtung weisen (Suchtberatung/Therapie oder Umgang-mit-Geld-lernen), aber du kannst ihn nicht ändern, wenn er es nicht will.

    AnsonsteN. Er schmeißt gutes Geld dem schlechten nach, er leiht sich Geld unter Vorwänden, er bricht Zusagen, er lügt... Klingt für mich wie eine Sucht. Und du bist vorbelastet auch insofern, als daß du co-abhängig aufgewachsen bist und damit immer in Gefahr, in diese, in der Kindheit erlernten Muster zurückzufallen.

    Überleg dir: Willst du versuchen, mit ihm zusammenbleiben, und auf welcher Basis? Du kannst ihm, wenn du es willst, einen Platz zum Schlafen bieten und ihn durchfüttern, aber leih ihm nichts, das du ihm nicht schenken willst, übernimm keine Verantwortung für seine Geldgeschäfte (keine Unterschriften unter *irgendwas*!) Halt dein Geld zusammen und außerhalb seiner Reichweite. Sag ihm, was du empfindest und guck, was er tut. Wenn er es wert ist, mit ihm zusammenzubleiben, sollte er zumindest dich sehen und nicht nur sich.
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **

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