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  1. #1

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    Hausbau als Single

    Guten Abend zusammen!

    Ich spiele mit dem Gedanken, ein Haus zu bauen. Ein Grundstück besitze ich bereits, auf dem sich jedoch ein abrissreifes Haus befindet.
    Der Gedanke, mit allem ganz allein davorzustehen, beunruhigt mich schon etwas, daher suche ich gleichgesinnte, die etwas ähnliches planen bzw. schon durchgezogen haben.
    Leider verfüge ich weder über eine Menge an Eigenkapital (ca. 25 - 30 TEUR), noch habe ich einen hochbezahlten Job.

    Ich freue mich auf Eure Beiträge!

    Die (hoffentlich baldige) Bauherrin

  2. #2

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    AW: Hausbau als Single

    Hallo Bauherrin,
    ich bewundere Deinen Mut. Vor vier Jahren habe ich unser Haus umfangreich saniert. Mitten in der Vorbereitungsphase war ich nah dran alles hinzuschmeissen. Dann habe ich mir einen Architekten geholt. Aber dessen Angebot war inakzeptabel. Also habe ich mich selbst durchgebissen: Studium der VOB, Gewährleistung nach dem BGB, Bauzeitenpläne, Föderungsmöglichkeiten durch KfW und so weiter und so fort. Es hat mich viel Zeit (3-4 Monate) und noch mehr Energie gekostet. Inzwischen bin ich relativ fit und würde mir auch den Bau eines Hauses zutrauen. Allerdings würde ich mir in jedem Fall die Unterstützung von externen Beratern holen, z. B. vom Bauherren-Schutzbund (bsb-ev.de) oder vom Verband privater Bauhherren (vpb.de). Man kann auf diesem Gebiet sehr viel Geld verbraten und wenn dann auch noch Baumängel auftreten, oh nein lieber nicht. Bei uns lief die Sanierung wie am Schnürchen. Die lange Vorbereitungsphase hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das stressigste an der Vorbereitungsphase war die Einholung der Angebote: von jedem Gewerk ( Elektro, Sanitär, Glaser, Fenster- und Türenbauer, Maler usw.) mindestens 4 Angebote. Das kostet sehr viel Zeit und man muss entsprechende Vorgaben machen, um vergleichbare Angebote zu bekommen. Und das alles „nur“ wegen der Erneuerung von Fenster und Türen sowie einer Fassadendämmung.
    In Deinem Fall würde ich erst mal Grundlagenforschung betreiben, ob Du wirklich selber Bauherr sein willst oder mit einem Bauträger bauen willst. Was sicher nicht verkehrt ist, ist viele Musterhäuser anzuschauen. Es gibt z. B. in Poing bei München ein Musterzentrum (gibt es sicher auch anderswo). Wo man Unterstützung bekommt z. B. welche Heizung soll es denn sein?
    Der Vorteil ist, wenn man sich intensiv mit der Materie beschäftigt, dass einem dann auch hinterher kein Handwerker mehr irgendetwas vormachen kann.
    Ich wünsche Dir auf jeden Fall einen langen Atem.
    Igel224

    Es wird wieder aufwärts gehen

  3. #3
    Avatar von Mailin
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    AW: Hausbau als Single

    Zitat Zitat von Bauherrin Beitrag anzeigen
    Leider verfüge ich weder über eine Menge an Eigenkapital (ca. 25 - 30 TEUR), noch habe ich einen hochbezahlten Job.
    Unter dieser Voraussetzung würde ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen. Erst mal Eigenkapital ansparen und dann bauen! Ca. 30 % sollten es mindestens sein. Und genau durchrechnen, ob die Hypothek dann auch tragbar ist, da du ja keinen hochbezahlten Job hast. Also mir wäre das jetzt viel zu unsicher. Und die Info von Igel224 beachten!!! Besser kann man es nicht schreiben.
    In der Mitte der Nacht beginnt ein neuer Tag!!

  4. #4

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    AW: Hausbau als Single

    Vielen Dank für Eure Antworten und Deinen ausführlichen Beitrag, Igel! :-)

    Mir macht das ganze schon ein wenig Angst. Nur möchte ich nicht mehr ewig warten, ich bin 40 und möchte bis zur Rente die Schulden abgezahlt haben.
    Andererseits würde ich auch lieber noch ein paar Jahre sparen. Aber wer weiß, wie die Zinsen dann sind? Momentan sind sie ja traumhaft niedrig!

