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  1. #1

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    Disziplin und Diss

    Hallo,
    ich suche Leute, die mir ein bisschen Mut zusprechen können: Sitze seit drei Jahren an einer Diss, habe das Gröbste mehr oder weniger jetzt zusammen (veranschlagt sind an unserem Institut 5 Jahre, ich bin mit meinen zwei fertigen Studien nach drei Jahren ziemlich weit, eigentlich), aber kämpfe immer und immer wieder mit
    - Motivationslöchern
    - megafaulen "Heimarbeitstagen"
    - Aufschieben von diesem oder jenem
    - einem ständigen Selbstzweifel, manchmal sogar richtiger Hass, wenn ich was nicht hinkriege!
    - diese wachen Phasen nachts oder am frühen Morgen, wenn man sich sicher ist, dass man a) den Mist NIE fertig kriegen wird und b) die Arbeit sowieso NIE angenommen werden wird (haha).

    Mein Doktorvater ist supernett, aber ihm ist das Thema eher fremd und ich weiss, dass ich eigentlich die Einzige bin, die mir da helfen kann, wo ich bin. Der Austausch mit Diss-Kollegen ist ähnlich - die kämpfen auch mit ihren Problemen. Aber meistens, wenn wir uns austauschen, jammern wir leider nur alle - mir fehlt jemand, der mir mal klipp und klar sagt, hör zu Mädel, so ist das halt bei einer Diss, ging mir auch so, aber ich hab's auch geschafft! Oder so was! Gibt's hier Leute, die "Erfolgstories" haben? Wer erinnert sich noch an diese Sch**, mit Verlaub, und kann mir trotzdem Mut machen!

    Ein einziges Mal habe ich auf einer Tagung eine Dame getroffen, die gerade fertig promoviert hatte und mir offen und ehrlich erzählt hat, welche Qualen sie durchlitten hat. Das war wie eine Offenbarung, weil ich ihren Vortrag nämlich so toll fand.

    So Leute muss es doch noch öfter geben! Vielleicht hier? Erzählt mir, wer kennt diese Diss-Löcher, dieses ewige Alleinekämpfen, und bitte, erzählt mir, dass Ihr's auch irgendwie gepackt habt!

    Danke im Voraus!

    Freundliche Grüsse von der
    dissgenervten Tigerin

  2. #2

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    Re: Disziplin und Diss

    Liebe Tigerin,
    Du sprichst mir aus der Seele!!!
    Ich sitze seit Oktober 2001 an der Diss. Ich hatte drei Jahre eine Promotionsstelle, dann war ich erst einmal arbeitslos.

    Ich in Biologin, das heißt, diese drei Jahre gingen mit Laborarbeiten um. Geschrieben hatte ich da (Oktober 2004) noch kein Wort.

    Man möchte meinen, wenn das Geld dann fehlt, hat man Druck genug, um möglichst schnell fertig zu werden. Nix da. Nun kam noch als Problem hinzu, dass ich auch noch kurz vor Auslaufen des Vertrages von einer externen Betreuerin gefragt worden war, ob denn das alles sei, was ich an Ergebnissen hatte. Diese Betreuerin war der Meinung, dass ich mit einem der Gutachter (den sie gut kennt) ein Bier trinken müsse, damit er DAS annimmt. Und das, nachdem sie sich 3 Jahre lang nie nach meinen Ergebnissen erkundigt hat.
    Du kannst Dir vorstellen, dass ich der Meinung war, dass ich dann mit dem Schreiben gar nicht anfangen müßte.
    Mein Doktorvater hat mich damals überzeugt, dass ich diesen Gutachter ja erst einmal fragen könnte. Was ich glücklicherweise getan habe.

