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  1. #1

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    verwirrt Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Hallo,

    ich habe gelesen, dass die Regierung eine staatliche Zulage für die Private Pflegeversicherung beschlossen hat. Hier mal ein Artikel dazu:
    Altersvorsorge: Magere Zulage | Wirtschaft*- Kölner Stadt-Anzeiger

    Was ist Eure Meinung:
    - Wann lohnt es sich denn für mich eine PKV abzuschließen?
    - Ist so eine PKV mit dieser Zulage sinnvoll?
    - In welchem Moment sollte ich denn sowas abschließen? Mit 30, 35, 40 etc (ich bin jetzt 29 Jahre alt)?

    Danke für Eure Hilfe!

  2. #2
    Avatar von Nocturna
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Zitat Zitat von DomandaUno Beitrag anzeigen
    Was ist Eure Meinung:
    - Wann lohnt es sich denn für mich eine PKV abzuschließen?
    - Ist so eine PKV mit dieser Zulage sinnvoll?
    - In welchem Moment sollte ich denn sowas abschließen? Mit 30, 35, 40 etc (ich bin jetzt 29 Jahre alt)?
    Eine PKV ist eine private Krankenversicherung, du meinst aber eine private Pflegetagegeldversicherung.

    Zur Frage ob diese Versicherung mit der gesetzlichen Zulage sinnvoll ist, hat sich ja bereits der Artikel geäußert. Nach 40 Jahren eine Förderung von 2400 Euro erhalten zu haben ist ein Witz. Wenn man bedenkt, dass die Versicherer dafür extra teure Verträge auflegen werden, weil diese Versicherung jeden zugänglich sein soll egal in welchem Gesundheitszustand, kann man das eigentlich knicken.

    Ich würde das mit der Riester-Geschichte vergleichen. Irgendwie hat man eine Katze im Sack gekauft. Keiner weiß, ob man gute Konditionen hat und das was hinterher rauskommt ist immer zu wenig.

    Generell möchte ich jedoch betonen, dass eine Pflegetagegeldversicherung absolut sinnvoll ist. Das Geld, das du im Zweifelsfall von der gesetzlichen Pflegeversicherung bekommst, ist heute schon zu wenig, geschweige denn in 50 Jahren. Wenn dein Geld nicht mehr fürs Pflegheim reicht, werden deine Angehörigen finanziell zur Kasse gebeten bis runter zum Selbstbehalt.

    Tja, wann sollte man sowas abschließen? Nicht zu spät würde ich sagen. Ich habe aus Faulheit die Sache etwas herausgezögert, das zahle ich jetzt mit einem monatlichen Aufschlag von 5 Euro lebenslänglich, denn diese Versicherung läuft quasi bis zum Sterbebett.

    Mal ein Größenordnung für dich, nur grob, bitte nicht festnageln. Ich bin 49 und zahle für 70 Euro Pflegetagegeld pro Tag 54 Euro monatlich. Du würdest dafür nur 17 Euro zahlen. Du kannst jetzt selbst den Taschenrechner bemühen, ob es günstiger ist für dich sofort einzusteigen oder erstmal einige Jahre ins Land gehen zu lassen und später bei höheren Tarifen einzusteigen.

    Interessanterweise werden die Tarife nächstes Jahr nicht nur für Männer teurer, die bisher wegen ihrer niedrigeren Lebenserwartung günstigere Beiträge hatten, sondern auch für Frauen. Die meisten Versicherer nützen die Unisextarife für eine globale Preisanhebung, wie man das ja bei der Euroumstellung auch erlebt hat.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  3. #3
    mkr
    mkr ist gerade online
    VIP Avatar von mkr
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Wenn ich es richtig weiß werden die Unisextarife schon ab dem 21.12.2012 eingeführt. Evtl. kann es sich lohnen noch vorher abzuschließen.
    Grüßlis
    mkr

    ________________________________

  4. #4

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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    vielleicht zu spezifisch, aber mal nachgehakt:

    Im Artikel steht u.a. auch:
    Immerhin steht die staatlich geförderte Zusatzversicherung allen privaten und gesetzlich Versicherten offen. Kein Antragsteller darf abgelehnt werden, auch nicht bei schweren Vorerkrankungen.

