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  1. #1

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    Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Mich würde mal interessieren, ob der Schritt "Wir/Ich kaufen/bauen jetzt" für euch auch immer emotional bedeutet hat, dass ihr dort, wo ihr baut/kauft auch für immer bleiben wollt? War das für euch ein Schritt, der euren Wohnsitz meinetwegen die nächsten 30 bis 40 Jahre bestimmt? Konntet ihr das so einfach?

    Natürlich ist mir klar, dass das auch immer von der beruflichen Situation abhängt, aber ich stelle es mir für mich selbst sehr schwer vor mit Anfang/Mitte 30 schon zu bestimmen, wo ich vielleicht immer wohnen würde. Daher hatte ich auch immer gedacht, es dürfte ja auch nicht so schwer sein, etwas zu kaufen und dann einfach - bei Lust und Bedarf - 10 Jahre später wieder zu verkaufen. Bis eine Freundin letztens meinte nee nee, so würde ja bestimmt keiner denken, der kauft/baut, da würde jeder damit rechnen, er bleibe dort einfach für immer. Ist es wirklich so unrealistisch, wieder zu verkaufen? Hängt sicherlich immer vom Objekt und der Lage auf dem Immobilienmarkt ab, aber ich dachte jedenfalls immer, im schlimmsten Fall muss man dann eben mal 1 Jahr warten bis sich ein Käufer gefunden hat. Sie meinte aber, wer so denkt, der wohne am besten immer zur Miete. (Was für uns jetzt natürlich aufgrund des wirtschaftlichen Idiotie gar keine dauerhafte Lösung wäre. Fühlt sich einfach an wie Geld zu verbrennen)

  2. #2

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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Ich denke nicht, dass es für immer sein muss. Ich habe vor 4 Jahren meine Eigentumswohnung verkauft und wir haben uns ein Haus gekauft. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, werden wir vielleicht eine Wohnung in der Innenstadt kaufen. Mal schaun.

    Ich denke Immobilien kann man verkaufen, wenn die Lage stimmt. In guter Lage geht fast alles weg.

  3. #3
    Avatar von Reduktion
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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Nö, ich fühle mich nicht gebunden.
    London's burning, London's burning. Fetch the engines, fetch the engines. Fire fire, Fire Fire! Pour on water, pour on water.

  4. #4

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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Ja ja, der typisch deutsche Traum vom Eigenheim.

    Wie sagte eine Freundin nach dem Einzug ins über Jahre fast selbst gebaute Haus: Da kriegen sie mich nur mit den Füßen voran wieder raus...

    Für mich ist ein Haus eine Wohnstätte, in der ich mich möglichst wohl fühlen möchte, und die zu meiner aktuellen Lebenssituation passen muss. Passt eines von beiden nicht mehr, suche ich mir eine neue Bleibe.

    Gebaut habe ich mit Anfang Dreißig, vor einigen Jahren wurde das Haus zu klein.
    Also wurde es vermietet, und wir haben uns an einem für die Tochter schulisch günstigen Ort ein größeres Haus gekauft. Ein Jahr später hat es sich ergeben, für unsere Firma ein Objekt in der Nähe zu erwerben.

    Wenn das Kind die Schule abgeschlossen hat aus und dem Haus ist, werden wir das große Haus verkaufen und eventuell ein kleineres Haus im Bauhaus-Stil bauen. Oder nach Hamburg gehen und eine Wohnung mit Blick auf den Hafen kaufen. Kommt darauf an, wie es dann mit der Firma ausschaut, aber die können wir auch von überall aus führen.
    Wir sind da überaus flexibel.

    Emotionale Bindungen an Stein und Beton habe ich nicht.
    Allerdings werde ich auch nie in die Verlegenheit kommen, eine über Jahrhunderte in Familienbesitz befindliche stilvolle Villa zu erben. Wer weiß, wie es mir dann ginge
    Glück ist Talent für das Schicksal


  5. #5
    Avatar von Malina70
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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Hallo robberta,

    die meisten Leute, die ich kenne, kaufen schon mit dem Blick auf die Ewigkeit. Ich glaube, in Deutschland ist das, anders als in anderen Ländern, noch recht weit verbreitet. Ein Verkauf kann sich, gerade wenn die Immobilie noch hoch mit Schulden belastet ist, schnell zum Verlustgeschäft ausweiten, was sicher auch viele abschreckt.

    Für mich war klar, ich würde nur kaufen, wenn ich mir grundsätzlich vorstellen kann, dort auch bis ans Lebensende zu bleiben. Ob das Leben dann so mitspielt, steht auf einem anderen Blatt. Aber grundsätzlich wollte ich das Gefühl haben, ich kann, wenn ich will, bleiben, bis man mich mit den Füßen zuerst rausträgt.

    Ob Mieten immer ungünstiger ist als Kaufen steht auf einem anderen Blatt. Auch beim Kauf geht viel Geld auf Nimmerwiedersehen flöten (Kaufnebenkosten, Zinsen für Kredit, etc.), und man bindet recht viel Geld in eine Geldanlage, so dass für alternative Geldanlagen oft nicht mehr viel da ist. Ob das ökonomisch immer sinnvoll ist, ist schon fraglich. Ich glaube, wenn man es ganz nüchtern durchrechnet, wird man oft zu dem Schluss kommen, dass Mieten günstiger ist, von der größeren Flexibilität ganz zu schweigen.