    Trotzdem hat es dann lange gedauert. Es waren so viele Sachen einfach spannender.
    Hinzu kam ja noch, dass ich arbeitslos gemeldet war und das Arbeitsamt dahinter stand, dass ich mich brav bewerbe, und wenn das nicht nützt, dass ich bitte eine Fortbildung mit dem Titel Career Planning/ Career Development" mitmache. Das war zwar sehr schön, auch wenn es unbrauchbar klingt. Das war es nicht. Aber es hat mir sechs Monate täglich 8 Stunden geraubt.
    Seit September diesen Jahres habe ich wieder eine Stelle. Und dort muß ich mein Promo-Zeugnis nachreichen.

    So weit so deprimierend für jemanden, der eigentlich aufgemuntert werden möchte.

    ABER:
    Meine Arbeit werde ich nächste Woche abgeben!!! Ich habe ihr die gesamte letzte Woche den Feinschliff verpaßt. Das heißt, habe nach den 8Stunden Arbeit im neuen Institut weitere 8 Stunden am Rechner gesessen, Fehler korrigiert, formatiert und Inhaltsverzeichnis erstellt, etc. Und ich sage Dir, ich war in der ganzen Zeit nie so motiviert wie diese Woche!
    Gestern habe ich noch meinen Doktorvater getroffen, der hat gesagt, der Gutachter hätte ihm am Telefon gesagt, meine Arbeit sei "promotionswürdig". Was will ich mehr? eine 1 wird es nicht- damit kann ich leben.

    Meiner direkte Betreuerin am Institut (von Betreuern darf man nicht zu viele haben, hatte ich aber) sage ich ja auch dauernd, dass meine Arbeit ja erst einmal angenommen werden muß, und dass meine Arbeit im Vergleich wenig Seiten hat. Und dass ich ja wirklich wenig Ergebnisse habe.
    Darauf sagt sie, dass einem in keinem Fall etwas geschenkt wird. Und dass ich viel Arbeit in dieses Teil gesteckt habe. Und dass sie deswegen auch angenommen wird.

    In der Phase, in der ich noch viel Zeit hatte, habe ich auch viel Zeit vertrödelt. Dann hatte ich nur noch viel zu tun und habe am Wochenende gar nichts mehr hingekriegt.
    Ich kann Dir nur den alten Tipp geben, Dir für jeden Tag ein kleines Zeil zu stecken. Eines, das Du sehr locker erreichen kannst (z.B. ein bestimmtes Kapitel überarbeiten odereine Seite zu einem Thema schreiben, oder diese Quelle noch einmal lesen).
    Wenn man erst einmal angefangen hat, dann läuft es ja auch meistens. Und wenn es nicht läuft, dann ist das eben so. Solche Tage gibt es. Sie werden Dir aber immer dann zum VErhängnis, wenn Du deswegen ein schlechtes Gewissen hast und nicht akzeptierst, dass Du trotz all Deiner Intelligenz und Deines Willens und so weiter nicht jeden Tag gleich gut funktionierst.

    Ich wünsche Dir Kraft...

    Birgit

  3. #3

    Registriert seit
    11.05.2005
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    223

    Re: Disziplin und Diss

    Sitze seit drei Jahren an einer Diss, habe das Gröbste mehr oder weniger jetzt zusammen (veranschlagt sind an unserem Institut 5 Jahre, ich bin mit meinen zwei fertigen Studien nach drei Jahren ziemlich weit, eigentlich
    Liebe Tigerin,

    vielleicht ist genau das das Problem. Du bist schneller als üblich in Deinem Lehrstuhl und jetzt erlaubst Du Dir nicht, fertig zu werden. Weil wie sähe das denn aus. Da könnte ja einer denken: in so einer kurzen Zeit kann man überhaupt keine gute Arbeit schreiben.
    ich bin zur Zeit in einer ähnlichen Situation. Bin mit meiner Arbeit weiter als der Zeitplan vorgesehen hat und habe deshalb lange Zeit ziemlich rumgetrödelt. Inzwischen habe ich das einigermaßen wieder im Griff, arbeite aber immer noch viel zu wenig (so 3-4 h am Tag).

