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  1. #1

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    Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Servus alle miteinander,

    kurz zu meiner Person: Derzeit bin ich 29 Jahre alt und in den letzten Zügen meines Studiums. Der Magister in Geschichte und Literaturgeschichte ist in greifbarer Nähe. Nur die Frage, was ich eigentlich nach dem Studium machen will, die bringt mich derzeit um den Verstand. Ich habe keinen Schimmer, was ich beruflich machen möchte. Es wird langsam aber echt allerhöchste Eisenbahn einen Beruf zu ergreifen. Nicht zuletzt wird der Druck von Eltern und Freundin immer höher, endlich "durchzustarten".

    Eigentlich bin ich immer davon ausgegangen, dass "Journalismus" etwas für mich sei - viel unterwegs, viel Kontakt mit verschiedenen Leuten, es gibt viel zu entdecken und zu lernen.
    Dementsprechend habe ich einige Praktika absolviert. Seit vier Jahren bin ich als "rasender Reporter" für zwei verschiedene Lokalredaktionen unterwegs. Auch einige regionale oder überregionale Geschichten durfte ich schon schreiben. Was mich daran mittlerweile nervt ist, dass man sich selbst immer fragt, ob das Geschriebene gut genug ist, sich mit anderen vergleicht und die Selbstzweifel zunehmen.

    Vor einem Monat habe ich schließlich ein weiteres vier wöchiges Praktikum im Haupthaus einer Tageszeitung gemacht. Wie man mir signalisierte wäre ein Volontariat direkt im Anschluss ans Studium machbar. Soweit so gut!
    Es ist nur so, dass ich den Alltag in der Redaktion in diesem Praktikum als extremst langweilig empfunden habe. Den ganzen Tag am Rechner sitzen, Layout der Seite setzen, Agentur-Meldungen in die Seite, die man bearbeitet, fallen lassen, redigieren - das Ganze von 10 bis 18/19/20 Uhr. Puh! Das ist mir bei meinen anderen Praktika nie so aufgefallen, weil ich immer "raus" auf die Straße gekommen bin. Dazu kommt, dass ich den Eindruck hatte, dass da ziemlich viele Leute einen Stock im Hintern haben. Naja, mittlerweile frage ich mich, ob ich das wirklich will. Ein Bürojob wollte ich noch nie so leiden. Bin gerne draußen, im Kontakt mit anderen Leute, hier und da bisschen Action.
    Naja, mit meiner Freundin habe ich versucht über die Problematik zu reden. Die signalisierte mir aber, dass sie von mir, was das Thema "Beruf" angeht, nur noch genervt ist.
    Die Fragen, die mich momentan eben umtreiben ist, ob ich den Schritt zum Volontariat wirklich wagen oder, ob ich mich komplett umorientieren soll.
    Der Polizeidienst würde mich zum Beispiel schon reizen. Das würde ich momentan auch als einzige Alternative sehen. Hatte hier und da auch schon Einblick in den Berufsalltag. Aber wofür hab ich dann studiert? Dazu kommt, dass ich dort ohnehin nochmal ein Bachelor-Studium auf deren Hochschule machen müsste. Ich meine, irgendwann würde ich auch gerne einfach mal "nur" arbeiten.


    Mich würden hierzu nun einfach mal ein paar andere Meinungen interessieren. Vielleicht hat der ein oder andere ja auch einen Ratschlag parat.

    Vielen Dank fürs Lesen!

    Grüße

  2. #2
    Moderation
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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Wär es nicht effizienter zu gucken, ob du nicht innerhalb deines Feldes wieder in eine Richtung "schwimmen" kannst, die dir mehr Spaß macht, als alles hinzuschmeißen und zum Zirkus zu gehen (oder ähnliches)? So ziemlich jedes Berufsfeld hat bessere und schlechtere Jobs, welche für kontaktfreudige Leute und welche für zurückhaltende, und in jedem kann man sich mit anderen vergleichen und fürchten, daß man nicht gut genug ist und irgendwann rauskommt, daß man nur blufft. (So geht mir das seit 20 Jahren.)

    "Ganz neu" heißt nicht, "alles besser", es heißt nur "Späteinsteiger". Das ist OK wenn man in dem, was man gerade tut, kein Land sieht, keine Optionen hat oder alle Optionen haßt, in 200 km Umkreis keinen Job findet, eine Identitätskrise hatte und nicht mehr die Person ist, die den ursprünglichen Job mochte, oder im reifen Alter von 29 realisiert, daß der Staatsdienst mehr Sicherheit und innere Ruhe bietet als ein Job auf Honorarbasis.

    Aber es klingt ja nicht so, als habe sich bei dir was Grundlegendes geändert. Du kriegst nur im Moment gerade nicht genau das, was du haben willst und denkst dir, daß woanders das Gras grüner ist. Kann es sein, daß du das schon länger machst und deine Freundin deswegen genervt ist?