    Wirkt sich das evtl. auch auf Altersgrenzen aus?
    Ich kenne mehrere Fälle, wo die Betreffenden schon im Rentenalter sind, aber so ein Pflegetagegeld natürlich noch eine Absicherung darstellen würde.
    Kann man dann noch eine bestehende Versicherung aufstocken?
    Kann man eine gänzlich neue noch abschließen?

    Gibt es da Karenzzeiten? Also in der Art, in den ersten 3-/5/10 Beitragsjahren darf die Versicherung nicht in Anspruch genommen werden?

    lg lenita

  5. #5
    Avatar von Nocturna
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Zitat Zitat von lenita Beitrag anzeigen
    Wirkt sich das evtl. auch auf Altersgrenzen aus?
    Ich kenne mehrere Fälle, wo die Betreffenden schon im Rentenalter sind, aber so ein Pflegetagegeld natürlich noch eine Absicherung darstellen würde.
    Kann man dann noch eine bestehende Versicherung aufstocken?
    Kann man eine gänzlich neue noch abschließen?

    Gibt es da Karenzzeiten? Also in der Art, in den ersten 3-/5/10 Beitragsjahren darf die Versicherung nicht in Anspruch genommen werden?
    Lenita, genaues weiß man nicht. Da hilft nur abwarten, bis die Sache spruchreif wird.

    Wenn man sich in den heutigen Policen umsieht, kann man jetzt schon Verträge bis 70 Jahre abschließen. Dazu muss man aber mindestens die Konstitution eines Johannes Heesters haben, denn sonst lehnen einen die Versicherungen wegen Vorerkrankung ab. Wartezeiten gibt es auch heute schon bei einigen Versicherern bis zu 3 Jahre, andere wiederum verzichten darauf.

    Ich würde mir von dieser staatlichen Geschichte nicht zuviel erwarten. Die Versicherungsgesellschaften wollen schließlich ein Geschäft machen, so wie sie beim Riestersparen auch ihren Reibach machen.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  6. #6
    Moderation
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Zitat Zitat von lenita Beitrag anzeigen
    Im Artikel steht u.a. auch:
    Immerhin steht die staatlich geförderte Zusatzversicherung allen privaten und gesetzlich Versicherten offen. Kein Antragsteller darf abgelehnt werden, auch nicht bei schweren Vorerkrankungen.
    Nur daß keiner abgelehnt werden darf, heißt ja nicht, daß keiner rausgepreist werden darf, nehme ich an.

    Mal ganz zynisch gesagt, diese fünf Eu sind ein Bonsche für die Versicherer, das dadurch, daß es durch mehrere Hände geht, vom Gestank des Wahlkampfgeschenks (die FDP ist da ehrlicher...) befreit werden soll. Man könnte das Bonsche auch für die Pflege Bedürftiger ausgeben, und es denen, die Vermögen haben, das sie verlieren können, überlassen, sich selber abzusichern, aber keine Mittelsmänner aus dem Topf schöpfen zu lassen, das wäre ja Sozialstaat.
    ** Moderatorin in Sparforum, Freundschaftsforum, und "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (05.11.2012 um 14:10 Uhr)

  7. #7
    Avatar von Nocturna
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Ich habe nochmal gegoogelt und das hier gefunden, da stehen nähere Infos drin.

    Die staatliche Förderung beläuft sich auf 60 Euro im Jahr. Der echte Vorteil scheint darin zu liegen, dass kein Bewerber aufgrund gesundheitlicher Risiken abgelehnt werden darf, auch Risikoprämien soll es nicht geben, wenn man beispielsweise schon einen Herzinfarkt hatte.

    Der Knackpunkt ist die 5jährige Wartezeit. Damit sichern sich die Konzerne gegen akute Fälle ab, die schon bei Eintritt pflegebedürftig sind und sitzen die Sache damit quasi aus, denn länger schwer pflegebedürftig ist nur ein geringer Prozentsatz der Versicherten.

