Hallo,
ich stehe mitten im Leben und bin verheiratet, aber meine Frau verstehe ich, was die Sexualität anbetrifft, auch nach Jahren leider immer noch nicht. Ob es sich um einen Einzelfall handelt oder um eine generelle weibliche Denkweise, kann ich nicht beurteilen. Daher wende ich mich hier im Forum an die Damen, mit der Bitte um ein paar erläuternde Worte.
Worum geht es?
Es geht um die Frage, wie Frauen, die in einer festen Beziehung leben, grundsätzlich zu mechanisch ungeschütztem Geschlechtsverkehr stehen.
Und worum geht es nicht?
Es geht dabei ausdrücklich nicht um die Themen Kinderwunsch und Verhütung. Denn dass man bei ersterem zweckmäßigerweise ungeschützten Verkehr haben sollte, versteht sich von selbst. Und was die Verhütung anbetrifft, so möchte ich von vornherein vermeiden, dass dieser Beitrag dorthin abdriftet. Es gibt genügend Methoden, mit denen verhütet werden kann. Dass aus anatomischen Gründen die meisten davon durch die Frau anzuwenden sind, ist leider so (ich als Mann hätte auch gerne soviele Auswahlmöglichkeiten). Und es muss ja nicht zwingend die aus Sicht des Stoffwechsels maximalinvasive Pille sein. Schließlich gibt es mit Spirale oder Kupferkette ebenso verläßliche Methoden, die den Körper kaum belasten. Oder NFP, was ganz ohne Eingriffe funktioniert und lediglich etwas Disziplin erfordert (wie die Pille im übrigen auch). Aber das sollte einem die Aussicht auf beglückenden und erfüllenden Sex eigentlich Wert sein - womit wir beim Thema wären:
Als Mann finde ich - auch ohne Kinderwunsch - den Gedanken höchst erotisch, dass beim Geschlechtsverkehr mein Samen in der Scheide meiner Frau verbleibt. Klar weiß ich, dass das meiste wieder herausläuft, aber ein bisschen verbleibt bekanntlich auch in ihr (laut gängiger Lehrmeinung können Spermien bis ca. fünf Tage in den inneren Geschlechtsorganen der Frau überleben). Die Vorstellung, dass meine Frau dann über mehrere Tage "etwas von mir" in ihrem Körper "mit sich führt", finde ich sehr erregend. Die Abgabe des Samens in die Scheide ist für mich, genauso wie das gegenseitige Tragen von Eheringen, ein Zeichen des Vertrauens, der Verbundenheit und nicht zuletzt eine große Liebesbekundung. Im Vergleich zu den Ringen erfolgt letztgenannte natürlich inniger, natürlicher und bewußter. Da der Austausch von Körperflüssigkeiten zudem mit potentiellen Folgen behaftet ist wie Schwangerschaft oder Krankheiten, sollte sowohl für den samenabgebenden als auch den -empfangenden Partner der Stellenwert eines Geschlechtsverkehrs ohne mechanische Barriere in puncto gegenseitigem Vertrauen und Zuneigung deutlich höher sein als beim Sex mit Kondom oder gar dem Tragen von Ringen.
Ich denke nicht, dass meine Ansichten "aus der Art geschlagen" oder gar pervers sind, denn sie entsprechen schließlich genau dem, was der liebe Gott zur Arterhalung vorgesehen hat. Demzufolge würde ich nun seitens meiner Frau Entsprechendes erwarten, d.h., dass - und zwar grundsätzlich und nicht nur zum Zwecke der Fortpflanzung - es sie nicht nur "anturnt", meinen Samen in ihrer Scheide zu empfangen, sondern auch den teilweisen Verbleib des Samens in ihrem Körper als erotisch und über die potentielle Verweilzeit der paar Tage hinweg als beglückend empfindet. Folgerichtig sollte sich dann nach einer ebensolangen "Abbauzeit" der Spermien in der Frau (die "Abbauzeit" kann dabei rein physiologisch wie auch mental verstanden werden) bei ihr das Bedürfnis nach einer erneuten Begattung einstellen. Leider ist meine Frau in ihren Gedanken und ihrem Empfinden nicht so veranlagt. Konkret heißt das (Kinderwunsch ist beiderseits übrigens nicht vorhanden): Auch als sie noch die Pille nahm, war Sex - falls überhaupt und wenn, dann nur auf meine Initiative hin - lediglich mit Kondom genehm. Nach Absetzen der Pille aus gesundheitlichen Gründen machte sie keinerlei Anstrengungen in Richtung alternativer Verhütungsmethoden (Spirale, Kupferkette, NFP). Ende vom Lied: Ab und zu ein paar Streicheleinheiten mit der Hand, aber auch die ausschließlich in ein Kondom, denn Sperma sei eklig (obwohl meine Frau damit noch nie in Berühung gekommen ist).
Soweit zu meinen Gedanken und der Situation. Ich frage mich ernsthaft, ob das - auch bei ausdrücklich keinem Kinderwunsch - normal ist?
Unqualifizierte Kommentare interessieren mich ehrlich gesagt nicht - v.a. nicht von meinesgleichen, d.h. Männern. Über sachdienliche Antworten oder auch kritische Anmerkungen, v.a. von Frauen, würden ich mich hingegen freuen.
Danke & beste Grüße
Bernhard











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