    Was mir während meiner Arbeit gut geholfen hat:
    - mir für jeden Tag ein Mindestpensum vornehmen, dass ich auf jeden Fall mache (hat ja auch Laborschnecke schon vorgeschlagen). Dieses Pensum so auswählen, dass die Arbeit daran nicht mehr als 1 bis 1,5 Stunden dauert. Wenn man dann mal drin ist schafft man meist doch mehr. Und wenn nicht hat man wenigstens das geschafft
    - Jahrespläne, Monatspläne und Wochenpläne, die auch Belohnungen vorsehen für geschaffte Abschnitte
    - Doktorandenarnbeitskreis gründen, in dem jedes Mal ein andere über die Fortschritte in seinem/ihren aktuellen Projekt berichtet
    - dem Betreuer regelmäßig Teile der Arbeit abgeben
    - möglichst früh mit schreiben anfangen (den Literaturteil kann man schon schreiben, während man noch experimentiert) und dann jeden Tag mindestens 1/2 Seite schreiben, egal wie unfertig die Gedanken noch sind. Die meisten Gedanken werden beim Schreiben erst richtig klar.

    Außerdem hat mit ein Buch sehr geholfen: Der Weg zum Doktortitel von Helga Knigge-Illner.

    Ich hoffe, da waren jetzt ein paar Tipps dabei , die Dir weiterhelfen.

    Viele liebe Grüße
    Artischocke

  4. #4

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    11

    Re: Disziplin und Diss

    Es waren ja schon viele gute Ratschlaege dabei, wie man das praktisch angehen kann, deshalb konzentriere ich mich mal auf das Mutmachen: das ist SOOOOOO normal!

    Mir ging es ganz genauso und, vielleicht noch wichtiger, so gut wie alle Doktoranden in meinem Bekanntenkreis haben solche Tiefen durchlitten (eine meiner besten Freundinnen musste in der Endphase jeden Abend Alkohol trinken, um ueberhaupt abschalten zu koennen). Und sie haben es ALLE geschafft!

    [Achtung, Selbstbeweihraeucherung folgt] Und ich habe meine Doktorarbeit in Oxford geschrieben und meine Freunde waren wirklich fit - hat aber an den Panikanfaellen, Motivationsproblemen, 'Tag in Bett liegen und saemtliche Folgen von Friends schauen' etc etc nichts geaendert. Im Gegenteil, je talentierter, desto (oft) panischer. Ich kann gar nicht mehr aufzaehlen, wie viele Menschen mir schon erklaert haben, dass alle anderen ja ganz toll sind, aber sie nur durch eine Verkettung unglaublicher Zustaende ihr Vollstipendium, Preise, Lob, Veroeffentlichungen... bekommen haben. Und dass sie ganz bestimmt durch die Doktorpruefung fallen werden, weil die Doktorarbeit ja soo viele Fehler enthaelt. (Ging mir genauso, ich habe sie, genau wie alle anderen, trotzdem bestanden).

    Das einzige Problem, das ich bei Dir in Ansaetzen sehe, ist das Fehlen eines aktiven Doktorvaters. Allerdings: auch wenn es nicht ganz sein Thema ist, sollte er in der Lage sein, die Qualitaet Deiner Doktorarbeit als wissenschaftliche Arbeit beurteilen zu koennen und Du kannst da ruhig einiges von ihm an Unterstuetzung erwarten. Dafuer ist er da!

