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  1. #1

    Registriert seit
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    Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Ich habe ein Problem, dessen bin ich mir bewusst.
    Seit Anfang diesen Jahres gehe ich deswegen wöchentlich zur Beratung und zwei Mal wöchentlich zur Akupunktur.
    Trotzdem habe ich Rückfälle, die mich immer wieder runter ziehen. Bei mir handelt es sich um Alkohol und Koks - wenn schon, denn schon.
    Der Alkohol macht mir hierbei mehr zu schaffen. Oft ist dieser dann auch der Einstieg für die härteren Sachen. Bei klarem Kopf würde ich nicht auf die Idee kommen, mir was zu besorgen.
    Hinzu kommt auch noch, das mein Freund involviert ist, soll heißen, wir machen "es" immer zusammen. Er ist auch in Beratung, sieht auch ein, dass das Gekokse aufhören muss, nur mit dem Alkohol sieht er es nicht so, weil "wir uns ja nicht täglich besaufen". Meiner Meinung nach, muss es dazu gar nicht erst kommen.
    Oft bringt er mich dazu, dann doch etwas zu trinken, oder versucht mich nicht davon abzuhalten, wenn ich Alkohol vorschlage. Ich kann mich in dieser Hinsicht nicht auf ihn verlassen.

    Ich habe ihm heute noch ein mal deutlich gemacht, wie wichtig mir das ist. Er versteht, dass ich Angst habe und will mich unterstützen und selbst verzichten, aber das hat er auch schon öfters erzählt.

    Deswegen versuche ich diesen Weg, sozusagen ein Nichttrink-Tagebuch und hoffe auf eure Unterstützung, Tipps oder Ratschläge.

    Frei von Koks: 6. Tag
    Frei von Alk: 1. Tag

    Heute habe ich wieder einen Beratungstermin wo ich wieder beichten muss, dass ich Rückfällig geworden bin. Das fällt mir immer sehr schwer, obwohl meine Therapeutin mir niemals Vorwürfe oder ähnliches gemacht hat. Aber Verschweigen ist ja keine Alternative, da würde ich mich ja selbst belügen. Danach habe ich gleich den Akupunkturtermin.

    Ich habe am Wochenende auch meiner besten Freundin davon erzählt, dass ich Probleme mit Drogen habe. Es ist mir sehr schwer gefallen, ich hatte Angst, dass sie danach nichts mehr mit mir zu tun haben will. Das war natürlich nicht der Fall, ich bekomme von ihr Unterstützung und danach habe ich mich sehr viel besser gefühlt. Ich hatte schon Ewig ein schlechtes Gewissen. Wir kennen uns seit zehn Jahren, koksen tu ich seit sechs Jahren (Oh mein Gott, habe mich gerade ganz schön erschrocken...). Wir hatten dann ein Jahr, wo wir uns gar nicht gesehen haben, weil ich nur am Feiern war. Später habe ich ihr dann davon erzählt, warum dass so war, aber das dieses Problem noch gegenwärtig war, nicht.

    Wenn ich nachher zu Hause bin werde ich alle Flaschen entsorgen, Reste wegkippen. Ich werde sogar die Bier-, Wein- und Schnapsgläser und alles andere, was mich an Alkohol erinnern könnte, in einen Karton packen und in den Keller stellen.

    Ich will unbedingt wieder diejenige sein, die mein Leben bestimmt.

    In diesem Sinne

    H.

  2. #2
    Avatar von amade_a
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    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Heather2012, ich wünsche Dir auf diesem wichtigen Weg ganz viel Erfolg.

    Wann immer ich zwei Übeln gegenüberstehe, wende ich mich dem zu, das ich noch nicht ausprobiert habe


    Mae West

  3. #3
    Avatar von silberpfeil
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    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Heather,

    auch von mir viel Erfolg- ziehe es durch-

    Wenn du die Sucht nicht schaffst zu bekämpfen- schafft die Sucht dich......

    Habe es z.Zt. in der Familie( mein Schwiegersohn) - es ist schlimm mit anzusehen...allein schon was meine Tochter und Enkelkind mit durchmachen müssen.....

    alles Gute
    Habe die KRAFT,zu ändern, was nicht mehr länger zu ertragen ist;
    die GELASSENHEIT, alles dass hinzunehmen, was nicht zu ändern ist, und die WEISHEIT, das eine vom anderen zu unterscheiden

  4. #4

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    32.547

    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Zitat Zitat von Heather2012 Beitrag anzeigen


    Heute habe ich wieder einen Beratungstermin wo ich wieder beichten muss, dass ich Rückfällig geworden bin. Das fällt mir immer sehr schwer, obwohl meine Therapeutin mir niemals Vorwürfe oder ähnliches gemacht hat. Aber Verschweigen ist ja keine Alternative, da würde ich mich ja selbst belügen. Danach habe ich gleich den Akupunkturtermin.

    Ich will unbedingt wieder diejenige sein, die mein Leben bestimmt.

    In diesem Sinne

    H.
    Liebe Heather,

    herzlich willkommen in dieser Abteilung des Forums.

