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  1. #1
    hulda
    gelöscht

    Umgang mit Azubi

    Hallo!

    Meine Tochter hat im September eine kaufmännische Ausbildung angefangen und in diesem Betrieb vorher ein Praktikum absolviert.
    Es ist ein Servicebetrieb mit viel Kundenkontakt.

    Meiner Tochter werden nun von fünf verschiedenen Leuten Aufgaben übertragen und jeder meint, dass seine Arbeit am wichtigsten ist. Es kann ja wohl nicht Sache meiner Tochter sein, zu entscheiden, was sie zuerst macht und was nicht. Diese fünf Personen wollen sich aber untereinander nicht einigen. Egal was meine Tochter macht, irgendeiner verpasst ihr einen Anschiss. Sie ist zwar nicht auf den Mund gefallen und setzt sich zur Wehr, doch das Problem wird nicht aus der Welt geschafft. Ihr Ausbilder gehört leider auch zu denen, die erwarten, dass sie seine Aufträge zuerst abarbeitet.

    Inzwischen vergeht kein Tag an dem sie nicht schimpfend nach Hause kommt. Wenn ich an meine Ausbildungszeit denke, kann ich nur noch den Kopf schütteln. Ich kam jeden Tag begeistert nach Hause. Welch ein Gegensatz.

    Wenn ich dann noch vergleiche, wie die Auszubildenden in meiner Firma behandelt werden, könnte ich die Wände hoch gehen. Am liebsten würde ich ja selbst mal beim Ausbilder meiner Tochter auftauchen, doch sie ist volljährig und da ist es sicher blöd, wenn Mama dort aufkreuzt.

    Wie kann meine Tochter eine Verbesserung herbeiführen? Kann sie sich bei einer neutralen Stelle beraten lassen, wie sie vorgehen kann?

    Habt ihr ähnliches erlebt und wie habt ihr das Problem gelöst?

    Hoffe sehr auf Tipps von euch.

    Gruß hulda

  2. #2
    Avatar von pudelnudel_
    Registriert seit
    07.10.2008
    Beiträge
    284

    AW: Umgang mit Azubi

    Hallo Hulda,

    ich habe zwar selbst noch keine Erfahrung mit den Vorgängen während der Ausbildung, da meine beiden Kinder ihren Schulabschluss erst noch vor sich haben. Aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass deine Tochter zuerst ein Gespräch mit ihrem Ausbilder suchen sollte. Sie sollte die Situation und ihr Dilemma sachlich schildern und ihn um eine Stellungnahme bitten, wie sie in solchen Fällen vorgehen soll.

    Nach ein paar Wochen Ausbildung kann und braucht deine Tochter nicht beurteilen, welche Arbeiten wichtiger und dringender sind, das muss ihr Vorgesetzter entscheiden. Wäre es eine Möglichkeit, dass deine Tochter die anderen "Arbeitsbeschaffer" an ihren Ausbilder verweist, und der teilt ihr dann die Arbeit und deren Dringlichkeit zu?

    Selber würde ich mich an deiner Stelle auch nicht mit dem Ausbilder in Verbindung setzen. Da deine Tochter volljährig ist, würde wahrscheinlich weder sie das gutheißen noch der Betrieb. Obwohl ich sehr gut verstehen kann, dass dir bei solchen Verhältnissen die Wut hochkommt und du da gerne mal Tacheles reden würdest

    Ich wünsche dir und deiner Tochter, dass diese Probleme nur Startschwierigkeiten sind und sich alles bald einpendelt

    Liebe Grüße
    pudelnudel
    Alles ist relativ - kommt immer drauf an, von welcher Seite man die Dinge betrachtet

  3. #3

    Registriert seit
    05.05.2007
    Beiträge
    409

    AW: Umgang mit Azubi

    Gibt es vielleiht Azubis im zweiten oder dritten Jahr, mit denen sie in Kontakt treten und die Sache besprechen könnte?

  4. #4
    hulda
    gelöscht

    AW: Umgang mit Azubi

    Hallo!

    Meiner Tochter habe ich auch schon geraten, mal das Gespräch mit dem Ausbilder zu suchen. Allerdings gehört auch er zu denen, die ihr Aufträge erteilen und erwartet, dass sie alles andere liegen lässt.

    Kann man sich eigentlich bei der IHK erkundigen was ein Ausbildungsbetrieb darf und was nicht in Bezug auf seine Auszubildenden? Nur als Beratung gedacht ohne dass die IHK einschreitet? Oder gibt es dafür in der Berufsschule Ansprechpartner? Werde nächste Woche mal rumtelefonieren, vielleicht finde ich ja was heraus.