    Doch noch etwas sachliches: wenn das Fundament Deiner Arbeit im Prinzip steht, Du also die Forschungsarbeit im Grunde geleistet hast und jetzt 'nur' noch fertigdenken musst, finde ich zwei Jahre zu lang. Ohne Dein Fach zu kennen, wuerde ich dann mal ganz grob ueberschlagen, dass Du jetzt ein halbes Jahr konsolidieren und schreiben koenntest, dann ein paar Monate zur Sicherheit, Korrekturlesen etc und schonmal Stelle suchen und nach einem Jahr spaetestens abgeben. Es ist natuerlich bloed, wenn Dein Lehrstuhl da andere Braeuche hat, aber ich finde die deutsche Unsitte, Doktoranden kuenstlich lang zu halten (und fuenf Jahre ist lang!) wirklich unsaeglich und nicht karrierefoerdernd. Mein Doktorvater meinte zum Thema des 'Fertigwerdens', dass ein Thema, das umfassend in einer Doktorarbeit behandelt werden kann, nicht von ausreichendem wissenschaftlichen Interesse ist - Zitat ' A thesis is never finished, it is abandoned.' Die Doktorarbeit ist der Anfang einer wissenschaftlichen Karriere und sollte auch Fragestellungen aufwerfen.

    Nochmal zum Anfangsthema: Sieh es mal so - die Seelenqualen sind leider Teil des kreativen Prozesses. Es geht bei der Doktorarbeit darum, selber einen Teil zur aktiven Forschung beizutragen, und die Gedankenkinder, die man dabei produziert, sind immer auch Ausdruck der eigenen Persoenlichkeit und deshalb tut es so weh und macht so unsicher, sie ins grelle Licht der Doktorpruefung zu schubsen. Das ist in gewisser Weise auch gut so - es sollte wichtig sein. Man darf bloss die Selbstzweifel nicht so gross werden lassen, dass die Arbeit substantiell leidet.

    Viel Erfolg, Du schaffst das!

    Gruesse,
    Tigana

  5. #5
    Avatar von Leandra
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    Re: Disziplin und Diss

    Hallo,

    hier ist noch eine.
    Ich bin seit Oktober 2001 am promovieren und gebe meine Doktorarbeit im März ab, d.h. ich bin inder "heißen Phase".
    Das was Du beschreibst kenne ich zu genüge.
    Ich habe zwar das glück eine volle Stelle als wissenschaftliche Mitrbeiterin zu haben, ein Vorteil der Ingernieurfachrichtung, was aber mit einer recht umfangreichen Lehrverpflichtung.
    Mein erstes Jahr der Promotion war völlig für die Katz, da meine Forschung in eine Sackgasse ging.
    Unser Prof., auf dem Papier mein Doktorvater, kümmet sich nicht um die Arbeit der Doktoranden. Das übernahm größtentels unser akademischr Rat, der sozusagen als inoffizieller Doktorvater fungierte.
    Das gimg solange gut bis er eine Professur in Östereich erhielt. Die letzen 1,5Jahre habe ich sozusagen unbetreut mit ein paar tipps aus Österreich gearbeitet.
    Meine Arbeit enthält sehr viel Progammierarbeit, was nicht immer so lief wie es sollte.
    Manchmal hätte ich am liebsten alles hingeschmissen und wußte nicht wie ich das jemals schaffen sollte.
    Auch jetzt denke ich manchmal, daß kann ich doch unmöglich abgeben.
    Zu meinen Kollegen ist der kontakt nicht so umfangreich, jeder wurschtelt vor sich hin.
    Da Chef Ende des Jahres geht muß jeder irgendwie fertig werden.
    Die Stimmung ist mies.
    Auf jedn fall werde ich das irgendwie schaffen. ich möchte es auch endlich hinter mir haben.
    Man entwickelt mit der Zeit zuseiner Arbeit eine richtige Haßliebe.

    LG

    Leandra

  6. #6

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    Re: Disziplin und Diss

    Ja Wahnsinn! Genau! Genau genau genau!
    Ich sitze hier und lese nach dem WE Eure tollen Antworten und freu mich total. Ich erkenne mich selbst wieder in dem, was Ihr schreibt! Und ich bin begeistert, weil a) jede Menge Tips dabei sind (das mit den überschaubaren Zielen muss ich (mal wieder) machen, das war eine gute Idee und b) ich langsam etwas verstehe. Anscheinend ist wirklich allen Doktoranden Selbstzweifel gemein. Dieses Gefühl, dass ich eben "nur durch die Verkettung unglaublicher Zufälle" zu meiner Stelle, meinem Thema, meinen ersten Vorträgen etc. gekommen bin und nicht wegen einer möglichen Leistung...oder so... und das Perverse ist, dass es meinen Kollegen hier so ähnlich geht.