    Dass du hier bist und von dir schreibst, ist schon mal ein weiterer Schritt auf dem Weg,
    der Boss in DEINEM Leben zu werden.

    Ganz sicher fühlt es sich nachher bei deiner Therapeutin so an, als würdest du "beichten".
    Im Grunde genommen machst du dir nur selber immer wieder "bewusst", was da bei dir eigentlich läuft ...

    Solange du den Wunsch hast, endlich wieder selber über DEIN Leben zu bestimmen,
    wird es dir irgendwann mit Hilfe auch gelingen.
    Ein Trinktagebuch zu führen, ist eine gute Idee.
    Nimm alle Unterstützung an, die man dir anbietet, es kann dich nur auf deinem Weg voranbringen.
    Manche Vorschläge der Therapeuten werden erstmal "fremd" sein, sich fremd anfühlen.
    Sacken lassen und drüber nachdenken, wie es denn gemeint sein könnte!

    Alles Gute für dich und Kraft und Mut auf deinem Weg

    Lyanna

  5. #5

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    22

    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Ihr Lieben,

    vielen Dank für die Worte. Gerade beim lesen von Lyannas Zeilen ist mir aufgefallen, wie wichtig dieser Zuspruch für mich ist.

    Gestern war ein schöner Tag. Ich habe alles weggeräumt, was mich an Alkohol erinnern könnte. Altglas, Pfandflaschen, Gläser, alles. Und da habe ich den ersten Schock bekommen. Wieviele leere Flaschen bei mir zu finden waren... Da wird einem noch mal bewusst, wie viel mal wirkich getrunken hat.
    Aber als ich den ganzen Krempel weggeworfen habe, ging es mir besser. Ein Symbol für den Neuanfang.
    Einige Gläser waren noch in der Spülmaschine, so habe ich den Karton in der Küche stehen gelassen. Als ich nach Hause kam, hat mein Freund - ohne dass ich etwas gesagt habe - die restlichen Gläser verpackt und den Kartonin den Keller geräumt. Das hat mir viel bedeutet. Wir haben jetzt besprochen, dass wir gemeinsam vier Wochen keinen Alkohol trinken werden. Ein erreichbares Ziel erfüllt einen nicht so sehr mit Angst, wie zum beispiel "für immer". Nach den vier Wochen, kann ich mir ja wieder ein weiteres Zeil setzten.

    Das Gespräch mit meiner Therapeutin lief auch sehr gut. Ich bin so froh, dass ich alles erzählen kann, ohne dass mir Vorwürfe gemacht werden. Eher im Gegenteil, hierdurch kann man dann den Ursprung des Suchtdrucks vielleicht besser erkennen. Was hat mich dazu getrieben Rückfällig zu werden? Und ein positives hat es, wäre das nicht passiert, wäre ich danach nicht so deprimiert gewesen, so dass ich es nicht meiner besten Freundin erzählt hätte. Meine Therapeutin sagt, das wäre ein Meilenstein. Ich habe zwar einen Schritt nach hinten gemacht, dafür zwei nach vorne. Darauf bin ich sehr stolz.

    Die Akupunktur danach soll den Suchtdruck lindern. Ich bekomme in jedes Ohr jeweils fünf Nadeln, eine zwischen die Augen und eine auf den Kopf. Die verschiedenen Punkte am Ohr stehen für einzelne Organe im Körper und sollen die Entgiftung fördern. Die Aku mache ich bereits seit acht Wochen. Und ich habe bemerkt, dass die Nadel beim einstechen besonders doll schmerzen, wenn ich zuvor was getrunken habe. So auch gestern. Der Schmerz vergeht dann aber schnell und man merkt richtig, wie die nadel "arbeitet".

    Heute Abend gibts die erste Prüfung, wir gehen mit Schwiegermutter zum Griechen und eigentlich liebe ich den Ouzo, gerade der vor dem Essen. Nur muss ich auf den heute verzichten, ich möchte, dass die nächsten Akunadeln nicht so sehr schmerzen! :)

    In diesem Sinne

    H.

  6. #6

    Registriert seit
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    32.547

    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Liebe Heather,

    dein Beitrag klingt sehr hoffnungsvoll, und ich wünsche dir, dass du alles so umsetzen kannst, wie du es dir vorgenommen hast!
    Dann bist DU bald wieder der BOSS in DEINEM Leben!

    Darf ich dich fragen, wie alt du bist?
    Ich frage danach, weil ich aus eigenem Erleben weiss, dass das Trockenwerden ein wenig mit dem Lebensabschnitt (dem Alter) zu tun hat, in dem derjenige grad ist.

    Ich kenne einige sehr junge Menschen, die unbedingt trocken werden wollen und müssen,
    der gute Wille ist auch da ...
    Da hapert an dann an den Events und den anderen Unternehmungen, dir sehr junge Leute ja auch unbedingt noch wahrnehmen wollen (und müssen).
    Das gehört eben in bestimmten Lebensabschnitten mit dazu .

    Beobachte dich und deine auftauchenden Gefühle heute abend mal selbst beim Essen beim Griechen.
    Wie leicht oder schwer fällt es dir, den mit Sicherheit angebotenen Ouzo abzulehnen?
    Was passiert da in dir?