    Ich habe ein Haus (mein "Geburtshaus") mit Grundstück geerbt, leider ist das Haus in einem so schlechten Zustand, dass man es nicht mehr retten kann. Bereits seit 4 Jahren überlege ich hin und her und weiß nicht so recht, was ich machen soll. Leider hat sich mein Wunsch nach einem festen Partner bisher nicht erfüllt, und ich denke, ich muss das ganze selbst in die Hand zu nehmen - zumal die Zinsen ja momentan sehr günstig sind.
    Ich kann mich nicht dazu entschließen, es zu verkaufen und mir eine Wohnung oder ein kleines Haus kaufen, denn ich mag die ländliche Gegend und bin dort aufgewachsen. Ich hänge sehr daran und käme mir wie eine Verräterin vor... Leider stehe ich komplett allein da...
    Mietwohnungen mit Nachbarn, deren gesamten Tagesablauf man mitbekommt, sind mir dermaßen zuwider geworden, dass ich es schlichtweg nicht mehr aushalte. Aber ein Haus zu mieten ist soo teuer, da kann ich gleich selbst bauen...
    Es gibt doch schon günstige Häuser, die um die 100 T EUR kosten. Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der/die es tatsächlich gewagt hat!

    Mein erster Schritt wird der Gang zur Bank sein, um zu erfragen, was ich mir leisten kann. Bauen würde ich sowieso mit einem Bauträger, der schlüsselfertig baut. Alles andere wäre für mich der blanke Wahnsinn...

    Einen schönen Abend noch!

  5. #5
    Avatar von Mocca
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    AW: Hausbau als Single

    "Günstige" Häuser wirst du ergänzen müssen/ wollen, bis sie deinen Vorstellungen von einem gemütlichen Zuhause entsprechen, mal ganz davon abgesehen, dass sich im Verlauf eines Hausbaues immer noch X Dinge ergeben, die man "jetzt oder nie" einbauen lässt (bessere Fenster, hochwertigere Badausstattung, ein besserer Bodenbelag, mehr Steckdosen, automatische Rolläden etc.). Ich kenne keinen Bauherrn, der mit der einmal veranschlagten Summe hingekommen wäre, auch dann nicht, wenn er ein Haus "von der Stange" gekauft hat.

    Ich kann gut verstehen, dass du eine gewisse Scheu davor hast, dein Elternhaus zu verkaufen, aber letztlich ist es ein Haufen Steine, wenn du es mal pragmatisch siehst. Und selbst wenn das Haus selbst in absolut ruinösem Zustand ist, ist das Grundstück allein noch etwas wert. Mit dem Erlös könntest du dein Vorhaben zumindest anschieben. Von einem Hausbau ohne Eigenkapital würde ich immer Abstand nehmen, günstige Zinsen hin und her.

  6. #6
    Avatar von Mocca
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    AW: Hausbau als Single

    Nachtrag: meine letzte (Miet-)Wohnung war sozusagen ein eigenes kleines Haus, das gibt es also auch, man muss nur suchen.

  7. #7
    Avatar von segres
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    AW: Hausbau als Single

    Zitat Zitat von Bauherrin Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Haus (mein "Geburtshaus") mit Grundstück geerbt, leider ist das Haus in einem so schlechten Zustand, dass man es nicht mehr retten kann. Bereits seit 4 Jahren überlege ich hin und her und weiß nicht so recht, was ich machen soll. Leider hat sich mein Wunsch nach einem festen Partner bisher nicht erfüllt, und ich denke, ich muss das ganze selbst in die Hand zu nehmen - zumal die Zinsen ja momentan sehr günstig sind.
    Ich kann mich nicht dazu entschließen, es zu verkaufen und mir eine Wohnung oder ein kleines Haus kaufen, denn ich mag die ländliche Gegend und bin dort aufgewachsen. Ich hänge sehr daran und käme mir wie eine Verräterin vor... Leider stehe ich komplett allein da...
    Vielleicht solltest du dir erst mal über deine Gefühle und deine Lebensplanung klarwerden.
    Du bist im Grunde noch nicht "angekommen", weil du ja noch einen Partner suchst. Das halte ich für Lebensumstände, die gegen einen Hausbau sprechen.

    Und willst du das Haus wirklich? Bindest du dir da nicht eine Monsteraufgabe ans Bein, um dein schlechtes Gewissen zu beschwichtigen? Warum kommst du dir als Verräterin vor? Wäre es nicht besser, erst mal diese Problematik aufzulösen, sodass du wirklich frei entscheiden kannst?
    Wo und wie wohnst/arbeitest du jetzt?
    Hamburg - Das Leben ist kompliziert. Im Büro Intrigen und IT-Probleme, zu Hause drohen Steuererklärung, Großeinkauf und Kellerentrümpelung.
    (aus einem Spiegel-Artikel)

  8. #8
    Avatar von Antje3
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    AW: Hausbau als Single

    Hallo

    ich denke, man muß annehmen, daß der Abbruch und die Entsorgung des Abbruchmaterials Dein Eigenkapital aufbrauchen werden. Auch die Grube muß verfüllt werden (oder - wenn Du viel Glück hast und der Keller brauchbar ist, kannst Du den Keller vielleicht weiternutzen?!