    Ich würde dir raten, deine Energie nicht dahin zu stecken, etwas ganz anderes zu machen wo du erst wieder alles lernen mußt, sondern den Aufwand, den du in jedem Job treiben müßtest, um eine Tätigkeit zu kriegen, die dir zusagt, und wenig mit den Leuten zu tun zu haben, die dich nerven, in deinen jetzigen Job zu investieren.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. #3
    Moderation Avatar von lunete
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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Hallo,

    hast du dich über die

    - körperlichen (=sportlichen und gesundheitlichen)
    - psychischen/psychologischen
    - fachlichen

    Voraussetzung für den - ich nehme an gehobenen - Polizeidienst informiert?

    Das Auswahlverfahren ist sehr anspruchsvoll und die wenigen Stellen sind sehr begehrt.

    Bevor du etwas auf diese Karte setzt, solltest du dich da ggf. erkundigen.

    Ansonsten kann ich mich wildwusel nur anschließen.

    Und: du legst dich mit deinem ersten Job ja nicht bis zur Rente fest. Umorientieren, fortbilden, wegbewerben... geht immer.

    Toitoitoi
    Lunete

  4. #4
    Moderation Avatar von lunete
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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    ein PS zur Polizeiarbeit:

    ich kenne mich da ein wenig aus, da ich mehrere Cousins habe, die das machen/machen wollten.
    Einen meiner Cousins (intelligent, sportlich, psychisch stabil usw.) haben sie nach der letzten Assessment-Center-Runde bei der Bundespolizei nicht zur Ausbildung angenommen, da sie der Ansicht waren, der hohe Büroanteil der Arbeit wäre nichts für ihn.

    Und auch der Cousin, der Kommissar bei der Mordkommission ist, hat - seinen Erzählungen nach - weit weniger "Publikumskontakt" als man denken sollte...

  5. #5
    Perikope
    gelöscht

    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    advocatusdiaboli, ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich habe eine Kultur- und eine Literaturwissenschaft aus Leidenschaft studiert und den Gedanken, was man dann mal konkret damit macht, gaaaanz weit weg geschoben. Als der Abschluss dann nahte und ich mich mit der harten Realität des Berufslebens und der konkreten Anwendbarkeit meines Spezialwissens auseinandersetzen musste, tat das auch mir ziemlich weh. Denn ich erkannte: Zwar weiß ich, wohin ich gern mal möchte (und im Gegensatz zu dir habe ich auch kein Problem mit dem Bürojob-Anteil dabei), aber der Markt für mein Fachgebiet ist eher übersichtlich und die Bewerberzahl immens. Was also, wenn es nicht sein soll, dass ich dort ankomme, wo ich hinwill?
    Ersetze in deinem Posting 'Polizeidienst' durch 'Apotheke', dann hast du das Thema meiner eigenen hektischen Versuche, noch vor dem 30. Geburtstag einen Abschluss nachzuholen, der einem einen konkreten Beruf vorgibt und finanzielle Sicherheit bietet. Ich selbst habe nach Abklingen der Panikattacke einsehen müssen, dass ich Apotheken zwar mag, dass ich aber niemals eine gute Apothekerin sein würde, weil meine Fähigkeiten im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich einfach leider nur mittelmäßig sind. Vielleicht kommst du nach einer gründlichen Innenschau (die durchaus auch schmerzhaft sein kann, das geb ich zu) zu einem ähnlichen Ergebnis für dich.

    Ich persönlich würde die Chance auf ein Volontariat auf jeden Fall nutzen. Jeder Job hat Aspekte, die einem selbst nicht so gefallen. Wieso solltest du von jetzt auf gleich keine Einsätze als Rasende Reporterin mehr haben? Du kommst doch sicherlich trotzdem noch raus und recherchierst unter Leuten, wenngleich auch wohl nicht für jedes Thema.

  6. #6

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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Ja, Ja... der Alltag in der Tagezeitung... habe das auch schon hinter mir... und dann kommen diese einzelnen Storys und besonderen Leute und an denen hält man sich fest...
    Fakt ist jedoch: der Alltag einer Tageszeitung ist nicht der spannendste... wenn allein 1/3 der täglichen Arbeit das redigieren von Texten wie "Hühnerzuchtverein XY feiert sein 125-jähriges Jubiläum" einnimmt, dann bleibt weder viel Raum noch Zeit für lange, intensive Recherchen...
    Das Problem ist hier nunmal, dass eine Tageszeitung nicht von super spannenden Artikeln und brisanten Themen lebt, sondern die Anzeigen das täglich Brot sind... aber das ist ein anderes Thema.

    Was hälst du von der Idee ein Volontariat in einem anderen redaktionellen Umfeld zu machen? Radio, TV, Fachzeitschrift etc.??? Leider habe ich hier keine praktischen Erfahrungen gesammelt und kann somit auch nicht aus dem Nähkästchen plaudern, aber ich denke ein Praktikum für einige Monate vor dem Volontariat würde Aufschluss geben.