    Irgendwie kann das doch nicht sein. Aber Tigana hat es toll ausgedrückt: Eine Diss ist wohl ein sehr kompliziertes GEdankenkind und da steckt sehr viel im kreativen Prozess drin, was man gar nicht so fassen kann.

    Und GENAU! Einen Tag im Bett liegen und Friends gucken...sinnlos vollaufen lassen...und diese felsenfeste Überzeugung, dass das Mistdingen namens Doktorarbeit sowieso voller Fehler ist! Ich hätte NIE gedacht, dass es den Leuten in Oxford so gehen würde...! Und ja, eine echte Hassliebe, Leandra, das geht mir auch so. GAnz selten habe ich mal noch so Höhenflüge, wo ich die Arbeit mag. Meistens ist es mehr Hass.

    Ihr glaubt gar nicht, wie gut mir Eure Worte tun. Ich werde mir den Thread ausdrucken und in meine Kladde kleben und bei den üblichen Anfällen von Selbsthass mal wieder durchlesen, und ich werde ihn auch meiner KOllegin zeigen, die Ähnliches durchmacht wie ich.

    Ach ja: Nein, noch komplette zwei Jahre will ich nicht mehr an der Arbeit sitzen. Ich habe auch eher an ein Jahr gedacht. Aber ich habe gelernt, sehr vorsichtig mit Prognosen zu sein...

    Leute, Ihr habt meinem Tag einen super Start verschafft. Tausen Dank. Und falls wer noch weitere Erfahrungsberichte hat, nur her damit!

    Beste Grüsse,
    Tigerin

  7. #7

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    Re: Disziplin und Diss

    Hallo,
    bin neu im Forum und zwar nur, weil ich den Thread zum Thema Diss gestern entdeckt habe und ihr mir alle aus der Seele gesprochen habt... Ich arbeite seit 19 Monaten an einem Jura-Lehrstuhl und meine Professorin hatte mir direkt zu Beginn ein Thema gegeben, dass ich bearbeiten sollte. Nachdem ich 6 Monate Zeit investiert und echt schon viel geschrieben hatte, gab es ein ziemlich Theater mit meiner Betreuerin und das Thema ging auf enmal aus ihrer Sicht nicht mehr, ich sollte mir ein neues suchen. Schlimme Phase damals, gleichzeitig war ich auch privat nicht gerade vom Glück verfolgt und wollte wirklich alles hinschmeißen. Ich habe mich dann aber hingesetzt und mir innerhalb von 4 Wochen ein neues Thema quasi aus den "Rippen geschnitten", das mir weder gefällt, noch sonderlich interessant ist, zu dem ich aber viel Material hatte. Meiner Betreuerin gefiel's und jetzt sitze ich seit genau einem Jahr dran und wollte eigentlich (nach meiner ursprüunglichen Planung) im Mai abgeben, weil dann meine Stelle ausläuft und ich eigentlich ins Referendariat wollte. Jetzt hat meine CHefin glücklicherweise Mittel locker gemacht, so dass ich noch ein halbes Jahr länger bleiben kann.
    Viel zu viel Hntergundinfo, kurzer Sinn: ich zweifle ich tagtäglich an mir und meinen Fähigkeiten, es gibt so viele Stellen in meiner Arbeit, die ich einfach zum Heulen schlecht finde und es gibt heute nóch Tage, wo ich am liebsten alles hinschmeißen würde. Und dauernd hat man noch solche super-Kollegen vor sich, die innerhalb eines Jahres die Diss abgabefertig hatten und jetzt mit 25 Jahren und fertiger Promotion schon fast ihr Referendariat durch haben, und der Neid lässt einen grün werden und die Selbstvorwürfe (hätte ich doch mal konsequent gearbeitet, hätte ich nicht jeden nachmittag schlechte amerikanische Serien angeschaut, wäre ich mal nicht dauernd im Urlaub gewesen) fressen einen fast auf.
    Aber: es neigt sich langsam dem Ende zu ich finde es nach wie vor grottenschlecht, wa sich bis jetzt habe, aber andere Leute haben auch ihren Doktor und man muss ja nicht die super.Note abräumen, Hauptsache Titel und das war's.
    Eure Beiträge haben mich echt ermuntert, weiter zu machen mit voller Kraft, so dass ich auch bald mal Land sehen und mich mit Formatierungs- und Rechtschreibfragen auseinandersetzen darf und nicht hochtrabende juristische Gedanekn formulieren muss...
    Gebt Gas, damit wir uns endlich unsere Visitenkarten neu drucken lassen können