    Nun ist bei der Gewährung eines Darlehens natürlich Dein Grundstück wiederum "Eigenkapital-Ersatz".

    Wenn Du also z.B. auf einen Keller verzichten kannst, könntest Du eines der günstigen "Fertighausangebote" der renommierten Hersteller nehmen. Nimm auf keinen Fall etwas, was als "Ausbauhaus" deklariert ist. Man überschätzt seine Fähigkeiten bei der Eigenleistung gerne!

    Für ein Haus ohne Sonderwünsche ab Bodenplatte (das kommt noch dazu) muß man wohl so ca. 130-150.000 € rechnen.

    Die Bodenplatte kostet je nach Größe wohl bis ca. 10.000 € - ein Keller etwa das 3-fache.

    Viele Informationen findest Du auf der Seite fertighaus.de (Herstellerübergreifend, mit vielen Zusatzinfos).

    Ich würde mal sagen, für Bau, ein paar kleine Sonderwünsche, Küche etc. könntest Du bei knappster Kalkulation mit 170.000 € auskommen. Wenn Du Dir also vorstellen kannst, im Monat zukünftig für Zins und eine Tilgung (die den Namen verdient) 1.000 € auszugeben zusätzlich zu den "Betriebskosten"... (Zinsen wären knapp 7000 € im Jahr, Tilgung etwa 5.000 €

    Ich hab 170.000 € Darlehen mal in einen Zinsrechner eingegeben - bei 4 % Darlehenszinsen und ner monatlichen Rate von 1.000 € wärst Du in 22 Jahren (also etwa bei Renteneintritt) Schuldenfrei. Da ja die Vorbereitung auch noch ein wenig Zeit braucht und der Bau ebenfalls, denke ich, daß der Zeitraum in etwa hinkäme. Außerdem ist ein Puffer drin für sogenanntes "Unvorhergesehenes".

    Antje
    Wer glaubt, daß Abteilungsleiter Abteilungen leiten, glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten..

  9. #9
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    AW: Hausbau als Single

    Zitat Zitat von Bauherrin Beitrag anzeigen
    Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der/die es tatsächlich gewagt hat!
    "Gewagt" ist das richtige Wort... ich würde mich das nie trauen. Selbst wenn ich morgen das Haus meiner Mutter in einem Kaff im gerade-noch-Speckgürtel geschenkt kriegte, wäre es nicht innerhalb meiner Möglichkeiten, es zu unterhalten und dabei weiterhin meinem Job nachzugehen. Alleine auf dem 1100 qm-Grundstück Hecken zu schneiden und Unkraut zu jäten...

    Allerdings: Ein Freund von mir im Niederrheinischen hat so etwas gemacht. Er ist Beamter (mittlerer Dienst), derzeit dienstunfähig, alleinstehend, und hat das alte, baufällige Haus abreißen lassen (evt. dann den vorderen Teil des Grundstücks verkauft, weiß ich nicht genau) und auf dem hinteren Teil des Grundstücks ein Zweifamilienhaus mit Keller gebaut. Die Bank hat ihm wohl, da Beamter, alt-ortsansässig, und hoher Grundstückswert, recht viel Kredit gegeben. Mit der Miete für die zwei Wohnungen trägt er den Kredit ab, er lebt im Keller. (Er mag das.) Kann also funktionnieren.

    Zitat Zitat von Bauherrin Beitrag anzeigen
    Ich habe ein Haus (mein "Geburtshaus") mit Grundstück geerbt, leider ist das Haus in einem so schlechten Zustand, dass man es nicht mehr retten kann.
    Diese älteren Häuser in ländlichen Gegenden haben oft recht große Grundstücke. Wie ist denn der Grundstückwert? Und wäre es evt. möglich, das Grundstück zu teilen, um an Kapital zu kommen?

    Evt gibt es die Möglichkeit, sich über einen Bausparvertrag niedrige Zinsen auf einen zukünftigen Kredit zu sichern. Rechne das aber mit einem spitzen Bleistift durch, Banken verkaufen gerne Bausparverträge.

    Wohnst du derzeit in dem Dorf? Wenn nein, welche Auswirkung hätte es auf dein Leben und deinen Beruf, dahin zu ziehen? Wie wirst du mit 60 oder 70 oder 80 in dem Haus leben? Kannst du das bei der Planung berücksichtigen?
    ** Moderatorin im Sparforum und im Freundschaftsforum **
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (15.07.2012 um 11:53 Uhr)

  10. #10
    Freyya
    gelöscht

    AW: Hausbau als Single

    Warst du schon auf der Bank?
    Nicht jeder bekommt einen Kredit in solchen Höhen, wenn du nicht soviel verdienst.

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