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  1. #1
    Avatar von Felicitas80
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    Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Hallo liebe BriCom,
    ich hoffe ich nerve euch nicht, bin wirklich begeistert von der Masse an guten Ratschlägen

    Nachdem ich nun also glücklich in einer Beziehung bin und mich nächstes Jahr über einen Karrieresprung freuen darf, geht es immer weiter mit Themen, die mich leicht überfordern. Vielleicht mache ich mir aber auch wiedermal viel zu viele Gedanken ...

    Also, mein Freund und ich planen, ein Haus zu kaufen oder zu bauen. Nun hat er einen Sohn aus einer früheren Beziehung (nicht verheiratet), kein Sorgerecht sondern lediglich Umgangsrecht und er bezahlt auch natürlich.
    Gegen das Kind habe ich nichts, wirklich! Er hat mir das sehr früh gesagt und ich bin der Meinung, dass wir nunmal keine 15 mehr sind und es deswegen nunmal sichtbare oder unsichtbare "Päckchen" gibt, die jeder mit sich rumschleppt.
    Allerdings habe ich keine besonders gute Meinung über die Kindsmutter, mir scheint, sie ist wirklich nur auf Geld aus!! Beispiele dafür gibt es ein paar, die ich hier aber nicht näher erläutern will.

    In meinem Bekanntenkreis gibt es grade ein wenig Ärger wegen Erbe und Kindern und Enkeln, wo das erbberechtigte Elternteil bereits verstorben ist, usw. Deshalb habe ich mir leider einige Horrorszenarien ausgemalt.

    Ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass sich die KM irgendwann herausnimmt, einen Anspruch auf unser Haus zu haben. Ich denke zwar, dass sie da nix zu melden hat, aber ja der Sohn und ich traue ihr zu, dass sie ihn zwingt, ein gewisses Recht einzufordern.
    Wenn ich Kinder mit meinem (wahrscheinlich) zukünftigen Ehemann haben werde, dann sollen die sich bitte nicht mit ihrem Halbbruder über ihr Elternhaus streiten müssen, falls uns was passiert. Oder falls er den Unterhalt nicht mehr zahlen kann, kann ich dann als Ehefrau in die Pflicht genommen werden?

    Ich stelle mir sowas vor:
    Mein Freund ist als Vater bereit, sein Kind zu unterstützen, auch noch in zig Jahren, er bekommt von einem Konto monatlich einen Betrag X zur freien Verfügung (auch nachdem er gesetzlich gesehen kein Unterhalt mehr erhält), zuzüglich einen Betrag Y, falls der Vater verstirbt. Der uneheliche Sohn hat aber kein Anrecht auf alles was in der Ehe "erworben" wurde.

    Kann mir hier jemand sagen, was man da tun kann? Wir werden vorher heiraten (ist zumindest mein Plan ) und gemeinsame Kinder sind nicht ausgeschlossen.
    Ich frage jetzt schon, weil man vielleicht schon bei Eheschließung einiges regeln kann (Ehevertrag, Gütertrennung), ...
    Wäre es dann zB besser, dass Haus auf mich laufen zu lassen? Oder genügt es schon, dass es uns beiden gehört? Muss mein Freund weniger Unterhalt zahlen, wenn er einen Kredit abzahlen muss?


    Oh, ist ein wenig lang geworden. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp aus eigener Erfahrung. Hatte zwar auch mal an ein Beratergespräch beim Anwalt gedacht, aber möchte erstmal Beispiele aus dem echten Leben hören.

    Vielen Dank schonmal!!!
    Liebe Grüße, Feli


    Begegne dem, was auf dich zukommt, nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung
    Franz von Sales

  2. #2

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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Guten Abend,

    deine Fragen sind sehr umfangreich und ich rate dir zu einer Beratung durch einen Rechtsanwalt.

    Zitat Zitat von Felicitas80 Beitrag anzeigen
    Ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass sich die KM irgendwann herausnimmt, einen Anspruch auf unser Haus zu haben. Ich denke zwar, dass sie da nix zu melden hat, aber ja der Sohn und ich traue ihr zu, dass sie ihn zwingt, ein gewisses Recht einzufordern.
    Nur dazu:
    Die Mutter des Kindes muss nichts erzwingen. Das leibliche Kind ist Erbe erster Ordnung.
    Es kann "enterbt" werden, aber selbst dann steht ihm ein Pflichtteil zu wenn dieser nicht durch schwerwiegende Gründe verwirkt wurde.

  3. #3
    Avatar von Godelind
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    724

    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Zitat Zitat von Felicitas80 Beitrag anzeigen
    (...)
    Gegen das Kind habe ich nichts, wirklich! Er hat mir das sehr früh gesagt und ich bin der Meinung, dass wir nunmal keine 15 mehr sind und es deswegen nunmal sichtbare oder unsichtbare "Päckchen" gibt, die jeder mit sich rumschleppt.
    Allerdings habe ich keine besonders gute Meinung über die Kindsmutter, mir scheint, sie ist wirklich nur auf Geld aus!! Beispiele dafür gibt es ein paar, die ich hier aber nicht näher erläutern will.
    (...)

