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  1. #1
    Angelika74
    gelöscht

    Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Hallo,

    meine Eltern besitzen einen ungedämmten Altbau (Jahrgang 1925) und sind auf der Suche nach Informationen, ob sich die vielbeschworene Außenwanddämmung überhaupt lohnt. Im Internet konnte ich nichts derartiges finden, abgesehen von einer älteren Studie, bei der die Dämmung als Energiesparansatz nicht besonders gut wegkommt (Energie-Verbräuche bei gedämmtem und ungedämmtem Gebäude blieben nahezu gleich).

    Frage: Hat jemand Erfahrung mit dem Thema Hausdämmung gemacht? Wenn ja - mit welchem Ergebnis?

  2. #2
    Avatar von Nocturna
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Zitat Zitat von Angelika74 Beitrag anzeigen
    Im Internet konnte ich nichts derartiges finden, abgesehen von einer älteren Studie, bei der die Dämmung als Energiesparansatz nicht besonders gut wegkommt (Energie-Verbräuche bei gedämmtem und ungedämmtem Gebäude blieben nahezu gleich).
    Nanu?

    Ein ungedämmtes Haus von 1925 soll durch Dämmungsmaßnahmen nicht profitieren? Das glaube ich nie und nimmer. Meine Eltern haben Mitte der 60iger gebaut, eh schon sehr solide für damalige Verhältnisse als Dämmung völlig nebensächlich war, weil Heizöl anno dazumal 6 Pfennig der Liter gekostet hat.

    Meine Eltern haben einige Jahre darauf trotzdem dem Dachboden eine Glasfaserdämmung verpasst und es hat sich auf der Ölrechnung bezahlt gemacht. Nochmal 10 Jahre später kam eine Außendämmung und wiederum gab es eine spürbare Einsparung.

    Klar, es kann dauern bis sich so eine aufwändige Sanierung bezahlt macht, je nach Bausubstanz des Hauses lohnt sie vielleicht sogar gar nicht. Aber klatsch dir doch einfach mal zuhause 15cm dicke Styroporplatten in die Wohnung und mach noch einen Verputz drüber. Wenn es dann nicht wärmer in deiner Wohnung wird, dann weiß ich auch nicht.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  3. #3
    blubb-blubb
    gelöscht

    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Nanu?

    Ein ungedämmtes Haus von 1925 soll durch Dämmungsmaßnahmen nicht profitieren?
    Na ja, wenn Fenster und Türen die alten geblieben sind...

  4. #4
    Avatar von Nocturna
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Zitat Zitat von blubb-blubb Beitrag anzeigen
    Na ja, wenn Fenster und Türen die alten geblieben sind...
    Ähm ja, neue Fenster gab es natürlich auch.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  5. #5
    Avatar von Opelius
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Unser Haus ist noch älter, es wurde 1903 gebaut. Da damals bei Bürgerhäusern ungewöhnlich dicke Außenmauern gebaut wurden, lohnt sich eine Außendämmung nicht. Die Wände sind 60cm stark und haben innen einen Hohlraum, der den Effekt von Dämmung hat. Wir haben lediglich Dämmung auf dem Dachboden durchgeführt, indem wir die Balkenlage auf dem Fußboden erhöht und ca 25 cm Steinwolle unter die Dielung gelegt haben.
    Ein Arbeitskollege besitzt ein Haus aus den 20er Jahren, bei dem die Außenmauern nur aus einem Vollstein bestehen. Er hat das Haus von außen dämmen lassen.
    Was ich damit sagen will, es kommt auf die Bauweise des Hauses an, ob eine Außendämmung Sinn macht. Fast alle Bauten aus den 50er und 60er Jahren sind mit dünnen Außenwänden versehen, weil damals schnell und preiswert gebaut wurde, um den Wohnungsmangel zu beheben. Heizkosten spielten damals üpberhaupt keine Rolle, weil eh mit Kohleöfen gefeuert wurde und die Menschen gewohnt waren, dass nur die Küche im Alltag warm war.
    Am schlimmsten aber sind die Häuser aus den 70er Jahren, die aus Betonfertigteilen gebaut wurden. Die Außenwände halten eigentlich nur den Wind ab. Als Zentralheizungen in die alten Häuser eingebaut wurden, verschwanden häufig die Heizkörper in Nischen unter den Fenstern. Damit ist die Außenwand an der Wärmequelle extrem dünn und da pfeift auch die Wärme weg. Das sollte man ändern. Naja, und gute isolierte Fenster sind ein Muss. Selbst Doppelverglasungen, die älter als 25 Jahre sind, sollte man bald mal ersetzen.

    Zumindest bei uns im Ort bieten die Stadtwerke zu geringen Kosten Beratung über notwendige und sinnvolle Wärmedämmung an. Ich kann soetwas nur empfehlen.
    Die Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel

  6. #6
    Avatar von Maccaroni
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Wie Ophelius schreibt, es ist von der Art des Hauses abhängig. ganz sicher bringt die Dämmung der obersten Geschossdecke zum ungeheizten Dachoden bzw ungeheizten Räumen was.