    Ich kenne das mit dem Ouzo.
    Ich mochte das Zeug auch noch gern.
    Letzlich siegte immer das Alkoholteufelchen:
    1x ist keinmal, und wer weiss, ob wir so je wieder zusammenkommen?
    So jung kommen wir einfach nicht wieder zusammen!
    Wie wahr!
    Und schon war's geschehen ...

    Weiterhin Kraft und Mut für dich selbst!
    Alles Liebe

    Lyanna

  7. #7

    Registriert seit
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    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Liebe Lyanna,

    ich bin 26 und ich weiß wovon du sprichst. Alkohol scheint immer allgegenwärtig zu sein. Manchmal habe ich das Gefühl, es dreht sich um nichts anderes. Ich für mich denke, dass ich (erstmal) mit Party machen durch bin. Davon hatte ich in den letzten Jahren mehr als genug und wenn ich eines daraus gelernt habe, dann, dass das meiste Schein ist. Aber natürlich wird es noch viele Anlässe geben, wo ich auf die Probe gestellt werde.

    Gestern Abend beim Griechen hatte ich überhaupt kein Problem damit, nicht zu trinken, wahrscheinlich, weil ich mich den ganzen Tag darauf eingestellt habe und weil mein Freund und dessen Mutter auch nichts getrunken haben.

    Ich hatte zuvor auch ein anderes Erlebnis: Ich war zuvor beim Training - das ist nichts ungewöhnliches, ich mache Leistungssport (noch ein sehr guter Grund, den Alkohol und die Drogen wegzulassen) und danach habe ich mich so gut und glücklich gefühlt. So ein Gefühl habe ich noch nie durch Alk oder anderes gehabt. Danach viel es mir sehr viel leichter, nicht zu trinken.

    Heute konnte ich den Akupunkturtermin leider nicht wahrnehmen. Mein Freund und ich trainieren Jugendliche und heute gab es einen Wettkampf, erst die Kleinen, später ich dann auch. Diese Arbeit erfüllt mich total und die kleinen waren so engagiert, dass ich nicht mal einen Gedanken an Alk verschwendet habe. Krönend hinzu kam, dass mein eigener Wettkampf sehr gut verlief.

    Ich hoffe, dieses gute Gefühl bewahren zu können.

    Jetzt gab es nur einen Eiweisshake, das reicht.

    Morgen ist wieder Training, da mache ich mir keine große Sorgen, dann folgt aber das Wochenende, das könnte kritisch werden. Aber daran denke ich, wenn es soweit ist.

    Jeder Tag ohne Alkohol ist ein guter Tag.

    In diesem Sinne!

    H.

  8. #8

    Registriert seit
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    22

    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Wie erwartet, gab es gestern keine Probleme. Ich habe keinen Suchtdruck gespürt und fast gar nicht daran gedacht. Bin direkt nach dem Training tod ins Bett gefallen.

    Heute bin ich gespannt. Freitags ist ja irgendwie immer ein typischer Tag. Ich habe mir vorgenommen einen gemütlichen Abend zu Hause zu verbringen. Da ja auch keine Flaschen mehr im Haus sind, komme ich hoffentlich auch nicht in Versuchung.
    Mein Freund ist bis jetzt genauso eisern wie ich.

    Ich freue mich darüber, morgens ohne dicken Kopf aufzustehen. Ich fühle mich fitter und vitaler. Ich versuche mich dazu auch noch sehr gesund zu ernähren. Wenn ich darüber nachdenke, was für ein Giftstoff Alkohol eigentlich ist, tut mir mein Körper richtig leid. Ich frage mich, warum man sich sowas eigentlich antut? Weil die Schäden nicht unmittelbar kommen? Eigentlich hat man doch nur den einen Körper, auf den muss man achten.

    Auf in ein gesundes, alkoholfreies Wochenende!

    H.

  9. #9

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    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Zitat Zitat von Heather2012 Beitrag anzeigen



    Wenn ich darüber nachdenke, was für ein Giftstoff Alkohol eigentlich ist, tut mir mein Körper richtig leid. Ich frage mich, warum man sich sowas eigentlich antut? Weil die Schäden nicht unmittelbar kommen? Eigentlich hat man doch nur den einen Körper, auf den muss man achten.

    Auf in ein gesundes, alkoholfreies Wochenende!

    H.
    Daran denke ich heute noch und immer wieder ...was hab ich mir und meinem Körper bloss angetan???

    Nützt nix, so ist es nun mal geschehen, und jetzt hab ich die Möglichkeit, es anders zu machen!
    Du hast auch die Möglichkeit.
    Toll, wenn du sie nutzen kannst.

    Ganz viel Kraft und Mut dazu

    Lyanna

  10. #10

    Registriert seit
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    AW: Der hoffentlich letzte erste Tag!

    Hallo Heather,

    wie geht es dir?
    Kommst du zurecht mit dem, was du dir vorgenommen hast?
    Hast du das Wochenende gepackt ...und vielleicht sogar den 1.ten Mai?

    Ich denke an dich und fände es toll, mal wieder von dir zu hören .

    Lieben Gruss

    Lyanna

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