    Ich möchte auf jeden Fall vermeiden, dass sich die KM irgendwann herausnimmt, einen Anspruch auf unser Haus zu haben. Ich denke zwar, dass sie da nix zu melden hat, aber ja der Sohn und ich traue ihr zu, dass sie ihn zwingt, ein gewisses Recht einzufordern.
    Wenn ich Kinder mit meinem (wahrscheinlich) zukünftigen Ehemann haben werde, dann sollen die sich bitte nicht mit ihrem Halbbruder über ihr Elternhaus streiten müssen, falls uns was passiert. Oder falls er den Unterhalt nicht mehr zahlen kann, kann ich dann als Ehefrau in die Pflicht genommen werden?

    (...) Der uneheliche Sohn hat aber kein Anrecht auf alles was in der Ehe "erworben" wurde.

    (...) Muss mein Freund weniger Unterhalt zahlen, wenn er einen Kredit abzahlen muss?
    Hallo,
    du vermischt in deinem Post zahlreiche Fragen zum a) Erbrecht und b) Unterhaltsrecht.
    Am besten du suchst dir einen guten Fachanwalt für Erb-, und Familienrecht, so wie Karinel dir schon geraten hat.

    Allerdings zeigt deine Wortwahl, dass du sehr wohl "Probleme" mit dem nichtehelichen Sohn deines Freundes hast, auch wenn du das Gegenteil betonst.
    Die Abneigung gegen die Kindesmutter ist verständlich, schließlich hat sie deinen Freund auch mal geliebt, zumindest teilt sie etwas mit ihm, was du (noch) nicht hast.
    Ein Kind.
    Da viele neue Partnerinnen eines Vaters eines nichtehelichen Kindes so gedacht haben wie du, ist es 2008 zu einer Reform des Familienrechts gekommen.
    Die (neue) Ehefrau ist in Rang 3 der Unterhaltsberechtigten verfrachtet worden, an erster Stelle stehen immer die minderjährigen Kinder.
    Nachzulesen in §1609 BGB-Rangfolge der Unterhaltsberechtigten-.

    Diese minderjährigen Kinder haben keine Lobby, daher hat der Gesetzgeber sie auf Rang 1 gesetzt.
    Und eine "Ehe von langer Dauer" kannst du dann ja nicht vorweisen.
    Nur spätere Kinder,die du evt. mit diesem Vater haben wirst, stehen dann ebenso gleichberechtigt in Rang 1.

    Zum Vorwurf , die Kindesmutter sei "nur auf Geld aus", sage ich lieber nichts.
    Da du aber jetzt schon gedanklich und finanziell "mauerst", ist es wohl ihr gutes Recht, die (gesetzlichen) Ansprüche ihres minderjährigen Kindes gegenüber dem leiblichen Vater geltend zu machen.

    Und als zukünftige Ehefrau sitzt du quasi mit dem jungen Vater in einem Boot. Du kommst da nicht raus.
    Deshalb ist es besser, sich mit der Situation rechtlich und nicht emotional auseinanderzusetzen.

    Geltend gemachte Kreditraten-, zinsen müssen z.B. auch "ehebedingt" gewesen sein; und damit ist die Ehe mit der Mutter des Kindes gemeint, nicht die neue Ehefrau.

    Eine solide anwaltliche Beratung wäre sicherlich sinnvoll angesichts deiner vielen Fragen.
    Viele Grüße

    "Nichts schenkt mir mehr Frieden als mein schlafender Hund" (Nina Sandmann)
    Geändert von Godelind (23.11.2012 um 00:08 Uhr)

  4. #4
    Avatar von dala
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Dein LG kann nur dann nichts vererben, wenn er nirgends drin steht. Also das Haus auf Dich laufen lassen.

    Wenn es auf Euch Beide laeuft, erbt der Sohn mindestens den Pflichtteil von der Haelfte. Weil Deine Haelfte faellt weg als Erbe fuer das Kind, aber der Pflichtteil von der Haelfte Deines LG steht dem Kind zu.
    Es gibt auch eine Regelung, wonach ein Wohnrecht bleibt fuer den Zurueckgebliebenen. Also wenn dein LG verstirbt und Du dann weiterhin das Wohnrecht hast, kann das Kind nicht den Pflichtteil fordern.
    Allerdings kannst Du das Haus auch nicht verkaufen, ohne dass dann der Pflichtteil faellig wird. Und es muss "wertgemäß" verkauft werden. Ein Euro gilt nicht.

    So mal ganz grob - ein Anwalt waere da echt wichtig, um sich gut abzusichern.
    Dala

    Walk what you talk

  5. #5

    Registriert seit
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Viel Ahnung habe ich davon auch nicht. Nur soviel, dass das erste Kind Deines (zukünftigen) Mannes gleichgestellt ist mit Euren gemeinsamen Kindern. Dass Deine Kinder sich mit dem unehelichen Kind ums Elternhaus streiten müssen, wie Du das so schön ausdrückst, lässt sich also nicht vermeiden außer ihr regelt den Nachlass vernünftig mit Hilfe eines Anwalts/Notars. Aber da kannst Du das Kind Deines Mannes auch nicht ausbooten, es ist und bleibt als leibliches Kind erbberechtigt. Und zwar auf die Besitzanteile Deines Mannes zu gleichen Teilen wie Eure gemeinsamen Kinder. Nur Dein Besitzanteil bleibt davon unbelassen.