    Zitat von Nocturna:

    Aber klatsch dir doch einfach mal zuhause 15cm dicke Styroporplatten in die Wohnung und mach noch einen Verputz drüber. Wenn es dann nicht wärmer in deiner Wohnung wird, dann weiß ich auch nicht.
    Aber bitte nicht sowas! Innendämmungen sind nur etwas für denkmalgeschützte Häuser und müssen dann genau bauphysiklalisch berechnet werden, sonst riskiert man Schimmelschäden durch Schwitzwasser. Und Styropor in solchen Dicken wird da nicht verwendet.
    Ich würde einen Energieberater fragen oder einen Architekten oder Bauingenieur

  7. #7
    Avatar von Nocturna
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Zitat Zitat von Maccaroni Beitrag anzeigen

    Zitat von Nocturna:



    Aber bitte nicht sowas! Innendämmungen sind nur etwas für denkmalgeschützte Häuser und müssen dann genau bauphysiklalisch berechnet werden, sonst riskiert man Schimmelschäden durch Schwitzwasser. Und Styropor in solchen Dicken wird da nicht verwendet.
    Ich würde einen Energieberater fragen oder einen Architekten oder Bauingenieur
    Ups, nein, das war nicht als Energietipp gedacht, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Ich wollte nur den Unterschied zwischen ungedämmter und gedämmter Wand aufzeigen. Soviel Dämmung muss einfach Wirkung zeigen.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  8. #8
    Avatar von Maccaroni
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    da bin ich beruhigt.Ich glaube auch, dass Aussendaemmung was bringt, muss aber genau auf das Haus abgestimmt sein. Bei manchen Haustypen rechnet es sich nicht wirklich. Viel Energie laesst sich durch ein gutes Heizsystem und gute Fenster einsparen, bei den Fenstern ist auch wichtig, dass sie gut eingebaut werden

    Bei www.fachwerk.de gibts viele Tipps rund um den Altbau.
    Geändert von Maccaroni (18.04.2011 um 20:38 Uhr) Grund: Ergaenzung

  9. #9

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    smirk AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Ich habe vor drei Jahren saniert. Haus Bj 78, Es war elend viel Arbeit, weil ich auf den Architekten verzichtet habe. Es hat mich 4 Monate Vorbereitung gekostet: Einlesen in die VOB, Energieeinsparverordnung, Bedingungen zur KfW-Förderung und und... Am nervigsten war die Einholung von Kostenangeboten. Mancher wollte gleich alles anbieten und hat stundenlang gemessen. Von dem habe ich allerdings bis heute noch nicht mal ein Angebot. Es ist auch nicht damit getan, mal eben 20 cm draufzukleben, sondern man muß u. a. auch die Steckdosen und den Wasserhahn nach außen versetzen, Dachrinne und und ... Man muß alles berücksichtigen. Danach hatten wir 3 Monate Bauzeit ohne Unterbrechungen oder Verzögerungen und ohne dass irgendein Problem gegeben hätte, da ich einen Bauzeitenplan aufgestellt hatte und die Handwerker rechtzeitig auf den Beginn eingeschworen hatte. Ich habe den Handwerkern einen Bauvertrag aufs Auge gedrückt, der unter anderem eine Garantiezeit von 5 Jahren (ein Fensterbauer wollte nur 1 Jahr geben, da bekomme ich ja für mein Auto mehr Garantiezeit) sowie eine Absicherung über eine Bankbürgschaft enthielt. Weil, was hilft mir die Garantie, wenn der Handwerker dann pleite ist.
    Das Ergebnis kann sich sehen lassen:
    20 cm (nicht nur 12 wie von einem Architekten vorgeschlagen, wäre heute schon wieder überholt) Außendämmung, 20 cm oberste Geschossdecke, 3-fach verglaste Fenster, neue Rolladenpanzer, neue Haustüren,
    Die Einstellung der Heizung mußte auch angepaßt werden.
    Endenergiekennwert 73 kWh/qma das entspricht einem um 26% besser als Neubau-Niveau nach dem CO
    2-Programm der KfW-Förderung. Wir brauchen jetzt nur noch zwischen 1500 bis 2000 l Heizöl für etwas über 200 qm Wfl.
    Fazit: Es hat zwar eine Menge Geld gekostet und einiges an Arbeit, aber es hat sich gelohnt, nicht nur was die Energieeinsparung betrifft, sondern auch was das Wohnklima betrifft. Bisher hatten wir im Sommer im oberen Stockwerk eine Bullenhitze, die wir nicht mehr rausbekamen, nun ist es im Sommer schön kühl und im Winter kuschelig warm.
    Ich habe örtliche Handwerker genommen, die ich zum Teil aber vorher nicht kannte. Aber alle haben sauber und zuverlässig gearbeitet. Manche schwärmen heute noch von dieser Baustelle.

    Inzwischen bin ich auch Architekt nein nicht wirklich .... denn von Haus aus bin ich nur Schreibtischhengst, der sich als Laie einfach durchgeboxt hat, wenn es auch sehr mühsam war (vor allem die Vorbereitung) und ich manchmal alles hinschmeissen wollte.


    Igel224

    Es wird wieder aufwärts gehen

  10. #10
    Avatar von Nocturna
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    AW: Hausdämmung - wer hat Erfahrung?

    Donnerwetter, meinen Respekt, dass du das so durchgezogen hast. Ich habe eine leise Vorstellung, wie viel Arbeit das gewesen sein muss, weil ich gerade in der Nachbarschaft so eine Sanierung beobachte.

    Freut mich, dass die Kalkulation bezüglich Einsparung dann auch aufgegangen ist.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

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