    Fang keinen Job auf Teufel-Komm-Raus an... damit sind bisher die wenigsten glücklich geworden... wenn du allerdings einen Spannenden ArbeitsALLTAG suchst, musst du von der Tageszeitung weg.... denke ich zumindest :)

  7. #7

    Registriert seit
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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Hallo allen,

    danke für die Antworten.
    Nein, wildwusel, ich glaube nicht, dass ich denke, dass das Gras irgendwo grüner wäre bzw. ich es öfter gemacht hätte. Wenn dem so wäre, dann würde ich ja auch nicht mein Studium zu Ende bringen. Denke, meine Freundin stört eher, dass ich mit 29 noch immer nicht berufstätig bin. Sicherlich, logisch betrachtet, wäre es effizienter, "innerhalb meines Feldes weiter zu schwimmen". Fraglich ist hierbei allerdings, wie es um die Zukunft von Printmedien bestimmt ist. Innerhalb von drei Wochen haben zwei große, renommierte Zeitungen dicht gemacht. Die Süddeutsche und die FAZ haben auch schon verlauten lassen einzusparen. Die Zukunft wird im Internet liegen und nicht im Print, das führt hier nun aber zu weit.
    Wenn ich das machen würde, was mir Spaß macht, dann müsste ich mich nach dem Studium selbstständig machen und weiterhin auf Honorarbasis arbeiten. Um da aber Fuß fassen und sich einen Namen machen zu können, sollte ich schon ein Volontariat gemacht haben. Du hast aber klar recht, wenn Du sagst, dass es nicht immer eitel Sonnenschein gibt. Die Sache ist halt, dass irgendwie auch nicht mehr das "Bauchgefühl" stimmt.

    @lunete

    Über die Einstellungsvoraussetzungen der Polizei in unserem Bundesland habe ich mich schon informiert. Vorbereitung zum Einstellungstest ist natürlich Pflicht. Physisch und psychisch bin ich schon gut beieinander. Aber klar, sicher ist bei solchen Tests nichts.
    Kenne auch einige Leute aus meinem engen Bekanntenkreis, die bei dem Verein sind. Büroarbeit fällt da auch an, es gibt auch Tage, wo nur Büroarbeit ansteht. Allerdings gibts halt auch Tage, wo man unterwegs ist. Klar, auch hier ist nich alles Gold was glänzt, was bei Perikope auch anklingt.
    Was machst Du denn jetzt, wenn ich fragen darf, Perikope? Bei sowas wie einer Innenschau bin ich ja im Prinzip schon. Die Frage, ob ich den Schritt zum Volontariat wirklich gehen soll oder nicht. Vielleicht hab ich auch einfach nur Schiss mich festzulegen. Aber wie lunete schon meinte, man legt sich ja nicht bis zur Rente fest.
    Danke für den Tipp, danni, vielleicht sollte ich noch in ein anderes Medium schnuppern. Die Sache bei TV, Fachzeitschrift oder Radio ist halt, dass man dann an das Medium gebunden ist. Mit einem Volo bei einer Tageszeitung bin ich da meines Wissens nach flexibler. Es ist der klassische Einstieg in den Journalismus.
    Vielleicht sollte ich einfach mal zweigleisig zu fahren.

  8. #8
    Perikope
    gelöscht

    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Was machst Du denn jetzt, wenn ich fragen darf, Perikope?
    Ich schreibe jetzt eine Doktorarbeit in einem meiner Studienfächer - und versuche, durch kleinere Jobs ein Bein in mein Wunsch-Arbeitsgebiet zu bekommen. Da auch dort ein Volontariat quasi Pflicht ist, neide ich dir ein wenig deine Situation, einen Platz schon so gut wie sicher zu haben.

  9. #9

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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Zitat Zitat von Perikope Beitrag anzeigen
    Ich schreibe jetzt eine Doktorarbeit in einem meiner Studienfächer - und versuche, durch kleinere Jobs ein Bein in mein Wunsch-Arbeitsgebiet zu bekommen. Da auch dort ein Volontariat quasi Pflicht ist, neide ich dir ein wenig deine Situation, einen Platz schon so gut wie sicher zu haben.
    Dann wünsche ich Dir gutes Gelingen bei Deiner Doktorarbeit und viel Durchhaltevermögen. Die Sache mit dem Volontariat, das für Dich "quasi Pflicht" ist, wird sich sicherlich so fügen. Auch da viel Glück!

  10. #10
    Avatar von cooleJule
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    AW: Die Frage nach dem zukünftigen Lebensweg oder Was soll ich beruflich machen?

    Die ersten Stufen des Tests sind auch im gehobenen Dienst wirklich einfach. Den Wissenstest schafft jeder, welcher 1+1 zusammenzählen kann und etwas Allgemeinbildung hat ohne Probleme. Beim Sporttest sollte man sich wohl etwas auf die 2000m vorbereiten, der Rest ist auch ohne Vorbereitung zu meistern.
    Wäre es aber denn keine Möglichkeit in der Uni anzuheuern und eine Akademikerlaufbahn zu starten? So kannst du dich intensiv mit den Feldern auseinandersetzen, welche dir Spaß machen.

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