    Die Versicherungen werden ihren Reibach machen, je mehr Leute diese Versicherung haben umso größer ihr Polster und damit kann man dann auch die Risikofälle finanzieren.

    Aber auch für den Verbraucher hat die Sache einen Vorteil, die wenigsten Menschen setzen sich rechtzeitig mit Pflegebedürftigkeit auseinander. Wenn ihnen irgendwann dämmert, dass auch sie eines Tages alt und krank werden könnten, war es für eine Versicherung meist zu spät, Stichwort Vorerkrankung (Bluthochdruck, Übergewicht, dauerhafte Beeinträchtigungen wie Rücken, usw).

    Trotzdem rechnet die Regierung wohl nicht mit einem Riesenansturm. Immerhin muss man sich die Versicherung auch erst einmal leisten können, bzw kann gleich darauf verzichten wenn man weiß, dass man eh die Grundsicherung in Anspruch nehmen muss.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

  8. #8
    Avatar von Nocturna
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    AW: Private Pflegeversicherung "Pflege Bahr"

    Ich muss mal den Beitrag nach oben schubsen, die ersten Tarife der Versicherer sind da.

    Eckpunkte: Der Versicherte muss monatlich mindestens 10 Euro selbst einzahlen, dafür bekommt er dann im Jahr 60 Euro staatlichen Zuschuss, also quasi 5 Euro monatlich geschenkt. Des Weiteren muss die Versicherung eine Mindestleistung von 600 Euro in Pflegestufe III zahlen. Es gibt keine Gesundheitsprüfung und keine Risikozuschläge wegen Vorerkrankung. Die Wartezeit beträgt 5 Jahre ab Versicherungsbeginn, eventuell früher bei Unfall.

    Der Beitrag ist abhängig vom Alter des Versicherten. Ein 30jähriger zahlt ungefähr einen Beitrag von 15 Euro im Monat und bekommt dann in Pflegestufe III 800 Euro gezahlt. Ein 50jähriger muss bereits um die 25 Euro in die Hand nehmen um in Pflegestufe III die geforderten 600 Euro zu erreichen.

    Die Pflegeversicherung zahlt auch schon vorher, in Pflegestufe 0 (Demenz) 10 Prozent der vollen Leistung, in Stufe I dann 30 Prozent und in Stufe II 60 Prozent (abhängig je nach Versicherung). Für den 50jährigen wären das in Stufe 0 60 Euro, bei Stufe I dann 180 Euro und bei Stufe II 360 Euro.

    Festzuhalten bleibt: selbst mit staatlicher geförderter Pflegezusatzversicherung bleibt eine Finanzierungslücke, wenn man die derzeitigen Heimkosten zugrunde legt. Stiftung Warentest hat errechnet, dass in Pflegestufe III beim 50jährigen eine Finanzierungslücke von 1600 Euro besteht. Zugegeben ist Pflegestufe III nicht sehr häufig, die meisten Versicherungsfälle gibt es in Stufe I und II. Aber auch hier ist eine Lücke vorhanden und die Demenzleistung von 60 Euro im Monat ist ja wohl nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn man die tatsächlichen Kosten einer Betreuung ansetzt.

    Geringverdiener sollten sich gründlich überlegen ob sie sich versichern, denn die Leitungen der Versicherung werden auf die Grundversorgung angerechnet. Zu bedenken ist auch, dass man sich die Versicherung dauerhaft leisten können muss. Wer den Vertrag aus finanziellen Gründen kündigen muss, dessen Beiträge verpuffen ungenutzt.

    Die Versicherten können sich zusätzlich absichern um eine höhere Leistung zu erhalten, aber dafür müssen wieder Gesundheitsfragen beantwortet werden, was Menschen mit Vorerkrankungen ausschließt.
    Kinder sind das Einzige, was in einem modernen Haushalt noch mit der Hand gewaschen werden muss.

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