    Dafür kann das Kind aber nichts, und wenn Du mal ohne Emotionen drauf schaust, dann ist das ja wohl auch nur fair. Finde ich jedenfalls.

    Und die Kindsmutter hat damit nichts zu tun, sie ist nicht erbberechtigt. Was das erste Kind Deines Mannes im Falle eines Falles mit seinem Erbteil macht, ist seine Sache, auch darauf hast Du keinen Einfluss. Wenn es damit seine Mutter unterstützen möchte, kannst Du das nicht verhindern, das ist sein gutes Recht...
    Nur wer riskiert, zu weit zu gehen, kann sehen, wie weit er gehen kann... (keine Ahnung, wer das gesagt hat, aber ich finde den Spruch toll!)

  6. #6
    JCL
    gelöscht

    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Man könnte auch im Vorfeld über eine Lebensversicherung zugunsten des Partners nachdenken.

    Wenn diese hoch genug ausfällt, dann schmerzt das Auszahlen des/r Erben nicht so sehr und man verliert dadurch nicht unter Umständen gleich das Haus.

    LG JCL

  7. #7
    Avatar von Felicitas80
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    @Karinel: Danke, wahrscheinlich ist ein Anwalt wirklich das Beste!

    @Godelind: Wie geschrieben, die beiden sind / waren nicht verheiratet. Und wie geschrieben, möchte ich dem Kind gönne ich dem Kind weitere Unterstützung, aber nicht der KM. Die ganze Geschichte ist auch etwas kompliziert und deshalb bin ich ganz sicher nicht neidisch, es hat auch sein gutes, dass ich schon sehen kann, wie mein Freund mit seinem Kind umgeht und welche "Erziehungsstile" er verfolgt.
    Aber danke dennoch für deine Erläuterungen.

    @dala: Sehr aufschlußreiche Antwort, vielen Dank dafür!!

    @Bienchen71: Ich habe leider auch nicht wirklich viel Ahnung von Erbrecht etc.Deshalb hatte ich gehofft, dass hier jemand schreibt "wir haben das damals so und so gemacht".
    Aber ein Beratungsgespräch bei einem Profi werden wir mal machen, mein Freund versteht auch meine Sorgen.

    @JCL: Eine interessante Idee, auf die Richtung bin ich noch gar nicht gekommen! Danke
    Liebe Grüße, Feli


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    Franz von Sales

  8. #8
    Avatar von brighid
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    ein, ich gebe zu, konstruierter fall- aber durchaus möglich:

    der junge ist erbberechtigt. wenn er vor seiner mutter stirbt- was niemand wünscht- aber auch mal passiert- ist die kindsmutter erbberechtig von seinem anteil.

    um die frau da raus zu halten- braucht ihr einen anwalt. der sich mit erbrecht auskennt.

    ansonsten kommt im dümmsten schlimmsten fall das was du nicht möchtest: nämlich dass die kindsmutter dir oder euren ehelichen kindern gegenüber die hand aufhält.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

    jeder denkt daran, die welt zu verändern. aber niemand denkt daran sich selbst zu verändern. tolstoi

    es erscheint immer unmöglich, bis es vollbracht ist. nelson mandela

    auf grosser kaperfahrt für kleine piraten

  9. #9
    Moderation Avatar von izzie
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    So konstruiert ist das gar nicht, in der Nachbarschaft meiner Mutter hatte eine Familie einen schweren Autounfall mit mehreren Toten, da kam es dann tatsächlich ganz genau darauf an, wer wann gestorben war (Großvater am Unfallort, Mutter auf dem Weg zum Krankenhaus, Kind im Krankenhaus), daher erbte der Ex-Mann der Mutter als gesetzlicher Erbe seines Kindes ein Viertel des Vermögens der Großeltern, wozu auch ein kleiner Betrieb gehörte.

    Er wollte sofort ausgezahlt werden, das Ganze ging dann vor Gericht und er musste sich mit einer Auszahlung seiner Firmenanteile über 15 Jahre verteilt zufriedengeben, sonst wäre die Firma den Bach runtergegangen.

    Also mal einmal alle möglichen Szenarien durchdenken und mit einem Profi besprechen, wie man das am besten regeln kann.
    A reader lives a thousand lives before he dies... The man who never reads lives only one.
    (George R. R. Martin)

    Moderation von:
    Alle Jahre wieder... ------------ Reine Familiensache . ----------- Rezepte für Kinder----
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    ------------------------ Hochzeit

  10. #10
    Avatar von Felicitas80
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    AW: Uneheliches Kind - Erbe? Was tun im Vorfeld?

    Uff, traurige Geschichte
    Auch an solche Konstellationen habe ich gar nicht gedacht. Für diese Denkanstöße hat sich der Thread gelohnt!
    Liebe Grüße, Feli


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    Franz von Sales

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