    Aus diesen Gründe finde ich schon, dass es eben auch emotionale Gründe geben muss, die für einen Kauf sprechen. Und häufig ist es eben genau dieses hier-muss-ich-nie-mehr-raus-Gefüh, das viele zum Kauf bringt. Es gibt sicher Leute, die das ganz locker sehen und schon beim Kauf wissen, dass das wohl nicht für die Ewigkeit sein wird. Aber ich glaube, die meisten rechnen doch erst mal damit und lassen sich allenfalls von der eigenen Lebensdynamik eines Besseren belehren, was ja auch vollkommen legitim ist.

    Gruß,

    Malina
    Herr, du legst mir größere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fülle" (Psalm 4)

  6. #6
    Avatar von Laufrad
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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Zitat Zitat von Malina70 Beitrag anzeigen
    die meisten Leute, die ich kenne, kaufen schon mit dem Blick auf die Ewigkeit. Ich glaube, in Deutschland ist das, anders als in anderen Ländern, noch recht weit verbreitet.
    Eine Ursache ist die Grunderwerbsteuer.

  7. #7
    Birke99
    gelöscht

    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Hallo Robberta,
    ich glaube, dass sich hierzu die Einstellung in den letzten Jahren stark geändert hat. Durch berufliche Mobilität, Trennungen, andere Lebenssituationen ist es durchaus üblich geworden, häufiger Häuser auch wieder zu verkaufen. Ich habe Freunde, die das seit Jahren praktizieren, es ist so eine Art Hobby von ihnen geworden. Und im Gegensatz zu gemieteten Objekten kann man sich im Eigenheim natürlich sehr gut ausleben.
    Es kommt sicherlich auf den jeweiligen "Markt" an, aber ich persönlich habe vor Jahren schon mal ein Reihenhaus mit Gewinn verkauft und das von uns gebaute "Traumhaus" wird auch wieder verkauft werden wegen Trennung. So, wie ich den Markt einschätze, könnten wir auch hier mit Gewinn rauskommen...
    Und niemand kann im vorhinein wissen, ob es nun wirklich Spaß macht, "für immer" irgendwo zu wohnen.

    In der Eltern-Generation ist das dagegen noch weit verbreitet. Deshalb sieht man auch, wenn man Häuser besichtigt, öfter mal alleinstehende ältere Menschen in älteren Häusern mit großen Gärten, die die ganze Arbeit damit offensichtlich nicht schaffen können, es aber auch nicht schaffen, loszulassen.

  8. #8

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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Zitat Zitat von Laufrad Beitrag anzeigen
    Eine Ursache ist die Grunderwerbsteuer.
    Naja. 3,5-5% meist. Ist auch nicht mehr als der Ausgabenaufschlag bei nem Aktienfonds. Viel, ja, aber kein Grund ewig zu bleiben.

    Wir haben von vorneherein so gekauft, dass wir a) auch gut in andere Städte in der Nähe pendeln könnten, wenn es arbeitsplatztechnisch nötig wäre, b) bei Bedarf vermieten können (mittelfristige Abwesenheit), c) bei Bedarf (langfristige Abwesenheit) verkaufen können. Also nicht zu individuell, in guter Lage. Trotzdem so, dass wir uns so wohlfühlen, dass wir auch bis ins hohe Alter hier wohnen könnten. Letzteres Wäre schön, ist aber unwahrscheinlich. Wir sind damit im Bekanntenkreis eher die Ausnahme.

  9. #9
    Avatar von jofi
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    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Ich war gerade 30 als wir unser erstes Haus kauften. Das haben wir nach 5 Jahren verkauft und danach haben wir in einer anderen Stadt noch zweimal ein anderes Haus gekauft und wieder verkauft (Grund: Familienanpassung). Jetzt wohnen wir in einem Loft, den wir wahrscheinlich altershalber auch irgendwann wieder verkaufen werden (Wir glauben nämlich nicht daran, dass es das höchste Glück ist, in den eigenen vier Wänden zu sterben).

    Das Verlassen meines Eigentums und das Eingewöhnen in ein neues ist mir jedes Mal sehr leicht gefallen. Aber das hat eher etwas mit der eigene Persönlichkeit zu tun, Ich kenne auch Leute, die stark an ihrer Bleibe hängen.
    Ein generelles Problem ist allerdings, dass der Kauf von Wohnungseigentum in Deutschland sehr teuer ist (Notargebühren, Grunderwerbssteuer).
    Krankheit steckt an. Ach tät's doch Schönheit auch! (Shakespeare)


  10. #10
    Splendida
    gelöscht

    AW: Kaufen / Bauen = Für immer bleiben?

    Ich denke, man sollte sein Herz weder an ein Haus genauso wenig wie an ein Auto hängen. Es kann so viele Gründe geben, weshalb man aus- oder ganz wegzieht. Und es kann immer ein Verlustgeschäft sein. Das weiß man vorher nicht. Wenn da nicht genug Luft ist, würde ich es lassen.

    Mir war immer klar: Für ein Haus würde ich nicht in einem Job verharren, der mich unglücklich macht, und ich würde für ein Haus auch nicht jahrelang von Aldi leben, weil ich mir sonst nichts leisten kann.

    Allerdings ist "Hausverkauf" schon eine recht, recht stressige Sache. Aber manchen Leuten scheint es echt Spaß zu machen, ein Haus zu kaufen, es komplett und aufwändig zu renovieren - und es dann wieder zu verkaufen. Naja, wer's mag...

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