    Gruß hulda

  5. #5
    dulcinea
    gelöscht

    AW: Umgang mit Azubi

    Hulda,
    ich kann zwar deine Gefühle als Mutter (die ewige Beschützerin:) verstehen, aber deine Tochter muss selbst dahinter kommen, wie sie die Sachen regelt. Rede mit ihr darüber, aber lasse sie alleine handeln.

    Wir haben bei uns jedes Jahr neue Azubis (und natürlich dann auch welche im 2. oder 3. Lehrjahr). Sie werden nicht gemobbt, aber sie werden schon zum Arbeiten "getritzt".

    Mein eigener Sohn (3. Ausbildungsjahr) hat mal, während eines Praktikums gesagt, dass man dabei lernt, auch mit "schwierigeren" Menschen/Kollegen/Vorgesetzten auszukommen. Und der Junge hatte Recht

  6. #6
    Avatar von marylin
    Registriert seit
    27.03.2007
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    1.182

    AW: Umgang mit Azubi

    Ich denke, dass ein Betrieb, welcher ausbilden darf und einen qualifizierten Ausbilder beschäftigt, schon in der Lage sein sollte, solche Dinge im Sinne des Azubis zu regeln.

    Es kann nicht sein, dass einem Azubi nicht klare Aufgaben zugewiesen werden, sondern jeder an ihm herumzerrt.
    Das Leben ist kreuzgefährlich und endet mit Sicherheit tödlich.

  7. #7

    Registriert seit
    17.07.2008
    Beiträge
    154

    AW: Umgang mit Azubi

    Ich denke, das wichtigste ist, das ganze im Dialog zu lösen und nicht einfach die Augen zu verschließen und darauf zu hoffen, dass alles einfach besser wird...

  8. #8

    Registriert seit
    06.12.2008
    Beiträge
    233

    AW: Umgang mit Azubi

    Hallo,

    folgende Punkte fallen mir dazu ein:

    §1. Hat der Auszubildende während seiner Lehrzeit alle Abteilungen zu durchwandern. Dazu wird idR. vor Eintritt ein Plan aufgestellt und dem Lehrling bzw. den entsprechenden Abteilungen ausgehändigt. Folglich stünde der Azubi in erster Linie der Abteilung zur Verfügung, welcher er gerade zugeteilt ist. Gibt es da mal nichts zu tun, was durchaus mal vorkommen kann, dann sind die anderen dran mit Aufgabenverteilen.

    §2. Ist ihr Ausbilder der erste und direkte Ansprechpartner. Und ich denke, er erwartet zu Recht, dass seine Aufgaben vorrangig erledigt werden. Sollte dem jedoch §1 entgegenstehen, könnte Deine Tochter natürlich sagen: "Herr XY hat mir gesagt, ich soll das und das als erstes erledigen. Was hat Priorität?" Sollte nun §1 unwirksam werden, kann sie auf die Beschwerde des ersten Auftraggebers diesen an den Ausbilder direkt verweisen. Sobald es wiederholt vorkommt, dass sich Angestellte um die Dienste der Azubis streiten, wird - jede Wette - von höherer Stelle eine Richtlinie festgesetzt, wie dies in Zukunft zu handhaben ist und Deine Tochter hat das Problem nie wieder. So geschehen in meinem Betrieb, wo der Azubi im letzten Lehrjahr eine Halbtagskraft in meiner Abteilung ersetzen musste. Sobald ich ihn irgendwohin geschickt habe, ist er anderen übern Weg gelaufen, man hat ihn angehauen und der Kerle war so ein lieber, der konnte nicht nein sagen. Und das Ende der Geschichte? Ich habe Überstunden gemacht, während die Autoverkäufer ihre Fahrzeuge nie betanken mussten!!! Der Chef hat dann bestimmt, dass alle, die was vom Azubi wollen, bei mir fragen müssen, ob es in Ordnung geht. Aber er hätte sich bedankt, wenn Leute von außen, egal ob IHK oder Mutter, sich eingemischt hätten.

    Liebe Grüße

    H.
    Alles im Leben hat seine Zeit: das Weinen und auch das Lachen.

  9. #9
    hulda
    gelöscht

    AW: Umgang mit Azubi

    Oh nein! Keine Bange - ich werde nicht im Betrieb meiner Tochter auftauchen und Rambazamba machen. Auch wenn es mich in den Fingern juckt.

    Meine Tochter hat genügend Selbstbewusstsein und hat das Thema inzwischen angesprochen. Es ist auch eine Besserung eingetreten.

    Gruß hulda

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