    C.

  8. #8

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    Re: Disziplin und Diss

    Hallo,
    ich habe neben dem Job in Jura promoviert. Dabei hat mir bei Motivationsproblemen das Buch "Wenn nicht jetzt, wann dann" von Neil Fiore sehr weitergeholfen. Schau Dich mal in der Bücherei danach um.
    Die Motivationsstaus gibt es immer. Ein guter Trick dabei war für mich, jeden Tag für mindestens 15 Minuten an der Diss zu sitzen. Wenn es dann nicht weiterging, na ja. Aber viel öfter hatte ich nach 15 Minuten einen Faden gefunden und die 15 Min wurden deutlich überschritten. Letztlich besteht auch die dickste Diss nur aus einer Menge Seiten...
    Viel Erfolg!
    Chris

  9. #9

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    Re: Disziplin und Diss

    Ich habe nicht alles genau gelesen. Aber im Grossen und Ganzen beschreibt ihr meine Diss und die war 2003 vorbei - ENDLICH!

    Es gibt immer Durchhänger, die gibt es bei jedem. Besonders schlimm wird es, wenn man auf einem exotischen Thema promoviert, von dem der eigenene Doktorvater nur begrenzt Ahnung hat. Ich hatte auch so eines und war meist gar nicht am Lehrstuhl, da mein Labor in einem anderen Inst. war.

    Was mir schliesslich geholfen hat, war mehr Zeit am Lehrstuhl zu verbringen und da auch mehr Kontakt mit anderen Doktoranden zu haben. Ausserdem habe ich intensiv nach jemandem gesucht, der mir bei meinen Statistik Problemen helfen konnte und vor allem so gut war, dass er es auch meinem Betreuer verständlich machen konnte.

    Danach ging es ganz gut.

    Zähne zusammen beissen und durch!

    LG
    spectra

  10. #10

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    Re: Disziplin und Diss

    Ihr sprecht mir ja sooo aus der Seele! Man hängt mit einer Diss ja meistens sehr alleine 'rum, weil alle (Partner inkl. - zumindest in meinem Fall) abschalten und sich die "Leiden des Doktoranden" nicht anhören wollen. Ich bin inzwischen promoviert, kenne also alle Probleme - und habe derzeit die gleichen, weil es bei der Habil nicht besser wird ;-) Ich kann nur den Tip geben: Täglich zumindest ETWAS tun, und sei es nur, dass man Sekundärliteratur sichtet oder irgendetwas exzerpiert. Auf jeden Fall schreibenschreibenschreiben: Dass man den Kram später zusammenkürzt od. einzelne Punkte auch verwirft, ist dann okay. Ich zwinge mich zu zwei Seiten täglich, aber da ich "nebenbei" noch arbeite, klappt das nicht immer. Die empfohlene Literatur werd ich mir mal anschauen, danke also für die Tipps!

    Solidarische Grüße!

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